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Zünder für rotierende Geschosse
Die Erfindung betrifft einen Zünder für rotierende Geschosse. Es sind derartige Zünder bekannt, bei denen ein Glied der Feuerkette zwischen einer ausgerückten Stellung, in welcher die Feuerkette unterbrochen ist, und einer aktiven Stellung, in die das Glied durch den Geschossdrall selbsttätig kommt, bewegbar ist.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Zünders dieser Art, bei der ausser der vollständigen Vorrohrsicherheit durch Unterbrechung der Feuerkette auch eine Rohrsicherheit erzielt ist. Dies wird erfin dungsgemäss, dadurch erreicht, dass das bewegbare Glied aus einem Zündkapselträger besteht, der sich in einem abgedichteten Hohlraum befindet und dort zwei Kammern bildet, die nur durch enge Kanäle, die um den Zündkapselträger herumführen, miteinander in Verbindung stehen und vollständig mit einer Bremsflüssigkeit angefüllt sind.
Durch die vorliegende Erfindung wird ein Zünder von einfacher Konstruktion und absoluter Sicherheit geschaffen. Durch die erfindungsgemässe Konstruktion, insbesondere die Anordnung einer Bremsflüssigkeit, lässt sich durch geeignete Wahl der Viscosität sowie der Abmessungen der engen Kanäle eine Verzögerung beim Spannen, welche in weiten Grenzen einstellbar ist, erreichen.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels an Hand der Zeichnung. Hierin sind :
Fig. l eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines erfindungsgemässen Aufschlagzünders mit selbsttätiger Zerstörung für ein rotierendes Geschoss in der Ruhelage ; Fig. 2 ein halber Längsschnitt des
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ein entsprechender Schnitt für die Lage der Fig. 2.
In der Zeichnung ist die Erfindung in Anwendung auf einen bekannten Aufschlagzünder mit selbsttätiger Zerstörung dargestellt, wie er in dem französischen Zusatzpatent Nr. 43. 453 beschrieben ist.
Dieser Zünder besitzt ein Gehäuse mit der Längsachse X - X, das von vorne nach hinten aus der Spitze l, einem Zwischenstück 2 und einem hinteren Teil 3 besteht, die bei 4 und 5 miteinander verschraubt sind. Der hintere Teil 3 ist bei 6 in das Geschoss P eingeschraubt. Die drei Teile 1, 2 und 3 sind axial durchbohrt. Die Spitze 1 weist eine gestufte Bohrung aus drei von vorne nach hinten im Querschnitt zunehmenden zylindrischen Teilen 7,8 und 9 auf, die durch kegelige Teile verbunden sind, von denen der hintere mit 11 bezeichnet ist. Am hinteren Ende des Teils 7 befindet sich eine Schulter 13.
Das Zwischenstück 2 besitzt eine ebene Hinterfläche 15, während es vorne einen kegelstumpfförmigen Sitz 16 aufweist, der von vorne nach hinten zur Achse hin läuft und sich in einem axialen zylindrischeriLoch 17 fortsetzt, das einen Hals 18 aufweist und auf der Hinterfläche 15 mündet.
Der hintere Teil 3 weist einen vorderen zylindrischen Hohlraum auf, der einerseits durch das Gewinde zwischen den Teilen 2 und 3 und anderseits durch einen Hohlraum 19 mit glatten Wänden gebil- det wird. Dieser Hohlraum 19 steht über eine axiale Bohrung 20 mit dem hinteren Hohlraum 21 eines zylindrischen Ansatzes 21a in Verbindung, der durch eine Schraubkappe 21b verschlossen ist.
Im Hohlraum der Spitze 1 befindet sich die Aufschlagvorrichtung A mit den Vorrichtungen zur Verriegelung des Schlagbolzens in der Ruhelage, zur Schärfung und Betätigung des Schlagbolzens zwecks selbsttätiger Zerstörung. In der geschlossenen Umhüllung, die durch den zylindrischen Hohlraum 19 und
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Winkelbeschleunigung des Zünders infolge der Trägheit den Zündkapselträger in der Ruhestellung nach Fig. l und 3 hält, in welcher die Feuerkette unterbrochen ist, wobei der Teil 43 des Zündkapselträgers sich gegen das feste Stück 47a legt.
Auch während der Periode, die der Rohrsicherheit entsprechen soll, ist also eine vollständige Sicherung vorhanden. Nach dem Aufhören der positiven Axialbeschleunigung und der Winkelbeschleunigung verschwenkt sich jedoch unter der Einwirkung der Zentrifugalkraft F der Zündkapselträger B um die Achse Y-Y im Sinne des Pfeiles f 2 (Fig. a) und gegen die Wirkung der Feder 42, wobeidieSchwenkbewegung durch das Silicon gedämpft wird, das durch die engen Kanäle x., x,, y und z aus der Kammer n in die Kammer m fliessen muss. Der Zündkapselträger gelangt so schliesslich aus der ausgerückten Stellung nach Fig. l und 3 in die eingerückte Stellung nach Fig. 2 und 4, in welcher die Zündkapsel C sichinder Achse X - X befindet und so die Feuerkette schliesst.
Diese Stellung, die in sehr genauer Weise durch den Anschlag des Teils 43 des Zündkapselträgers gegen die Wand des Hohlraumes 19 (Fig. 4) bestimmt ist, stellt diejenige Stellung dar, in welcher die Zündkapsel C dem Relais D der Feuerkette genau gegenübersteht und sich in der Achse des Schlagbolzens befindet.
Durch geeignete Wahl der Kanalbreiten und der Viskosität des Silicons kann man die Zeit einstellen, die der Zündkapselträger braucht, um in der Stellung nach Fig. 2 und 4 anzukommen, in der die Aufschlagzündung und die Übertragung der Zündung der Zündkapsel C auf das Relais D möglich ist. Durch die Wahl dieser Werte kann man also die Dauer der Rohrsicherheit einstellen.
Wenn schliesslich die oben geschilderten Verschiebungen durchgeführt sind, ist der Zünder geschärft, denn der Schlagbolzen ist verriegelt, die durch den Ring 34 und die Feder 35 dargestellte selbsttätige Zerstörungsvorrichtung ist ebenfalls gespannt, weil der Ring 34 von-der Schulter 29 des Schlagbolzens 23 um eine gewisse axiale Strecke w (Fig. 2) entfernt ist, die etwa gleich der axialen Verschiebungsstrecke der Hülse 30 ist, wobei die Feder 35 zusammengedrückt wird ; schliesslich ist die Feuerkette in der oben angegebenen Weise geschlossen.
Der so gespannte Zünder kann entweder durch Aufschlag auf das anvisierte Ziel oder selbsttätig gezündet werden, wenn die Drehgeschwindigkeit des Geschosses auf seine Bahn sich infolge der Luftreibung verlangsamt hat.
Bei einem Aufschlag auf das Ziel wird die Geschossnase eingedrückt und der von den Kugeln 31 und 38 freie Schlagbolzen verschiebt sich nach hinten, durchsticht das Scheibchen 40 und sticht die Zündkapsel C auf, die das Relais D zündet, das seinerseits die Verstärkungsladung E in Brand setzt.
Wenn dagegen das Geschoss sein Ziel nicht erreicht hat, wird allmählich infolge der Luftreibung die Zentrifugalkraft auf die Kugel 38 geringer als die Kraft der Feder 35. Diese verschiebt infolgedessen den Ring 34 von vorne nach hinten gegen den Bund 27 des Schlagbolzens 23, wodurch die Schlagbolzenspitze 26 das Scheibchen 40 durchsticht und auf die Zündkapsel C auftrifft.
Wie man sieht, ist der Zünder von einfacher Konstruktion und von absoluter Sicherheit, denn die Anwesenheit des Silicons im Hohlraum 19 und die Wahl seiner Viskosität und der Spalte x, x, y und z gestatten die Veränderung der Verzögerungen beim Spannen zwischen einigen Hundertstel- und einigen Zehntelsekunden.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Zünder für rotierende Geschosse, bei dem ein Glied der Feuerkette zwischen einer ausgerückten Stellung, in welcher die Feuerkette unterbrochen ist, und einer aktiven Stellung, in die das Glied durch den Geschossdrall selbsttätig kommt, bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das-bewegbare Glied aus einem Zündkapselträger (B) besteht, der sich in einem abgedichteten Hohlraum (19) befindet und dort
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herumführen, miteinander in Verbindung stehen und vollständig mit einer Bremsflüssigkeit angefüllt sind.