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Telegraphischer Geber mit Klaviatur für Morse-Schrift
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein telegraphischer Geber für Morse-oder andere vereinbarte Schrift von derjenigen bekannten Art, bei welcher der Telegraphist die : Morse-Zeichen nicht selbst zu geben hat, sondern nur eine Klaviatur bedient, durch deren Tasten die Abgabe der verschiedenen Zeichen dann selbsttätig bewirkt wird. Die wesentlichen neuen Merkmale des Gegenstandes der Erfindung sind die, dass die Schriftzeichen in der bei Schreibmaschinen üblichen Art so mit den Tasten in Verbindung gebracht sind, dass alle Schriftzeichen beim Druck auf die betreffende Taste an eine allen gemeinsame Stelle des Apparates geführt werden.
An dieser Stelle befindet sich eine Vorrichtung, welche im Augenblick des Niederdruckes der Taste mit einer dauernd umlaufenden Antriebsvorrichtung gekuppelt und durch diese über das betreffende Schriftzeichen weggeführt wird, wodurch die zur Weitergabe des Zeichens erforderlichen Stromschliessungen und -unter- brechungen bezw. Stromwendungen vorgenommen worden. Dabei wird-und das ist von besonderer Bedeutung-das betreffende Zeichen in derjenigen Stellung, in welcher die
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fordert, nicht länger. Iliedurch wird erreicht, dass die nur aus wenigen Zeichen bestehenden Signale, die in dem Morse-Alphabet die häufig gebrauchten Buchstaben darstellen, in
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grösseren Anzahl von Zeichen bestehenden Signale, so dass also eine Zeitverschwendung ausgeschlossen ist.
In den beiliegenden Zeichnungen ist eine Ausführungsform des neuen telegraphischen Gebers dargestellt. Fig. 1 ist eine Oberansicht der Vorrichtung, Fig. 2 ein Längsschnitt,
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und zwar zeigt Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 1, Fig. 5 eine ge- änderte Ausführungsform des Einzelteiles nach Fig. 4, Fig. 6 einen Schnitt nach Linie 6-6 der Fig. 4 und Fig. 7 und 8 perspektivische Ansichten verschiedener Signale.
Die Vorrichtung ist in einen rechteckigen Rahmen 10 eingebaut, der im wesentlichen dem Rahmen der Schreibmaschinen entspricht. In seinem oberen Teil ist in dem Rahmen eine Querschiene angebracht. Diese trägt zwei lotrechte Stifte 12, die an ihren oberen
Enden durch einen Quersteg 13 verbunden sind. Auf einem anderen Stift 14 ist ein Gleitstück a befestigt, welches sich lotrecht durch Öffnungen in den Querstegen 11 und 13 verschiebt. Das Gleitstück a ruht in der Ruhelage auf einem Rohr 15, welches auf den
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lotrechten Auf und Abbewegung durch einen Arm 16 geführt, der mit einer Gabel einen der Stifte 12 umfasst (Fig. 1).
An der Vorderseite des Gleitstückes a ist ein Sender- schalthebel b (Fig. 4) so befestigt, dass er um eine Achse 17 in lotrechter Ebene schwingen 'kann. Nach rückwärts erstreckt sich von diesem Schalthebel ans eine Kontaktfeder bl, die an einen durch eine Öffnung des Gleitstückes ragenden Fortsatz 18 des Schalthebels be- festigt ist. Diese Kontaktfeder schwingt zwischen zwei isolierten Kontaktschrauben c, cl hin und her, welche mittelst der Stifte 19 an der mit dem Gleitstück verbundenen Platte 20
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das betreffende Schriftzeichen d gleitet und ein Schwingen des Schalthebels hervorbringt.
Die einzelnen Sebriftzeichen d, je eines für jedes Signale, sind aus einer grösseren oder geringeren Anzahl von Hervorragungen gebildet, deren Oberfläche entweder einen Rücken von gewisser Breite oder eine scharfe Kante darstellt, je nachdem sie einer längeren oder einer kürzeren Dauer des durch sie herbeiführenden Stromschtusses entsprechen, das heisst, je nachdem sie im Morse-Alphabet Striche oder Punkte hervorrufen sollen. Das in Fig. 4 und in Fig. 7 dargestellte Schriftzeichen stellt beispielsweise das Signal Strich, Punkt, Strich, Punkt dar, welches im Morse-Alphabet den Buchstaben J bedeutet, während das Signal nach Fig. 8 nur einen Punkt, im Morse-Alphabet den Buchstaben E, darstellt.
Auf der Oberfläche des Quersteges 11 ist ein Segment 24 mit einer Reihe radialer Schlitze 25 befestigt. In diesen Schlitzen bewegen sich, auf einer gemeinsamen Achse 26
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zeichen tragenden Enden dieser Hebel ruhen auf einer in dem Rahmen angebrachten Platte 27. Zu jedem Signalhebel gehört ein Tastenhebel g, alle Tastenhebel sind um eine gemeinsame, auf der Leiste 30 angebrachte Drehachse drehbar und tragen an ihren äusseren Enden Tasten h. Durch Federn 31 werden sie in der Ruhelage in erhobener Stellung gehalten. Die Tastenhebel sind durch Zwischenhebel 32 mit den Signalheboln ver- bunden.
Diese Zwischenhebel sitzen auf einer gemeinsamen, an 33 angebrachten Drehachse, haben geschlitzte Fortsätze 34, die je einen Stift 35 der Tastenhebcl umfassen und greifen mit einem Stift 36 in die hakenförmig gebogenen, inneren Enden der Signa ! hebel ein. Beim Druck auf eine Taste wird der entsprechende Signalhebel nach aufwärts geschwungen, so dass das Schriftzeichen, wie aus Fig. 4 ersichtlich, sich gegen den Schalt- hobel 1) legt. Dahei ist die Gesamtanordnung so getroffen, dass an diese selbe Stelle beim Druck auf die betreffende Taste jedes Schriftzeichen gelangt. In dem beschriebenen Aus- fithrungsbeispie ! ist diese Aufgabe im wesentlichen in derselben Weise wie bei den bekannton Typenhebel-Schreibmaschinen gelöst.
Indessen bildet diese Anordnung keinen wesent- lichen Teil der Erfindung, vielmehr könnten auch andere, bei Schreibmaschinen bekannte Anordnungen getroffen werden, z. B. könnte man die Schriftzeichen wie auf einer Typenwalzen-Schreibmaschine auf einer Walze anordnen und diese entsprechend einstellen.
Sobald ein Schriftzeichen nun in die beschriebene Lage gegenüber dem Schalthebel b gebracht ist, soll dieser Schalthebel über das Schriftzeichen weggeführt werden, um auf diese Weise die erforderlichen Stromschliessungen und-unterbrechungen zu erzeugen. In der dargestellten Ausführungsform geschieht das durch einen kleinen Elektromotor j, der in dem Rahmen 10 gelagert ist und irgendeine Regelungsvorrichtung besitzt, durch welche seine Umdrehungszahl genau konstant gehalten werden kann. Auf der Ankerwelle 37 dieses Motors sitzt ein Schneckengetriebe 38, welches mit einem Schneckenrad 39 auf der
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Segment 24 gelagert, ihr äusseres Ende in einer an dem Rahmen sitzenden Säule 41. Die Welle-10 ist in ihrer Längsrichtung verschiebbar, so dass das Schneckenrad 39 in und ausser Eingriff mit der Schnecke 38 gebracht werden kann.
Auf dem inneren Ende der Welle 40 sitzt ein Zahnrad 42, welches in eine Zahnstange 43 an dem unteren Ende des Gleitstückes 14 eingreift, an dem wiederum, wie oben beschrieben, das Gleitstück a befestigt ist. Zahnrad 42 ist breit genug, um mit der Zahnstange 43 in beiden Endstellungen
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vermittelst der P'stts 4 die Arme 8, gegen den Druck der Feder 51, nach vorwärts geschwungen. Die Achse 47 bewegt sich daher nach rückwärts (in Fig. 2 nach links) und infolgedessen erteilt der Arm 55 des auf ihr sitzenden Winkelhebels der Nutenscheibe 54 und damit der Achse 40 eine achsiale Verschiebung (ebenfalls nach links in Fig. 2).
Dadurch aber gelangt das Schneckenrad 39 zum Eingriff mit der durch den Elektromotor j, j1 dauernd umgetriebenen Schnecke 38, die Achse 40 wird in Drehung versetzt und erteilt durch Vermittlung des Zahnrades 42 und der Zahnstange 43 dem Stift 14 und damit dem auf diesem befestigten Gleitstück a eine vertikale, nach oben gerichtete Bewegung. Wenn dabei das Schneckenrad 39 im Augenblick der Anpressung nicht genau in die Gänge der Schnecke 38 einfällt, so bleibt die Feder 57 eine kurze Zeit lang angespannt, bis der Eingriff erfolgt. Der Schalthebel b gleitet nun mit seiner Nase 23 über das Schriftzeichen weg und wird dabei in Schwingungen versetzt, deren Zahl und Dauer von der Natur des Schriftzeichens abhängig ist.
Sobald der Signalhebel f und der zu- gehörige Tastenhebel g wieder in ihre Ruhelage zurückgekehrt sind, was durch die Feder 31 veranlasst wird, so wird die Schiene k wieder frei und wird durch den Druck der Feder 51 wieder gegen das Segment 24 gepresst. Zugleich wird die Achse 40 durch den Arm 55 wieder ausser Eingriff mit dem Schneckengetriebe gebracht, und sobald das geschehen, wird durch eine Feder 58, die mittelst einer Schnur 60 tangential an die Achse 40 angreift, die Achse 40 zurückgedreht und damit das Gleitstück a mit dem Schalthebel b in die Ruhelage zurückgeführt. Die Spannung der Feder 58 kann durch Drehung eines Stiftes 59, um den ihr Ende gewickelt ist, geregelt werden. Die Zur1lc1rdrehung des Stiftes wird durch eine Blattfeder 61 verhindert, die sich mit Reibung gegen einen Bund 62 legt.
Die Signalhebel f sollen, wie vorher bemerkt, in ihrer Arbeitsstellung so lange verriegelt werden,
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4 und 6), der drehbar in einem Ausschnitt des Gleistückes a befestigt ist und in der Stellung Fig. 6 durch den Druck einer Feder 63 gehalten wird. Beim Aufschwingen eines Signalhebels f wird dieser Sperrhaken 1 zurückgedrückt und der Hebel legt sich mit dem seitlich an ihm befestigten Schriftzeichen hinter den Sperrhaken und wird durch diesen in der erhobenen Lage festgehalten (Fig. 6). Bei der Bewegung des Gleitstückes a während der Abgabe des Zeichens wird nun auch der Sperrhaken mit in die Höhe geführt und hält den Signal hebel so lange zurück, bis die Nase 23 von dem Schriftzeichen abgleitet.
In diesem Augenblick, in welchem die Abgabe des Zeichens vollendet ist, gleitet der Signalhebel unter dem mit in die Höhe gegangenen Sperrhaken l weg und kehrt in seine Ruhelage zurück. Auf diese Weise wird also bewirkt, dass jeder Signalhebel nur genau so lange Zeit in der erhobenen Stellung verriegelt wird, als die Abgabe des betreffenden Signals erfordert.
Je geringer die Länge des betreffenden Schriftzeichens ist, um so eher wird der Signalhebel wieder ausgelöst und da in dem Morse-Alphabet gerade die am häufigsten gebrauchten Buchstaben durch eine möglichst geringe Anzahl von Einzelzeichen dargestellt werden, so erfordert die Abgabe dieser Zeichen auch eine verhältnismässig kürzere Zeit und die Telegraphiergeschwindiglreit wird im ganzen genommen erheblich erhöht gegenüber solchen Apparaten, bei denen zur Abgabe jedes Zeichens dieselbe Zeit erforderlich ist.
Gemäss der in Fig. 4 dargestellten Anordnung des Apparates kann das Telegraphieren ohne Zuhilfenahme eines Polwechslers vor sich gehen. Die Kontaktschrauben c, cl sind durch Leitungen 64 und 65 mit den ungleichen Polklemmen 66 und 67 der Batterien 70 und 71 verbunden, deren andere Pole bei 72 an der Leitung liegen, während die Kontaktfeder bl bei 73 geerdet ist. Die Abgabe dos Zeichens erfolgt daher durch Entsendung von Stromstössen wechselnder Richtung. Selbstverständlich könnte die Leitung 64 auch abgeschaltet werden und das Telegraphieren würde dann durch Schliessung und Unterbrechung des Stromkroises zwischen c1 und b1 erfolgen.
Bei der in den Fig. 7 und 8 dargestellten Gestaltung des Schriftzeichens und der entsprechenden Form der Nase 23 wird die Entsendung der einzelnen Stromstösse in der Weise bewirkt, dass die Nase 23 abwechselnd auf die Rücken und in die Zahnlücken des Schriftzeichens geführt wird. Selbstverständlich kann jedoch auch eine andere Anordnung getroffen werden, wie sie beispielsweise in Fig. 5 dargestellt ist. Das Schriftzeichen d2
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Rahmen det Maschine, geerdet sind. Bei der Bewegung des Gleitstücke all, vollzieht sich die Abgabe der Zeichnen genau so wie bei der vorher beschriebenen Vorrichtung.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Tolegraphischer Geber mit Klaviatur für Morse-Schrift, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Schriftzeichen nach Art der Typen einer Schreibmaschine so angeordnet sind, dass jedes derselben durch Druck auf die betreffende Taste an eine und dieselbe bestimmte Stelle des Apparates geführt und in dieser Lage verriegelt wird, während ein an dieser Stelle angeordneter Schalthebel im Augenblick des Niederdrücken einer Taste mit biner dauernd umlaufenden Antriebsvorrichtung gekuppelt und durch diese über das Schriftzeichen hinweggeführt wird.