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Spannklemme
Gegenstand der Erfindung ist eine Spannklemme für Drähte, Seile u. dgl. unter Verwendung einer, in einem konischen Gehäuse frei beweglichen Rolle, vorzugsweise für Schwedenreuter in der Landwirt- schaft, bei der zwischen seitlichen, gegeneinander zulaufenden Klemmleisten eines U-förmig ausge- bildeten, nach zwei einander gegenüberliegenden Seiten offenen Klemmgehäuses eine mit ihrer Grund- fläche am Klemmgehäuseboden aufliegende Klemmrolle, deren Durchmesser geringfügig grösser ist als die kleinere von den Klemmleisten und dem Klemmgehäuseboden gebildete Öffnung, frei beweglich glei- tet.
Die Ernährung der landwirtschaftlichen Nutztiere im Winter ist für die bäuerliche Wirtschaft von aus- schlaggebender Bedeutung. In den niederschlagsreichen Alpenländern spielt dabei die Graswirtschaft eine bedeutsame Rolle, so dass die Bereitung von Heu, das ja die älteste Winterfutterversorgung ist, seit jeher im Vordergrund steht. Um die Heuernte sicherer zu gestalten ging man, um die Trockenzeit zu verkür- zen und wetterunabhängiger zu machen, von der usprünglich ausschliesslich angewendeten Bodentrocknung zur Verwendung von sogenannten Naturhieflern über, aus denen sich die Kunsthiefler und die verschiedenen Systeme der Heuhütten und Steilwandreuter entwickelten, die ein Aufbringen des Futters in völlig frischem, auch regennassem Zustand erlauben.
Eine starke Verbreitung, insbesondere in den Gebirgsgegenden, haben für die Heutrocknung die Dünndrahtreuter, die sogenannten Schwedenreuter, gefunden. Ihr Aufbau ist an sich sehr einfach. In den Boden werden alle zwei bis drei Meter Pfähle eingeschlagen und zwischen diesen dünner Draht oder Schnüre gespannt, auf die das Futter aufgehängt wird. Hiebei werden vier bis fünf Drahtreihen übereinander angeordnet. Nach dem Spannen des ersten Drahtes wird das Futter aufgelegt, sodann die zweite Drahtreihe gespannt usw. bis alle Drahtreihen mit Futter belegt sind.
Eine Verbesserung des Schwedenreuters ist der sogenannte Rollenreuter, bei dem die Pfähle auf beiden Seiten abwechselnd Kerben eingeschnitten haben, in die der Draht eingelegt wird. Bei beiden Arten von Reutern sind auch Klammern in Verwendung, in die der Draht nur eingelegt und beim Abräumen ausgehängt wird.
Zum guten Spannen des Drahtes bediente man sich fast ausschliesslich eines derben Handschuhes, mit dem man den Draht fasste, spannte, um die Pfähle wickelte oder in die Kerben bzw. Klammern einlegte. Gerade das Spannen des Drahtes ist sehr wichtig, da besonders das ungetrocknete Futter ein namhaftes Gewicht aufweist und die Drähte einen starken Durchhang aufweisen. Die Schwierigkeit des Spannens ist ein wesentlicher Grund dafür, dass der Schwedenreuter, der sich an und für sich grosser Beliebtheit bei den Bauern erfreut, noch keine grössere Verbreiterung gefunden hat. Es ist eine verhältnismässig langwierige, lästige und die landwirtschaftliche Arbeit unangenehm unterbrechende Tätigkeit, die gerade wegen des immer mehr zunehmenden Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitskräften vermieden werden möchte.
Hier will die Erfindung helfend eingreifen, indem sie eine Spannklemme schafft, die eine einfache Bedienung ermöglicht und ein festes Spannen des Drahtes gewährleistet. Sie ist infolge ihres einfachen Aufbaues billig und daher auch im kleinsten landwirtschaftlichen Betrieb rentabel.
Die erfindungsgemässe Spannklemme ist dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmrolle zylindrisch ausgebildet ist und. ein L-förmig ausgebildeter Bügel mit seinem kurzen, die Zylinderhöhe der Klemmrolle wenig überragenden und den Ausgang für die Klemmrolle sperrender Arm nahe der grösseren von den Klemmleisten umschlossenen Öffnung mit dem Klemmgehäuseboden fest verbunden ist, wogegen
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sein langer Arm die Klemmrolle überdacht und sie am Herausfallen aus dem Klemmgehäuse hindert.
Nach einer bevorzugten Ausführung ist der Klemmgehäuseboden an seiner Vorderkante leicht hochge- bogen. Zum Spannziehen des Drahtes kann die Klemme mit einem Handgriff versehen sein, der mit dem Klemmgehäuseboden fest verbunden ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus der nachstehenden Beschreibung in Verbindung mit den
Figuren der Zeichnung zu ersehen. Es zeigen : Fig. 1 die Klemme in einer Draufsicht, Fig. 2 in einer Sei- tenansicht, geschnitten nach der Linie I-I in Fig. 1, Fig. 3 die Ausführung der Klemme mit einem Hand- griff zum Anziehen des Drahtes, Fig. 4 eine Draufsicht auf eine an einem Pfahl befestigte Klemme und
Fig. 5 den Endpfahl eines Reuters mit den übereinander angeordneten Drahtreihen.
Zwischen den Klemmleisten 4 des Klemmgehäuses 1 ist eine kleine zylindrische Klemmrolle 5 frei beweglich, wobei sie mit ihrer Bodenfläche auf dem Klemmgehäuseboden 3 gleitet. Die Klemmleisten
4 verlaufen dabei zueinander in einem Winkel, wobei der Durchmesser der Klemmrolle 5 etwas grösser ist als der kleinste Abstand der beiden Klemmleisten 4 voneinander, so dass die Klemmrolle 5 dort nicht austreten kann.
Hinter der grösseren von den Klemmleisten 4 und dem Klemmgehäuseboden 3 gebildeten Öffnung ist ein L-förmiger Bügel 6 am Klemmgehäuseboden 3, vorzugsweise durch Verschweissung, befestigt, dessen kleinerer Schenkel nur um ein geringeres grösser ist als die Höhe der Klemmrolle 5, so dass sie der längere
Arm des Bügels 6 überdacht. Der Bügel hindert somit die Klemmrolle 5 am Herausfallen, gestattet aber eine freie Bewegung innerhalb des von den Klemmleisten 4 und dem Klemmgehäuseboden 3 umschlosse- nen Raumes.
Wird nun ein Draht 2 zwischen eine Klemmleiste 4 und die Klemmrolle 5 eingelegt und in Richtung des Pfeiles 12 (Fig. l) gezogen, so rollt die Klemmrolle 5 infolge der Reibung in die gleiche Richtung und klemmt vor der Schnauzenöffnung der Spannklemme den Draht 2 fest. Ein Zug in der Gegenrichtung würde den Draht aus der Klemmung frei machen.
Bei Schwedenreutern wird die erfindungsgemässe Klemme nun folgendermassen verwendet. An den
Endpfählen der Reuter (s. Fig. 4 und 5) werden die Klemmen dadurch befestigt, dass ein durch die im
Klemmgehäuseboden 3 vorgesehene Bohrung 8 eingeführter Nagel 9 durch den Pflock 11 eingetrieben und am hinteren Ende umgeschlagen wird, letzteres um ein Lösen des Nagels zu verhindern und damit die Möglichkeit auszuschliessen, dass dieser Nagel ins Heu kommt und vom Vieh verzehrt wird. Die Endpfähle sind durch einen Spanndraht 14 im Boden sicher verankert. Nun braucht der Draht 2 in die Klemme nur eingelegt und angezogen werden und ist sicher verankert.
Um das Ziehen und Spannen eines Drahtes zu erleichtern, wird die erfindungsgemässe Klemme mit einem Handgriff 10, wie in Fig. 3 dargestellt, versehen. Wird nun ein Zug in Richtung des Pfeiles 13 ausgeübt, so wird der Draht von der Klemme des Handgriffes 10 festgehalten und kann gezogen und gespannt werden.
Würde der Klemmgehäuseboden 3 vollkommen eben bis zur Schnauzenöffnung verlaufen, bliebe der eingeführte Draht 2 stets am Boden aufliegen und die Klemmrolle 5 würde an ihrer Unterkante, d. h. an der Kante zwischen Boden-und Mantefläche, stark abgenützt, was ihre Klemmwirkung beeinträchtigt.
Erfindungsgemäss ist daher vorgesehen, den K1emmgehäuseboden 3 am vorderen Ausgang etwas zu erhöhen, so dass ein kleiner Wulst 7 entsteht. Der dadurch angehobene Draht 2 ist damit gezwungen, zwi- schender Mantefläche der Klemmrolle 5 und den Klemmleisten 4 zu klemmen, wodurch eine Verminerung der Klemmwirkung ausgeschlossen ist.
Die im vorstehenden in einem Ausführungsbeispiel an Schwedenreutern erläuterte Erfindung soll nicht darauf beschränkt bleiben. Es ist leicht ersichtlich, dass sie überall dort zur Anwendung kommen kann, wo Drähte, Seile, Schnüre od. dgl. verspannt werden sollen, also beispielsweise beim Spannen elektrischer Drähte, bei Seilbahnen, im Haushalt bei Wäscheleinen usw. Der Schutzumfang soll sich auf all diese Verwendung-un Anwendungsmöglichkeiten erstrecken.
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