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Einrichtung zum Aufwickeln der Fertigware bei Durchwirk- u. ähnl. Textilmaschinen . Den Gegenstand der Erfindung bildet die Anordnung einer Aufwickelvorrichtung für Textilmaschinen, auf welchen die Warenfertigung mit grösserer Geschwindigkeit erfolgt, als bei den bekannten Webstuhl- typen üblich ist ; das ist insbesondere bei Durchwirkmaschinen der Fall, die mit einer Geschwindigkeit von
6 m/min und auch mehr arbeiten. Bei Maschinen von so grosser Leistung kommt es zu bedeutenden Zeit- verlusten bei der Bedienung, insbesondere dann, wenn das am Warenbaum aufgewickelte Erzeugnis abgenommen werden soll.
Das Abnehmen des aufgewickelten Warenbaum es und sein Ersatz durch einen leeren Baum dauert 2 - 3 min, während welcher Zeit bisher der Gang der Maschine eingestellt werden musste, wodurch sich die Produktion der Maschine wesentlich erniedrigte.
Der Gegenstand der Erfindung hat nun die Aufgabe, diesen Nachteil zu beseitigen und den ununterbrochenen Gang der Maschine während der ganzen Arbeitszeit zu ermöglichen, d. h. also auch in der Zeit, in welcher der Austausch des Warenbaumes erfolgt. Das Hauptkennzeichen der Erfindung beruht in der Anordnung eines Übersetzungsmechanismus ins Schnelle, welcher in den Antrieb des Warenbaumes eingebaut ist, wobei dieser Übersetzungsmechanismus nach dem Einlegen des leeren Warenbaumes in die Maschine zur beschleunigten Aufwicklung der Ware, welche während der Auswechslung des Warenbaumes hergestellt wurde, in Tätigkeit gesetzt wird. Dieser Übersetzungsmechanismus ist dabei vorteilhafterweise durch einen elektrischen Regelmotor gebildet, der den Warenbaum über einen Variator, eine Zahnradübersetzung, eine Schnecke und eine Kette antreibt.
In der nachfolgenden Beschreibung wird die Erfindung an Hand der beigefügten Zeichnung noch näher erläutert, die schematisch die Anordnung der Durchwirkmaschine mit Aufwickelvorrichtung im Aufriss darstellt.
Bei den bekannten Durchwirkmaschinen 1 wird die vom Nadeldurchwirkmechanismus 3 kommende Fertigware 2 über ein System Unterzugwalzen 4,5 und 6 zu dem System der Überzugwalzen 7 und 8 geführt. Der Antrieb dieser Walzen erfolgt vom Hauptelektromotor 9 aus und führt über die Riemenscheibe 10, das Kegelradgetriebe 11 auf ein Kettengetriebe 12 und weiter über die Wechselräder 13 und 14 zur Antriebsschnecke 15. Diese Schnecke treibt direkt das Zahnrad 16 der Zugwalze 4 an, von welcher aus dann die Zugwalze 5 über ein Zahnrad 17 und die Zugwalze 8 durch den Kettenantrieb 18 angetrieben werden.
Da der Zugang zum Arbeitsmechanismus der Durchwirkmaschine von der rechten Seite aus erfolgt, wird das obere System der Zugwalzen auf einem nach aufwärts führenden Arm 19 gelagert, wodurch dem Arbeiter, der die Maschine bedient, der Zutritt zu den Nadeln des Durchwirkmechanismus 3 ermöglicht wird. Die Aufwickelvorrichtung für die Fertigware ist auf einem selbständigen Rahmen 20 etwas hinter der Maschine angeordnet. Die Fertigware 2 wird von der Überzugwalze 7 bei Gang der Maschine über die Walzen 21 und 22 zu den Walzen 23 und 24 geführt, auf welchen sich der Aufwickelwarenbaum 25 mit der aufgewickelten Fertigware befindet. Die Walzen 23 und 24 erhalten durch das Zahnradsystem der Stirnräder 26,27, 28, wobei das Rad 28 durch die Schnecke 29 getrieben wird, eine zwangsläufige Drehbewegung.
Die Schnecke 29 wird mittels Kette 30 über einen Variator 31 durch den Elektromotor 32 angetrieben. Durch Regelung des Variators 31 kann die Aufwickelgeschwindigkeit der Fertigware 2 auf dem Warenbaum 25 geändert werden.
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Dieser gesamte Antriebsmechanismus ist auf der Seite des Rahmens 20 gelagert, dessen Boden in der
Form eines Korbes 33 ausgeführt ist, in welchen während der Auswechselzeit des aufgewickelteL Waren- baumes 25 die Ware frei hinabfällt. Der Korb 33 ist mit einem Umbugrand 35 versehen. Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende :
Die in der Zeichnung gezeichnete Lage stellt die Maschine in ihrer normalen Tätigkeit dar, d. h. dass die Fertigware 2 auf den Warenbaum 25 aufgewickelt wird. Ist nun der Warenbaum 25 aufgewickelt, wird der Gang des Reglermotors 32 eingestellt und es wird die Aufwicklung unterbrochen, ohne dass die Durchwirkmaschine 1 abgestellt zu werden braucht.
Die Fertigware 2 wird an der Stelle zwischen den Walzen 22 und 23 abgeschnitten und ihr Ende 34 wird über den Umbug des Randes 35 des Korbes 33 am Rahmen geworfen. Während der gesamten Auswechselzeit des aufgewickelten Warenbaumes 25 und des neuen Baumes fällt nun die angefertigte Ware in den Korb 33 und füllt diesen auf. Nach Beendigung der Auswechselung des aufgewickelten Warenbaumes wird das freie Ende der Ware 34 auf dem neuen Baum befestigt und der Aufwickelmechanismus durch Ingangsetzen des Regelmotors 32 wieder in Tätigkeit versetzt. Damit der gesamte Vorrat an Ware, die sich während der Auswechselung des Warenbaumes 25 im Korb 33 inzwischen aufgehäuft hat, aufgewickelt werden kann, wird nun die Aufwickelvorrichtung auf eine weit höhere Aufwickelgeschwindigkeit durch Umschaltung des Reglermotors 32 auf höhere Touren gebracht.
Wenn der gesamte Vorrat der im Korb 33 gelagerten Fertigware 2 auf den neuen Warenbaum aufgewickelt ist, wird der Reglermotor 32 wieder auf Normaltouren umgeschaltet und das Aufwickeln wird mit normaler Geschwindigkeit weiter fortgesetzt. Der Variator 31 dient zur Angleichung der Aufwickelgeschwindigkeit an die Warenfertigungsgeschwindigkeit 2.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Aufwickeln der Fertigware bei Durchwirk-und ähnlichen Textilmaschinen, gekennzeichnet durch die Anordnung eines Übersetzungsmechanismus ins Schnelle, welcher in den Antrieb des Warenbaumes (25) eingebaut ist, wobei dieser Übersetzungsmechanismus nach dem Einlegen des leeren Warenbaumes (25) in die Maschine, zur beschleunigten Aufwicklung der Ware, welche während der Auswechselung des Warenbaumes (25) hergestellt wurde, in Tätigkeit gesetzt wird.