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Gliederkette zum Führen von elektrischen Kabeln od. dgl.
Die Erfindung bezieht sich auf Gliederketten zum Führen von elektrischen Kabeln, Druckluft- oder Ölleitungen od. dgl. von einem ortsfesten Anschluss zu einem beweglichen Verbraucher. Die einzelnen
Glieder der Kette sollen derart gelenkig miteinander verbunden sein, dass die Gliederkette freitragend, in der zu den Gelenkachsen senkrechten Ebene aber in einer Richtung abbiegbar ist. Die Glieder dei be- kannten Energiezuführungsketten bestehen aus seitlichen Schildern od. dgl., die über Querstege mit- einander verbunden sind. In den Querstegen sind Öffnungen für einzelne Leitungen oder grössere Durch- brüche für Leitungsbündel vorgesehen, und die Leitungen werden unter Umständen in diesen Öffnungen oder Durchbrüchen festgeklemmt, um ihre Lage zu sichern.
Die einzelnen Kettenglieder sind über ihre äusseren Schilder gelenkig miteinander verbunden. Dabei sind die Schilder so ausgebildet, dass nur ein
Abbiegen der Kette in einer Richtung erfolgen kann, während sie in der andern Richtung freitragend ist.
Diese bekannten Energieführungsketten sind zum Zuführen von elektrischem Strom, gasförmigen oder flüssigen Medien zu bewegten Maschinenteilen vorgesehen, beispielsweise Supporten an Werkzeugma- schinen, Laufkatzen an Kränen od. dgl. Insbesondere sind diese Ketten zum Zuführen von zahlreichen
Energieleitern vorgesehen und zum Übertragen hoher Leistungen auf grosse Entfernungen mit verhältnis- mässig grossen Geschwindigkeiten. Die hohen Anforderungen an Vielseitigkeit und Sicherheit bedingen naturgemäss einen hohen technischen Aufwand.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Energieführungskette zu schaffen, die bei geringeren Ansprüchen hinsichtlich der Verfahrwege, der Verfahrgeschwindigkeit und derVerfahrhäufigkeit mit einfacherem technischem Aufwand eine grosse Anzahl verhältnismässig dünner Kabel oder Leitungen aufnehmen kann. Solche Ketten sind beispielsweise für Fernsprechzentralen und Vermittlungen zum Anschluss beweglicher und verfahrbarer Relaisrahmen od. dgl. zu verwenden.
Gemäss der Erfindung wird vorgeschlagen, die einzelnen miteinander verbundenen Kettenglieder so auszubilden, dass sie einen kastenförmigen, an vier Seiten geschlossenen Querschnitt aufweisen. In den durch die gesamte Gliederkette gebildeten Kasten kann man eine verhältnismässig grosse Anzahl von einzelnen Kabeln oder Leitungen legen, wobei allerdings auf eine Befestigung dieser Kabel oder Leitungen in den einzelnen Kettengliedern verzichtet wird. Dies ist aber ohne weiteres möglich, wenn die Kette nur verhältnismässig selten bewegt wird und ausserdem nur kurze Verfahrwege vorgesehen sind, die mit einer geringen Geschwindigkeit durchfahren werden.
Dadurch, dass die Gliederkette praktisch allseitig geschlossen ist, ohne dass die erforderliche Luftzirkulation verhindert wird, wird die Möglichkeit herabgesetzt, die Kabel durch äussere Einflüsse zu beschädigen. Sollte aber eine Festlegung der Kabel in allen oder in einzelnen Kettengliedern erforderlich sein, so ist auf jeden Fall eine Einzelaufhängung nicht notwendig. Man kann vielmehr, beispielsweise durch ein verstellbares Querjoch od. dgl., die Kabel in ihrer Gesamtheit gegen den Boden des einzelnen Kettengliedes drücken.
Bei der praktischen Ausführungs besteht jedes Kettenglied aus einem-förmigen Teil, dessen parallel zur Längsachse der Gliederkette angeordnete Schenkel federnd ausgebildet sind und einen zu öffnenden, die Schenkelenden verbindenden Deckel aufweist und somit die Form einer abgedeckten Rinne bildet. Der Deckel kann ohne Schwierigkeit durch Zusammendrücken der federnden Seitenwände bzw. Schenkel der Kettenglieder aufgesetzt werden. Zu diesem Zweck sind der Deckel und die Schenkelenden des U-förmigen Teiles jedes Kettengliedes so ausgebildet, dass sie hakenförmig ineinandergreifen. Ein unerwünschtes
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Öffnen bzw. Herabfallen des Deckels ist also nicht möglich. Selbstverständlich kann der Deckel auch in anderer Art und Weise an dem Kettenglied befestigt werden.
So kann er beispielsweise auch mit einem einfachenscharnier an einem der Schenkel oder in geteilterausführung mitScharnieren an beiden Schenkeln befestigt sein und die überlappenden Teile des Deckels etwa in der Kettenmitte durch Federdruck in ihrer Schliessstellung gehalten werden. Die allseits geschlossene Kette lässt sich also über ihre gesamte Länge teilweise oder vollständig öffnen bzw. schliessen.
Vorzugsweise sind die Unterteile und die Deckel der Kettenglieder aus tiefziehbarem Blech gestanzt und gebogen. Sie können also ohne Schwierigkeiten mit den erforderlichen Verstärkungsrippen od. dgl. versehen sein.
Die einzelnen Kettenglieder sind über vorgespannte Stahldrähte miteinander verbunden, die an den Verbindungsstellen abgebogen werden können. Diese Stahldrähte verlaufen jeweils auf der Aussenseite der Kette, u. zw. in der Mitte der Schenkel der U-förmigen Unterteile der Kettenglieder. Es genügt, wenn auf jeder Seite der Kettenglieder ein vorgespannter Stahldraht, beispielsweise ein Klaviersaitendraht, vorgesehen ist.
Ebenso können allerdings die einzelnen Kettenglieder über Scharniere oder über andere. bekannte Gelenke miteinander zu der Gliederkette verbunden sein.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäss vorgeschlagenen Gliederkette dargestellt, u. zw. zeigt : Fig. 1 eine Teilansicht, Fig. 2 einestirnansicht eines einzelnen Kettengliedes mit abgehobenemDekkel, Fig. 3 eine Seitenansicht eines einzelnen Kettengliedes, Fig. 4 eine teilweise Draufsicht auf den Unterteil eines Kettengliedes und Fig. 5 die Verbindung zwischen dem Unterteil und dem Deckel eines Kettengliedes.
Die Gliederkette 1 zum Führen elektrischer Kabel oder sonstiger Leitungen von einem nicht dargestellten, ortsfesten Anschluss zu einem ebenfalls nicht dargestellten, verfahrbaren Verbraucher ist aus einzelnen Kettengliedern 2 zusammengesetzt, die über vorgespannte, seitliche Stahldrähte 3, beispielsweise Klaviersaitendrähte gelenkig miteinander verbunden sind. Die einzelnen Kettenglieder bestehen aus einem Unterteil 4 und einem aufgesetzten Deckel 5. Beide Teile sind beispielsweise aus tiefziehbarem Blech gestanzt und, soweit erforderlich, gebogen.
Der Unterteil 4 der Kettenglieder ist U-förmig gebogen, und seine Schenkel 6 stehen etwas nach aussen : sie können federnd nach innen gedrückt werden. Sowohl am Boden des Unterteiles 4 als auch an den Schenkeln 6 sind Verstärkungsrippen 7 und 8 vorgesehen, welche beim Herstellen des Unterteiles mit eingeformt wurden.
Am oberen Ende weisen die Schenkel 6 eine nach aussen gerichtete hakenförmige Abbiegung 9 auf, die von einem entsprechenden Haken 10 an den seitlichen Rändern des Deckels 5 umfasst werden kann (Fig. 5). Durch die federnde Ausbildung der Schenkel 6 werden diese stets in die Haken 10 des Deckels 5 gedrückt, wenn dieser aufgesetzt ist. Ein unbeabsichtigtes Herabfallen bzw. Öffnen des Deckels 5 ist also nicht möglich.
Die Schenkel 6 der einzelnen Kettenglieder haben oberhalb der halben Höhe des Gliedes eine rechteckige und darunter eine nach unten verjüngte Trapezform. Auch die Biegung 9 geht in Abbiegungen 9a über. welche sich an den senkrechten Begrenzungsflächen der Schenkel 6 befinden. Diese Abbiegungen 9a dienen dazu, eine gute Anlagefläche zwischen den aneinander angelenkten Kettengliedern 2 zu schaffen.
Ausserdem befinden sich in diesenAbbiegungen 9a etwa in der Mitte der kastenförmig ausgebildeten Kettenglieder 2 Öffnungen 11, durch die die gespannten Stahldrähte 3 geführt sind. Unterhalb der Stahl- drähte 3 verjüngen sich die Schenkel 6 des Unterteiles 4, damit ein Abknicken der Gliederkette in einer Richtung möglich ist.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Gliederkette zum Führen von elektrischen Kabeln, Druckluft- oder Ölleitungen od. dgl., von einem ortsfesten Anschluss zu einem beweglichen Verbraucher, deren einzelne Glieder gelenkig derart miteinander verbunden sind, dass die Kette freitragend, in der zu den Gelenkachsen senkrechten Ebene aber in einer Richtung abbiegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in bekannter Weise jedes Kettenglied (2) aus einem U-förmigen Teil (4) besteht, dessen parallel zur Längsachse der Gliederkette angeordnete Schenkel (6) federnd ausgebildet sind und einen zu öffnenden, die Schenkelenden verbindenden Deckel (5) aufweist und somit die an einer Seite geschlossene Form eine abgedeckte Rinne bildet.