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Ausrichtbank zum optischen Ausrichten bzw. Zentrieren von Linsen
Die Erfindung betrifft eine Ausrichtbank zum optischen Ausrichten bzw. Zentrieren von Linsen auf
Spannspindeln.
Bei dem als besonders genau bekannten optischen Ausrichtverfahren wird die zn zentrierend Linse auf eine üblicherweise als Wechselspindel ausgebildete Spindel aufgekittet. Bei rotierender Spindel wer- den auf der Linse Spiegelbilder einer Lichtquelle beobachtet. Solange die optische Achse der Linse nicht mit der Rotationsachse der Spindel übereinstimmt, bewegen sich die Spiegelbilder der Lichtquelle. Die
Linse ist zentriert, wenn beide Achsen übereinstimmen, was daran zu erkennen ist, dass die Spiegelbilder der Lichtquelle stillstehen. Der Arbeitsvorgang ist der, dass die Linse zunächst auf die Spindel aufgekittet wird. Durch Erwärmen der Spindel mit einem Bunsenbrenner und durch gleichzeitiges Andrücken der Lin- se mit einem Holzstift wird nun versucht, die Linse in die zentrische Lage zu verschieben.
Ist diese Lage erreicht, so lässt man die Spindel auskühlen, wodurch sich die Kittung verfestigt. Anschliessend wird die
Spindel samt der Linse aus der Ausrichtbank entfernt. Der Aussenrand der Linse wird dann in einer getrennten Schleifmaschine abgeschliffen und gegebenenfalls mit einer Facette versehen.
Der Ausrichtvorgang selbst erfordert ein relativ hohes Mass an Geschicklichkeit, da die Erwärmung und Drehzahl der Spindel sowie die Verschiebung der Linse mit dem Holzstift gut aufeinander abgestimmt werden müssen.
Erfindungsgemäss wird dieser Vorgang dadurch vereinfacht, dass in einem vorzugsweise schwenkbaren Träger ein in Arbeitsstellung der auszurichtenden Linse gegenüberstehender und gegen die Linse bewegbarer Zentrierstift aus Graphit od. dgL vorgesehen ist, der unter der Wirkung einer Feder steht, die bestrebt ist, ihn gegen die Linse zu drücken.
Um Linsen verschiedenen Durchmessers zentrieren zu können, ist erfindungsgemäss der Zentrierstift in bezug auf die Linse in radialer Richtung verstellbar. Es ist dadurch möglich, den Stift auf einem Durchmesser einzustellen, der ausserhalb der optisch wirksamenzone der Linse liegt, d. h. beim nachfolgenden Schleifvorgang entfernt wird oder beim Einbau der Linse in die Objektivfassung durch diese verdeckt wird.
Dadurch werden die optisch wirksamen Linsenflächen ausserordentlich geschont.
Vorteilhaft ist der Zentrierstift in seiner Ruhestellung beispielsweise mittels eines Permanentmagneten fixierbar.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist in dem Träger für den Zentrierstift auch eine Beleuchtungseinrichtung zur Projektion eines Testbildes auf die Linse und gegebenenfalls auch eine Betrachtungslupe vorgesehen.
Zweckmässig ist bei einem aus der Arbeitsstellung schwenkbaren Träger für den Zentrierstift und die Beleuchtungseinrichtung ein durch den Träger gesteuerter Schalter vorgesehen, der die Beleuchtungseinrichtung beim Zurückschwenken des Trägers aus der Arbeitsstellung abschaltet.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines Ausführungsbeispieles und unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
Fig. l ist eine schaubildliche Darstellung der neuen Einrichtung. Die Fig. 2-4 zeigen ebenfalls schaubildlich Details des Gegenstandes der Fig. 1 in vergrössertem Massstab.
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An dem Werktisch 1 ist eine Kuppel 2 angeordnet, an der der Träger 3 für die Wechselspindel 4 so befestigt ist, dass die Achse derselben schräg nach oben verläuft. Die Kuppel umschliesst ein Reibradwin- kelgetriebe 5, 6 (vgL Fig. 2) und ist um eine vertikale Achse schwenkbar und mittels des Hebels 7 in der gewünschten Lage fixierbar.
Die Einrichtung wird durch einen Motor 8 angetrieben, der durch entsprechende Vorschaltwiderstän- de 9 in weiten Grenzen in seiner Drehzahl regelbar ist. Die Veränderung der Widerstände erfolgt über einen Seilzug 10 durch ein nicht dargestelltes Pedal.
Der Träger weist zwei zylindrisch ausgedrehte Schalen 3a und 3b auf, die mittels Gelenken 11 und
12 verbunden sind, so dass der bewegliche Schalenteil 3b zum Austausch der Wechselspindel weggeklappt werden kann. An Stelle der bisher üblichen Verschraubung der beiden Schalenhälften werden diese bei der neuen Einrichtung mit einem Hebel 13 verriegelt, dessen Vorsprung 14 bei geschlossenem Schalen- teil 3b an dem Bolzen 15 einrastet.
Eine abgekröpfte Schubstange 16 ist einerseits an einem Arm 17 der Schalenhälfte 3b angelenkt, anderseits an dem Hebel 13 befestigt, so dass beim Bewegen des Hebels 13 aus der in den Fig. 1 und 2 ge- zeigten Stellung zunächst der Schalenteil 3b entriegelt und dann selbsttätig geöffnet wird. Ein im Hebel
13 vorgesehenes Langloch 18 dient zum Ausgleich der Querbewegung zwischen dem Hebel 13 und der
Schubstange 16.
Die Wechselspindel 4 besteht aus einer drehbaren Hohlwelle und aus einer Hülse 19, die deren Mit- telteil umschliesst und durch die beidenSchalenteile 3a und 3b festgehalten wird. " : wischen der drehbaren
Hohlwelle und der Hülse 19 sind Präzisionslager vorgesehen. Der Antrieb der Welle erfolgt über einenent- sprechenden Mitnehmer durch die Welle des Reibrades 5. Das freie Ende der Hohlwelle dient zur Aufnah- me der zu zentrierenden Linse 20, die auf die Welle mit Siegellack od. dgL aufgekittet wird.
Zur Erwärmung der Hohlwelle ist ein Gasbrenner 21 vorgesehen, der um eine parallel zur Wechsel- spindelachse verlaufende Achse drehbar ist. Durch eine nicht dargestellte Feder wird der Brenner in der in Fig. 3 in vollen Linien gezeichneten Stellung gehalten. Durch Betätigung der Taste 22 kann der Bren- ner gegen die Welle der Wechselspindel gerichtet werden und diese aufwärmen (in Fig. 3 strichliert ein- getragen).
Durch Verschwenken des Gasbrenners wird gleichzeitig ein Hahn 23 in der Gaszuleitung verstellt, der den Gasbrenner von einer Zündflamme auf die volle Flammengrösse schaltet. An dem Hahn 23 kann überdies die Flammengrösse eingestellt werden, so dass eine Anpassung an die jeweiligen Abmessungen und damit an die thermischen Konstanten der Wechselspiudel möglich ist.
An dem Träger 3 der Wechselspindel 4 ist ein Arm 24 schwenkbar gelagert, der an seinem freien
Ende in einem gemeinsamen Gehäuse 25 eine Beleuchtungseinrichtung 26, eine Betrachtungslupe 27 und einen federbelasteten Zentrierstift 28 aufweist. Durch die Beleuchtungseinrichtung 26 wird ein Testbild, z. B. ein Fadenkreuz, auf die Linse 20 projiziert. Die an den beiden Linsenflächen auftretenden Spiegel- bilder werden durch die Lupe 27 beobachtet, die einen Strichraster 29 aufweist, welches die Beurteilung der Bewegung der Spiegelbilder erleichtert. Sowohl die Beleuchtungseinrichtung als auch die Lupe können innerhalb des Gehäuses 25 mit Hilfe von Schrauben 30 und 31 verstellt werden.
In demGehäuse25 ist ferner der Zentrierstift 28 längsverschieblich gelagert, der durch eine Feder 32 gegen die Linse 20 gedrückt wird. Der Zentrierstift 28 besteht aus einem Graphitstift und einer entsprechenden Halterung. Mittels der Schraube 33 kann der Zentrierstift 28 in radialer Richtung verstellt werden, so dass er nur am äussersten Rand der Linse zur Auflage kommt. Die Längsbewegung des Zentrierstiftes wird durch eine Schraubenmutter 34 begrenzt, die an einem am Träger schwenkbar gelagerten Hebel 35 anliegt. Der Hebel 35 ist aus nicht magnetischem Material hergestellt und trägt einen Permanentmagneten 36.
Der Zentrierstift 28 kann daher durchDrücken des Hebels 35 abgehoben werden und wird in dieser Lage durch den Permanentmagneten 36 fixiert, der in dieser Stellung an einem Weicheisentéil des Gehäuses 25 zur Anlage ko : nmt.
Im Zuleitungskabel der Beleuchtungseinrichtung ist ein Schalter 37 vorgesehen, der durch den Arm 24 gesteuert ist und die Beleuchtungseinrichtung nur dann einschaltet, wenn sie durch Verschwenken des Armes 24 der Linse 20 gegenübersteht.
Die Arbeitsweise der neuen Einrichtung ist folgende : in den Schalenteil 3a wird eine Wechselspindel 4 eingelegt. Durch Verschwenken des Hebels 13 wird der Schalendeckel 3b auf den Teil 3a aufgesetzt und verriegelt. Durch Betätigung der Taste 22 wird der Gasbrenner gegen die rotierende Wechselspindel ge- schwenkt und dabei selbsttätig auf volle Flammengrösse geschaltet, so dass die Spindel erwärmt wird und die Linse 20 aufgekittet werden kann. Nach Beendigung dieses Vorganges wird der Arm 24 verschwenkt, so dass die Beleuchtungseinrichtung 26, die Lupe 27 und der Zentrierstift 28 der Linse 20 gegenüberstehen,.
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und die Beleuchtungseinrichtung automatisch eingeschaltet wird. Durch Lösen des Hebels 35 wird der Zentrierstift 28 freigegeben und durch die Feder 32 an die Linse 20 angedrückt.
Der die Einrichtung Bedienende hat nur noch die Aufgabe, die Temperatur und die Drehzahl der Wechselspindel zu regeln. Sobald die Spiegelbilder des Fadenkreuzes stillstehen, ist die Linse 20 zentriert und die Spindel kann nach Lösen des Hebels 13 ausgetauscht werden.
Die Einrichtung ist nicht auf das dargestellte Beispiel beschränkt. Es sind vielmehr zahlreiche Ab- änderungen möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Ausrichtband zum optischen Ausrichten bzw. Zentrieren von Linsen auf Spannspindeln, dadurch gekennzeichnet, dass in einem vorzugsweise schwenkbaren Träger ein in Arbeitsstellung der auszurichtenden Linse gegenüberstehender und gegen die Linse bewegbarer Zentrierstift aus Graphit od. dgl. vorgesehen ist, der unter der Wirkung einer Feder steht, die bestrebt ist, ihn gegen die Linse zu drücken.