<Desc/Clms Page number 1>
Hydraulische Einkanten-Kopiersteuereinrichtung für Werkzeugmaschinen, insbesondere für Kopierdrehbänke
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Einkanten-Kopiersteuereinrichtung für Werkzeugmaschinen, insbesondere für Kopierdrehbänke mit am den Leitvo : schub ausführenden Längsschlitten festem, beidsei- tig beaufschlagten Arbeitskolben und am Querschlitten (Kopierschlitten) angeordneten, denselben nach einer Schablone steuernden Kopiersteuerschieber.
Bei Nachformeinrichtungen dieser Art wird allgemein der das Drehwerkzeug tragende Werkzeugschlit- ten von einem beiderseits unter Flüssigkeitsdruck stehenden, durch einen Taster nach einer Schablone oder einem Musterstück gesteuerten Differentialkolben verschoben, wobei das ständig in gleicher Richtung strö- mende Druckmittel durch Steuerung des Druckes auf beide Arbeitskolbenseiten derart geregelt wird, dass der Kopiersteuerschieber durch seine Verschiebung den Abfluss des Druckmittels von der einen Arbeitskolbenseite drosselt und dabei gleichzeitig die Abflussorgane der andern Arbeitskolbenseite öffnet.
Bei diesen Konstruktionen kann beispielsweise der Druck im Ringraum des Arbeitszylinders wohl bis zum maximalen Pumpendruck ansteigen bei einem Gegendruck im Zylinderraum von Null. Umgekehrt erfolgt jedoch bei einem Druckanstieg im Zylinderraum auch ein Druckanstieg im Ringraum bis zu dem durch die Einstellung der Federorgane bestimmten Überströmdruck. Die Pumpenleistung wird somit bezüglich der entwickelten Kraft nur in einer Richtung voll ausgenutzt.
Bei einer weiteren Konstruktion gilt dasselbe, es wird jedoch beim Druckanstieg im Zylinderraum der Maximaldruck durch ein zweites Überströmventil im Zylinderraum bestimmt.
Beim Kopieren entstehen durch die bei abwechselnd grosser und kleiner Spanabnahme veränderliche Schnittkraft beim Zustellen und Zurückschieben des das Werkzeug tragenden Kopierschlittens Kopierungenauigkeiten.
Es gibt Fälle, in denen der Kopierschlitten mit grosser Geschwindigkeit verschoben werden soll, wie z. B. bei Schlichtarbeiten an Werkstücken mit stark wechselnden Durchmessern, wo mit grossen Schnittgeschwindigkeiten gearbeitet wird.
Mit dem gleichen Aggregat sollen jedoch auch schwere und schwerste Schnitte ausgeführt werden können, was hohe Arbeitsdrücke der Pumpe bedingt. Dies hat jedoch zur Folge, dass oft eine unzulässige Erwärmung des Druckmittels eintritt, so dass derartige Systeme nicht als wirtschaftlich bezeichnet werden können.
Bei der Konstruktion gemäss dem Erfindungsgegenstand kann der Druck im ersten Arbeitszylinderraum bis zum maximalen Pumpendruck ansteigen und zugleich der Druck im zweiten Arbeitszylinderraum auf Null absinken. Ebenso kann aber auch der Druck im zweiten Zylinderraum bis zum maximalen Pumpendruck ansteigen bei einem Gegendruck im ersten Zylinderraum von Null. Die Pumpenleistung wird demnach bei den verschiedenen möglichen Betriebsweisen kräftemässig voll ausgenutzt.
Bei den bekannten Einrichtungen treten infolge der verhältnismässig langen Zu- und Wegleitungen far das Druckmittel zwischen den verschiedenensteuerorganenverzögerungen auf, die zu einem relativ langsamen Reagieren der Kopiersteuerung führen, weil ein Steuerimpuls, der z. B. vom Kopiersteuerschieber über den Arbeitskolbenraum auf den Drosselschieber wirkt, eine gewisse Laufzeit benötigt.
Die erfindungsgemässe Einkanten-Kopiersteuereinrichtung weist diese genannten Nachteile nicht auf
<Desc/Clms Page number 2>
und ist dadurch gekennzeichnet, dass In dem zum Kopiersteuerschieber und zum einen Arbeitskolbenraum führenden Druckleistungssystem ein Überdruckventil und ein vom Druck im ersten Arbeitskolbenraum ge- steuertes Drosselorgan und in dem Druckleitungssystem zum andern Arbeitskolbenraum ein von der einen
Seite vom Druck im ersten Arbeitskolbenraum beeinflusster Druckdifferenzschieber vorgesehen sind.
Als Vorteil der erfindungsgemässen Wechseldrucksteuerung mit Regulierdrossel gegenüber einem Kon- stantdrucksystem sind zu nennen :
Es stehen grössere Kräfte in beidenKopierrichtungen zur Verfügung, weil der Druck auf der einen Sei- te des Arbeitszylinders beliebig hoch gewählt werden kann, bis Druckmittel durch das Sicherheitsventil abströmt. Der Gegendruck im Arbeitszylinder beträgt im Minimum Null.
Die Pumpe ist bei kleinem Kraftaufwand, wie z. B. bei Schlichtarbeiten, weitgehend entlastet. Bei grösser werdender Kraft nimmt die Pumpenleistung zu. Die Pumpenleistung passt sich somit der Spanlei- stung an. Die Erwärmung des Druckmittels ist geringer ; das hydraulische System arbeitet wirtschaftlicher.
Die Kopiergenauigkeit ist grösser, weil der Druck in einem Arbeitskolbenraum den Druck im andern
Arbeitskolbenraum steuert, d. h. bei gleicher Kräftedifferenz macht der Kopiersteuerschieber eine kleinere
Bewegung als bei einem hydraulischen Steuersystem mit Konstantdruck (Differentialdrucksteuerung).
Durch die Anordnung des Drosselschiebers in der Arbeitskolbenstange selbst wird die Reaktionsfähigkeit der Kopiersteuerung wesentlich verbessert, da lange Rohrleitungen zwischen den einzelnen Steuerorganen vermieden werden können.
In der Zeichnung sind beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 eine Kopierdrehbank in Vorderansicht, Fig. 2 eine Seitenansicht von Fig. 1, Fig. 3 einen
Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 1, Fig. 4 eine schematische Darstellung der hydraulischen Kopiersteuerung Stellungen der Steuerorgane beim Inbetriebsetzen der Kopiersteuereinrichtung.
Fig. 5 wie Fig. 4 : Stellungen der Steuerorgane beim Einstechkopieren, Fig. 6 wie Fig. 4 : Stellungen der Steuerorgane beim Zylindrischdrehen, Fig. 7 wie Fig. 4 : Stellungen der'Steuerorgane beim Auswärtskopieren, Fig. 8 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform, Fig. 9 eine Einzelheit einer KopierrichtungsWechselvorrichtung, Fig. 10 eine schematisch8 Darstellung einer weiteren Ausführungsform, Fig. 11 eine Einzelheit einer Kopierrichtungs-Wechselvorrichtung.
Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen eine Vorderansicht und eine Seitenansicht sowie einen Schnitt durch eine Kopierdrehbank. Auf einem Ständer 1, der einen nicht näher beschriebenen Spindelstock 2 trägt, und einem Seitenschild 5, ist ein Drehbankbett 3 angeordnet. Auf Gleitbahnen 32 des Drehbankbettes 3 ist ein Reitstock 4 parallel zur Werkstückdrehachse 49 verschiebbar und durch nicht dargestellte Mittel festklemmbar. Auf weiteren Gleitbahnen 6 des Bettes 3 ist einLängsschlitten 7 mit einem daran angebauten, hier nicht näher zu beschreibenden Vorschubgetriebekasten 8 durch nicht dargestellte Mittel parallel zur Werkstückdrehachse 49 verschiebbar angeordnet.
EinWerkstück 16 kann zwischen dem Spindelstock 2 und dem Reitstock 4 auf beliebige Weise eingespannt und durch den Spindelstock 2 in Drehung versetzt werden. Auf dem Längsschlitten 7 ist eine Schlittenführung 34 für einen Kopierschlitten 33 mit einem Kopierdrehwerkzeug 15 vorgesehen. Im Kopierschlitten 33 ist in einer Arbeitszylinderbohrung 12 ein Arbeitskolben 9 verschiebbar, dessen Kolbenstange 10 am Längsschlitten 7 befestigt ist. Zum mindestens teilweisen Ausgleich des Gewichtes des Kopierschlittens 33 ist in der Arbeitszylinderbohrung 12 eine Druckfeder 68 vorgesehen, die bei stillgesetztem, hydraulischem Kopiersystem den Kopierschlitten 33 in der in Fig. 4 dargestellten, angehobenen Lage hält.
Die Zustellachse 17 des Kopierschlittens 33 kann, je nach der Art der am Werkstück 16 auszuführenden Kopierarbeit, senkrecht oder unter einem spitzen Winkel zur Werkstückdrehachse 49 angeordnet sein. Die Mittel zum Einstellen der Zustellachse 17 auf den gewünschten Zustellwinkel sind nicht dargestellt. Im gezeichneten Ausführungsbeispiel-beträgt der Neigungswinkel der Zustellachse 17 zur Werkstückdrehachse 49 60 .
Ein Träger 11, der am einen Ende oben am Ständer 1 und am andern Ende oben am Seitenschild 5 angeordnet ist, dient zur Aufnahme einer Kopierschablone 27, die im Träger 11 gehalten ist (Fig. 3). An Stelle der in den Fig. 1-7 dargestellten Kopierschablone 27 oder der in Fig. 8 dargestellten Kopierschablonen 77 und 27 könnten indessen auch Musterstücke verwendet werden. In einer Bohrung 18 des Kopierschlittens 33 ist ein Kopiersteuerschieber 21 mit einer Steuerkante 20 verschiebbar. Eine Druckfeder 46 drückt den Schieber 21 bei drucklosem, hydraulischem System nach oben (Fig. 4). Die Bohrung 18 ist durch eine Rücklaufleitung 22 mit einem nicht gezeichneten Druckmittelbehälter, der sich beispielsweise im Innern des Längsschlittens 7 befinden könnte, verbunden.
In der, Bohrung 18 ist eine Ringnut 58 vorgesehen, die mit einer Leitung 64 in Verbindung steht. Am Kopierschlitten 33 ist eine Stütze 47 angeordnet mit einem Drehzapfen 25, der als Drehachse für einen Tasterhebel 26 mit einem Taster 24 dient. Der Tasterhebel 26 ist mittels einer Stange 48 mit dem Kopiersteuerschieber 21 verbunden.
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
<Desc/Clms Page number 4>
Die Stellung des Druckdifferenzschiebers 36 beim Arbeiten wird durch den Druck im Ringraum 59 und die Wirkung der Druckfeder 53 bestimmt. Steht der Druckdifferenzschieber 36 in seiner höchsten Lage, dann besteht ein bestimmter konstanter Druckunterschied zwischen dem Druckmittel in der Leitung 23 und demjenigen im Ringraum 59.
Das Druckmittel gelangt von der Pumpe 28 durch die Kanäle 30,23 und 51 in die Ringräume 54 und 65 und durch die Bohrung 87 in den Raum 63 der Zentralbohrung 85. Dadurch wird der Druckdifferenzschieber 36 angehoben und die Steuerkante 55 geschlossen, so dass nun Druckmittel durch die Drosselschlitze 90 in den Ringraum 59 und durch die Löcher 50 in den Arbeitskolbenraum 41, in die Leitung 64 und den Ringraum 58 gelangen kann. Durch den im Raum 41 ansteigenden Druck sinkt der Kopierschlitten 33 soweit ab, bis der Kopiertaster 24 auf der in Fig. 4 mit A bezeichneten Stelle der Kopierschablone 27 auftrifft. Dabei entweicht Druckmittel aus dem Arbeitskolbenringraum 42 durch die Bohrung 61, die Ringräume 65 und 56 in die nach dem Druckmittelbehälter führende Leitung 43.
Dabei wird über das Gestänge 48 und 26 der Kopiersteuerschieber 21 etwas nach unten gedrückt, wodurch die Steuerkante 20 den Abfluss nach 22 öffnet. Es tritt nun im hydraulischen Kopiersystem Gleichgewichtszustand ein, wobei die Steuerorgane 21,36 und 69 die in Fig. 6 dargestellte Lage einnehmen. In diesem Zustand ist das Druckverhältnis vom Arbeitskolbenringraum 42 zum Arbeitskolbenraum 41 gleich wie das Flächenverhältnis vom Arbeitskolbenraum 41 zum Arbeitskolbenringraum 42. Die beiden Steuerkanten 55 und 57 des Steu-
EMI4.1
pierschlittens 33 in diesem Gleichgewichtszustand kein Druckmittel benötigt wird, strömt dasselbe bei der Steuerkante 20 durch und gelangt durch die Leitung 22 zurück in den Druckmittelbehälter. Die Pumpe 28 arbeitet mit niedrigem Druck, so dass keine starke Erwärmung des Druckmittels eintritt.
Wird nun das Werkstück 16 in Drehung versetzt und die Vorschubbewegung des Längsschlittens 7 ein- geschaltet, so dass sich der letztere in Richtung des Pfeiles 62 von rechts nach links bewegt, so bleiben die
Steuerorgane so lange in der in Fig. 6 gezeichneten Lage, als der zylindrische Teil A der Kopierschablone 27 kopiert wird, da der Kopierschlitten 33 seine Stellung gegenüber dem Grundschlitten 7 unverändert beibehält.
Gelangt der Kopiertaster 24 beim weiteren Abtasten der Kopierschablone 27 an den Umsteuerpunkt B, so bewegt sich der Taster 24 nach unten (Fig. 5), wodurch der Kopiersteuerschieber 21 durch die Wirkung der Druckfeder 46 angehoben wird, was das Schliessen der Steuerkante 20 zur Folge hat. Da das Druckmit- tel nicht mehr durch 22 entweichen kann, steigt der Druck im Raum 58 und in der Leitung 64 und somit auch im Arbeitskolbenraum 41 und im Ringraum 59 (Fig. 5) an. Der Kopierschlitten 33 bewegt sich in
Richtung des Pfeiles 66. Durch den Druckanstieg im Ringraum 59 wird der Druckdifferenzschieber 36 an- gehoben, wot'rich die Drosselkante 44 öffnet und der Druck auch in den Leitungen 23 und 30 ansteigt, was einen Druckanstieg in der Pumpe 28 zur Folge hat.
Durch den Druckanstieg im Ringraum 59 wird der Druckdifferenzschieber 36 noch weiter nach oben verschoben, wodurch dessen Steuerkante 55 schliesst und die Steuerkante 57 öffnet. Das Druckmittel aus dem Arbeitskolbenringraum 42 gelangt durch die Kanäle bzw. Räume 61,65, 56 und 43 in den Druck- mittelbehälter zurück, so dass der Druck im Arbeitskolbenringraum 42 gegen Null sinkt.
Im Maximum kann der Druck in der Pumpe 28 und somit in den Leitungen 30,23, 40, dem Ring- raum 54 und der Bohrung 51 bis zu dem am Sicherheits-Überdruckventil 31 eingestellten Druck ansteigen, worauf das letztere öffnet und das Druckmittel durch die Überströmleitung 52 in den Druckmittelbehäl- ter zurückfliesst.
Gelangt im Verlaufe des Kopiervorganges der Taster 24 an den Umsteuerpunkt C (Fig. 5) der Kopier- schablone 27, so verschiebt sich der Kopiersteuerschieber 21 aus der in Fig. 5 dargestellten Lage nach unten. Der Druck in den Räumen bzw. Leitungen 58,64, 41,50 sowie in 59 fällt, wodurch der Drossel- schieber 69 in die in Fig. 6 dargestellte Lage gelangt. Durch den Druckabfall im Raum 59 fällt auch der
Druck in den Räumen bzw. Kanälen 88,54, 23,30 und somit auch in der Pumpe 28, so dass die letztere entlastet ist. Der Druckdifferenzschieber 36 wird durch die Druckfeder 53 nach unten verschoben und die
Steuerorgane nehmen beim Kopieren der zylindrischen Mittelpartie des Werkstückes 16 die in Fig. 6 ge- zeichnete Lage ein, wo sich das hydraulische Kopiersteuersystem im Gleichgewichtszustand befindet.
Gelangt beim weiteren Kopieren der Kopiertaster 24 an die mit D bezeichnete Umsteuerstelle der
Kopierschablone 27, so wird der Kopiertaster 24 etwas nach oben abgelenkt, wie in Fig. 7 dargestellt.
Der Kopiersteuerschieber 21 wird dadurch nach unten verschoben, wodurch die Steuerkante 20 den Ab- fluss nach 22 öffnet. Der Druck in 58,64, 41,50 und 59 fällt bis zum Wert Null. Der Druckdifferenz- schieber 36 wird durch die Wirkung der Druckfeder 53 nach unten geschoben und nimmt dann die in der
Fig. 7 gezeichnete Lage ein. Durch die starke Ver ngung des Durchgangquerschnittes an der Drosselkante 44
<Desc/Clms Page number 5>
(Fig. 7) erfolgt ein Druckanstieg in den Räumen bzw. Leitungen 88,51, 54,23, 30 und in der Pumpe 28.
Infolge des Druckabfalles im Raum 59 wird der Druckdifferenzschieber 36 durch die Druckfeder 53 etwas nach unten verschoben, so dass die Steuerkante 55 öffnet und dadurch Druckmittel aus den Leitungen bzw.
Räumen 30,23, 54 nach dem Raum 65, der Leitung 61 und in den Arbeitskolbenringraum 42 gelangt. Die maximale Verschiebekraft in Richtung des Pfeiles 67 (Fig. 7) ist dann erreicht, wenn durch den Drück der
Pumpe 28 und den Druck in den Leitungen bzw. Räumen 30,40, 23,51, 88,65, 61 und somit im Ar- beitskolbenringraum 42 das Sicherheits-Überdruckventil 31 geöffnet wird.
Gelangt der Kopiertaster 24 an die mit E bezeichnete Umsteuerstelle, so wird dadurch der Tasterhe- bel 48 im Uhrzeigersinn verschwenkt, so dass der Kopiersteuerschieber 21 etwas angehoben wird, bis er die in Fig. 6 dargestellte Lage einnimmt. Es erfolgt dadurch ein kleiner Druckanstieg im Raum 58 bzw. der
Leitung 64 und im Arbeitskolbenraum 41 sowie in den Räumen 50 und 59. Der Druckanstieg im Raum 59 verursacht ein Verschieben des Druckdifferenzschiebers 36 nach oben in die in Fig. 6 dargestellte Mittel- lage. Der Druckanstieg im Ringraum 59 hat ein geringes Verschieben des Druckdifferenzschiebers 36 in die in Fig. 6 dargestellte Lage zur Folge, so dass der Durchgangsquerschnitt an der Drosselkante 44 sich weiter vergrössert.
Beim Kopieren der kurzen zylindrischen Partie am linken Ende der Kopierschablone 27 herrscht im hydraulischen Kopiersystem Gleichgewichtszustand wie bei Fig. 6 beschrieben.
Ist das Werkstück 16 fertig bearbeitet, so kann durch nicht dargestellte Mittel der Kopiertaster 24 von der Kopierschablone 27 und somit das Werkzeug 15 vom Werkstück 16 abgehoben werden, worauf ein neu- er Drehvorgang beginnen kann.
Die Fig. 8 und 9 zeigen eine weitere Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes. Diese hydraulische
Kopiersteuer-Einrichtung soll zum Kopieren von Werkstücken verwendet werden, wobei wahlweise nach- einander zuerst nach einer oberen und dann nach einer der letzterengegenüberstehend untenangeordneten
Kopierschablone gearbeitet wird oder umgekehrt. Dabei werden zwei einander gegenüberstehende Dreh- werkzeuge verwendet, wie dies beispielsweise in Fig. 8 dargestellt ist.
Am Kopierschlitten 33 ist, wie in Fig. 9 gezeichnet, ein Support 72 angeordnet, an dem das eine
Ende einer Druckfeder 73 abgestützt ist, deren anderes Ende auf einem, auf dem oberen Ende des Kopiersteuerschiebers 21 lose aufliegenden Hebel 74 sitzt. Der letztere ist in einem am Kopierschlitten 33 angeordneten Lagerbock 75 schwenkbar gelagert. Eine um eine Achse 80 drehbare Exzenterscheibe 79 dient zum Verstellen des Hebels 74. Die Kraft der Druckfeder 73 muss grösser sein als diejenige der Druckfeder 46 unter dem Kopiersteuerschieber 21.
Am Kopierschlitten 33 kann beispielsweise ein nach Fig. 8 ausgebildeter Doppeldrehwerkzeughal- ter 81 angeordnet sein, in dem, schematisch dargestellt, ein oberes Drehwerkzeug 15, mit beispielsweise nach vorne gerichteter Schneide, und ein unteres Drehwerkzeug 82, mit nach hinten gerichteter Schneide, angeordnet sind, die nacheinander am Werkstück zum Eingriff gelangen.
Auf der Kopierschablonen-Auflagefläche 11 ist eine die Bewegungen des Drehwerkzeuges 15 steuernde Kopierschablone 27 angeordnet. An einer oberhalb der letzteren im Abstande davon angeordneten, in Fig. 8 angedeuteten, oberen Auflagefläche 89 der Drehbank ist eine, die Bewegungen des unteren Drehwerkzeuges 82 steuernde Kopierschablone 77 vorgesehen.
Der am Kopiertaster-Hebel26 angeordnete Kopiertaster 84 unterscheidet sich von dem in den Fig. 4-7 dargestellten dadurch, dass mit ihm nacheinander sowohl die obere wie auch die untere Kopierschablone 7 7 bzw. 27 abgetastet werden können oder umgekehrt.
An Stelle des in Fig. 8 gezeichneten Doppel-Drehwerkzeughalters 81 könnte indessen, in nicht dargestellter Weise, z. B. für das Innenkopieren, auch ein Innenkopierdrehwerkzeughalter mit zwei Werkzeugen verwendet werden. Auch könnten die Schneiden der in Fig. 8 gezeichneten beiden Drehwerkzeuge 15 u. id 32 nach der gleichen Seite gerichtet sein, wobei indessen beim Umsteuern der Kopiereinrichtung vom einen Werkzeug auf das andere der Drehsinn der Werkzeugmaschinenspindel geändert werden müsste.
Die Wirkungsweise der in den Fig. 8 und 9 gezeichneten Einrichtung ist folgende :
Beim Abtasten der unteren Kopierschablone 27, wobei der Längsschlitten 7 in Richtung des Pfeiles 62. verschoben wird, steht die Exzenterscheibe 79 in der in Fig. 8 dargestellten Lage, wo sie das linksseitige Ende des Hebels 74 nach unten drückt, so dass das auf dem Kopiersteuerschieber 21 aufliegende rechtsseitige Ende des Hebels 74 die Druckfeder 73 zusammendrückt, d. h. wirkungslos macht. Die Arbeitsweise entspricht somit derjenigen, wie sie bereits bei den Fig. 4-7 beschrieben worden ist.
Soll nun beispielsweise am Werkstück 96 mit dem unteren Drehwerkzeug 82 eine Kontur gemäss der oberen Kopierschablone 77, oder mindestens gemäss eines Teiles derselben, kopiert werden, wobei der Längsschlitten 7 entgegen der Pfeilrichtung 62 verschoben wird, dann muss die Exzenterscheibe 79 um ihre Achse 80 in die in Fig. 9 gezeichnete Lage verdreht werden. Dadurch können das rechtsseitige Ende des Hebels 74 und damit
<Desc/Clms Page number 6>
auch die Druckfeder 73 auf dem oberen Ende des Kopiersteuerschiebers 21 aufliegen, so dass der letztere nach unten gedrückt wird, wodurch die Steuerkante 20 öffnet. Das Druckmittel aus dem Arbeitskolben- raum 41 entweicht durch die Kanäle bzw.
Räume 64,58, 20 und 22, wodurch der Kopierschlitten 33 an- steigt, bis der Kopiertaster 84 auf die obere Kopierschablone 77 auftrifft, worauf im hydraulischen Steuer- system Gleichgewichtszustand eintritt, wie dies bereits beim Zylindrisch-Kopieren nach Fig. 6 beschrie- ben wurde.
Gelangt der Kopiertaster 84 an die mit F bezeichnete Stelle der oberen Kopierschablone 77, dann drückt die Druckfeder 73, deren Kraft grösser ist als die Kraft der unteren, am Kopiersteuerschieber 21 an- greifenden Druckfeder 46, den Steuerschieber 21 nach unten, wodurch die Steuerkante 20 öffnet. Das
Druckmittel aus den Räumen bzw. Leitungen 58, 64, 41,50 und 59 entweicht durch den Kanal 22, wo- durch der Kopierschlitten 33 ansteigt. Durch den Druckabfall im Raum 59 wird der Druckdifferenzschie- ber 36 durch die Wirkung der Druckfeder 53 nach unten verschoben, so dass die Steuerkante 44 schliesst, d. h. der Druck fällt im Raum 41 weiter ab. Durch das Verschieben des Druckdifferenzschiebers 36 wird die Steuerkante 55 geöffnet und die Steuerkante 57 geschlossen, so dass alles Druckmittel durch die Lei- tungen bzw.
Räume 23,54, 65 und 61 in den Arbeitskolben-Ringraum 42 gelangt, wie dies bei Fig. 4 be- schrieben wurde.
Die weitere Wirkungsweise ist aus den Fig. 5-7 zu entnehmen.
Die Fig. 10 und 11 zeigen eine weitere Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, bei der, im Ge- gensatz zu der Darstellung nach den Fig. 4-9, bei der der im Raum 41 herrschende Druck den Druck im Raum 42 steuert, der Druck im Arbeitskolbenraum 41 durch den im Arbeitskolben-Ringraum 42 herrschenden Druck gesteuert wird.
Die wesentlichen konstruktiven Unterschiede des Ausführungsbeispieles gemäss der Fig. 10 und 11 bestehen darin, dass eine Bohrung 93 aus dem Ringraum 65 im Innern der Kolbenstange 10 bzw. des Arbeitskolbens 9 in den Arbeitskolbenraum 41 führt. Radialbohrungen 92 führen vom Raum 94 der Bohrung 35 nach demArbeitskolben-Ringraum 42 und eine Bohrung 91 führt aus demArbeitskolbenringraum 42 in denRing- raum 58 beim Kopiersteuerschieber 21, dessen Steuerkante 20 sich bei dieser Ausführungsform auf der Unterseite befindet. Diese Ausführungsform könnte indessen auch ohne die Zusatzeinrichtung zum Kopierrichtungswechsel ausgebildet sein, d. h. ähnlich wie in den Fig. 4-7 dargestellt.
In diesem Falle kann indessen nur die untenstehende Kopierschablone 27 abgetastet werden, da die Druckfeder 46 den Kopiersteuerschieber 21 im öffnenden Sinne der Steuerkante 20 zu verschieben trachtet.
Die Wirkungsweise der in Fig. 10 dargestellten Kopiersteuervorrichtung ist folgende, wenn die Umsteuerteile 79,74, 73 die gezeichnete Lage einnehmen, d. h. wenn die Wirkung der Druckfeder 73 ausgeschaltet ist.
Im drucklosen Zustand wird der Kopierschlitten 33 durch die Wirkung der Druckfeder 68 in seine höchste Stellung angehoben. Bei Verwendung von zwei einander gegenüber angeordneten Kopierschablonen 27 und 77, wie dies in den Fig. 8 und 9 bzw. 10 und 11 dargestellt ist, sind Schaltorgane vorgesehen, die verhindern, dass z. B. in drucklosem Zustande des : hydraulischen Steuersystems, der Kopierschlitten 33, der durch die'Wirkung der Druckfeder 68 angehoben wird, nicht so weit ansteigt, bis der Kopiertaster 84 an der oberen Kopierschablone 77 ansteht, da dies zu Beschädigungen der letzteren führen könnte..
Durch die Wirkung der Druckfeder 46 wird der Kopiersteuerschieber 21 nach oben geschoben, so dass die Steuerkante 20 offensteht.
Durch die Wirkung der Druckfeder 53 wird der Druckdifferenzschieber 36 gegenüber dem feststehenden Drosselschieber 69 nach unten verschoben, so dass die Steuerkante 44 geschlossen ist. Die Steuerkante 55 ist offen und die Kante 57 geschlossen.
Beim Inbetriebsetzen der Druckmittelpumpe 28 gelangt Druckmittel durch die Kanäle bzw. Räume 30, 23, 54,65, 93 in den Arbeitskolbenraum 41, wodurch der Kopierschlitten 33 absinkt. Dabei kann, da die Steuerkante 20 offen ist, Druckmittel aus dem Arbeitskolben-Ringraum 42 durch den Kanal 91 und den Raum 58 nach dem Kanal 22 entweichen. Gleichzeitig gelangt Druckmittel aus dem Ringraum 65 durch die Radialbohrungen 87 in den Raum 63, wodurch der Druckdifferenzschieber 36, in bezug auf den im Kolben 10 feststehenden Drosselschieber 69, entgegen der Wirkung der Druckfeder 53 nach oben verschoben wird, wodurch der Steuerspalt 44 etwas öffnet.
Durch das Absinken des Kopierschlittens 33 gelangt der Kopiertaster 84 auf die Kopierschablone 27, wobei über den Tasterhebel 26 und die Stange 48 der Kopiersteuerschieber 21, entgegen der Wirkung der Druckfeder 46, nach unten verschoben wird, so dass sich der Steuerspalt der Steuerkante 20 verringert. In bereits früher beschriebener Weise tritt im hydrau- lischen Kopiersteuersystem Gleichgewichtszustand ein, indem die Teile 10,36 und 69 die in Fig. 6 dargestellte Lage einnehmen.
<Desc/Clms Page number 7>
Das Kopieren der Kontur nach der Schablone 27 erfolgt in der bereits beschriebenen Weise durch das Drehwerkzeug 15.
Soll jedoch nach dem Kopieren des Werkstückes 98 gemäss der Schablone 27 beispielsweise ein Teil der bereits erzeugten Kontur durch das untenstehende Drehwerkzeug 82 gemäss der oben angeordneten Kopierschablone 77 kopiert werden, dann muss die Exzenterscheibe 79 um ihre Achse 80 in die in Fig. 11 dargestellte Stellung gebracht werden. Dadurch wird in drucklosem Zustand der hydraulischen Kopiersteuerung der Kopiersteuerschieber 21 nach unten gedrückt, wodurch die Steuerkante 20 schliesst.
Gelangt der Kopiertaster 84 beim Ansteigen des Kopierschlittens 33 auf die Kopierschablone 77, so wird der Kopiersteuerschieber 21 soweit nach oben verschoben, bis im hydraulischen Kopiersystem Gleichgewichtszustand eintritt. Wird der Längsschlitten 7 in Richtung des Pfeiles 62 verschoben, dann wird beim Erreichen der Stelle F der Schablone 77 der Kopiertasterhebel 26 vorerst um den Drehpunkt 25 herum im Gegenuhrzeigersinn verschwenkt, wodurch die Steuerkante 20 des Kopiersteuerschiebers 21 etwas schliesst, so dass der Druck im Raum 42 ansteigt und sich der Kopierschlitten 33 nach oben verschiebt. Das weitere Kopieren erfolgt in der bereits beschriebenen Weise.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hydraulische Einkanten-Kopiersteuereinrichtung für Werkzeugmaschinen, insbesondere für Kopierdrehbänke, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zum Kopiersteuerschieber (21) und zum einen Arbeitskolbenraum (41 bzw. 42) führenden Druckleitungssystem (51,50, 64 bzw. 51,92, 91) ein Über-
EMI7.1
und in dem Druckleitungssystem (65, 61 bzw. 65,93) zum andern Arbeitskolbenraum (42 bzw. 41) ein von der einen Seite vom Druck im ersten Arbeitskolbenraum (41 bzw. 42) beeinflusster Druckdifferenzschieber (36) vorgesehen sind.
EMI7.2