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Einrichtung zur Erzielung einer Freilaufwirkung bei einer Strömungskupplung
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Erzielung einer Freilaufwirkung bei einer Strömungskupplung und bezieht sich auf die Drehrichtungs-Umsteuerungder Freilaufwirkung bei einer solchen Strömungskupplung.
Neben mechanisch wirkenden Freiläufen sind bereits als Einwegkupplungen ausgebildete Strömungskupplungen bekanntgeworden. Die selbsttätige Umschaltung von Kraftübertragung auf Freilaufbetrieb und
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ist, das eine kraftschlüssige Verbindung zum Primärteil oder zum Sekundärteil der Kupplung und eine formschlüssige Verbindung mit einem zwei Endstellungen gestattenden Spiel in Drehrichtung mit dem Sekundärteil bzw. Primärteil aufweist. Hiebei bewirkt die kraftschlüssige Verbindung ein Verstellen des
Steuerorganes in die Freilaufstellung (Entleeren) dann, wenn der Sekundärteil gegenüber dem Primärteil in der normalen Betriebsdrehrichtung. voreilt, dagegen ein Verstellen des Steuerorganes in die Kraftübertragungsstellung (Füllen) dann, wenn der Sekundärteil gegenüber dem Primärteil in der normalen Betriebsdrehrichtung nacheilt.
Diesen Freilauf-Kupplungen haftet der Mangel an, dass der Freilauf nur für eine einzige Betriebsdrehrichtung ausgelegt ist und benutzt werden kann. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Mangel zu beheben, d. h. die Möglichkeit zu schaffen, dass die Freilaufwirkung wahlweise in jeder der beiden Drehrichtungen benutzt werden kann, eine Möglichkeit, die bei mechanisch wirkenden Freilaufkupplungen bereits bekannt ist (allerdings mit Hilfe relativ aufwendiger Einrichtungen).
Bei einer Strömungskupplung mit einem eine Freilaufwirkung erzielenden Steuerorgan gemäss der oben erwähnten Art wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, dass das Steuerorgan zwei Anschlussleitungen aufweist, wobei in jeder der beiden Stellungen des Steuerorganes jeweils nur die eine oder die andere der Anschlussleitungen Verbindung mit dem Strömungsraum der Kupplung hat, und dass ferner eine dem Steuerorgan vorgeschaltete Umsteuervorrichtung vorgesehen wird, die zwecks Wahl der Betriebsdrehrichtung der Kupplung jeweils eine der Anschlussleitungen mit einer Füllquelle verbindet (bei Anordnung des Steuerorganes in der Fülleitung) bzw. absperrt (bei Anordnung des Steuerorganes in der Entleerleitung) und gleichzeitig jeweils die andere Anschlussleitung mit der Atmosphäre verbindet. Ein derartiger Freilauf mit umkehrbaren Betriebsdrehrichtungen kann vorteilhaft, z.
B. bei Elektromotoren, die in beiden Drehrichtungen benutzt werden, oder bei Fahrzeugen, die etwa in gleichem Mass vorwärts und rückwärts fahren, benutzt werden. Der Bauaufwand für den erfindungsgemässen Freilauf ist zudem relativ gering. Gegenüber den bereits bekannten umkehrbare mechanischen Freiläufen kommen neben dem Vorteil des relativ geringen Bauaufwandes die Vorteile hinzu, die durch das weiche Ansprechen der Strömungskupplungen bezüglich der Momentübertragung gegeben sind. Bei Kraftübertragungsanlagen, bei denen von vornherein eine Strömungskupplung vorgesehen wird, ist die Anwendung des Erfindungsgegenstandes gegebenenfalls besonders zweckmässig.
Eine Weiterbildung des Erfindungsgedankens besteht in einer derartigen Ausbildung der Umsteuervorrichtung, dass diese gleichzeitig beide Anschlussleitungen des Steuerorganes mit der Füllquelle verbindet bzw. absperrt. Damit ist neben der Freilaufwirkung wahlweise in jeder der beiden Drehrichtungen nun-
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mehr auch normale Kraftübertragung (in beiden Drehrichtungen) oder Leerlauf der Strömungskupplung möglich.
Nachstehend ist der Erfindungsgegenstand an Hand der Zeichnungen in zwei Ausführungen an mehreren Anwendungsbeispielen erläutert. Hiebei stellen dar : Fig. 1 eine Strömungskupplung in einem TeilLängsschnitt mit einem Drehschieber als Steuerorgan und mit einer einen Drehschalter aufweisenden Umsteuervorrichtung, Fig. 2 den Querschnitt dieser Kupplung nach der Linie II-II in Fig. 1, Fig. 3 eine Strömungskupplung in einem Teil-Längsschnitt mit einem Längsschieber als Steuerorgan und mit der Umsteuervorrichtung nach Fig. 1, Fig. 4 eine Strömungskupplung in einem Teil-Längsschnitt mit einem Drehschieber als Steuerorgan und mit der Umsteuervorrichtung nach Fig. 1, Fig. 5 den Querschnitt nach der Linie V-V in Fig. 4, Fig.
6 eine Strömungskupplung in einem Teil-Längsschnitt mit einem nur in einem Kupplungsteil gelagerten Drehschieber, einem Längsschieber als Umsteuervorrichtung und einem Schnellentleerventil und Fig. 7 den Querschnitt nach der Linie VII-VII in Fig. 6.
In Fig. 1 ist eine Strömungskupplung in einem Teil-Längsschnitt dargestellt. Deren Sekundärteil l und deren Primärteil 2 mit einer den Sekundärteil umfassenden Schale 3 weisen in ihren Naben je eine axiale Bohrung 4 und 5 auf, in denen ein Drehschieber 6 mit leichter Passung gelagert ist, u. zw. im Sekundärteil unbegrenzt drehbar, im Primärteil dagegen nur um etwa 450 drehbar. Diese begrenzte Drehbarkeit wird durch eine in Umfangsrichtung etwa 450 betragende radiale Ausnehmung 7 am Primärteil 2 und durch einen Stift 8 am Drehschieber bewirkt (s. auch Fig. 2). Die Ausnehmung 7 besitzt an ihren Enden je eine Anlagefläche 7a, 7b für den Stift 8.
Eine Ringscheibe 9 ist durch Schrauben 10 und Federn 11
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die Drehbewegung des Sekundärteils mitzumachen, soweit er nicht auf Grund der begrenzten Drehbar- keit gegenüber dem Primärteil daran gehindert wird.
Der Drehschieber 6, der auch in Fig. 2 dargestellt ist, besitzt eine breite, in axialer Richtung ab- gesetzte Längsnut 13. Das z. B. von einer Füllpumpe kommende Füllöl gelangt wahlweise durch eine der
Bohrungen 14,15 in der Nabe des Primärteiles zum Drehschieber. Zunächst sei angenommen, dass das Füllöl durch die Bohrung 14 eintritt. Es wird hiebei je nach der Winkellage des Drehschiebers zum Pri- märteil entweder durch eine Nut 16 im Primärteil und Leitung 17 zum Strömungsraum 18, der Kupplung geleitet oder abgesperrt. Ist der Zufluss abgesperrt, wird die Kupplung über eine Bohrung 19 entleert und über die Leitung 17, die Nuten 16 und 13 und über die Bohrung 15 belüftet.
Die Arbeitsweise des Steuerorganes ist in diesem Fall folgende : die gefüllte Strömungskupplung drehe sich in Betriebsdrehrichtung 20 und übertrage ein Moment. Der Sekundärteil l besitzt hiebei gegenüber dem Primärteil 2 einen positiven Schlupf, d. h. die Sekundärdrehzahl liegt etwas niedriger als die Primärdrehzahl. Da der Reibwiderstand zwischen dem Reibbelag 12 und der entsprechenden Fläche am Drehschieber 6 voraussetzungsgemäss grösser ist als der Reibwiderstand zwischen Drehschieber 6 und Primärteil
2, nimmt der Sekundärteil l den Drehschieber so weit mit, bis der Stift 8 an der Anlagefläche 7a (Fig. 2) zur Anlage kommt, woraufhin dann der Reibbelag 12 des Ringes 9 am Drehschieber gleitet.
Der Drehschieber befindet sich nun in einer Stellung, in der das Füllöl über 14,13, 16,17 die Kupplung gefüllt hält.
Nun drehe sich der Abtrieb schneller als der Antrieb (negativer Schlupf). Entsprechend den verschiedenen Reibwiderständen am Drehschieber liegthiebei der Stift 8 an der Fläche 7b der Ausnehmung 7 (Fig. 2) an. Der Drehschieber nimmt also gegenüber dem Primärteil eine andere Lage ein. Er sperrt dabei den Ölzufluss über die Bohrung 14 ab und bewirkt, dass die Kupplung über die Bohrung 19 entleert und über 17, 16,13, 15 belüftet wird. Dadurch ist die bisherige Drehmomentübertragung aufgehoben und ein Freilaufzustand vorhanden.
Wird die normale Betriebsdrehrichtung umgekehrt, d. h. ist nun die Drehrichtung 21 die normale Ber triebsdrehrichtung, so lässt sich auch hiebei die Freilaufwirkung erzielen, falls nämlich das Füllöl statt über die Bohrung 14 über die Bohrung 15 eintreten kann und gleichzeitig die Bohrung 14 mit der Atmo- sphäre verbunden wird. Unter diesen Voraussetzungen arbeitet der Freilauf in der Betriebsdrehrichtung 21 entsprechend der im vorhergehenden Absatz für die Betriebsdrehrichtung 20 beschriebenen Arbeitsweise.
Ein Umsteuerorgan, das wahlweise die beiden Betriebsdrehrichtungen 20,'21 des Freilaufes festlegt, ist auf der Nabe des Primärteiles 2 angeordnet. Ein ortsfester Ring 62 ist mit einem Drehschalter 63 verbunden. Das zylindrische Küken 64 dieses Drehschalters erlaubt es, dass eine von zwei Leitungen 65,66 im Ring 62 an einen Füllöl-Zufluss 67 angeschlossen wird, während die andere der beiden Leitungen 65, 66 mit einer Belüftung 68 verbunden wird. Die beiden Leitungen 65,66 stehen über Ringnuten 69,70
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mit den Leitungen 15 bzw. 14 in Verbindung.
Je nach der gewählten Stellung des Drehschalters 63 ist es möglich, jeweils in einer der beiden Drehrichtungen Kraftübertragung mit Freilaufwirkung bei Überholung zu erzielen. In der gezeichneten Stellung des Drehschalters 63 gelangt das Öl über die Eingangsleitung 67 in die Leitung 65 und von dort bei Be- triebsdrehrichtung 21 über die Leitungen 15,16, 17 in den Strömungsraum 18 der Kupplung.
Das abgewandelte Steuerorgan gemäss Fig. 3 besteht im wesentlichen aus einem zur Kupplungsachse koaxialen Längsschieber 30, der durch die Relativdrehung der beiden Kupplungshälften über ein Gewinde betätigt wird. Der Längsschieber ist an seinem Aussenmantel in der Nabe des Primärteiles 31 der in Fig. 3 dargestellten Strömungskupplung mit solcher Reibung gelagert, die grösser ist als die Reibung am Gewinde.
Die Innenbohrung des Längsschiebers trägt zu einem Teil ein Gewinde 32, in das das Gewinde 33 am Mit- telteil eines axial unverschieblichen Bolzens 34 mit leichtem Sitz eingreift. Dieser Bolzen besitzt an einem Ende einen Vierkant 35, der in eine entsprechende Ausnehmung am Sekundärteil 36 gesteckt ist und also den Bolzen mit dem Sekundärteil drehfest verbindet. Der axiale Sitz des Bolzens 34 wird durch eine Distanzbüchse 38 und durch eine mittels eines Gewindes 37 mit dieser verbundenen Schraube 39 sichergestellt. Die Distanzbüchse 38 besitzt ferner einen Flansch 38a, der die Verschiebbarkeit des Längs - schiebers 30 an der einen Seite begrenzt, während die andere Begrenzung der Sekundärteil 36 selbst bildet.
Der Längsschieber 30 hat am Aussenmantel eine Ausdrehung 40. Diese erstreckt sich etwa über zwei benachbarte von insgesamt drei Ringnuten 41,42, 43, die sich an der Längsschieberführung des Primärteiles 31 befinden und von denen die mittlere über eine Leitung 47 mit dem Strömungsraum 48, die rechte und die linke mit je einer Bohrung 51 bzw. 52 in Verbindung stehen.
Auf dem Primärteil 31 ist als Umsteuerorgan ortsfest ein Drehschalter angebracht, der in seiner Ausführung im wesentlichen in seiner Funktion genau dem Drehschalter 62 - 70 nach Fig. 1 entspricht. Er ist daher mit den gleichen Bezugszeichen versehen wie dort. Das Füllöl gelangt bei der in Fig. 3 dargestellten Stellung des Kükens 64 über die Bohrungen 67,66, 51 in die Ringnut 43 und weiter-je nach Schalt- stellung des Längsschiebers - entweder über 40, 42. 47 in den Strömungsraum (rechte Lage, wie gezeichnet) oder wird durch den Längsschieber am Weiterfliessen gehindert (linke Lage), wobei im letzteren Fall die Kupplung über eine Bohrung 50 entleert und über 68,65, 52, 40, 47 belüftet wird.
Dreht sich nun der Primärteil 31 in der Betriebsdrehrichtung 49 und überträgt die Kupplung ein Moment auf den Sekundärteil 36, so tritt ein positiver Schlupf auf, d. h. die Sekundärdrehzahl liegt niedriger als die Primärdrehzahl. Da der Reibwiderstand am Aussendurchmesser des Längsschiebers grösser ist als im rechtsgängigen Gewinde an der Innenbohrung des Längsschiebers, verschraubt sich durch die Relativdrehung zwischen den Kupplungsteilen der Längsschieber nach rechts bis zum Anschlag und gibt die Leitungen zum Füllen der Kupplung frei. Beim Überholen des Primärteiles durch den Sekundärteil wird der Längsschieber durch die Relativdrehung der Kupplungsteile nach links verschoben, wobei dann die Entleerung bewirkt wird (Freilaufwirkung).
Ist die andere Drehrichtung b3 die normale Betriebsdrehrichtung, so muss zur Erzielung der Freilaufwirkung bei negativem Schlupf der Drehschalter des Umsteuerorganes in die andere Stellung gebracht werden.
In Fig. 4 und 5 ist eine weitere Ausführung eines Steuerorganes in Verbindung mit dem Umsteuerorgan nach Fig. 1 dargestellt. Das kupplungsseitige Ende der Sekundärwelle 55, auf der mit einem beschränkten Verdrehbereich das Sekundärrad 56 gelagert ist, bildet hiebei einen Drehschieber. In eine radiale Ausnehmung 57 an der Sekundärwelle 55 greift ein Stift 58 ein, der eine Drehbewegung von Sekundärwelle und'Sekundärrad zueinander in einem Bereich von etwa 450 zulässt und durch Anlage an einer Fläche 57a bzw. 57b (Fig. 5) das Kupplungsmoment überträgt. Der Primärteil 59 ist normal ausgeführt.
In den Strömungsraum der Kupplung führt eine zum Füllen dienende Leitung 60 ; die Entleerung erfolgt durch eine Bohrung 61. Das bereits zu den Fig. l - 3 beschriebene Umsteuerorgan 62 - 70 sitzt ortsfest auf der Sekundärwelle 55. Entweder die Leitung 65 oder die Leitung 66 wird je nach Lage der Sekundärwelle 55 zum Sekundärrad 56 über eine Leitung 71 bzw. 72 an die Leitung 60 angeschlossen werden. Die Leitung 72 ist in Fig. 4 aus Vereinfachungsgründen versetzt gezeichnet, während aus Fig. 5 die tatsächliche Lage der Leitung 72 ersichtlich ist.
Je nach der Stellung des Drehschalters 63 ist es möglich, jeweils in einer der beiden Drehrichtungen Kraftübertragung mit Freilaufwirkung bei Überholung zu erzielen. In der gezeichneten Stellung des Drehschalters 63 gelangt das Öl über die Eingangsleitung 67 in die Leitung 65 und von dort bei Betriebsdrehrichtung 73 über die Leitungen 71,60 in den Strömungsraum der Kupplung. Bei Kraftübertragung der gefúllten Kupplung zu deren Sekundärteil liegt der Stift 58 an der Fläche 57a an und überträgt das Moment auf die Sekundärwelle 55. Versucht nun die Sekundärwelle, den Primärteil zu überholen, so kommt bei
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einem Kupplungsmoment, das grösser ist als das Reibmoment zwischen Sekundärwelle 55 und Sekundär- teil 56, der Stift an der andern Fläche 57b zur Anlage. Dadurch wird der Zufluss des Öles durch die Lei- tung 65 abgesperrt.
Die Bohrung 61 ermöglicht die Entleerung der Kupplung. Die Leitung 72, die nun mit der Leitung 60 einerseits und 70, 66 anderseits in Verbindung steht, belüftet die Kupplung.
Ebenso wird die Kupplung entleert, wenn die Primärwelle entgegen der Drehrichtung 73, also mit
Drehrichtung 74, angetrieben wird. Es sei denn, der Abtrieb hätte dann eine gegenüber dem Antrieb hö- here, gleichgerichtete Drehzahl. Die andere Drehrichtung 74 kann bei der Ausführung gemäss Fig. 4 und
5 auch als normale Betriebsdrehrichtung gewählt werden, d. h. mit Kraftübertragung und Freilaufwirkung.
Zu diesem Zweck wird der Drehschalter so betätigt, dass das Öl nun über die Leitung 66 zufliesst. Es tre- ten dann die analogen Verhältnisse auf, wie sie vorstehend für die Drehrichtung 73 beschrieben worden sind.
Eine andere Ausführung des erfindungsgemässen Umsteuerorganes in Verbindung mit der Möglichkeit, wahlweise statt der Freilaufwirkung Kraftübertragung oder Leerlauf einzuschalten, und in Verbindung mit einer weiteren Ausbildung des Steuerorganes ist in den Fig. 6 und 7 dargestellt. Die Welle des Sekundär- teiles 80 der Strömungskupplung besitzt an ihrem kupplungsseitigen Ende eine mit acht Schlitzen 81 ver- sehene Büchse 82, in der ein Drehschieber 83 gelagert ist. Der Drehschieberist auf einem Teil seiner Länge derart ausgearbeitet, dass nur noch ein Steg 84 stehengeblieben ist, der sich über den gesamten Durch- messer des Drehschiebers erstreckt. Es sind also zwei Ausnehmungen 85, 86 vorhanden (s. Fig. 7).
An dem Ende, an dem der Drehschieber am Primärteil 87 anliegt, greift ein radial am Drehschieber ange- ordneter Stift 88 in eine radiale Ausnehmung 89 des Primärteiles ein. Diese Ausnehmung ist so gross, dass der Drehschieber 83 mit dem Stift 88 gegenüber dem Primärteil 87 eine Winkeldrehung von etwa 900 ausführen kann.
Die Nabe des Primärteiles hat an der inneren Mantelfläche etwa in Höhe der Schlitze 81 des Sekundärteiles drei Öffnungen, die jeweils um 900 versetzt sind. Die mittlere Öffnung (Nut 90), von der eine Leitung 91 zum Strömungsraum 92 der Kupplung führt, ist in Fig. 6 um 900 versetzt gezeichnet. Ihre tatsächliche Lage ist aus Fig. 7 ersichtlich. Die beiden andern Öffnungen, die sich also gegenüberliegen, bestehen aus Bohrungen 93,94. Die Nut 90 und die Bohrungen 93,94 sind an der inneren Mantelfläche der Nabe des Primärteiles senkrecht zu den Schlitzen 81 so breit ausgeführt (90a, 93a, 94a), dass jede der drei Öffnungen dauernd mit den Schlitzen 81 in Verbindung steht. Dadurch ist eine ununterbrochen wirkende Steuerung in den entsprechenden Schieberstellungen sichergestellt.
Den aussenliegenden Teilen der Bohrungen 93,94 benachbarte Ringnuten 95, 96 befinden sich in einem ortsfesten Ring 97, der die Primärwelle umgibt. An diesem Ring ist ein Schalter 97a Mit einer Schiebersteuerung angebaut. Die Schiebersteuerung mit einem Längsschieber 98 ist so ausgebildet, dass von einem Ölzufluss 99 das Öl über eine Leitung 100 (wie in Fig. 6 gezeichnet), über eine Leitung 101 (gestrichelte Schieberstellung) oder über beide Leitungen 100,101 gleichzeitig (punktierte Schieberstellung) der zugehörigen Ringnut 95 oder 96 zugeführt wird. Ausserdem ist es möglich, den Ölzufluss ganz abzusperren, indem der mittlere Kolben des Längsschiebers unter den Zufluss 99 gerückt wird.
Falls eine der Leitungen 100,101 unter Öldruck steht, so ist jeweils die andere Leitung drucklos und ermöglicht die Belüftung der Kupplung über eine der Öffnungen 102,103. Eine Bohrung 104 ermöglicht ein leichtes Verschieben des Längsschiebers 98 und dient je nach ihrer Lage zum Abfluss des Lecköles.
Die Entleerung der Kupplung erfolgt über ein Schnellentleerventil 105-108. Die Leitung 91 zum Strömungsraum 92 hat eine Abzweigleitung 91a, die zu dem radial aussenliegenden Schnellentleerventil führt. Wesentlicher Bestandteil dieses Ventiles ist ein doppelseitig beaufschlagbarer Kolben 105. Die Aussenfläche steht unter dem Fülldruck aus der Leitung 91 über 91a, die kleinere Innenfläche unter dem Druck im Strömungsraum. Durch die verschieden grossen Beaufschlagungsflächen des Kolbens 105 (Differentialkolben) wird erreicht, dass-sofern ein Fülldruck. vorhanden ist-die Kraft, die von aussen das Ventil schliesst, stets grösser ist als die Kraft von innen.
Falls die Ölzufuhr abgestellt wird und somit der Fülldruck in der Leitung 90 nicht mehr vorhanden ist, tritt das in der Leitung 91a befindliche Öl über eine Bohrung 106 ins Freie. In dem Augenblick überwiegt von innen her der Zentrifugaldruck der Füllung. Der Kolben 105 wird nach aussen gedrücktund die KupplungsfüllungüberRingkanall07 und Leitung 108 schnell entleert.
Die Betriebsmöglichkeiten dieser Ausführung seien im folgenden erläutert :
In der gezeichneten Stellung des Drehschiebers 83 sei die Drehrichtung 109 die normale Betriebsdrehrichtung. Ferner sei angenommen, der Primärteil 87 laufe schneller als der getriebene Sekundärteil 80.
Der im Sekundärteil gelagerte Drehschieber 83 hat daher eine solche Lage, dass der Stift 88 an der in Fig.
6 sichtbaren Anlagefläche der Ausnehmung 89 anliegt und dass von der Ringnut 95 über 93,85, 90,91
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das Öl in die Kupplung fliessen kann.
Überholt nun der Sekundärteil 80 den Primärteil 87, so kommt der Stift 88 an der andern, hier nicht sichtbaren Fläche der Ausnehmung 89 zur Anlage. Der Drehschieber 83 nimmt dann die in Fig. 7 gestri- chelt eingezeichnete Lage ein und sperrt somit das bei 93 eintretende Öl ab. Der ausbleibende Fülldruck hat zur Folge, dass sich der Strömungsraum 92 über das Schnellentleerventil entleert. Die Entleerung geht also schnell vonstatten. Die Kupplung wird dabei über 103,101, 96,94, 90,91 belüftet. Die Sekundär- welle befindet sich somit im Freilaufzustand.
Soll nun die andere Drehrichtung (110) als normale Betriebsdrehrichtung gewählt werden, wird der
Längsschieber 98 in die in Fig. 6 gestrichelt gezeichnete Lage gebracht. Die Funktion des Füllens unter
Vertauschung der Leitungen 100 und 101 und Entleerens erfolgt nun analog zum vorher gesagten. Das Öl gelangt über die Leitung 101 und über 96,94, 90, 91 in den Strömungsraum der Kupplung.
Steht der Längsschieber 98 in der punktiert eingezeichneten Lage, so stehen beide Leitungen 100,101 gleichzeitig unter dem Fülldruck, so dass dann die Kupplung unabhängig von Drehrichtung und Schlupf dauernd gefüllt ist. Es ist in diesem Fall wie bei einer dauernd gefüllten Strömungskupplung eine Kraft- übertragung unabhängig von der Relativdrehrichtung in beiden Drehrichtungen vorhanden.
Wird durch den mittleren Kolben des Längsschiebers der Ölzufluss über die Leitung 99 abgesperrt, entleert sich die Kupplung und arbeitet in keiner Drehrichtung. Mithin ist sodann die Kupplung ganz ausgeschaltet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Erzielung einer Freilaufwirkung bei einer Strömungskupplung, mit einem in der Füll-oder Entleerleitung der Kupplung angeordneten Steuerorgan, das eine kraftschlüssige Verbindung zum Primärteil oder zum Sekundärteil der Kupplung aufweist, wobei die kraftschlüssige Verbindung ein Verstellen des Steuerorganes in die Freilaufstellung (Entleeren) dann bewirkt, wenn der Sekundärteil gegenüber dem Primärteil in der normalen Betriebsdrehrichtung voreilt, dagegen ein Verstellen des Steuerorganes in die Kraftübertragungsstellung (Füllen) dann bewirkt, wenn der Sekundärteil gegenüber dem Primärteil in der normalen Betriebsdrehrichtung nacheilt, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerorgan zwei Anschlussleitungen (69, 70 :
95, 96) aufweist, wobei in jeder der beiden Stellungen des Steuerorganes jeweils nur die eine oder die andere derAnschlussleitungenVerbindung mit dem Strömungsraum der Kupplung hat, und dass ferner eine dem Steuerorgan. vorgeschaltete Umsteuervorrichtung (63 ; 97a) vorgesehen ist, die zwecks Wahl der Betriebsdrehrichtung der Kupplung jeweils eine der Anschlussleitungen mit einer Füllquelle verbindet (bei Anordnung des Steuerorganes in der Fülleitung) bzw. absperrt (bei Anordnung des Steuerorganes in der Entleerleitung) und gleichzeitig jeweils die andere Anschlussleitung mit der Atmosphäre verbindet (Fig. 1 - 7).