<Desc/Clms Page number 1>
Netzkennlinienregler für kombinierte Frequenz-Leistungsregelung in Verbundnetzen mit Regelkraftwerken unterschiedlicher Regelfähigkeit Bei der kombinierten Frequenz-Leistungsregelung von grossen Verbundnetzen wird meist das Netzkennlinienverfahren angewendet. Hiebei werden ein der Frequenzabweichung proportionales Signal (gegebenenfalls unter Hinzufügung des Differentialquotienten der Frequenz) und ein der Abweichung der Übergabeleistung vom Leistungssollwert proportionales Signal zu einem Gesamtabweichungs-Signal zusammengefasst.
Das Gesamtabweichungs-Signal wird sodann im eigentlichen Netzregler nach einem bestimmten regeldynamischen Gesetz in einen Gesamt-Stellbefehl für die unterstellten Regelkraftwerke umgeformt.
Praxis und Theorie haben gezeigt, dass es vorteilhaft ist, den zentralen Netzregler als proportionalintegral wirkenden Regler (PI-Regler) auszuführen. Zahlreiche Netzregelungen sind nach dem AnalogPrinzip aufgebaut, z. B. die in der Siemens-Zeitschrift, 33. Jahrgang, Mai 1959, Heft 5, S. 325-337 beschriebene Regelung. Bei dieser bekannten Ausführung wird der am Ausgang des eigentlichen Netzreglers erscheinende Gesamt-Stellbefehl in verschiedene Stellkanäle zur Beeinflussung der einzelnen Regelkrattwerke geleitet. In jedem derartigen Stellkanal, der im tolgenden als Emzel-Stellkanal bezeichnet ist, wird dem vom Netzregler gegebenen Regelsignal ein auf einen konstanten Wert eingestelltes Signal "Grundleistung"zugemischt.
Die hiedurch entstehenden Summensignale bedeuten die von den betreffenden Regelmaschinen geforderten prozentualen Maschinenleistungen bei Nennfrequenz, wenn zunächst von Begrenzungen abgesehen wird. Das Summensignal kann im Bereich von 0% bis 100'% schwanken, was einer Leistungsänderung der Regelmaschineneinsätze von Leerlauf bis Vollast entsprechen würde.
Da die in einem Verbundnetz vorhandenen Regelkraftwerke, z. B. hydraulische Speicherkraftwerke
EMI1.1
nälen zusätzliche Einrichtungen für die Kalibrierung der zu den einzelnen Kraftwerken gelangenden Stellbefehle vorgesehen. Es sind Einstellorgane für "Anteil" des Regelsignals, für "oberer Grenzewert"und "un- terer Grenzwert" des Summensignals vorhanden. Die zu den Kraftwerken gesendeten und gegebenenfalls
EMI1.2
wird. Durch die Einstellung von oberen und unteren Grenzwerten des Summensignals, zwischen denen sich der Belastungsgrad für das betreffende Kraftwerk bzw. Maschinensatz linear mit den Anforderungen des Netzreglers bewegen soll, wird dem Erzeuger eine bestimmte Regelbandbreite vorgeschrieben.
Hiebei haben die Schwankungen der Stellbefehle in den verschiedenen Einzel-Stellkanälen grundsätzlich ahnlichen zeitlichen Verlauf, jedoch verkleinerte Amplituden, je nach der Einstellung von Anteil und Begrenzung. Es wird also durch die" Anteil" - und "Grenzwert" - Einstellung der vom Netzregler gegebene Gesamt-Stell-. befehl nur betragsmässig beeinflusst. Die betragsmässige Reduzierung ist zwangsläufig mit einer Herabsetzung der Stellgeschwindigkeit verbunden, weil der Gradient einer auf halbe Amplituden reduzierten Kurve ebenfalls auf den halben Wert zurückgeht.
Wird eine andere bekannte Begrenzung der zu den einzelnen Kraftwerken gelangenden Stellbefehle in der Weise vorgenommen, dass von dem Gesamt-Stellbefehl der unterhalb oder oberhalb eines gewissen
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
statt ;unterdrückt. Die Folge ist, dass sich die betreffenden Maschinensätze nicht dauernd an der Regelung be- teiligen, sondern nur zu gewissen Zeiten, solange das Summensignal zufällig Werte in dem eingestellten
Freibereich zwischen den Grenzwerten annimmt. Ist der Wert des Summensignals ausserhalb des freien
Regelbereiches, so arbeitet das Kraftwerk lediglich als Grundlastwerk mit konstanter Leistung.
Um die geschilderten Nachteile zu vermeiden, insbesondere die zwangsläufige Kupplung einer Be- tragsbegrenzung mit einer Stellgeschwindigkeits-Reduzierung, und um für die verschiedenartigen Kraft- werke dynamisch angepasste Stellbefehle mit unterschiedlichem Zeitfunktionsverlauf erzeugen zu können, ist es in allgemein bekannter Weise erforderlich, mehrere Netzregler mit unterschiedlichen P-und I-An- teilen innerhalb desselben Betriebsgebietes parallel zueinander arbeiten zu lassen.
Bei einer solchen An- ordnung mit analogen Reglern besteht aber die Gefahr, dass die separaten Stellgrössensignale der einzelnen Regler im Laufe der Zeit durch die nicht vollkommen gleiche Integrationswirkung der einzelnen Integra- toren"auseinanderlaufen", d. h. es tritt eine ungewollte Leistungsverschiebung von einer Kraftwerksgrup- pe zur andern ein.
Die Erfindung bringt eine vorteilhafte Verbesserung an einem Netzkennlinienregler für kombinierte
Frequenz-Leistungs-Regelung in Verbundnetzen mit Regelkraftwerken unterschiedlicher Regelfähigkeit.
Gemäss der Erfindung ist der Netzkennlinienregler ein analoger Mehrfachregler, an dem zwei oder mehrere getrennte Stellgrössenausgänge mit unabhängig voneinander einstellbaren Stellgrössenfunktionen für die
Regelkraftwerke unterschiedlicher Regelfähigkeit vorhanden sind, wobei für alle Stellgrössenausgänge ein gemeinsames Integrationselement vorhanden ist. Auf diese Weise ist vermieden, dass die Betragsbegren- zung zwangsläufig mit einer Stellgeschwindigkeits-Reduzierung verbunden ist. Gleichzeitig ist gewährleistet, dass die getrennten Stellgrössensignale an den verschiedenen Re gelausgangen nicht"auseinander- laufen". Betragsbegrenzung und Stellgeschwindigkeit sind bei dem erfindungsgemässen Regler unabhängig voneinander.
Dies ist besonders für Dampfturbosätze wichtig, deren Leistungsänderungen im Regeleinsatz auf eine verhältnismässig schmale Bandbreite begrenzt sind, wobei aber die Änderungsgeschwindigkeit innerhalb dieses Bandes sehr gross sein darf (praktisch sprunghafte Änderungen).
Die Erfindung wird an Hand der in der Zeichnung dargestellten Prinzipbilder und Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen :
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines bekannten Netzkennlinienreglers für kombinierte Fre- quenz-Leistungsregelung in Verbundnetzen, Fig. 2a, b, c, den zeitlichen Verlauf des Belastungsgradsignals in den Einzel-Stellkanälen zuder in Fig. 1 dargestellten, bekannten Ausführung des Netzreglers ohne (Fig. 2a) und mit Begrenzung (Fig. 2b, c), Fig. 3 eine schematische Darstellung der Netzkennlinienregelung mit unabhängigen Stell- Signalen für die verschiedenen Kraftwerke, Fig. 4 ein Ausführungbeispiel des erfindungsgemässen Mehrfach-Netzkennlinienreglers für zwei Regelkraftwerke bzw. zwei Kraftwerksgruppen, Fig. 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel.
Bei der bekannten, in Fig. 1 dargestellten Netzkennlinienregelung wird aus einem der Frequenzabweichung proportionalen Signal Kl. Afund aus einem der Abweichung der Übergabeleistung vom Leistungsollwert proportionalen Signal KzAP ein Gesamtabweichungssignal Af+ K : AP in dem'Summierglied 1 gebildet. Das Gesamtabweichungssignal wird in dem Netzregler 2 nach einem bestimmten regeldynamischenGesetzineinen Gesamt-Stellbefehl für die unterstellten Regelkraftwerke A, B, C, D, Eumgeformt.
Der Netzregler 2 ist, wie die in der Fig. 1 eingezeichnete Übergangsfunktion zeigt, als PI-Regler ausgebildet. Der am Ausgang des Netzreglers 2 anstehende Gesamt-Stellbefehl wird den verschiedenen Einzel-Stellkanälen, a, b, c, d, e zugeführt. Jeder Einzel-Stellkanal hat ein Summierglied 3 über das ein auf einen konstanten Wert eingestelltes Grundleistungssignal G zugemischt wird. Zur Berücksichtigung der unterschiedlichen Regelfähigkeit der Regelkraftwerke ist in den Einzel-Stellkanälen a, b, c, d, e ferner je ein Einstell-Glied 4 für die Einstellung des vom Netzregler zu den einzelnen Regelkraftwerken gelangenden Stellbefehl-Anteiles eingeschaltet. Ferner sind Einstellorgane 5 für die Veränderung des unteren Grenzwertes und Einstellorgane 6 für die Veränderung des oberen Grenzwertes vorgesehen.
Die Glieder 3, 4,5, 6 sind in Fig. 1 nur für den Einzel- Stellkanal c zeichnerisch dargestellt.
Wird beispielsweise am Einstellglied 4 die Anteil-Einstellung 50% gewählt, so wird nur mehr der hal- be Betrag des am Ausgang des Netzreglers 2 erscheinenden Gesamt-Stellbefehls in dem voll gezeichneten Einzel-Stellkanal c wirksam. Die dem Grundleistungswert überlagerte Schwankung durch den Einfluss des Netzreglers 2 reduziert sich dementsprechend auf die Hälfte des vollen Wertes.
In den Fig. 2a, 2b und 2c ist die Beeinflussung eines ursprünglichen, am Ausgang eines Summierungsgliedes 3 anstehenden Summensignals u durch die Begrenzungseinrichtungen für drei verschiedene Fälle
<Desc/Clms Page number 3>
dargestellt. Die hinter den Begrenzungen erscheinenden Signale sind mit Ya, yb und y bezeichnet. Die Signale u und y sind über der Zeit t aufgetragen. In den quadratisch umrahmten Schaubilder sind die jeweiligen Begrenzungskennlinien eingezeichnet. Die Abszissen- und Ordinaten- Achsen der KennlinienSchaubilder sind entsprechend der Definition des Belastungsgrades von 00/0 bis 100% beschriftet.
In Fig. 2a isr keine Begrenzung vorgesehen, und das Belastungsgrad- Signal Ya entspricht deshalb in Zeitverlauf und Betrag deckungsgleich dem Summensignal u.
Fig. 2b zeigt die Einstellung eines oberen und eines unteren Grenzwertes für den Belastungsgrad Yb wobei dieser dem Summensignal u in dessen gesamtem Bereich linear folgen soll. Wird beispielsweise der obere Grenzwert auf 90% und der untere Grenzwert auf 80% eingestellt, wie dies die Fig. 2b zeigt, so durchfährt der Regelmaschinensatz nur diesen Leistungsbereich, wenn das Summensignal seinen vollen Bereich von 0% bis 100% durchläuft. Hiebei zeigt das Ausgangssignal Yb nur mehr einen ähnlichen Zeitverlauf wie das Eingangssignal u, wobei die dem konstanten Grundwert überlagerten Schwankungsamplitu- den vermindert sind. Diese Betragsverminderung ist gleichzeitig mit einer Herabsetzung der Stellgeschwindigkeit verbunden, die bei manchen Kraftwerken unerwünscht ist.
Wird die Begrenzung entsprechend der in Fig. 2c dargestellten Kennlinie ausgeführt, so werden die Werte des Belastungsgrades Yc und damit der Maschinenleistung ebenfalls auf den Bereich zwischen den beiden Grenzwerten beschränkt. Liegt aber der Wert des Summensignals u zeitweise ausserhalb des Regelbereiches, so arbeitet das an einem derartigen Regelkanal angeschlossene Kraftwerk in dieser Zeit nur als Kraftwerk mit konstanter Leistung, d. h. es ist in Wirklichkeit der Netzregelung entzogen.
Die Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung der Netzkennlinienregelung mit unabhängigen StellSignalen für die verschiedenen Kraftwerke. Das im Summierglied 7 gebildete Gesamtabweichungssignal Kir. lef + Kz. AP wird gleichzeitig mindestens zwei Netzreglern zugeführt. In Fig. 3 sind insgesamt vier parallele Netzregler NR I, NR II, NR III, NR IV angedeutet. Für die weiteren Betrachtungen werden nur mehr die dick gezeichneten Netzregler NR I und NR II in Betracht gezogen, welche die getrennten Stell-
EMI3.1
Weise wie in Fig. l dargestellt, muss man sich in den Einzel-Stellkanälen 8,9 die Signale"Grundleistung" hinzugemischt denken.
Ferner können in den Einzel-Stellkanälen noch Einstellorgane für den "oberen
Grenzwert"und und den "unteren Grenzwert" vorhanden sein, wie dies ebenfalls in Fig. 1 zeichnerisch dargestellt ist. Die einzelnen Netzregler für die verschiedenen Einzel-Stellkanäle gehorchen unterschiedlichen Regelgesetzen, was an den unterschiedlichen Reglerubergangsfunktionen zu erkennen ist, die in die Regler-
Symbole eingezeichnet sind. Beim Netzregler NR I kann beispielsweise der P- Anteil schwach und der J-
Anteil stark eingestellt, sein, und beim Netzregler NR II umgekehrt. Dies hat zur Folge, dass die Stellgrösse YI nur in geringem Mass den schnellen Änderungen der Gesamtabweichung Kj. L'1 f + Kz. L'1 P folgt, die Stellgrösse y j dagegen in starkem Mass.
Die unterschiedlichen J-Anteile bewirken, dass der Netzregler NRI alle Abweichungen seines Eingangssignals kräftig integriert und der Netzregler NR II weniger. Ist die Gesamtabweichung nach einem Ausschlag wieder zu Null geworden (ausgeregelter Zustand, d. h.
Af = 0, AP = 0), so kann die Stellgrösse YI zufolge des inzwischen aufgelaufenen Integralwertes einen beträchtlichen Wert annehmen. Beim Netzregler NR II erfolgt die Integration des Eingangssignals nur schwach, und die Stellgrösse YII bleibt deshalb bei Gesamtabweichung Null vergleichsweise klein. Wird der 1- Anteil des Netzreglers NR II vollständig auf Null gestellt (reiner P-Netzregler), so werden von ihm die Abweichungen der Gesamtabweichung überhaupt nicht integriert. Die Stellgrösse y.. ist dann immer Null, wenn auch die Gesamtabweichung Null ist (ausgeregelter Zustand). Insgesamt ergibt sich, dass die Stellgrösse YI weniger den augenblicklichen Änderungen als vielmehr den Mittelwertsänderungen der Gesamtabweichung folgt.
Die Stellgrösse Yn folgt dagegen in erster Linie den Augenblicksänderungen, wemger den Mittelwertsänderungen. Diese Verhältnisse kommen in den in Fig. 3 eingetragenen Zeitkurven der Regelsignale zum Ausdruck.
Zufolge dieser Eigenschaft ist der Netzregler NR I besonders zur Beeinflussung von hydraulischen Regelkraftwerken geeignet, die ihre'Leistung in einem weiten Bereich ändern können, und bei denen sehr rasche Änderungen mit Rücksicht auf den hydraulischen Druckstoss unerwünscht sind.
Der Netzregler NR II ist dagegen für die Beeinflussung von Dampfkraftwerken geeignet, die nur Leistungsänderungen in einem engen Bereich, jedoch mit sehr grosser Stellgeschwindigkeit ausführen dürfen. Wird der I-Anteil vollständig auf Null eingestellt, so wird ferner erreicht, dass die Dampfkraftwerke nach jedem Regelvorgang im neuen ausgeregelten Zustand jeweils immer auf denselben Arbeitspunkt zurückkommen. Denn das Signal y ist immer Null, wenn die Gesamtabweichung Null ist. Gleichzeitig kann das für die hydraulischen Kraftwerke massgebende Signal y, unterschiedliche Werte annehmen, d. h., im ausgeregelten Zustand werden die Laständerungen im Netz von den hydraulischen Kraftwerken über-
<Desc/Clms Page number 4>
nommen.
Die thermischen Kraftwerke beteiligen sich somit nur bei Ausgleichsvorgängen am Ausgleich der aufgetretenen Laständerungen.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Parallelbetrieb von getrennten Netzreglern mit integralem Anteil kann es im Laufe der Zeit durch die mögliche fehlerhafte Integration zum"Auseinanderlaufen"der par- allelen Integratoren und damit zu einer unerwünschten Leistungsverschiebung von dem durch die Stell- grösse YI beeinflussten Kraftwerk G zu dem durch y beeinflussten Kraftwerk H oder umgekehrt kommen.
Dies kann gemäss der Erfindung verhindert werden, indem als Netzregler ein analoger Mehrfachregler ver- wendet ist, an dem zwei oder mehrere getrennte Stellgrössenausgänge mit unabhängig voneinander einstellbare Stellgrössenfunktionen für die Regelkraftwerke unterschiedlicher Regelfähigkeit vorhanden sind, wobei für alle Stellgrössenausgänge ein gemeinsames Integrationselement vorgesehen ist. Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der analoge Mehrfachregler durch die parallelen, getrennt arbeitenden Netzregler gebildet, deren einzelne Integratoren direkt über Getriebe oder elektrische Kupplungselemente starr miteinander- gekuppelt sind. Auf diese Weise sind die einzelnen Integratoren gewisserma- ssen durch einen einzigen ersetzt, der naturgemäss nicht auseinanderlaufen kann.
In Fig. 3 sind die Integralfunktionen für die 1- Anteile der Einzel-Stellkanäle durch symbolische Kupplungsglieder L miteinander verbunden.
In der Fig. 4, in der nur auf die für die Erfindung wesentlichen Punkte näher eingegangen wird, ist eine Ausführungsform eines analogen Mehrfach-Netzkennlinienreglers für zwei Regelkraftwerke M und N dargestellt. Die Beimischung des Grundleistungswertes sowie die Einstellung von Betragsgrenzen ist nicht gezeigt. Mit 11,12 und 13 sind Mischverstärker bezeichnet, die Signale addieren. Werden als Mischverstärker Drehmoment-Kompensations-Verstärker verwendet, so sind die Eingangssignale und das Summen-Ausgangssignal der Verstärker Gleichströme, deren Betrag dem Signalwert proportional ist. Im
EMI4.1
sammengezählt.
Der zur Gesamtabweichung proportionale Strom durchfliesst in Reihenschaltung eine Ein- gangsspule 22 des Mischverstärkers 12, eine Eiagangsspule 23 des Mischverstärker 13 und den Widerstand
14. Durch parallel zu den Mischverstärkern 12 und 13 geschaltete Widerstände 15 und 16 können Strom- teilungen eingestellt werden, derart, dass jeweils nur ein bestimmter Anteil des Gesamtabweichungsstro- mes in dem betreffenden Mischverstärker wirksam ist. Dadurch wird der P-Anteil für den betreffenden
Einzel- Stellkanal eingestellt.
Die am Widerstand 14 entstehende Spannung liegt zugleich an den Bürsten des Messmotors 17, dessen
Anker mit einer zu der Spannung bzw. zum Gesamtabweichungsstrom proportionalen Drehzahl läuft und die Schleifer der Potentiometer 18 und 19 verstellt. Die Speisung der motorgetriebenen Potentiometer 18 und 19 erfolgt durch verstellbare Hilfspotentfometer 20 und 21, die an Hilfsspannungs-Sammelschienen + und-angeschlossen sind. Die von den Potentiometern 18 und 19 abgegriffenen Spannungen bzw. Ströme, welche die J-Anteile für die Einzel-Stellkanäle darstellen. werden den zweiten Eingangsspulen 28. und 29 der Mischverstärker 12 und 13 zugeführt. In den Verstärkern 12 und 13 werden somit P-und J-Anteile für jeweils einen Einzel- Stellkanal m bzw. n addiert.
Die Einstellung der 1- Anteile erfolgt einzeln an den
Hilfspotentiometern 20,21 oder gemeinsam durch Verschieben des Abgriffes 24 am Widerstand 14.
Alle P-und I-Einstellungen am beschriebenen Mehrfach-Netzregler können unabhängig voneinander durchgeführt werden. Durch den für alle 1- Potentiometer gemeinsamen Integrationsmotor 17 wird erreicht, dass alle I-Anteile gegebenenfalls stets gleichzeitig zu Null werden, und dass kein"Auseinanderlaufen" der 1- Anteile in den einzelnen Stellkanälen eintritt.
Sind mehr als zwei Kraftwerke bzw. Kraftwerksgruppen zu regeln, so werden an Stelle der zwei Mischverstärker und der zwei Satz Potentiometer für die zwei Stellkanäle m, n entsprechend mehr Mischverstärker und Potentiometersätze verwendet, so dass sich eine der Anzahl der zu regelnden Kraftwerke bzw. Kraftwerksgruppen entsprechende Anzahl von Stellkanälen ergibt. Für jeden derart erweiterten Mehrfachnetzregler ist stets nur ein einziger Integrationsmotor erforderlich.
Bei einer grossen Anzahl von Integrationspotentiometern kann ein entsprechend leistungsstarker Po- tentiometer- Antriebsmotor vorgesehen werden, der in bekannter Weise in einer Folgesystem-Schaltung von dem integralen Präzisions-Messmotor gesteuert wird. An Stelle der in Fig. 4 verwendeten Drehmo- ment-Kompensations-Verstärker 11,12 und 13 können auch Summierungs-Verstärken anderer Art verwendet werden.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Netzregler besteht über die P- Anteile zwischen Ein- und Ausgangssignalen ein praktisch direkter Zusammenhang, d. h., im Falle einer plötzlichen Änderung des Eingangssignals, z. B. bei einer Hochfrequenz-Störung in der Fernmessung würde sich diese sofort in den AusgangsStellgrössen bemerkbar machen.
<Desc/Clms Page number 5>
Dies kann-wie in Fig. 5 dargestellt ist-beispielsweise dadurch verhindert werden, dass beim Summierungsverstärker 31 zur Addition eines Frequenzabweichungs-Signals und eines LeitungsabweichungsSignals zusätzlich ein von seinem Ausgang aus starr rückgekoppelte Messmotor 32 nachgeschaltet ist, der ein Potentiometer 33 für die genannte starre Rückführung und ein Potentiometer 34 für die Signalweitergabe antreibt. Das Rückführungssigna ! r wird gleichzeitig dem Summierungsverstärker 31 zugeführt.
Das vom Potentiometer 34 gewonnene Weitergabesignal entspricht mit einer kleinen Verzögerung dem Gesamtabweichungssignal. Ferner ist mindestens eine Überwachungseinrichtung 35 bekannter Art zur Erfassung von Störungen vorhanden, welche im Störungsfall ein schnellwirkendes Relais 36 betätigt. Das Relais 36 ist mit Hilfskontakten 36a und 36b versehen. Der Hilfskontakt 36b ist in Fig. t dargestellt.
In der Fig. 5 sind zur Vervollständigung des Netzkennlinienreglers an den Klemmen 38 noch die in Fig. 4 hinter dem Verstärker 11 angeordneten Schaltglieder angeschlossen. u denken.
Tritt z. B. im Zweig für das Signal K. A P eine plötzliche Unterbrechung durch Hochfrequenzstörung auf, so zieht das Relais 36 an. Damit wird die Spannung des Motors 32 zu Null, so dass der Motor 32 stehenbleibt. Damit bleibt auch der Schleifer des Potentiometers 34 praktisch an der vorher eingenommenen Stellung stehen und gibt das gerade anstehende Gesamtabweichungssignal weiter. Gleichzeitig wird mit dem zweiten Hilfskontakt 36b die Spannung für denintegrationsmotor 17 unterbrochen, so dass auch die Schleifer 18,19 ihre gerade vorhandene Stellung beibehalten. Damit ist eine falsche Stell-Befehlsgabe verhindert bzw. der im Augenblick der Störung vorhandene Stellbefehl wird praktisch beibehalten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Netzkennlinienregler für kombinierte Frequenz-Leistungsregelung in Verbundnetzen mit Regelkraftwerken unterschiedlicher Regelfähigkeit, gekennzeichnet durch einen analogen Mehrfachregler, an dem zwei oder mehrere getrennte Stellgrössenausgänge mit unabhängig voneinander einstellbaren Stellgrössenfunktionen für die Regelkraftwerke unterschiedlicher Regelfähgikeit vorhanden sind, wobei für alle Stellgrössenausgänge ein gemeinsames Integrationsglied orgesehen ist.