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Verfahren zum Freihalten der Überströmöffnungen beim
Umspritzen von Zylinderbüchsen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Freihalten der Überströmöffnungen in Zylinderbüchsen für Verbrennungsmotoren, insbesondere Zweitaktmotoren, bei Zylindern mit umgossener Büchse wäh- rend des Umgiessens dieser Büchse.
Es ist bekannt, beim Umspritzen von Zylinderbüchsen für Zweitakt-Brennkraftmaschinen mit Leichtmetall im Druckgussverfahren die die überströmkanäle bildenden Formkerne so auszubilden, dass sie die in der Zylinderbüchse befindlichen Überströmöffnungen abdecken, um dadurch das Eindringen von Druck- gussmaterial in die Überströmöffnungen zu vermeiden. Um dies zu erreichen, müssen die die Überström- kanäle bildenden Kerne genau mit der Form der Überströmöffnungen in der Zylinderbüchse übereinstimmen, wozu die Zylinderbüchse im Bereich der Überströmöffnungen sehr genau, d. h. in sehr engen Toleranzen gefertigt sein muss.
Selbst hiedurch ist ein Eindringen von Druckgussmaterial in die Überströmöffnungen jedoch nicht ganz zu vermeiden, da durch den hohen Druck, nämlich etwa 300 atü beimDruckgiessen, das Giessmaterial auch feinste Spalten und Öffnungen noch durchdringt.
Bei den nach diesem Verfahren umspritzten Zylinderbüchsen entstehen am Übergang zwischen Überströmkanal und Überströmöffnung Vorsprünge, die im fertigen Motor den Strömungsverlauf im Überströmkanal und damit die Leistung und den Verbrauch des Verbrennungsmotors ungünstig beeinflussen. Das Entfernen solcher unerwünschter Vorsprünge und der nicht vermeidbaren Gratbildungen an den Rändern der Überströmöffnungen in der Zylinderbüchse ist nur sehr schwer, wenn praktisch überhaupt. möglich.
Bei Verwendung einer Druckgussform mit zusätzlichen, die Überströmöffnungen in der Zylinderbüchse ausfüllenden Kernzügen müssen die Kernzüge in den inneren, die Zylinderbuchse ausfüllenden Teil der Druckgussform gezogen werden. Eine derartige Druckgussform ist sehr aufwendig und kompliziert. Ausserdem erfordert diese Herstellungsart sehr enge Toleranzen von Form und Lage der Überströmöffnungen, um ein einwandfreies Eingreifen der die Öffnungen ausfüllenden Kerne zu ermöglichen. Eine derartig genaue Herstellung der Zylinderbüchsen ist unwirtschaftlich, da einmal die Öffnungen in der Büchse nicht mehr gegossen werden können, sondern mechanisch bearbeitet werden müssen, und zum andern, da eine solch genaue Bearbeitung für die Funktion des fertigen Motors an sich nicht notwendig ist.
Diese angedeuteten Nachteile beim Umspritzen von Zylinderbüchsen im Druckgussverfahren vermeidet die vorliegende Erfindung dadurch, dass die vorzugsweise gegossenen Überströmöffnungen in der Zylinderbüchse während des Giessvorganges mit einem, mit dem Werkstoff der Büchse sich nicht verbindenden, druckfesten und nach dem Giessvorgang leicht entfernbaren Füllstoff bzw. Füllkörper ausgefüllt werden.
Dieses Verfahren gestattet es, die Zylinderbüchsen und vor allem die hierin befindlichen Überström- öffnungen mit Toleranzen herzustellen, die lediglich auf die Funktion des damit ausgestatteten Motors Rücksicht zu nehmen haben, nicht jedoch wie bei den bisherigen Verfahren auch noch auf die Druckgussform für das Umgiessen der Zylinderbüchsen. Das Eindringen von Druckgussrnaterial in die Überströmöffnung während des Umspritzens der Zylinderbüchse wird zuverlässig durch das in die Überströmöffnung vor dem Spritzvorgang eingebrachte Füllmaterial verhindert. Es ist hiebei nicht erforderlich, die Überström- öffnungen in genauen Grenzen zu bearbeiten, so dass bei gegossenen Zylinderbüchsen in den Überström- öffnungen die Gussoberfläche unbearbeitet bleiben kann.
DieDruckgussformzurDurchftihrung des erfindungsgemässen Verfahrens kann einfach ausgebildet sein,
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da sie weder Kernzüge für die Überströmöffnungen noch genau abdeckende Kerne für die Überströmkanäle erfordert.
Nach beendetem Umspritzen der Zylinderbüchse wird der Füllstoff, der sich weder mit der Zylinderbüchse noch mit dem Druckgussmaterial fest verbindet, entfernt.
Als Füllstoffkann z.B. in plastischem Zustand eingebrachter Gips oder keramischer Werkstoff od. dgl. verwendet werden.
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der Zylinderbüchse eingelegt und nachher wieder entfernt wird.
Nach diesem Verfahren ist es möglich, der Überströmöffnung im Verhältnis zum Überströmkanal den strömungsmässig günstigsten Querschnitt zu geben, so dass der Überströmvorgang beim fertigen Motor mit kleinstmöglichem Strömungswiderstand ohne störende Wirbelbildung erfolgen kann. Ebenso sind beliebig schräg angeordnete Überströmöffnungen, auch solche mit Hinterschneidungen, nach dem erfindungsgemässen Verfahren ohne weiteres herstellbar.
In der Zeichnung ist als Beispiel eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine Druckgussform zum Umspritzen einer Zylinderbüchse und Fig. 2 zeigt einen Schnitt in der Ebene n-C in Fig. 1.
Im einzelnen ist in den Fig. 1 und 2 die zu umspritzende Zylinderbuchse mit l bezeichnet. Die in
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Zylinderbüchse befindlichen ÜberströmöffnungenDruckgussformmiteinem Füllstoff ausgefüllt worden. Nach dem Einsetzen der Zylinderbüchse 1 und dem Zusammenfahren der Druckgussformteile 4 und 5 wird der Raum 2 mit Druckgussmaterial ausgefüllt. Die Teile 7 des inneren Formteiles 4 bilden in Verbindung mit den Überströmöffnungen 3 die Überströmkanäle. Die äussere Druckgussform besteht aus den Teilen 5 und 6, und das Herausbringen des fertigen Zylinders aus der Druckgussform zu ermöglichen.
PATENTANSPRUCHES
1. Verfahren zum Freihalten der Überströmöffnungen in Zylinderbüchsen bei Zylindern mit umgosse- ner Büchse während des Umgiessens dieser Büchse für Verbrennungsmotoren, insbesondere Zweitaktmotoren, dadurch gekennzeichnet, dass die vorzugsweise mitgegossenen Überströmöffnungen (3) in der Zylinderbüchse während des Giessvorganges mit einem, mit dem Werkstoff der Büchse (1) sich nicht verbindenden, druckfesten und nach dem Giessvorgang leicht entfernbaren Füllstoff bzw. Füllkörper ausgefüllt werden.