<Desc/Clms Page number 1>
Aufspannvorrichtung für Druckfolien
Die Erfindung betrifft eine Aufspannvorrichtung für Druckfolien, insbesondere Papierdruckfolien an Formzylinder bei Offsetdruckmaschinen.
Druckfolien werden gewöhnlich an den Befestigungsseiten mit Lochungen oder Ösen versehen, mit welchen die Folien an Haken oder Stiften des Formzylinders eingehängt oder gespannt werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Folien, die nur eine geringe Stärke von 0,08 mm haben, leicht ausreissen bzw. an den Löchern ausgezogen werden. Aber schon die Einhängung der Folien in die Haken oder auf die Stifte ist zeitraubend und setzt, besonders wenn die Folie bereits befeuchtet ist, einige Geschicklichkeit voraus.
Aber auch während des Druckes macht sich die quer zu der Umlaufrichtung der Druckfolie verlaufende Perforation aus nachfolgenden Gründen störend bemerkbar. Die zur Aufhängung der Folien dienenden Ösen oder Stifte befinden sich ausserhalb des Mantels des Druckzylinders. Sie erhalten daher während des Druckes durch Steuerung der Feuchtigkeit einen grösseren Feuchtigkeitsanteil als die auf dem Druckzylinder aufliegende Folie. Es erfolgt daher eine ungleichmässige Dehnung der Folie und es bilden sich während des Druckablaufes hinter der Aufhängekante Falten, dadurch, dass vom Aufhängerand zur Druckfläche hinein eine andersartige Dehnung der Papierfolie erfolgt als am freiliegenden Aufhängerand.
Bei einer grösseren Druckauflage wird die Folie daher schon vor Beendigung der Druckarbeit durch Faltenbildung unbrauchbar.
Die Erfindung hat sich nun die Aufgabe gestellt, eine Aufspannvorrichtung zu schaffen, die die durch Dehnung entstehende Faltenbildung der Folie an den Aufspannenden, die durch den höheren Feuchtigkeitanteil an diesen Stellen hervorgerufen wird, wenn die Papierfolie beim Drucken gefeuchtet wird, auszugleichen vermag. Gemäss der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die als Klemmleiste ausgebildete Aufspannvorrichtung mit konischen Stiften versehen ist, die durch entsprechende Lochungen der Papierfolie durchgreifen und in Bohrungen des Formzylinders passen, und dass die Papierdruckfolien mit an sich bekannten Einführlappen versehen sind, die mit Aussparungen des Formzylinders übereinstimmen.
Erfindungsgemäss ist jede Aussparung am Formzylinder in der Achsrichtung des Formzylinders breiter als der entsprechende Rnführlappen.
Die immer erfolgende Dehnung der Folie wird also an den Unterbrechungen des Einhängerandes der Folie ausgeglichen und hiedurch eine Faltenbildung auf der Druckfolie verhindert.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Lappung des Einhängerandes als Vorjustierung für die Folie auf dem Druckzylinder benutzt werden kann, indem die Lappen in entsprechende Ausnehmungen des Formzylinders einpassbar sind. Hiedurch ist es möglich, die mit der Druckform versehene Folie auf einfache Weise im wesentlichen passgerecht auf dem Druckzylinder anzubringen. Durch die erfindungsgemässe Anordnung von Passstiften in der Klemmleiste wird die Druckfolie beim Schliessen der Klemmleiste sicher in die genau passgerechte Lage gezwungen, wodurch geringste Passdifferenzen ausgeglichen werden. Hiefür sind die Einpassstifte konisch und abgerundet geformt und drücken diese die Folie beim Senken bzw. Schliessen der Klemmleiste durch die Einpasslöcher hindurch nach vorn auf Anschlag und seitlich in die Passform.
Die konischen Stifte versenken sich hiebei in eine Vertiefung des Formzylinders, wobei diese Löcher die gleiche Gestalt aufweisen, in der die konischen Passstifte geformt sind. Hiedurch wird eine richtige Auflage der Druckfolie auf dem Formzylinder erreicht. Die Klemmleiste ist mehrmals unterteilt, wodurch eine eventuelle Ausdehnung der Folie an den Aussparungsstellen möglich ist. Das andere also nicht eingespannte Ende der Druckfolie liegt frei.
Es ist vorteilhaft, den Einspannrand von dünneren Papierdruckfolien mehrzahniger zu unterteilen als
<Desc/Clms Page number 2>
den von stärkeren Folien, um hiedurch eine Faltenbildung durch grössere Ausdehnung der Folie zu verhindern.
An Hand der Zeichnungen werden mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.
Die Fig. 1 und 2 zeigen die Druckfolien mit den verschledenzahligen Einführlappen für dünnere und stärkere Folien und die Anschlagschienen des Formzylinders. Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Aufspannvorrichtung mit zwei Bedienungshebeln. Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel mit einem mittig angeordneten Bedienungshebel. Die Fig. 5 und 6 sind teilweise geschnittene Seitenansichten der Fig. 3 bzw. 4. Fig. 7 zeigt eine schematische Schnittansicht einer Offsetdruckmaschine mit der erfindungsgemässen Aufspannvorrichtung für die Druckfolien.
Die zu bedruckenden Papierbogen werden bei der in Fig. 7 dargestellten Offsetdruckmaschine von einem auf der linken Seite dargestellten Papiervo : ratsstapel durch Saugereinrichtungen abgehoben und durch Greifer, Rollen u. dgl. dem Gegendruckzylinder der Maschine zugeführt und zwischen Gegendruckzylinder und Druckzylinder hindurchgeführt und rechts in der Zeichnung in gedrucktem Zustand abgelegt.
Oberhalb des Druckzylinders ist der Formzylinder 13 mit der Druckfolie 2 angeordnet, die mit der erfindungsgemässen Aufspannvorrichtung auf dem Formzylinder festgespannt ist. Oberhalb des Formzylinders 13 ist das Feucht- und Farbwerk angeordnet, während im unteren Teil der Maschine der Antriebsmotor und Antriebseinrichtungen und Steuereinrichtungen liegen.
Fig. 1 zeigt die mit drei Aussparungen 1 versehene Druckfolie 2 für stärkere Ausführung. und Fig. 2 zeigt die mit vier Aussparungen 1 versehene Druckfolie 2 für schwächeres Material. Weiters zeigen die Fig. 1 und 2 die Anschlagschiene 3 mit den zur ersten Einpassung dienenden Einpassnocken 4. An beiden Aussenkanten der Folien befinden sich die zur Ausrichtung dienenden Passlöcher 5 für die nachfolgend beschriebenen Einpassstifte 12. Die zur Führung einer Klemmleiste (Fig. 3 und 4, Ziffer 10) dienende Gleitachse 6 ist im Formzylinder zwischen den Lappen der Folie gelagert.
In den Fig. 3 und 4 ist der Klemmechanismus für die Folienbefestigung aufgezeigt. Dieser kann bei Fig. 3 jeweils mit dem linken oder rechten Hebel 7 bedient werden, wobei die Verbindungsschiene 8 einen parallel gleichmässigen Andruck erzeugt. Durch seitliche Bewegung der Hebel 7 drücken die achsgelagerten Kurventeile 9 auf die Klemmschiene 10 mit den Andrückflächen 11. Die bereits in den vorgerichteten Aussparungen 1 liegende Folie 2 wird nunmehr durch die in der Klemmschiene 10 befindlichen konischen Passstifte 12 seitlich ausgerichtet, wobei die konischen Passstifte 12 in die im Formzylinder 13 vorgesehenen Löcher 14 eingreifen. Für die parallele Auf- und Abwärtsbewegung der Klemmschiene 10 ist diese parallel auf denGleitachsen 6 aufgebracht. Für das Öffnen der Klemmschienen 10 wird die Schiene durch die Federn 15 zurückgedrückt.
Fig. 4 zeigt die gleichen Merkmale der Fig. 3, jedoch wird hiebei die Anpressfunktion durch einen Andruckhebel 16 bewerkstelligt. Hiebei zeigt 16 den Anpresshebel, 17 und 18 die beiden Zughebel, die die gewinkelten Anpressteile 19 und 20 in Anpressstellung oder Lösung bringen. Alle weiteren Funktionsteile entsprechen den Anordnungen der Fig. 3.
PATENT ANSPRÜCHE : 1. Aufspannvorrichtung für Druckfolien, insbesondere Papierdruckfolien am Formzylinder bei Offsetdruckmaschinen, dadurch gekennzeichnet, dass die als Klemmleiste ausgebildete Aufspannvorrichtung mit konischen Stiften (12) versehen ist, die durch entsprechende Lochungen (5) der Papierdruckfolie durchgreifen und in Bohrungen (14) des Formzylinders (13) passen und dass die Papierdruckfolien (2) mit an sich bekannten Einfilhrlappen versehen sind, die mit Aussparungen des Formzylinders übereinstimmen.