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Siebkorb für Saftzentrifugen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Siebkorb mit mehrkantigen Öffnungen, wie er allgemein bei Saftzentrifugen Verwendung findet.
In der Filtertechnik wird allgemein das zu verwendende Filter oder Sieb in erster Linie durch Menge und Art des in der Pulpe fein zerteilten Feststoffes bestimmt, der von der ihn umgebenden Flüssigkeit abgetrennt werden soll. Feststoffe mit grossem Teilchendurchmesser können durch Siebe mit entsprechend grossen Öffnungen von der umgebenden Flüssigkeit abgetrennt werden, während für feinkörnige Feststoffe engporige Filter verwendet werden müssen, wenn auch hiedurch die Geschwindigkeit der Trennunghäufig vermindert wird.
Sind die Sieböffnungen entweder kreisrund (z. B. durch Ausstanzen) oder rechteckig (z. B. durch Weben von Fäden oder durch galvanische Herstellung), so hat das leicht zur Folge, dass sie von den abgetrennten Feststoffen verstopft werden können und keine Flüssigkeit mehr hindurchläuft. Dies tritt besonders dann ein, wenn die niedergeschlagenen Teilchen gleich gross oder nur wenig grösser als die Öffnungen des Filters sind und zu diesen eine komplementäre Oberflächenform haben. Unter diesen Umständen können in kurzer Zeit die meisten Öffnungen eines Filters sich derart verstopfen, dass eine sinnvolle Filtration überhaupt nicht mehr möglich ist. Dieser Nachteil zeigt sich ganz besonders bei kreisrunden Öffnungen, wegen der meist kugeligen oder elliptischen Form der Feststoffteilchen.
Es sind auch Siebe und Filter mit mehrkantigen Öffnungen bekannt, insbesondere solche, bei denen mindestens vier der aneinanderstossenden Lochkanten paarweise zwei stumpfe Winkel bilden. Es hat sich gezeigt, dass bei derartig ausgebildeten Öffnungen eine Flüssigkeit von festen Stoffteilchen besonders leicht abgetrennt werden kann, weil die Öffnungen von diesen niemals vollständig verstopft werden können : vielmehr bleiben an ihren Ecken, vorwiegend an der oder den spitzwinkeligen, stets Querschnitte offen, durch welche die Flüssigkeit hindurchtreten kann. Das setzt allerdings eine bestimmte Korngrösse der festen Teilchen voraus, und gerade diese ist bei Saftzentrifugen nicht gegeben. Vielmehr ist der Zerkleinerungsgrad von Vegetabilien und die Struktur der Teilchen in einer Pulpe sehr unterschiedlich.
Die Wirksamkeit mit solchen mehrkantigen Öffnungen ausgestatteter Siebkörbe für Saftzentrifugen bleibt auch dann erhalten, wenn erfindungsgemäss ihre Oberfläche reliefartig ausgebildet ist, derart, dass, in Schleuderrichtung gesehen, die Stege gegenüber den Öffnungen erhaben sind. Eine derartige Oberflächenstruktur eines Siebkorbes lässt auch dann noch Kanäle zum Ablauf der Flüssigkeit offen, wenn die festen Stoffteilchen einen Siebkorb mit glatter Wand durch Überlappung vollständig abdecken, wie dies z. B. bei den Fetzen der Haut von zerkleinertem Obst geschehen kann. Die Grösse des Lochquerschnittes und die Reliefstruktur lassen sich der Korngrösse und Struktur des abzutrennenden Feststoffes anpassen.
So können auch die runden Kerne vonjohannisbeeren und ähnlichen Früchten solche Öffnungen niemals völlig verstopfen und die Schalenteilchen sie nicht völlig abdecken. Vorteilhaft sind Öffnungen, bei denen mindestens zwei der aneinanderstossenden Kanten einen überstumpfen Winkel bilden.
Derartige Siebkörbe, beispielsweise aus zylinderförmigen Blechstreifen mit verschiedenen Lochformen und Reliefstrukturen bestehend, sind auch besonders gut als auswechselbare Einsätze für Fruchtsaftzentrifugen geeignet.
Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung in starker Vergrösserung schematisch dargestellt und anschliessend näher erläutert. Die Zeichnung zeigt Teile oder Ausschnitte der Wandung
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des Siebkorbes von der Innenseite, also in Schleuderrichtung gesehen.
In Fig. 1 weist der Siebkorb 1 gestanzte Öffnungen 2 auf, deren Kanten einen überstumpfen Winkel 3 und drei spitze Winkel bilden ; die Öffnungen liegen vertieft, und mit 4 sind die erhabenen Stege bezeichnet.
In Fig. 2 ist der Ausschnitt eines Siebkorbes mit Öffnungen 5 dargestellt, die vier überstumpfe Winkel 6 und vier spitze Winkel 7 besitzen.
Fig. 3 zeigt den Ausschnitt eines Siebkorbes 10 mit Öffnungen 11, die zwei stumpfe Winkel 12 und zwei spitze Winkel 13 bilden.
Zur Erhöhung der Zerreissfestigkeit und Stabilität des Siebes und zur Erzielung einer möglichst hohen Durchflussgeschwindigkeit werden die in den Fig. 1-3 gezeigten Öffnungen symmetrisch dicht nebeneinander angeordnet.
Die Erfindung ist nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt und umfasst auch andere Anordnungen und weitere geometrische Lochformen in reliefartigen Siebkorbstrukturen mit den genannten Eigenschaften.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Siebkorb mit mehrkantigen Öffnungen für Saftzentrifugen, gekennzeichnet durch eine reliefartig ausgebildete Oberfläche, derart, dass, in Schleuderrichtung gesehen, die Stege gegenüber den Öffnungen erhaben sind.