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Verfahren und Vorrichtung für die Reparatur von Gummigegenständen durch Kaltvulkanisation mittels sogenannter Flicken, Pflaster od. dgl.
Löcher, Risse oder andere Schäden an Fahrzeugschläuchen, Zeltplanen, Schlauchbooten, Fahr- zugreifen, Förderbändern u. dgl. werden nach dem in der Praxis meist angewandten Verfahren dadurch repariert, dass man auf die Schadensstellen Flicken, Pflaster, Streifen od. dgl. aufbringt, die aus einem Hauptkörper aus vulkanisiertem Kautschuk und einer hauptsächlich aus unvulkanisiertem Kautschuk be- stehenden Verbindungsschicht bestehen. In die Verbindungsschicht sind chemische Stoffe eingemischt, die es bewirken, dass sie in kurzer Zeit durchvulkanisiert und so den Hauptkörper des Flickens od. dgl. mit dem zu reparierenden Gegenstand verbinden.
Voraussetzung für eine unlösbare und über dieganzeReparaturfläche sich erstreckende Verbindung ist eine glatte und satte Auflage der ganzen Flickenverbindungsschicht auf dem zu reparierenden Gegenstand.
Dazu gehört ein gleichmässiges Aufrauhen, damit die glatte Vulkanisierhaut, welche bei der Herstellung des Schlauches entstanden ist, beseitigt und eine grössere Oberfläche erzielt wird. Die gleichmässigen, feinen Spitzen, welche beim richtigen Aufrauhen entstehen, verankern sich mit der plastischen Verbindungsschicht des Reparaturflickens und um eine glatte, satte Auflage des Flickens mit einer festen Verankerung seiner Verbindungsschicht noch zu fördern, wird der Flicken nach dem Aufbringen kräftig angedrückt.
Das Aufrauhen lässt ausserdem den im Reparaturgegenstand vorhandenen freien Schwefel leichter in die Verbindungsschicht des Flickens überwandern, was insbesondere bei der sogenannten Kaltvulkanisation die Verbindung beschleunigt. Das einwandfreie Aufrauhen aber ist selbst durch geübte Fachleute nur schwierig durchzuführen und in der Praxis selten anzutreffen. Es muss kräftig vorgenommen werden, ohne dass dadurch später Luftkanäle bildende Riefen oder Rillen erzeugt werden, und ohne dass ein weiteres Einreissen der Schadensstelle eintritt.
Völlig unbrauchbar ist für die Verbindung eines Flickens, wenn die Schadensstelle schmierig oder glänzend gerauht wird. Das geschieht durch Aufdrücken und zu schnelle Bewegung beim Aufrauhen, speziell bei den nicht ganz ausvulkanisierten Butyl-Schläuchen mit einer zu weichen Oberfläche. Einerheblicher Personenkreis befürchtet, den dünnwandigen Gummi des Schlauches durchzurauhen und lässt noch Teile der glatten Vulkanisier-Haut bestehen, welche ausserdem noch durch Talcum, Silikone usw. verschmutzt sind, so dass nur eine teilweise und daher unzureichende Verbindung entsteht. Das Aufrauhen muss ganz gleichmässig geschehen, so dass nach Entfernung desRauhstaubes eine samtartig erscheinende Oberfläche entsteht.
Mit den hiefür bekannten Rauhblechen oder Rauhraspeln erfordert diese Arbeit viel Geschicklichkeit, Genauigkeit, Zeit und Kraftaufwand.
Das Aufrauhen mittels rotierender Werkzeuge, z. B. mit Drahtrundbürsten. Schleifscheiben od. dgl., erfordert noch mehr Geschicklichkeit als das Aufrauhen von Hand und führt erfahrungsgemäss noch seltener zu einer geeigneten Aufrauhung, weil hiebei sehr schnell eine zu hohe Hitze durch zu starkes Andrücken erreicht wird, die den Gummi an der Oberfläche plastisch macht und zu schmierigen und speckigen Oberflächen führt. An solchen Stellen tritt keine Verankerung mit der Verbindungsschicht des Flickens ein.
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diesenIn'Fig. l ist 1 ein Handgriff, in den eine allgemein mit 2 bezeichnete Aufrauheinrichtung eingesetzt ist. Sie besteht aus einem flachen Gehäuse 3, das in sich eine Heizspule 4 und Kontakte 5 aufnimmt. An seiner Unterseite ist ein Rauhblech 6 befestigt.
Der Handgriff 1 nimmt, bei 7 drehbar gelagert und durch eine Feder 8 abgestützt, eine Drucktaste 9 auf, deren am Ende angeordnete Kontaktbrücke 10 beim Heruni terdrücken in Pfeilrichtung A den durch ein Zuleitungskabel 11 gespeisten Stromkreislauf schliesst. Die so erzeugte Strahlungswärme überträgt sich über den Boden des Behälters 3 auf das Rauhblech 6 und erwärmt dieses so weit, dass, wenn die Vorrichtung in Pfeilrichtung B - C unter sanftem Druck ohne Kraftanwendung über die Schadensstelle geführt wird, in kurzer Zeit eine einwandfrei gerauhte, samtartige Fläche entsteht. Da das Rauhen fast ohne Druck geschieht, ist auch das gefürchtete Falten und Wegschieben des zu reparierenden Gegenstandes, das bisher meist zum Einreissen der Schadensstelle führte, ausgeschlossen.
Riefen und Rillen, die eine satte, glatte Auflage des Flickens verhindern und Lufteinschlüsse bilden, werden vermieden.
Um gegebenenfalls den Flicken vor seinem Aufbringen auf die Schadensstelle und gleichzeitig mit dem Aufrauhvorgang erwärmen zu können, ist die Aufrauheinrichtung 2 mit einer allgemein mit 12 bezeichneten Halteeinrichtung kombiniert. Sie besteht bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 aus zwei auf die Oberfläche der Heizeinrichtung 2 aufgesetzten Scheiben 13 und 14, die durch das Ge- häuse erwärmt werden und den zwischen ihnen gehaltenen Flicken f vorwärmen. Eine oder beide Scheiben haben einen Schlitz 15, der die Aufnahme sogenannter Ventilflicken erlaubt.
Die Vorrichtung nach Fig. 3 besteht aus einer Heizplatte 16, an der das Rauhblech 6 befestigt ist und auf der eine Heizspule 4 aufliegt, die von einer Brücke 17 gehalten wird, welche gleichzeitig die Haltescheibe 18 für den Flicken f trägt. Auf der Haltescheibe wird der Flicken mittels einer Federklammer 19 gehalten und die durch die Heizspirale 4 erzeugte Strahlungswärme wärmt den Flicken auf die geeignete Temperatur vor.
Nach einer weiteren, in den Fig. 4 und 5 dargestellten Ausführungsform nimmt das Gehäuse 20 einen Heizstab 21 auf. Mit dem Gehäuse ist das Rauhblech 6 verbunden und auf der Oberfläche sind dreieckförmige, die Wärme übertragende Rippen 22,23 angebracht, die auch eine im QuerschnittU-förmig ausgebildete Flickenaufnahme 24 tragen. Ein Schlitz 25 erlaubt die Aufnahme eines Ventilflikkens v.
Bei der Ausführungsform nach den Fig. 6 und 7 ist das Rauhblech 6 an einer Grundplatte26 befestigt, z. B. dadurch, dass einzelne Lappen 27 des Rauhbleches in Ausnehmungen 28 der Grundplatte eingreifen.
Auf der Grundplatte ist ein sogenannter Flachheizkörper 29 befestigt, der von einer Zwischenplatte 30 nach oben abgedeckt ist. Bei dieser Ausführungsform ist kein Schalter vorgesehen, sondern ein z. B. mit Bimetallstreifen arbeitender Thermostat 31, der die Temperatur des Flachheizkörpers 29 regelt, so dass sowohl auf das Rauhblech 6 als auch auf die allgemein mit 32 bezeichnete Flickenhalterung stets die vorher eingestellte, richtige Temperatur übertragen wird.
Die Flickenhalterung besteht bei dieser Ausführungsform aus einer festen Scheibe 33 und einer in Pfeilrichtung D schwenkbaren Scheibe 34. Hiezu ist ein Scharnier 35 vorgesehen sowie eine auf den Scharnierbolzen aufgesetzte Spiralfeder 36, deren beide Enden sich auf den Scheiben, wie z. B. bei 37 veranschaulicht, abstützen und die dafür sorgen, dass die bewegliche Scheibe 34 gegen den im Raum 38 aufgenommenen Flicken anliegt. 39 ist eine Handhabe und 40 das elektrische Anschlusskabel.
Die beschriebenen und dargestellten Vorrichtungen können selbstverständlich im Rahmen der Erfindung in der verschiedensten Weise weiter abgewandelt werden. So kann man beispiels : & die untere Fläche der Erwärmungseinrichtung nach den Fig. 1 - 7 selbst als Rauhflächen ausbilden und an Stelle einer elektrischen Erwärmung andere Erwärmungsarten anwenden.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren für die Reparatur von Gummigegenständen durch Kaltvulkanisation mittels sogenannter Flicken, Pflaster, Streifen od. dgl. Reparaturstücken, bei dem die Schadensstelle vor Aufbringung des Reparaturstückes aufgerauht wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Schadensstelle während des Aufrauhen zusätzlich mit dem Aufrauhwerkzeug Wärme zugeführt wird, wobei gegebenenfalls die Verbindungsschicht des aufzubringenden Reparaturstückes gleichzeitig durch Erwärmung plastisch gemacht wird.