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Verfahren zur Herstellung von kolloidalen Metalldispersionen
Es sind verschiedene Verfahren bekannt, um in Wasser oder in andere Flüssigkeiten Spuren von Metall einzubringen und auf diese Weise kolloidale Metalldispersionen herzustellen. Nach Svedberg geschieht dies durch einen elektrischen Lichtbogen zwischen festen oder beweglichen Elektroden, die aus denjenigen
Metallen bestehen, welche in die Flüssigkeit eingebracht werden sollen. Die Vorrichtungen hiefür sind verhältnismässig umständlich. Es muss unter Anwendung grosser Kapazitäten und zur Vermeidung eines
Verschweissens der Elektroden vielfach mit beweglichen Elektroden gearbeitet werden, was entsprechend komplizierte Geräte mit elektromotorischem Antrieb erfordert.
Auch ist bekannt, kolloidale Metalldispersionen durch Anlegen eines Wechselstroms an Elektroden herzustellen, die in das Dispersionsmittel eintauchen. Bei einer bekannten Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens sind die Elektroden an ein Rührwerk angeschlossen und das zu zerstäubende Metall liegt in der Form eines Griesses, Schrotes oder Spanwerks in einer Schichthöhe von l bis 2 cm vor. In diese
Schicht tauchen die Flügel eines motorisch angetriebenen Rührers ein, der aus dem gleichen Metall bestehen soll, wie das zu zerstäubende, grob zerteilte Metall. Der Rührer bildet die eine Elektrode und als
Gegenelektrode ist ein mit einer Lasche versehenes starkes Blech eingelegt, das zweckmässig die ganze Grundfläche des Behälterbodens ausfüllt und ebenfalls aus dem zu zerstäubenden Metall besteht.
Demgegenüber ist das Verfahren zur Herstellung von kolloidalen Metalldispersionen nach der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass das zu dispergierende Metall als feines Pulver in einer nicht zusammenhängenden Schicht auf den Boden eines Gefässes verteilt wird und die mit einer Stromquelle verbundenen, stiftförmigen Elektroden den Gefässboden berühren. Der Rührer und das Antriebsaggregat entfallen also, ebenso die Bodenplatte, was eine erhebliche Einsparung, besonders beim Zerstäuben von Edelmetallen oder andern kostspieligen Metallen bedeutet. Auch ist es nicht mehr erforderlich, den Rührer und die Bodenplatte jeweils entsprechend dem zu zerstäubenden Metall auszuwechseln. Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass eine wirksame Zerstäubung auch unter Anwendung geringster Mengen der zu zerstäubenden Metalle durchführbar ist.
Dabei werden Funkenentladungen zwischen den auf dem Boden verteilten Metallpulverteilchen herbeigeführt, die gewissermassen eine Brücke zwischen den bis auf den Gefässboden reichenden stiftförmigen Elektroden bilden.
Das Verfahren kann so durchgeführt werden, dass gleichzeitig verschiedene Metalle oder Metallegierungen in Pulverform auf dem Boden des Gefässes verteilt werden. Als Flüssigkeit kommt in der Hauptsache destilliertes bzw. bidestilliertes Wasser in Betracht, jedoch kann auch Alkohol oder eine andere Flüssigkeit in Frage kommen.
Das Verfahren kann im Grossen durchgeführt und die gewonnene Flüssigkeit stabilisiert und im Handel vertrieben werden. Die Erfindung gestattet aber auch dem Arzt, das Verfahren mit Hilfe eines einfachen Gerätes unter Anschluss an das vorhandene Stromnetz durchzuführen.
Die nach der elektrischen Behandlung über dem Metallpulver stehende kolloidale Lösung wird frisch dekantiert und zweckmässig alsbald verwendet. Sie kann injiziert oder oral verabreicht werden. Nach längerem Stehen sedimentiert die Flüssigkeit. Daher ist es mäglich, nach längerer elektrischer Einwirkung auf das Metallpulver, nach Dekantieren und Absitzenlassen, ein Sediment zu gewinnen, welches z. B. mit einer Salbengrundlage verarbeitet werden kann.
In der Zeichnung ist ein zur Durchführung des Verfahrens geeignetes Gerät dargestellt.
Fig. l zeigt das Gerät in einem senkrechten Axialschnitt, in welchem jedoch die vor der Schnittebene liegende Elektrode 6 ebenfalls dargestellt ist.
Fig. 2 ist ein horizontaler Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1.
Die Vorrichtung besteht aus einem oben offenen zylindrischen Behälter 1 aus Glas oder Porzellan, der einen möglichst ebenen Boden 9 aufweist. Auf diesem Boden ist das Metall, welches in die Flüssigkeit eingebracht werden soll, in Form eines feinen Pulvers 10 ausgebreitet, wie in Fig. 2 angedeutet. In Wirklichkeit ist die Zahl der feinen Metallteilchen grösser als dies in der Zeichnung durch Pünktchen angedeutet ist, so dass sich die meisten Metallteilchen gegenseitig berühren.
In einem lose aufgesetzten Deckel 2, der zweckmässig durchsichtig ist, sind bei dem gezeichneten Beispiel drei Elektroden befestigt, von denen die eine Elektrode 4 an den einen Pol 3 des Netzanschlusses und die beiden andern Elektroden 6 und 7 an den andern Pol 5 angeschlossen sind. Zweckmässig sind die
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Elektroden innerhalb des Gefässes mit einem Isoliermantel 8 ausgestattet, aus welchem nur die den Boden 9 bzw. das Metallpulver 10 berührenden Enden hervorragen.
Die Elektroden können z. B. aus Kupfer- oder aus Platindrähten bestehen. Vorzugsweise wird eine Mehrzahl von Elektroden angewendet, z. B. können einer Elektrode zwei entgegengesetz gepolte Elektroden gegenüberstehen oder auch zwei gleichgepolten Elektroden eine Vielzahl entgegengesetzt gepolter Elektroden.
Die Anwendung dieser Vorrichtung wird durch die beiden folgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1 : In das Gefäss wird eine geringe Menge feiner Silberfeilspäne gegeben, die nach Verteilung
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destilliertes Wasser gegossen. Nach dem Aufsetzen der Elektroden auf den Boden und dem Einschalten eines Wechselstroms von 110 oder 220 Volt zeigen sich kleine Funkenentladungen zwischen den Metallpulverteilchen. Man setzt die Behandlung 1-2 min fort und dekantiert die so gewonnene Flüssigkeit.
Beispiel 2 : Unter den gleichen Bedingungen setzt man die Stromeinwirkung während 15 min fort, dekantiert hienach die Flüssigkeit und lässt diese einige Stunden absetzen. Man erhält hienach ein Sediment, welches mit einer Salbengrundlage verarbeitet werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von kolloidalen Metalldispersionen durch Anlegen eines Wechselstroms von etwa Netzspannung an in das Dispersionsmittel eintauchende Elektroden, zwischen denen feinkörnige Metallteilchen in aufgelockerter Form verteilt sind, dadurch gekennzeichnet, dass das zu dispergierende Metall als feines Pulver in nicht zusammenhängender Schicht auf dem Boden eines Gefässes verteilt wird und die mit der Stromquelle verbundenen stiftförmigen Elektroden den Gefässboden berühren.