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Skibelag
Die Lauffläche von aus Holz oder Metall bestehenden Skiern muss zum Erhöhen der Gleitfähigkeit und zum Vermeiden von Abnützunbserscheinungen mit einem besonderen Gleitbelag versehen werden. Wachse und Lacke sind zu diesem Zweck wohl geeignet, sind aber wenig dauerhaft und müssen häufig ausgebessert oder erneuert werden. Bessere Erfahrungen wurden mit Kunstharzbelägen, wie z. B. solchen aus Zellulosei azetat oder Polyäthylen, gemacht. Polyäthylen allerdings konnte erst, nachdem das Problem des Verkle- bens mit der Skisohle gelöst war, als Skibelag verwendet werden. Nach der österr. Patentschrift Nr. 178576 soll es z. B. möglich sein, Polyäthylen mit Holz zu verkleben, wenn zwischen die beiden zu verbinden- den Flächen eine Gewebeschicht gelegt wird.
Ohne Gewebezwischenlage ist eine zufriedenstellende Ver- bindung zwischen Holz und Polyäthylen nicht erreichbar. Zelluloseazetatbeläge hingegen lassen sich ohne besondere Massnahmen mit Holz verkleben, da Zelluloseazetat in verschiedenen organischen Lösungs- mitteln, die im Klebstoff enthalten sein können, löslich oder quellbar ist.
Obwohl diese Skibeläge aus Polyäthylen und Zelluloseazetat an Dauerhaftigkeit die bekannten
Wachs- oder Lackschichten übertreffen, haften ihnen doch noch verschiedene Nachteile an. So ist Poly- äthylen ziemlich leicht deformierbar und weich und Zelluloseazetat wird bei tieferen Temperaturen leicht spröde.
Ein Belag mit vorzüglicher Gleitfähigkeit, der diese Nachteile nicht aufweist und also gute Abrieb- festigkeit und Temperaturbeständigkeit besitzt, ist in der Schweizer Patentschrift Nr. 312244 beschrieben.
Er besteht aus Polyamid, das eine grosse mechanische Festigkeit besitzt (die Kugeldruckhärte von Poly- amid ist ungefähr dreimal so gross wie diejenige von Polyäthylen). Die Festigkeit eines solchen Polyamid- belages kann noch dadurch vergrössert werden, dass dieser aus verschiedenen Schichten hergestellt wird und dass zwischen den Schichten aus glatter Polyamidfolie ein Polyamidgewebe eingebettet wird.
Wie aus den folgenden Darlegungen hervorgeht, waren aber auch Polyamidbeläge mit einem Nach- teil verbunden, der nun durch die vorliegende Erfindung behoben werden konnte.
Das Verkleben von Polyamidfilmen mit Metall- oder Holzskiern erfolgt im allgemeinen durch soge- nannte Kombinationskleber, bestehend aus Epoxyharz und Polyamid. Polyamide haben aber die Eigen- schaft, unter Wasseraufnahme bis zu 10 Gew. -0/0 zu quellen. Die Kombinationskleber haben ein anderes
Quellverhalten als die Polyamide, so dass durch das Quellen eine Verformung der Skier bewirkt wird. Die- se Verformung erfolgt vor allem dann, wenn die Beläge nach längerer Berührung mit Nassschnee wieder austrocknen. Ebenso kann eine Verformung auftreten,'wenn der Polyamidskibelag längere Zeit der Son- nenbestrahlung ausgesetzt ist, da auch die Wärmeausdehnungskoeffizienten von Polyamidbelägen und Kle- bern verschieden sind.
Es wurde nun gefunden, dass die Verformung von Skiern mit Polyamidbelägen verhindert werden kann, wenn die Polyamidbeläge nicht direkt auf die Skier geklebt werden, sondern wenn ein Textilband als
Zwischenschicht verwendet wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Skibelag, bestehend aus einem auf den Ski auf- geleimten kompakten Film aus einem thermoplastischen Kunststoff, wobei zwischen Ski und Kunststoff- schicht eine elastische Textilzwischenlage eingebettet ist, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass der
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Kunststoff-Film eine Dicke von 0, 2 bis 2 mm aufweist und aus hochmolekularem Polycaprolactam mit einem Mindestmolekulargewicht von 25 000 besteht.
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die Gewebezwischenschicht möglichst nur einseitig mit Polyamidfilmten, wobei darauf zu achten ist, dass das Gewebeband nicht zu stark mit Kunststoffmasse durchzogen wird.
Selbstverständlich kann das Gewebeband gefärbt sein, so dass seine Eigenfarbe durch den transparenten Polyamidfilm durchscheint. Ebenso kann das Polyamidband zum Erhöhen der Gleitfähigkeit Graphit enthalten. Das Polyamidband kann auch nebst oder an Stelle des Graphits Kältestabilisatoren, wie z. B.
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enthalten.ches als Belagsmaterial durch Verkleben mit dem Holz- oder Metallski verbunden ist, lässt sich an der
Kante in an sich bekannter Weise fräsen, um Metallkantenmaterial seitlich zu montieren. Stahlkanten können auch beispielsweise nach dem Wirbelverfahren vor der Montage auf dem Ski mit Polyamid bedeckt werden, um die ganze Gleitfläche aus dem gleichen Material zu gestalten.
Beispiel l : Ein Polyamidband in der Breite und Länge eines Skis mit einer Stärke von 0, 5 bis , 1, 0 mm wird mit einer gleichmässigen Schicht Klebstoff, bestehend aus 6 lo Polycaprolactam, 60%
Resorcin, gelöst in 95 obigem Methanol, bestrichen. Hierauf wird ein Baumwollgewebe von gleicher Brei- te unter einem Flächendruck von 3 bis 5 kg/cm auf das mit Klebstoff bestrichen Polyamidband gepresst.
Die Aushärtung bzw. Verdunstung des Lösungsmittels erfolgt innerhalb zirka 15 min bei 600C. Hierauf wird das mit Polyamid kaschierte Band mittels Holzleim in an sich bekannter Weise mit dem Ski ver- klebt.
Beispiel 2 :"Nylon 6" (Polycaprolactam mit einem Mindestmolekulargewichtvon 25 000) wird aus dem Schmelzfluss, beispielsweise aus einem Extruder, direkt einseitig auf ein Textilband gegossen. Hiebei tritt die Polyamidschmelze tangential auf eine, von einer Abzugsrolle über eine mit konstanter Geschwin- digkeit angetriebene Riffelwalze laufende Gewebebahn.
Durch eine Gegenwalze mit dem Abstand entsprechend des herzustellenden Beleges- und Textilband- stärke wird die austretende Polyamidschmelze profiliert, wodurch die Schmelze leicht in die Oberfläche des Gewebes eindringt und sich verankert.
Das so kaschierte Textilbandwird nach Durchlaufen eines Kühlbades von zirka 2 m Länge wieder auf- gewickelt und nachher nach Bedarf geschnitten und mit Skiern verklebt.
Es ist zweckmässig, hochmolekulares Polyamid, d. h. solches mit einem Molekulargewicht über 25 000, zu verwenden, da dieses Polyamid eine zähflüssige Schmelze bildet, die bei dem erfindungsgemässen Ka- schierverfahren nur leicht in das Textilgewebe eindringen kann, so dass die Elastizität derTextilzwischen- schicht nicht zerstört wird.
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mn einem MoieRulargewictnPATENTANSPRÜCHE :
1. Skibelag, bestehend aus einem auf den Ski aufgeleimten kompakten Film aus einem thermopla stischen Kunststoff, wobei zwischen Ski und Kunststoffschicht eine elastische Textilzwischenlage eingebettet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff-Film eine Dicke von 0, 2 bis 2 mm aufweist und aus hochmolekularem Polycaprolactam mit einem Mindestmolekulargewicht von 25 000 besteht.