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Elektrischer Hochspannungsleistungsschalter
Gegenstand der Erfindung ist ein elektrischer Hochspannungsleistungsschalter mit Polrohren zur Auf- nahme der Kontaktelemente und der Löscheinrichtung, die aus vergiessbaren Kunststoffen bestehen und mit seitlich herausgeführten, von Isolierhüllen umgebenen Stromanschlussstücken versehen sind.
In der Schaltanlagentechnik ist man bestrebt, zu immer kleineren Bauabmessungen zu gelangen. Vor allem an die Hochspannungsgeräte werden dabei eine Reihe von Forderungen gestellt, die bisher vorwie- gend durch den Einsatz von trennerlosen fahrbaren Schalteinheiten erfüllt werden konnten. Wenn jedoch ein Maximum an Raumersparnis erzielt werden soll, dann ist es notwendig, sowohl die Sammelschienen mit den Steckvorrichtungen als auch die Pole der Hochspannungsschalter mit den Stromkupplungen so zu isolieren, dass kleinste Phasenabstände erreicht werden.
Mit Hilfe neuerer Kunststoffe, insbesondere von vergiessbaren Materialien, sind schon vor Jahren Sam- melschienen vollkommen umkleidet worden, so dass heute ausreichende Betriebserfahjungen über das Verhalten giessharzisolierter Anlagentelle vorliegen.
Trotzdem sind diese Werkstoffe nicht ohne weiteres bei der Herstellung von giessharzisolierten Hochspannungsschalterpolen verwendbar, da neben den spannungstechnischen und thermischen Problemen auch noch mechanische Beanspruchungen auftreten, die vor allem durch die beim Schalten erzeugten Druckstösse hervorgerufen werden.
Um nun die Abmessungen des Schalters herabsetzen zu können, ist es notwendig, alle an Spannung liegenden Teile so anzuordnen, dass die erforderlichen Luft- und Kriechstrecken eingehalten werden. Insbesondere trifft dies für die Stromanschlussstücke des Schalters zu, da diese Bauelemente letztlich den Polmitten-Abstand eines Schalters bestimmen. Zahlreiche Versuche haben gezeigt, dass der während des Schaltens im Innern des Polrohres auftretende Druckstoss das Polrohr-im Durchmesser kurzzeitig weitet.
Eine etwa in der Mitte des Polrohres angeordnete Manschette, die zur Isolierung des einen Stromanschlussstückes dient, kann dabei so stark beansprucht werden, dass sie bei ungeeignetem Werkstoff einreisst und damit unbrauchbar wird. Hiezu kommt, dass Innenraum-Schalter in einem Temperaturbereich eingesetzt werden, dessen Grenzen durch die Werte -50 und + 800 festliegen..
Mit der Erfindung wird ein Weg gewiesen, wie diesem Nachteil begegnet werden kann. Erfindungs- gemäss ist die zur Halterung der Umkleidung für das Stromanschlussstück dienende das Polrohr mindestens teilweise umfassende Muffe aus einem Isoliermaterial auf der Basis von Polyurethanen, Polyamiden, syn- thetischenElastomerenod. dgl. aufgebaut. Dabei kann die Muffe zur Halterung des Berührungsschutzes unmittelbar mit dem Polrohr aus einem Stück hergestellt oder getrennt von diesem gefertigt und mit Hilfe eines Klebemittels mit dem Polrohr verbunden werden. Es hat sich herausgestellt, dass weder grosse Tem- peraturschwankungen noch hohe Druckbeanspruchungen die Elastizität und die Formbeständigkeit der aus einem Isoliermaterial auf der Basis von Polyurethanen hergestellten Muffe beeinträchtigen können.
An Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles sollen weitere Erläuterungen gegeben werden. In dem tragenden Polrohr 1 aus hochfestem, beispielsweise glasfaserverstärktem Isoliermate-
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rial, istdie gesamte Schaltermechanik, die aus dem Kontaktträger 2, der Löscheinrichtung 3, dem Schaltstift 4 und dem Stromabnehmer 5 besteht, untergebracht. Durch das auf Erdpotential liegende Hebelgehäuse 6 wird die vom Antrieb abgegebene Bewegungsenergie über den Hebel 7 und die Schaltstange
8 auf den Schaltstift übertragen. Mit 9 und 10 sind die beiden Stromkupplungen des Poles bezeichnet, die durch die Isolierhüllen 11 und 12 umkleidet sind.
Bei Kurzschlussabschaltungen entsteht im Bereich der Löscheinrichtung 3 ein hoher Druck, der eine Aufweitungdes Polrohres zurFolge hat. Während die obere Abdeckhaube des Schalters von diesem Druckstoss nicht beansprucht wird, kann die Muffe 11 auf Grund ihrer elastischen Eigenschaften der Dehnung des Polrohres 1 folgen, wobei sie nicht die innige Verbindung mit dem Polrohr verliert. Die Muffe 11 behält diese Eigenschaften auch dann noch bei, wenn das Polrohr die in den Innenanlagen vorkommenden niedrigen Temperaturen bis etwa -50 G annimmt. Anderseits ist die Formbeständigkeit auch dann noch gewährleistet, wenn der Pol unter klimatisch ungünstigen Bedingungen eine Enderwärmung von etwa +800 C er- reicht.
Die Muffe kanndabei entweder unmittelbar im Giessverfahren mit dem Polrohr 1 hergestellt, nachträglich aufgegossen oder getrennt von diesem gefertigt und dann mit Hilfe eines Klebemittels mit ihm verbunden werden. Ausser dem schon für diese Zwecke als geeignet bezeichneten Polyurethan gibt es noch andere vergiessbare Materialien (Polyamide, synthetische Elastomere), die diesen Aufgaben ebenfalls genügen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Elektrischer Hochspannungsleistungsschalter mit Polrohren zur Aufnahme der Kontaktelemente und der Löscheinrichtung, die aus vergiessbaren Kunststoffen bestehen und mit seitlich herausgeführten, von Isolierhüllen umgebenen Stromanschlussstücken versehen sind, gekennzeichnet durch eine zur Hal- terung der Umkleidung für das Stromanschlussstück dienende, das Polrohr (1) mindestens teilweise umgebende Muffe (11) aus einem Isoliermaterial auf der Basis von Polyurethan, Polyamiden, synthetischen.
Elastomeren od. dgl.