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Einrichtung zum Abheben bzw. Rückschwenken des Spinnkopfes vom Spinnbadtank
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Abheben bzw. Rückschwenken des Spinnkopfes vom Spinnbadtank einer Spinnvorrichtung, die zur Herstellung von aus regenerierter Cellulose bestehenden Filmen dient.
Nach dem üblichen Verfahren zur Herstellung von Filmen aus regenerierter Cellulose wird die Viskose durch ein längliches Mundstück, das in ein Spinnbad eintaucht, ausgepresst und sodann der Rohfilm in mehreren aufeinanderfolgenden Verfahrensstufen, die eine zusätzliche Füllung, Reinigung, Veredelung und Trocknung einschliessen, nachbehandelt, wobei man schliesslich einen glasklaren, biegsamen Film aus regenerierter Cellulose erhält.
Wenn der Spinnkopf fix oberhalb des Bades angeordnet ist und durchgespült wird, so gelangt die ausgespülte Viskose in das saure Koagulierbad, wc sie koaguliert wird, wozu ueträchtliche Sauremengen ver- braucht werden. Die koagulierte Viskose muss aus dem Tank entfernt werden. Eine Person muss diese Viskose, die eine noch schleimige Masse vorstellt, aus dem Säurebad in Schubkarren schaffen ; drei oder vier weitere Personen werden gebraucht, um mehrere Schubkarren dieses Abfallproduktes abzuführen. Die meisten dieser Nachteile können darauf zurückgeführt werden, dass der Spinnkopf auf dem Spinntank fest fixiert ist. Das Aufsetzen und Befestigen des Spinnkopfes auf dem Spinntank ist ebenfalls umständlich.
Erfindungsgemäss wird eine Einrichtung geschaffen, mit der der Spinnkopf von dem Spinntank abgehoben und auf einen Wagen abgesetzt und weggebracht werden kann. Der umgekehrte Vorgangkann zum Aufsetzen eines neuen Spinnkopfes auf dem Spinntank eingehalten werden.
Demgemäss kennzeichnet sich die vorliegende erfindungsgemässe Einrichtung zum Abheben bzw. Rückschwenken des Spinnkopfes vom Spinnbadtank einer Spinnvorrichtung, die zur Herstellung von aus regenerierter Cellulose bestehenden Filmen dient, dadurch, dass zu beiden Seiten des Spinnbadtanks je ein auf seitlich am Spinnkopf vorgesehene Zapfen wirkender Schwenkarm vorgesehen ist und beide Arme, die parallel zueinander sind, von einem an ihnen angreifenden, gegebenenfalls hydraulischen Schwenkmechanismus, der um eine Schwenkachse schwingbar ist, drehbar sind, so dass der Spinnkopf aus seiner Verwendungslage über dem Tank abgehoben und auf einen neben demselben fahrbaren Transportwagen ablegbar ist und umgekehrt.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 stellt die Seitenansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung dar, die auf einer zur Herstellung von Filmen bestimmten Spinnvorrichtung befestigt ist. Fig. 2 zeigt im Querschnitt die Verbindung zwischen den Zapfen des Spinnkopfes und den Schwenkarmen. Fig. 3 ist eine Vorderansicht der Vorrichtung.
Fig. 1 und 3 zeigen einen Spinntank 10 mit einer Säureeinlassleitung 11, durch die der Tank auf den Flüssigkeitsstand 12 gefüllt wird, wobei in konstanter Abfluss durch die Ableitung 13 erfolgt. Der Tank 10 ruht auf Trägern 15. Oberhalb des Tanks ist ein Spinnkopf 16 angebracht ; seine Düse 17 taucht ein wenig unter den Flüssigkeitsspiegel 12 des Koagulierbades. Durch einen Schlauch 18 wird dem Spinnkopf 16 spinnbare Viskose zugeführt. Der Schlauch 18 ist mit Hilfe eines Flansches 20 mit dem Krümmer 21 verbunden, der an dem Flansch 22 des Spinnkopfes 16 befestigt ist.
Im Betrieb wird Viskose durcn den Schlauch 18 in den Spinnkopf 16 gefördert und über die ganze Breit. der Düse 17 in das Koagulierbad ge-
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presst, vo sie einen Film 24 bildet, der über zwei Stäbe 25,26 geführt und dann aus dem Bad abgezogen wird.
Die Abhebe-und Ruckschwenkvorrichtung besteht im wesentlichen aus zwei als Winkelhebel ausgebildeten Schwenkarmen 28,29, die in auf beiden Seiten des Tanks 10 befindlichen Stützen 33 schwenki bar gelagert sind. Die Arme 28,29 werden vorzugsweise mit Hilfe von hydraulischen Zylindern 39, 40 betätigt. Die Arme 28,29 sind in Lageraugen 30, 31 der Stützen 33 schwenkbar gelagert, die Schwenkachse ist mit 35 bezeichnet. Die Zylinder 39,40 umfassen je einen Kolben 41, eine Kolbenstange 42 und Einlässe bzw. Auslässe 43, 44 für das Druckmittel. Der Zylinder 40 besitzt Drehzapfen 45,46, die von Schwenklagern 47 getragen werden, die mit Hilfe von Konsolen 48,49 mit den Trägem 15 fix verbunden sind. Demnach kann der Zylinder 40 um seine ortsfestenschwenklager 47 schwingen und sich mit der Kolbenstange42 ausrichten.
Letztere ist mit einer Gabel 50 und einem Bolzen 51 mit dem Ansatz 53 des Schwenkarmes 28 bzw. 29 verbunden. Der bogenförmige Arbeitsweg des Ansatzes 53 in die Stellung 53' (Fig. 1) erfordert die schwenkbare Lagerung des hydraulischen Zylinders. Die Achse 35 erleichtert das Fluchten beider Arme 28, 29 beim Schwenkenderselben. Die oberen Augen 28a, 29a der Arme 28, 29 sind, wie in Fig. 2 gezeigt, mit dem Schwenkzapfen 16a, 16b des Spinnkopfes auf die aus Fig. 2 ersichtliche Art verbunden.
Durch dieAusnehmung58 der Lagerbuchse 57 kann eine Hohlachse 60 in die Zapfen 16a, 16b eingeführt und mit Hilfe je einer Zugschraube 61 an Ort und Stelle gehalten werden. Mittels der Zugschrauben 61, die in Muttergewinde 64 greifen, können die Hohlachsen je von ihren Sitzen abgedrückt werden, wozu auf dem gewindetragenden Ende der Zugschraube 61 unverschieblich zu ihr ein Bund 63 vorgesehen ist ; wenn die Schraube 61 aus dem Gewinde 64 des Zapfens 16b herausgeschraubt wird, drückt, der Bund 63 die Hohlachse 60 vor sich her nach aussen, so dass sie schliesslich ganz ausgebaut werden kann.
Wenn der Spinnkopf 16 auf den Tank 10 aufgebracht werden soll. wird derselbe mittels eines Wagens 70 an den Spinntank herangefahren. Um die Arme 28,29 aus ihrer in Fig. 1 mit vollen Linien gezeichneten Stellung über den Wagen 70 zu schwingen, ist es nur notwendig, Druckmittel in die Leitungen 43 der hydraulischen Zylinder 39,40 zu führen. Dadurch wird jeder Kolben 41beiderZylindernach oben gedrückt die Ansätze 53 werden in die Stellung 53'kommen und dadurch die Arme 28,29 zum Wagen 70 schwingen. Die Zapfen 16a, 16b des Spinnkopfes und die nach innen weisenden Flächen der Augen 28a, 29a sind, wie Fig. 2 zeigt, abgeschrägt, um den Spinnkopf 16 und den Wagen 70 gegenseitig zu verstellen, wenn der Arm mit dem Wagen kollidieren sollte. Nach Lösen der Hohlachsen 60 ist der Spinnkopf frei.
Das Abheben des Spinnkopfes vom Wagen wird so vollzogen, dass Druckmittel bei offenen Leitungen 43 in die Leitungen 44 geführt wird, nachdem zuvor die Hohlachsen 60 eingesetzt wurden, wodurch der Kolben 41 in die in Fig. l gezeigte Stellung zurückgedrückt und der Spinnkopf 16 auf dem Tank abgestellt wird. Die Endlage des Spinnkopfes 16 kann auch mit Hilfe von Stellschrauben 67 bestimmt werden, die in einem Ansatz der Stützen 33 sitzen. Der Schlauch 18 kann der Bewegung des Spinnkopfes aus der einen in die andere Lage folgen.
Zur Bedienung der erfindungsgemässen Einrichtung reicht ein Mann aus, ebenso zum Spülen des Spinnkopfes. Die ausgespülte Viskose ist wieder verwertbar.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Einrichtung zum Abheben bzw. Rückschwenken des Spinnkopfes vom Spinnbadtank einer Spinnvorrichtung, die zur Herstellung von aus regenerierter Cellulose bestehenden Filmen dient, aanurch gekenn- zeichnet, dass zu beiden Seiten des Spinnbadtanks (10) je ein auf seitlich am Spinnkopf (16) vorgesehene Zapfen (16a, 16b) wirkender Schwenkarm (28,29) vorgesehen ist und beide Arme, die parallel zueinander sind, von einem an ihnen angreifenden, gegebenenfalls hydraulischen Schwenkmechanismus (39, 40), der um eine Schwenkachse (35) schwingbar ist, drehbar sind, so dass der Spinnkopf (16) aus seiner Verwendungslage über dem Tank (10) abhebbar und auf einen neben demselben fahrbaren Transportwagen (70) ab- legbar ist und umgekehrt.