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Walzenmühle
Die gegenständliche Erfindung behandelt eine Walzenmühle zum Mahlen von Getreide u. dgl. mit einer Belüftungsvorrichtung zum Trennen der einzelnen Mahlprodukte.
Walzenmühlen zum Mahlen von Getreidefrüchten mit zwei oder mehreren achsparallelen, gleichsinnig rotierenden Mahlzylindern, die um einen entgegengesetzt umlaufenden Hauptzylinder angeordnet sind, werden schon seit langem verwendet. Es ist auch bekannt, den Walzenstuhl zu belüften, die Mahl- zylinder mit verschiedener Geschwindigkeit rotieren zu lassen sowie den Abstand der Mahlzylinder vom Hauptzylinder einstellbar zu machen.
Die bekannten Vorrichtungen lassen das Mahlgut nach dem Durchlaufen des ersten Zylinderpaares unmittelbar dem zweiten und anschliessend dem dritten zugehen, so dass das Fertigprodukt erst nach dem Ausgang aus der Vorrichtung vorliegt, wobei nur ein bestimmter Feinheitsgrad erreicht wird. In keiner bekannten Vorrichtung ist vorgesehen, während des Mahlvorganges Zwischenprodukte verschiedenen Feinheitsgrades auszuscheiden. Es ist lediglich der Vorschlag gemacht worden, verschieden grobes Mahlgut korrespondierend den verschiedenen Zylinderpaaren zuzuführen, um Mahlgut verschiedenen Feinheitsgrades zu gewinnen.
Die bekannten Vorrichtungen zum Herstellen unterschiedlich feinen Mahlgutes nach jeder Mahlstufe sind raumraubend und erfordern kostspielige Maschinen mit einer Vielzahl von Serienzylindern, die hintereinander geschaltet sind und bei denen das Mahlgut pneumatisch abgesaugt wird.
DieVorrichtung gemäss der Erfindung ist raumsparend und kann mit verhältnismässig geringen Kosten hergestellt werden. Hier kommt das Mahlgut nach dem Durchlaufen zwischen dem ersten Zylinder und demHauptzylinder zumAussieben an einen Separator, wo das Feinmehl durch einen Fliehkraftabscheider abgesaugt wird, wogegen das Grobmehl an den folgenden Zylinder und so schliesslich bis zum letzten Mahlzylinder weiterwandert. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen je zwei achsparallelen, gleichsinnig um einen im Gegensinn drehenden Hauptzylinder umlaufenden Mahl- zylindern eine miteinemExhaustorverbundeneSiebtrommel angeordnet ist, durchdie das Fertiggut aus dem Mahlprozess herausgezogen wird, wogegen das unfertige Mahlgut zur Weiterverarbeitung dem folgenden Mahlzylinder zugeht.
Die um den Hauptzylinder angeordneten parallelen Zylinder weisen gewöhnlich einen kleineren Durchmesser als dieser auf und drehen sich mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit, so dass die Tangentialgeschwindigkeit der einzelnen Zylinder von der des Hauptzylinders verschieden und direkt proportional dem entsprechenden Durchmesser ist.
Alle Zylinder können von einem einzigen Motor angetrieben werden, z. B. über ein Zahnradgetriebe, das alle Zylinder mit dem Hauptzylinder verbindet.
Der Abstand jedes peripheren Zylinders vom Hauptzylinder lässt sich in an sich bekannter Weise innerhalb gewisser Grenzen regeln, z. B. durch das Verstellen einer mit einer Feder verbundenen Regelschraube, damit das jeweils gewünschte Zwischenprodukt in gewünschter Feinheit gemahlen wird.
Die einzelnen Zylinder sind gerillt oder glatt ausgeführt, je nachdem man eine Siebung oder einen Mahlvorgang vorhat.
Nach einer Ausführungsmöglichkeit der Erfindung sind z. B. drei Siebstufen einer Vorrichtung mit drei Mahlstufen einer zweiten Vorrichtung verbunden, so dass man auf sehr reduziertem Raum die Arbeit
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einer Mühle von sechs Arbeitsstunden ausführen kann.
DieSaugluft kann gleich nach jedem Zylinder bei der Öffnung angesetzt werden, durch die das Mahl- produkt die Mahlstufe verlässt oder auch durch einen eigenen Kanal in der durchbrochenenAchsedesRota- tionssiebes, wobei diese Achse in diesem-Falle hohl ausgeführt ist.
In den Figuren der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit drei Mahl- und drei Sieb- stufen wiedergegeben, das die Erfindung aber nicht darauf beschränken soll. Es zeigt Fig. l die erfindungs- gemässe Anordnung in einer schematischen Seitenansicht, Fig. 2 gibt im Detail den Hauptzylinder mit einem peripheren Mahlzylinder wieder und Fig. 3 stellt den Rotor einer Ausführung der Siebvorrichtung mit
Hohlwelle dar.
Die Walzmühle nach der Erfindung besteht aus dem Hauptzylinder a und drei um diesen angeordne- ten Mahlzylindern b, c und d geringeren Durchmessers. Die Zylinder b, c und d rotieren entgegengesetzt dem Zylinder a, aber mit derselben Winkelgeschwindigkeit wie dieser, daher wegen des kleineren Durch- messers mit einer kleineren Tangentialgeschwindigkeit als der Zylinder a. Um dies zu erreichen, genügt es, den Zylinder a (Fig. 2) mit jedem Zylinder, z. B. dem Zylinder b. über ein Getriebe mit gleich grossen
Zahnrädern e, f zu koppeln. In diesem Fall weisen die verbundenen Zylinder die gleiche Drehzahl auf.
Selbstverständlich kann auch eine andereArt desAntriebes, etwa mittels einer Kette, vorgesehen sein.
Die Zylinder a, b, c, d können Rillen verschiedener Tiefe aufweisen. wie sie bei Mahlzylindern ge- bräuchlich sind. Im Falle, dass die Zylinder b, c, d Rillen abnehmender Tiefe aufweisen, wird der Zylinder a vorzugsweise mit Rillen geringerer Tiefe versehen sein, somit etwa mit solchen der auf dem Zylinder d angeordneten. Jeder der Zylinder b, c, d kann durch Verstellung der Regulationsschrauben g, h, i dem Zylinder a. angenähert oder von diesem entfernt werden.
DieAchsen der Zylinder b, c, d sind jedoch nicht starr angeordnet, sondern werden vermittels einer Feder an den Zylinder a angedrückt, so dass sie sich, falls aus irgendeinem Grunde ein harter Gegenstand im Mahlgut enthalten ist, vom Zylinder a leicht abheben können.
Die Zylinder b, c, d können natürlich auch vollkommen glatt ausgeführt sein und finden in diesem Falle zum Weitervermahlen Verwendung.
Die den Zylinder b verlassenden Mahlprodukte werden durch eineSiebzentrifuge j gesaugt, deren Rotor mit Schäufelchen oder Bürstchen besetzt ist. An der Aussenseite der Zentrifuge ist ein Rahmen mit einemRüsselsieb k angeordnet, durch das die gemahlenen Zerealien gesaugt und über die Leitung ! einem Fliehkraftabscheider m bekannter Art zugeführt und beispielsweise über einen Auslass n in einen Sack gelangen.
Die nicht gesiebten Mahlprodukte gröberer Art gelangen zu dem unterhalb der Siebzentrifuge j angeordneten Mahlzylinder c und werden dort weiter zerkleinert und zermahlen. Nach dem Verlassen. dieses Mahlzylinders gelangen-die Mahlprodukte zu einer weiteren Siebzentrifuge o und über eine Rohrleitung zù einem zweiten Fliehkraftabscheider p, von wo aus sie abermals, beispielsweise in einem Sack, gesammelt werden.
Die nicht gesiebten Grobstiicke werden unter dem Zylinder d einem weiteren Mahlvorgang unterwor- fen und gelangen durch die Siebzentrifuge q zum Fliehkraftabscheider r, wo sie wieder, beispielsweise in einem unter diesem angeordneten Sack. aufgefangen werden. Natürlich lassen sich die die einzelnen Mahlstufen verlassenden Mahlgüter je nach den gestellten Anforderungen auch in einer einzigen Leitung sammeln und auffangen.
Die groben Restprodukte, wie Kleie. od. dgl., verlassen die Walzenmühle durch die Ausgangsöffnung s.
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t (Fig. 1),eingeführt werden, die beispielsweise einen ovalen Querschnitt aufweisen, damit sie dem Durchgang der nicht gemahlenen Produkte zum Zylinder c den geringsten Widerstand entgegensetzen. Nach einer bevor- zugtenAusführung wird dieSaugluft in dieSiebzentrifugen durch die Hohlachsen des Rotors z (Fig. 3) eingeführt. Aus den Hohlachsen tritt die Saugluft durch Öffnungen u aus.
Die Walzmühle ist mit einem Eingusstrichter v (Fig. l) ausgestattet, der eine regelbare Öffnung aufweist und oberhalb einerVerteilerwalze w angeordnet ist, der diegleichmässigeAusbreitungdes gesamten Mahlgutes über die Länge des Zylinders b sichert. Selbstverständlich kann die erfindungsgemässe Walzenmühle verschiedene konstruktive Ausführungen aufweisen, beispielsweise in der Zahl und Anordnung der Mahlzylinder oder der Siebzentrifugen, ohne dass der Erfindungsgedanke aufgegeben wird.
Die Vorteile der erfindungsgemässen Mühlen gegenüber den bisher in Verwendung stebenden sind augenscheinlich, da man mit der erfindungsgemässen Anordnung drei, vier oder mehr verschiedenkörnige Mahlprodukte in der kürzesten Mahlzeit gewinnen kann und man damit die langen Wege zum Anheben der Mahlprodukte auf höher gelegene Ebenen ebenso, wie die schweren und platzraubenden Beutel-
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Infolge des geringen Raumbedarfes und der niederen Fabrikationskosten ist die erfindungsgemässe Walzenmühle besonders für kleine Mühlen geeignet und geradezu eine Grundlage für die Broterzeugung.
Die erfindungsgemässe Walzenmühle könnte auch transportabel ausgeführt werden und damit zum Selbstmahlen im Heim des Bauern Verwendung finden.
Durch das Zusammenstellen von zwei, drei oder mehr erfindungsgemässen Mühlen und durch die Möglichkeit, die Tiefe der Rillen sowie den Abstand der Mahlzylinder vom Hauptzylinder zu regeln, ist es möglich. bei geringsten Kosten und kleinstem Raumbedarf sechs, neun, zwölf oder mehr Mahlstufen zu schaffen und damit sehr feine Mahlprodukte bei geringfügigerem Rückstand wie bei bisher verwendeten Grossmühlen zu erhalten, wobei als besonderer Vorteil die Tatsache zu werten ist, dass das vermittels der Erfindung gewonnene Mehl feiner und vitaminreicher ist.
Die leichte Regelung der einzelnen Zylinderabstände voneinander gewährt darüber hinaus die Möglichkeit, auf einfachste Weise die Qualität des Endproduktes weitgehendst in der jeweils gewünschten anteilmässigen Quantität zu bestimmen.