AT216467B - Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen Flächengebilden, Garnen, Fäden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder, zwecks Erzeugung von permanenten Schmutz, Öl, Tinte und sonstige Verunreinigungen abweisenden Effekten - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen Flächengebilden, Garnen, Fäden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder, zwecks Erzeugung von permanenten Schmutz, Öl, Tinte und sonstige Verunreinigungen abweisenden Effekten

Info

Publication number
AT216467B
AT216467B AT483859A AT483859A AT216467B AT 216467 B AT216467 B AT 216467B AT 483859 A AT483859 A AT 483859A AT 483859 A AT483859 A AT 483859A AT 216467 B AT216467 B AT 216467B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
organic
substrate
rays
leather
unsaturated
Prior art date
Application number
AT483859A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Heberlein & Co Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Heberlein & Co Ag filed Critical Heberlein & Co Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT216467B publication Critical patent/AT216467B/de

Links

Landscapes

  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen   Flächengebilden, Garnen,   Fäden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder. zwecks Erzeugung von permanenten Schmutz, Öl, Tinte und sonstige Verunreinigungen abweisenden
Effekten 
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen Flächengebilden,   Garnen, Fäden und Fasern aus natürlichem   oder künstlichem Cellulosematerial, Keratin oder   vollsynthetischem Material,   ferner Papier, Kunststoff-Folien oder Leder mit organischen Perfluorverbindungen zwecks Erzeugung von permanenten Schmutz, Öl, Tinte oder sonstige   Verunreinigun-   gen, wie Obstsaft, Wein, Teer   od. dgl.   abweisenden Effekten. 



   Es ist bereits auf verschiedene Weise versucht worden, solche   Überzüge   zu erzielen, z. B. indem organische Perfluorverbindungen gelöst in organischen Lösungsmitteln oder in Form von Emulsionen auf das Substrat aufgebracht und letzteres auf Temperaturen über 1000 C erhitzt wurde. Diese Methode hat jedoch den Nachteil, dass aufCellulosetextilien kein permanenter Effekt erzielbar ist. Ferner wurden die organischen   Perfluorverbindungen   zusammen mit Kunstharz bildenden Substanzen, wie z. B. einem   Hamstoff-   formaldehydvorkondensat in Gegenwart eines sauren Katalysators in einer wässerigen Emulsion auf das Substrat aufgebracht, worauf letzteres auf über 1000 C erhitzt wurde zwecks Kondensation und Härtung des Kunstharze.

   Bei Verwendung von cellulosehaltigen Textilgeweben als Substrat wird jedoch das letztere infolge der stark sauren Wirkung der Appreturmasse sehr stark geschädigt. 



   Es wurde nun gefunden, dass diese Nachteile vermieden werden können, indem organische Perfluorverbindungen, welche mit ionisierenden Strahlen aktivierbare Gruppen enthalten, unter Einwirkung ionisierender Strahlen, insbesondere Gamma- oder Röntgenstrahlen, auf das Substrat aufgepfropft werden. Es kann hiebei das Substrat vorgängig der ionisierenden Strahlung ausgesetzt, darauf mit einer Lösung oder Emulsion der organischen Perfluorverbindung behandelt, während einiger Minuten auf eine Temperatur zwischen etwa 50 und 800 C erhitzt und gegebenenfalls anschliessend gewaschen und getrocknet werden. 



  Es kann aber auch das bereits mit der Lösung bzw. Emulsion der organischen Perfluorverbindung behandelte Substrat der Einwirkung der ionisierenden Strahlung ausgesetzt werden, wobei es vor oder nach der Bestrahlung einige Minuten auf eine Temperatur   zwischen 50 und 8 00 C   erhitzt und nach der Bestrahlung gegebenenfalls gewaschen und getrocknet wird. Die Bestrahlung des unbehandelten oder des mit der organischen   Perf1110rverbindung   behandelten Substrates kann in Gegenwart oder unter Ausschluss von Luftsauerstoff z. B. im Vakuum oder in einem inerten Gas erfolgen. Das Substrat kann mit der Lösung oder Emulsion der organischen Perfluorverbindung imprägniert werden oder die letztere kann auf das Substrat   aufge-   klotzt oder aufgespritzt werden.

   Die letztgenannte Methode empfiehlt sich hauptsächlich, wenn das Substrat aus Papier oder Leder besteht. 



   Als organische   Perfluorverbindungen,   welche mit ionisierenden Strahlen aktivierbare Gruppen enthalten, eignen sich Ester oder Äther von   Perf1uoralkoholen   oder von   Perfluorcarbonsäuren mit   ungesättigten Alkoholen bzw. ungesättigten organischen Säuren wie z. B. Methacrylsäureester von   Perf1uora : 1koholen   oder der Allylester von Perfluorsäuren. Ferner kommen in Betracht Acetale von ungesättigten Aldehyden mit Perfluoralkoholen. 



   Alle diese Substanzen zeichnen sich dadurch aus, dass sie z. B. Doppelbindungen aufweisen oder dann Molekülgruppen, die mit ionisierenden Strahlen leicht zu aktivieren sind. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Die erfindungsgemäss auf das Substrat aufgepfropften Perfluorderivate sind haftfest und sehr beständig, insbesondere gegenüber wiederholten Waschprozessen bzw. kochwaschprozessen, sowie gegen die Einwirkung verdünnter Säuren und Laugen. Da bei relativ niedriger Temperatur und   m Abwesenheit von Mark   sauer wirkenden Mitteln gepfropft wird, werden die   Reissfestigkeiten   nicht vermindert und die Scheuerfestigkeit bleibt praktisch   unverändert.   Die aufgepfrpfte Substanzmenge ist gering und der erhaltene schmutzabweisende Effekt trotzdem sehr gut. 



   Die Bestrahlung erfolgt z. B. mit Gammastrahlen, wobei als Quellen   Cog   oder Gs157 verwender wer- 
 EMI2.1 
 ge Tage später aufgepfropft werden. 



   Die Erfindung ist nachstehend an Hand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert ; 
 EMI2.2 
 Gewebe Ist gut fett-,   ö1- und tintenabweisend,   zeigt keine Verminderung der   Reiss-     Scheuerfouigkei-   ten. Es weist ausserdem einen guten wasserabweisenden Effekt auf. 



   Beispiel 2 : Auf ein Rindsleder wird eine wässerige Emulsion, die 10% au Poly-(1,1-dihydroperfluorbutylacrylat) enthält, aufgespritzt und bei einer Temperatur von 30 bis   40  C getrocknet   Das derart vorbehandelte Leder wird einer   Gammastrahlungsquelle   mit einer mittleren Leistung von 7 x   10f   Röntgen/Minute während 30 Minuten in einem evakuierten Raum ausgesetzt. 



   Das so behandelte Leder zeigt haltbare schmutz-, fett- und wasserabweiseude Eigenschaften auf und eignet sich vorzüglich zur Verarbeitung zu Schuhoberleder. 



   Beispiel 3 : Auf eine Polyesterfolie wird durch Foulardierung eine alkoholische 10%ige Lösung von Poly-(1,1-dihydrofluoroctylalkoholacyrlat) aufgebracht. Die Folie wird   anschliessend   bei   60-70    C getrocknet und der Einwirkung einer   Gammassrahlungsquelle   mit einer mittleren Leistung von 5 x 103 Röntgen/Minute während einer Dauer von 10 Minuten in einer Stickstoffatmosphäre ausgesetzt. Es resultiert eine sehr gut fett- und ölabsweisende, für Verpackungszwecke besonders geeignete Folie. 



   Beispiel 4 : Ein Baumwollgewebe mit einem   velourartigen   Überzug, welcher aus einer Schicht aus mittels eines Bindemittels auf der einen Seite der baumwollunterlage befestigten kurzen Textilfasern besteht, wird durch Aufspritzen einer   12% igen wässerigen Emulsion   von Poly-(1,1-dihydroperfluorthexylacrylat), die zwecks Verbesserung der Benetzung 1% Isopropylalkohol berechnet auf die Emulsion enthält, behandelt. Das Gewebe wird sodann bei   800   C getrocknet und anschliessend in Luft der Einwirkung einer Gammastrahlungsquelle mit einer mittleren Leistung von 3 x 103   Röntgen/Miaute   während 10 Minuten ausgesetzt. Es resultiert eine permanente schmutz-,   öl-,   fett-und wasserabweisende Ausrüstung. 



   Beispiel 5 : Ein Autopolstergewebe, welches in der Kette Polyamid- und Zellwollfasern und im Schuss Polyacrylnitril-Stapelfasern enthält, wird mit einer Gammastrahlungsquelle mit einer mittleren Leistung von 3 x 105   Röntgen/Minute   während 5 Minuten in Luft bestrahlt. Nach   dreitägiger Lagerung bei.   
 EMI2.3 
 



   - 200 Cacrylat) durch Foulardierung aufgebracht, worauf bei   60-700 C getrocknet wird.   Es resultiert ein permanent   fett-,   schmutz-und wasserabweisendes Polstergewebe. 



   Beispiel 6 : Eine für Verpackungszwecke verwendbare Papierbahn wird mit einer 70%igen alkoho- 
 EMI2.4 
 während 5 Minuten. Es resultiert eine fett-, öl-und wasserabweisende Papierbahn, die sich zur Verpackung fetthaltiger Gegenstände eignet. 

**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen F1 chengebílden. Garnen, Fäden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder zwecks Erzeugung von permanenten. Schmutz, Öl, Tinte und sonstige Verunreinigungen abweisenden Effekten, dadurch gekennzeichnet, dass organische Per- <Desc/Clms Page number 3> fluorverbindungen, welche mit ionisierenden Strahlen aktivierbare Molekülgruppen enthalten, unter Einwirkung ionisierender Strahlen, insbesondere Gamma- oder Röntgenstrahlen, auf das Substrat aufgepfropft werden.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ungesättigte, organische Perfluorverbindungen wie Ester von ungesättigten Alkoholen mit Perfluorcarbonsämen, Ester von Perl1uoralkoholen mit ungesättigten organischen Säuren, Äther von ungesättigten Alkoholen mit Perfluoralkoholen oder Acetale von ungesättigten Aldehyden mit Perfluoralkoholen verwendet werden.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat zuerst der ionisierenden Strahlung ausgesetzt und darauf mit der organischen Perfluorverbindung behandelt wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat zuerst mit der organischen Perfluorverbindung behandelt und dann der Einwirkung der ionisierenden Strahlung ausgesetzt wird.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat nach dem Aufbringen der orgardschen Perfluorverbindung auf eine Temperatur zwischen 50 und 800 C erhitzt wird.
    6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine totale Strahlungsdosis zwischen 10' und 107 Röntgen auf das Substrat eingestrahlt wird.
    7. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestrahlung in Abwesenheit von Luftsauerstoff, z. B. im Vakuum oder in einem inerten Gas, vorgenommen wird.
    8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestrahlung unmittelbar nach dem Aufbringen der organischen Perfluorverbindung erfolgt.
    9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestrahlung mindestens einige Tage nach dem Aufbringen der organischen Fluorverbindung erfolgt.
AT483859A 1959-06-18 1959-07-02 Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen Flächengebilden, Garnen, Fäden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder, zwecks Erzeugung von permanenten Schmutz, Öl, Tinte und sonstige Verunreinigungen abweisenden Effekten AT216467B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH216467X 1959-06-18

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT216467B true AT216467B (de) 1961-07-25

Family

ID=4449622

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT483859A AT216467B (de) 1959-06-18 1959-07-02 Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen Flächengebilden, Garnen, Fäden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder, zwecks Erzeugung von permanenten Schmutz, Öl, Tinte und sonstige Verunreinigungen abweisenden Effekten

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT216467B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69332402T2 (de) Verwendung eines behandlungsmittels für faserprodukte, verfahren zum behandeln von faserprodukten und die dadurch behandelten faserprodukte
DE1084232B (de) Verfahren zum Schrumpffestmachen von Cellulose enthaltenden Textilien
DE60207156T2 (de) Verfahren zur Herstellung von wasserabweisenden Akrylfasermaterialien
DE1719368A1 (de) Verfahren zum Veredeln von Textilien
DE2546956C2 (de) Verfahren zur Knitterfestausrüstung von Cellulosefasern enthaltenden Geweben
DE1147190B (de) Verfahren zum Nassfixieren von harzartigen Aminoplasten auf Faserstoffen
AT216467B (de) Verfahren zur Behandlung von Gebilden, insbesondere textilen Flächengebilden, Garnen, Fäden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder, zwecks Erzeugung von permanenten Schmutz, Öl, Tinte und sonstige Verunreinigungen abweisenden Effekten
DE2804983A1 (de) Verfahren zum schrumpffestmachen von wolltextilien
DE1084233B (de) Verfahren zur Modifizierung von geformten Gebilden aus natuerlichen oder regenerierten natuerlichen Polymeren
DE69430873T2 (de) Verfahren zur behandlung von textilprodukten und damit behandelte textilprodukte
DE1769892A1 (de) Verfahren zur Verbesserung der Festigkeitseigenschaften,insbesondere Nassfestigkeitseigenschaften von poroesen,faserigen Stoffen
DE1151485B (de) Verfahren zum Modifizieren von textilen Flaechengebilden, Garnen, Faeden und Fasern sowie Papier, Kunststoff-Folien, Leder durch Aufpfropfen organischer Perfluorverbindungen unter Einwirkung ionisierender Strahlen
DE1900234A1 (de) Wasser- und oelabweisende Ausruestung von synthetischen Fasermaterialien und Folien
DE1469473A1 (de) Verfahren zur Verbesserung der Aufnahmefaehigkeit bei Cellulosefasern
DE1444038C3 (de) Verfahren zur Behandlung von Textilien, die ganz oder überwiegend natürliche CeIIulosefasern enthalten
DE1469360A1 (de) Verfahren zur Veredlung von Textilmaterialien
EP2319980A1 (de) Textilausrüstung zur Insektenabwehr
AT241412B (de) Verfahren zum Hochveredeln von Cellulose-Textilgut
DE1469276C3 (de) Verfahren zum Trocknen- und NaBknilterfestmachen von Textilien, die ganz oder überwiegend Regeneratcellulosefasern enthalten
AT228736B (de) Verfahren zum Veredeln von cellulosehaltigem Fasergut
DE1289817B (de) Mittel zum Wasserabweisendmachen von organischen Faserstoffen auf Grundlage von Organopolysiloxanen
AT225146B (de) Verfahren zur Behandlung von Textilmaterialien
AT259512B (de) Verfahren zur Veredlung textiler Flächengebilde, insbesondere zur Erzielung permanenter Versteifungseffekte
AT158387B (de) Verfahren zur Veredelung von natürlichen oder künstlichen Faserstoffen.
AT154479B (de) Verfahren zum Wasserfestmachen von Textilstoffen.