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Verfahren zum Verstärken von Kautschukartikeln
Die Erfindung betrifft aus Kautschuk oder kautschukähnlichen Produkten hergestellte Artikel, die mit aus aromatischen Polyestern gebildeten Fäden, Fasern, Garnen, Geweben u. dgl. verstärkt sind ; erfindungsgemäss wird ein Verfahren zur Verbesserung der Haftung eines solchen Fasermaterials an Kautschuk oder kautschukähnlichen Produkten vorgesehen.
Es sind bereits verschiedene Vorschläge zur Verstärkung von aus Kautschuk oder kautschukähnlichen Produkten hergestellten Artikeln, die im folgenden kurz Kautschukartikel genannt werden sollen, mit Faden, Fasern, Garnen, Geweben u. dgl. aus verschiedenen Materialien, z. B. Baumwolle, Reyon, Nylon und Seide gemacht worden. Die so verstärkten Kautschukartikel wurden bei der Herstellung von Produkten verschiedenster Art, wie z. B. Reifen, Treibriemen, Transportbändern, Schläuchen, Hohlkörpern und andern derartigen Artikeln, die bei Verwendung einer stärkeren oder schwächeren Beanspruchung ausgesetzt werden, verwendet.
Es wurde auch schon vorgeschlagen, Kautschukartikel mit Fäden, Fasern, Garnen, Geweben u. dgl., im folgenden kurz Fasermaterial genannt, zu verstärken, die aus aromatischen hochpolymeren linearen Estern, bekannt als hochpolymere Polymethylenterephthalate, gebildet sind, da sich ein solches Fasermaterial durch seine hervorragenden Eigenschaften hinsichtlich z. B. dessen Zug-, Biege-, Hitze- und Zerreissfestigkeit besonders auszeichnet. Von den hochpolymerenPolymethylenterephthalaten ist das Poly- äthylenterephthalat das im Handel bekannteste. Jedoch war es bisher nicht möglich, diese Polyester in zufriedenstellender Weise an die Kautschukartikel zu binden. Einerseits geben Bindemittel, wie z. B.
Dispersionen eines Mischpolymerisats von Vinylpyridin-Latex und Resorcin-Formaldehyd, die sich zur Erzielung einer guten Haftfestigkeit von Kautschukartikeln an verschiedenen, zur Verstärkung von Kaut- schukartikeln verwendbaren Materialien, z. B. aus bestimmten Polyamidfasern erhaltenem Gewebe, gut eignen, mit diesen hochpolymeren Polymethylenterephthalaten unbefriedigende Resultate. Anderseits haben Bindemittel auf Basis von Polyisocyanatklebstoffen, mit welchen hochpolymere Polymethylenterephthalate fest anKautschukartikeln gebunden werden können, in der Industrie aus verschiedenen Grün- den keinen Eingang gefunden, z.
B. auf Grund von Schwierigkeiten, die auf die Giftigkeit des Klebstoffes und auf die mit diesem Klebstoff erforderlicherweise zu verwendenden Lösungsmittel zurückzuführen sind.
In vorliegender Beschreibung und den Ansprüchen sollen unter dem Ausdruck hochpolymere Polymethylenterephthalate alle polymeren Ester verstanden werden, die einen grösseren Anteil an Estern enthalten, welche durch Erhitzen von Glykolen der Reihen HO (CH2) nOH - n bedeutet in dieser Formel eine ganze Zahl zwischen 2 und 10 - mit Terephthalsäure oder Mischungen dieser Säure mit Isophthalsäure, unter die Bildung von hochpolymerlsierten Estern bewirkenden Bedingungen, erhalten werden können. An Stelle der Terephthalsäure oder derisophthalsäure oder beiderSäuren kann ein esterbildendes Derivat derselben, z.
B. ein aliphatischer (oder auch cycloaliphatische)) oder aromatischer Ester oder Halbester, ein Säurehalogenid oder ein Ammonium- oder ein Aminsalz verwendet werden. An Stelle des aliphatischen Glykols kann ein cycloaliphatisches Glykol eingesetzt werden.
Es wurde nun gefunden, dass aus hochpolymeren Polymethylenterephthalaten gebildetes Fasermaterial an Kautschukartikeln in befriedigender Weise gebunden und daher zur Verstärkung solcher Kautschukartikel verwendet werden kann, wenn Verbindungen, die polymerisierte Vinylhalogenid- oder Vinylidenhalogenidgruppen einschliessen, als Haftverbesserer verwendet werden.
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Erfindungsgemäss werden daher Kautschukartikel angegeben, die mit Fasermaterial verstärkt sind, das aus hochpolymeren Polymethylenterephthalaten besteht.
Ferner wird erfindungsgemäss ein Verfahren zum Binden von aus hochpolymeren Polymethylenterephthalaten gebildetem Fasermaterial an Kautschukartikel angegeben.
Weitere Merkmale der Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung hervor.
Gemäss vorliegender Erfindung wird demnach ein Verfahren zum Verstärken von Kautschukartikeln mit aus hochpolymeren Polymethylenterephthalaten gebildetem Fasermaterial geschaffen, das darin besteht, dass auf das Fasermaterial zwei Schichten aufgetragen werden, von denen die erste aus einer Zusammensetzung besteht, die eine aus den Gruppen der Homopolymere und Copolymere von Vinylhalogeniden oder Vinylidenhalogeniden ausgewählte Verbindung enthält, und die zweite aus einer LatexDispersion besteht, wobei die erste Schicht vor Auftragung der zweiten erhitzt, die zweite Schicht getrocknet und das so behandelte Fasermaterial an den Kautschuk gebunden wird.
Gemäss vorliegender Erfindung werden auch mit aus hochpolymeren Terephthalaten zusammengesetztem Fasermaterial verstärkte Kautschukartikel angegeben, wobei das Fasermaterial an den Kautschuk durch eine Zusammensetzung gebunden wird, die eine polymerisierte Vinylhalogenid- oder Vinylidenhalogenidgruppen aufweisende Verbindung und eine trockene Latex-Dispersion enthält. Die Bindung zwischen dem Fasermaterial und dem Kautschuk wird im allgemeinen durch eine einer Vulkanisierung gleichenden Behandlung hergestellt, indem das Fasermaterial, bestehend aus den zwei Schichten, von denen
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Kautschuk, gewünschtenfalls unter Druck, erhitzt wird. Das Trocknen der zweiten Schicht wird vorteilhafterweise durch Anwendung vor Hitze ausgeführt.
Zu den Verbindungen, die polymerisierte Vinylhalogenid-oder Vinylidenhalogenidgruppen einschlie- ssen, zählen die verschiedenen Homopolymere des Vinylchlorids oder Vinylidenchlorids und Mischungen derselben, sowie auch Copolymere des z. B. Vinylchlorids und Vinylacetats, Vinylchlorids und Vinylidenchlorids, Vinylchlorids und Acrylsäurenitrils, Vinylidenchlorids und Acrylsäurenitrils, Terpolymere des Vinylchlorids, Vinylacetat und des Maleinsäureanhydrids, Mischungen derselben, oder beliebige Copolymere oder Mischungen derselben von Vinyl- oder Vinylidenchlorid und olefinisch ungesättigten Verbindungen, oder Mischungen der Homopolymere und der Copolymere.
Diese Verbindungen können in Lösung als ein Plastisol, als ein Organosoloder als Dispersion verwendet werden, wobei jedoch bei Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens Emulsionen dieser Verbindungen vorgezogen werden. Im allgemeinen wird ein Weichmacher, z. B. 2-Athylhexylphthalat und gegebenenfalls auch geeignete Verdünnungsmittel, z. B.
Polyvinylacetat, oder Stabilisatoren der die erste Schicht bildenden Zusammensetzung zugesetzt.
Die zweite Schicht, die Latex-Dispersion, ist vorzugsweise eine Dispersion eines geeigneten Vinylpy- ridin-Latex (z. B. des"Gen-Tac"Vinylpyridin-Latex der General Tire and Rubber Co.) in einer wässerigen Lösung von Resorcin und Formaldehyd, die genauestens auf einen pH-Wert eingestellt ist, der eine zufriedenstellende Ausführung mit dem zu verstärkenden jeweiligen Kautschukartikel gewährleistet. Es können jedoch auch andere Latices, die nicht auf Basis von Pvlyvinylpyridin zusammengesetzt sind, und als Klebstoffe für Kautschukartikel bekannt sind, verwendet werden, wenn sie, wieder der bevorzugte Latex in Resorcin (oder einer andern phenolischen Substanz, z. B. Phenol oder Brenzcatechin) und Formaldehydlösungen, dispergiert worden waren.
Wie weiter oben erwähnt, unterstützt die polymerisierte Vinylhalogenid- oder Vinylidenhalogenidgruppen enthaltende Schicht nach erfolgter Erhitzung die zweite, die Latex-Dispersion enthaltende Schicht, indem eine gute Haftung des Fasermaterials an dem Kautschukartikel geschaffen wird. Diese Haftung kann mit jedem beliebigen Kautschukartikel erhalten werden, von denen genannt werden können : Artikel, bestehend aus einem beliebigen natürlichen Kautschuk, einschliesslich Guttapercha und Balata ; zusammengesetzter Kautschuk ; modifizierter Kautschuk, z. 8. hydroxyliener Kautschuk ; synthe- tische, kautschukähnliche Dienpolymere und Copolymere, z. B.
Neoprene, Mischpolymerisate von Butadien und Styrol, sowie solche von Butadien und Acrylsäurenitril ; Polysulfidkautschuk ; kautschukähnliche Isobutylenpolymere'oder Copolymere ; kautschukähnliche Copolymere eines Alkylacrylats mit einem Chloralkylvinyläther und schliesslich chlorsulfonierte Polyolefine.
Gemäss einer bevorzugten Ausfuhrungsweise des erfindungsgemässen Verfahrens werden eine Amingruppe enthaltende Verbindungen (sie sollen im folgenden kurz als Amine bezeichnet werden) zu den polymerisierte Vinylhalogenid- oder Vinylidenhalogenidgruppen enthaltenden Verbindungen zugesetzt. Der Zusatz der Amine führt zur Verbesserung der erhaltenen Haftung, vermindert die zum Erhitzen der ersten Schicht erforderliche Zeit und bedingt, dass das Fasermaterial, auf welches die erste Schicht auf-
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getragen worden war, von einer wässerigen Dispersion der zweiten Schicht leichter benetzt wird.
Jedes Amin, sei es ein primäres, sekundäres, tertiäres oder polymeres Amin, kann zugesetzt werden.
Es wurde festgestellt, dass sogar quaternäre substituierte Ammoniumhydroxyde wirksam sind. Im allgemeinen werden Amine in Mengenanteilen von 10 bis 25"/0, bezogen auf das Gewicht der die polymerisierten Vinylhalogenid- oder Vinylidenhalogenidgruppen enthaltenden Verbindungen, eingesetzt werden, wobei jedoch die oben genannten Vorteile in vielen Fällen mit 2 oder weniger Prozent und auch mit 25% überschreitenden Aminanteilen erhalten werden können.
Besonders gut eignen sich Amine, die durch Kondensation polymerisierter Linolsäuren mit Polyaminen, z. B. Äthylendiaminen erhalten wurden, und von diesen insbesondere diejenigen, die bei Zimmertemperatur noch flüssig sind. Amine dieser Art sind in der USA-Patentschrift Nr. 2, 379, 413 beschrie- ben ; sie werden von General Mills Inc. unter der Bezeichnung z. B. "Versamid 115" oder "Versamid 125" vertrieben.
Gemäss einer andern Ausführungsweise des erfindungsgemässen Verfahrens können 1 bis zu ungefähr 25 Gew.-% Triallylcyanurat, gewünschtenfalls zusätzlich zu dem oben angegebenen Amin, der die polymerisierten Vinylhalogenid- oder Vinylidenhalogenidgruppen enthaltenden Zusammensetzung einverleibt werden. Wenn eine solche Zusammensetzung nach Auftragung desselben auf das Fasermaterial erhitzt wird, wird das Triallylcyanurat polymerisieren und zwischen Fasermaterial und Kautschuk eine besonders gute Haftung erzielt.
Wenn die erste Schichtzusammensetzung Triallylcyanurat einschliesst, kann die Polymerisation des Triallylcyanurats durch einen bei Vinylpolymerisationsverfahren üblicherweise verwendeten Katalysator erleichtert werden ; demnach sind z. B. folgende Katalysatoren verwendbar : Symmetrische Diacylperoxyde, wie Lauroylperoxyd oder Benzoylperoxyd, Terpenperoxyde, wie Ascaridol, und Dialkylperoxyde, wie Di- (tert.-butyl)-peroxyd. Ein bevorzugter Katalysator ist das Cumolhydroperoxyd.
Es sind nur geringe Mengen an Katalysator erforderlich. Im allgemeinen genügen 0, 1-0, 75 Gew.-%
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Katalysators, der z. B. Cumolhydroperoxyd, Aluminiumchlorid und eine Aminkomppnente enthält, das Triallylcyanurat bei einer Temperatur von ungefähr 2000C in 20 Sekunden polymerisiert werden.
DasA uftragen der Schichten auf das Fasermaterial kann in jeder beliebigen Weise vorgenommen werden. Im allgemeinen wird vorgezogen, die Beschichtung durchzuführen, indem das Fasermaterial lose oder unter Zugbeanspruchung in die Behandlungssubstanzen versetzt wird. Die Beschichtungszusammensetzungen können jedoch auch durch Aufsprühen oder Aufstreichen aufgetragen werden. Wenn die gewünschte Schichtmenge, d. i. eine Menge der Zusammensetzung, die zumindest 1 und vorzugsweise 3-25 Gew.-% an fester Fasermaterialschicht zurücklässt, nicht nach einmaligem'Auftragen erhalten wird, kann die Zusammensetzung noch einmal oder auch noch einige Male aufgetragen werden, um die Schicht der gewünschten Stärke zu erhalten.
Die Herstellung von Reifencord erfordert, dass der Cord behandelt wird, um eine Tendenz unter Belastung gestreckt zu werden oder während des Vulkanisierens des Kautschuks zu schrumpfen, zu vermindern. Dies kann erreicht werden, indem der Cord unter Zugbeanspruchung ungefähr eine halbe Minute lang auf 200 C erhitzt wird, wobei es von Vorteil ist, diese Erhitzung mit der Erhitzung der ersten Schicht zu kombinieren.
Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemässe Verfahren ohne es einzuschränken. Alle Teile sind als Gewichtsteile angegeben.
Der in den Beispielen 1 - 10 verwendete Reifencord wurde aus Polyäthylenterephthalat hergestellt, indem ein 48-Fadengarn dieses Polyesters versponnen, dieses Garn gezogen, 4 solcher Einzelgame zu einem Strähn verzwirnt und schliesslich 2 dieser Strähne zu einem Cord vereinigt wurden, der eine Denieranzahl von ungefähr 2100 aufwies.
B e i s pie l l : Folgende Bestandteile wurden innig miteinander vermischt :
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<tb>
<tb> Polyvinylchlorid <SEP> (Geon <SEP> 121) <SEP> 10 <SEP> Teile
<tb> Diäthylhexylphthalat <SEP> 6 <SEP> Teile
<tb> Toluol <SEP> 1 <SEP> Teil
<tb> Trichloräthylen <SEP> 3, <SEP> 4 <SEP> Teile
<tb>
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In diese Mischung wurde ein aus Polyäthylenterephthalat bestehender Reifencord versetzt, wobei ungefähr 7% dieses Gemisches, bezogen auf das Gewicht des Cords, auf dem Cord belassen wurden. Der Überschuss an der Mischung wurde entfernt und der zu behandelnde Cord 90 Sekunden auf 2200C erhitzt, wobei der Cord unter Zugbeanspruchung gehalten wurde.
Hierauf wurde eine Schicht einer wässerigen Dispersion, bestehend aus einem Mischpolymerisat von Vinylpyridin-Latex, und Resorcin-Formaldehyd auf den Cord aufgetragen und 20 Sekunden bei 1500C getrocknet. Hierauf wurde der Cord 9, 5 mm in eine G. R. S. Kautschukreifencarcassenmasse nachdem
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type single cord adhesive method) zeigten eine Haftfestigkeit, die grösser war als die Stärke des bei Belastung mit 13, 6 kg brechenden Cords.
Ein Cord, der nur mit der den Latex enthaltenden Schicht behandelt, und wie oben 9, 5 mm in Kautschuk eingebettet und vulkanisiert worden war, zeigte eine Haftfestigkeit von nur 5, 9 kg gemäss obigem Test.
Beispiel 2 : Es wurde eine Lösung hergestellt aus :
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<tb>
<tb> Poly- <SEP> (vinylchlorid-vinyl-acetat)-Copolymerharz <SEP>
<tb> (ungefähr <SEP> 90% <SEP> Vinylchlorid <SEP> enthaltend) <SEP> 5 <SEP> Teile
<tb> Cyclohexanon <SEP> 45 <SEP> Teile
<tb> Diäthylhexylphthalat <SEP> l, <SEP> 5 <SEP> Teile <SEP> ; <SEP>
<tb>
Reifencord wurde in diese Lösung versetzt und gemäss Beispiel 1 behandelt. Die Haftfestigkeit betrug 9, 07 kg.
Wenn jedoch das Erhitzen der ersten Schicht auf 4 Minuten verlängert wurde, konnte festgestellt werden, dass die Haftfestigkeit stärker war als die Stärke des bei 13, 6 kg brechenden Cords.
Wenn 1, 0 Teile"Versamid 115"zu obiger Lösung hinzugefügt und der Cord gemäss Beispiel 1 behandelt wird, übertrifft die erhaltene Haftfestigkeit die Stärke des Cords, ohne dass hiezu die Dauer der Erhitzung der ersten Schicht verlängert werden muss.
Beispiel 3 : Es wurden innig miteinander vermischt :
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<tb>
<tb> Polyvinylchlorid <SEP> (Geon <SEP> 121) <SEP> 10 <SEP> Teile
<tb> Diäthylhexylphthalat <SEP> 6 <SEP> Teile
<tb> "Versamid <SEP> 125"2 <SEP> Teile
<tb> Cyclohexanon/Butylalkohol <SEP> (1/1) <SEP> 2 <SEP> Teile <SEP> ; <SEP>
<tb>
Reifeneord wurde in diese Mischung versetzt, wobei ungefähr 5,,/0 dieser Mischung, bezogen auf das Gewicht des Cords, auf dem Cord belassen wurden, Die überschüssige Mischung wurde entfernt und der Cord dann 30 Sekunden auf 2200C erhitzt, wobei er unter Zugbeanspruchung gehalten wurde.
Hierauf wurde der mit der ersten Schicht behandelte Cord in eine wässerige Dispersion eines Mischpolymerisats von Vinylpyridin-Latex und Resorcin-Formaldehyd' ! ersetzt und 20 Sekunden bei 1500C getrocknet. Eine weitere Gewichtsvermehrung des so behandelten Cords entspricht einer Aufnahme von 2"/0 Festsubstanz aus der Latex-Dispersion.
Nachdem der Cord 9, 5 mm in G. R. S. Kautschukcarcassenmasse eingebettet und dann vulkanisiert worden war, wurde festgestellt, dass die Haftfestigkeit des Cords an dem Kautschuk grosser war als 13, 6 kg, bei welchem Wert der Cord brach.
Folgende Amine wurden in der Zusammensetzung der ersten Schicht an Stelle des"Versamid 125" eingesetzt. Nach Behandlung des Reifencords gemäss diesem Beispiel wurden mit den verschiedenen Ami- nen die angeführten Haftfestigkeiten erhalten.
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<tb>
<tb>
Amin <SEP> Haftfestigkeit <SEP> kg
<tb> Anilin <SEP> 11, <SEP> 79 <SEP>
<tb> Methylanilin <SEP> 11, <SEP> 34 <SEP>
<tb>
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<tb>
<tb> Amin <SEP> Haftfestigkeit <SEP> kg
<tb> 2, <SEP> 4- <SEP> Dimethylanilin <SEP> 11, <SEP> 79 <SEP>
<tb> o-Toluidin <SEP> 9, <SEP> 98 <SEP>
<tb> m-Toluidin <SEP> 9, <SEP> 52 <SEP>
<tb> Äthylmorpholin <SEP> 11, <SEP> 34 <SEP>
<tb> Trilaurylamin <SEP> 9, <SEP> 52 <SEP>
<tb> Triäthyltetramin <SEP> 9, <SEP> 98 <SEP> Cord <SEP> brach
<tb> Tetraäthylenpentamin <SEP> 10,89 <SEP> Cord <SEP> brach
<tb> Amid <SEP> aus <SEP> Diäthylentriamin <SEP> und <SEP> Zitronensäure <SEP> 13, <SEP> 61 <SEP> Cord <SEP> brach
<tb> Amid <SEP> aus <SEP> Diäthylentriamin <SEP> und <SEP> Methacrylsäure <SEP> 13, <SEP> 61 <SEP> Cord <SEP> brach
<tb> Tetraäthylenpentaminacetat <SEP> 9,
<SEP> 98 <SEP>
<tb> Triäthylentetramin-Glyoxal <SEP> Adduct <SEP> 12,25
<tb> "Genamid <SEP> 250" <SEP> 13, <SEP> 61 <SEP> Cord <SEP> brach
<tb> "Genamid <SEP> 310"13, <SEP> 61 <SEP> Cord <SEP> brach
<tb> 2-Vinylpyridin/Methylmethacrylat <SEP> (20/80)-Copolymer <SEP> 12,25
<tb>
"Genamid 250" und "Genamid 310" werden von General Mills Inc. hergestellt und sind harzartige Amin-Addukte, die erhalten werden, indem ein Diamin mit einem Fettsäurepolymerisat kondensiert wird, bis dasAddukt ein bestimmtes durchschnittliches Molekulargewicht erreicht hat, wobei es bei Raumtemperatur noch flüssig ist.
Beispiel 4 : Es wurde eine Lösung aus fünf Teilen eines Mischpolymerisats von Vinylidenchlorid und Vinylchlorid, das ungefähr 95% Vinylchlorid enthielt, und 25 Teilen Cyclohexanon hergestellt. Zu dieser Lösung wurden 2 Teile Dioctylphthalat und 0, 5 Teile"Versamid 125"hinzugefügt.
In diese Lösung wurde Reifencord versetzt, worauf 90 Sekunden auf 2200C erhitzt wurde. Der Cord wurde dann in eine Dispersion eines Mischpolymerisats von Vinylpyridin und Resoicinformaldehyd versetzt und 20 Sekunden bei 1500C getrocknet.. Nach Vulkanisieren auf G. R. S. Kautschukcarassenmasse betrug die Haftfestigkeit 11, 79 kg.
Beispiel 5: Es wurden innig miteinander vermischt :
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<tb>
<tb> P. <SEP> V. <SEP> C. <SEP> (Geon <SEP> 121) <SEP> 10- <SEP> Teile <SEP>
<tb> Diäthylhexylphthalat <SEP> 6 <SEP> Teile
<tb> Octadecyltrimethylammoniumhydroxyd <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> Teile
<tb>
In diese Mischung wurde Reifencord versetzt und dann nach Beispiel 4 weiterverarbeitet. Die Haftfestigkeit war grösser als 12, 25 kg, bei welchem Wert der Cord brach.
Beispiel 6 : Es wurden innig miteinander vermischt :
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<tb>
<tb> Fein <SEP> verteiltes <SEP> Polyvinylchlorid <SEP> (Geon <SEP> 121) <SEP> 100 <SEP> Teile
<tb> Diäthylhexylphthalat <SEP> 60 <SEP> Teile
<tb> Triallylcyanurat <SEP> 32 <SEP> Teile
<tb> Cumolhydroperoxyd <SEP> 1 <SEP> Teil
<tb> Gesättigte <SEP> Lösung <SEP> von <SEP> Aluminiumchlorid <SEP> in
<tb> Kohlenstofftetrachlorid <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP> Teile
<tb> 15% <SEP> Lösung <SEP> der <SEP> freien <SEP> Base <SEP> von" <SEP> Arquad <SEP> 18"'" <SEP>
<tb> in <SEP> Isopropanol <SEP> 0 <SEP> : <SEP> 5 <SEP> Teile
<tb> "Versamid <SEP> 125" <SEP> 16 <SEP> Teile
<tb>
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Der Reifencord wurde in diese Mischung versetzt, wobei ungefähr'7% des Gemisches, bezogen auf das Gewicht des Cords, auf dem Cord belassen wurde. Der Überschuss der Mischung wurde entfernt und der Cord 20 Sekunden auf 200 C erhitzt, wobei er unter Zugbeanspruchung gehalten wurde.
Hierauf wurde auf dem Cord eine Schicht, bestehend aus einer wässerigen Dispersion eines Mischpolymerisats von Vinylpyridin-Latex und Resorcinformaldehyd aufgetragen und 20 Sekunden bei 1750C getrocknet. Der Cord wurde dann nach den üblichen Verfahren einer G. R. S. Kautschukreifencarcassenmasse einverleibt.
Die Resultate der statischen Teste unter Verwendung des"H"-Typ-Einzelcord-Klebeverfahrens zeigten eine Haftfestigkeit, die grösser war als die des bei 11, 79 kg brechenden Cords. Die Bruchfestigkeit eines Cords, der nur mit der Dispersion des Mischpolymerisats von Vinylpyridin-Latex und Resorcinformaldehyd behandelt und wie oben vulkanisiert worden war, lag unter 5, 9 kg.
Beispiel 7 : Es wurden innig miteinander vermischt :
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<tb>
<tb> P. <SEP> V. <SEP> C. <SEP> (Geon <SEP> 121) <SEP> 10 <SEP> Teile
<tb> Diäthylhexylphthalat <SEP> 6 <SEP> Teile
<tb> Diäthylentriamin <SEP> 1 <SEP> Teil
<tb>
Ein Reifencord wurde in diese Mischung versetzt, dann 90 Sekundenauf 220 C erhitzt und wie in Beispiel 6 weiter verarbeitet. Die Haftfestigkeit war grösser als die Stärke des bei 9, 07 kg brechenden Cords.
Das stark basische Diäthylentriamin schwächte den Reifencord.
Beispiel 8 : Die Schwächung des Cords gemäss Beispiel 7 kann durch Bildung eines Derivats des Amins mit geringerer Alkalinität vermindert werden.
} 2, 6 Teile Oxalsäure wurden mit 10, 3 Teilen Diäthylentriamin vermischt. Die Mischung wurde 3 Stunden unter ständigem Rühren auf 2000C erhitzt. Während der letzten Stunde wurde ein Vakuum angewendet. Das Produkt war ein Diamid der Oxalsäure, das freie sekundäre Amingruppen enthielt.
Ein Teil des obigen Produktes wurde in 10 Teilen Wasser gelöst und langsam 3 Teilen Diäthylhexylphthalat und 0, 25 Teilen des Netzmittels "Triton X 100" unter starkem Rühren zugesetzt. Es wurde eine Emulsion erhalten, die dann mit 10 Teilen der Polyvinylchlorldemulsion (Geon 151) vermischt wurde.
Ein Stück eines Reifencords wurde in diese Emulsion versetzt und gemäss Beispiel 7 weiterverarbeitet. Nach Vulkanisieren auf G. R. S. Caicassenmasse war die Haftfestigkeit stärker als die 13, 6 kg betragende Bruchfestigkeit des Cords.
Beispiel 9 : Eine Zusammensetzung, die Losung"A"genannt werden soll, wurde hergestellt aus :
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<tb>
<tb> 50% <SEP> Polyvinylchlorid-Emulsion
<tb> (Geon <SEP> 151) <SEP> 40, <SEP> 0 <SEP> Teile
<tb> "Versamid <SEP> 125"5, <SEP> 0 <SEP> Teile
<tb> Dioctylphthalat <SEP> 12, <SEP> 0 <SEP> Teile
<tb> "Catanac <SEP> SP" <SEP> (Am. <SEP> Cyanamid <SEP> Co.) <SEP> * <SEP> 4, <SEP> 0 <SEP> Teile
<tb> "Triton <SEP> X <SEP> 100" <SEP> (Rohm <SEP> & <SEP> Haas) <SEP> * <SEP> * <SEP> 0, <SEP> 6 <SEP> Teile
<tb> Eisessig <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> Teile
<tb> Isopropylalkohol <SEP> 2, <SEP> 8 <SEP> Teile
<tb> Wasser <SEP> 60, <SEP> 0 <SEP> Teile
<tb>
* * ein nicht-ionisches oberflächenaktives Mittel, das ein Polyäthylenoxyd-Kondensat enthält
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Das"Versamid 125"wurde zu dem Wasser hinzugefügt und die Mischung auf 70 C erhitzt. Hierauf wurde geschüttelt, bis die Mischung einheitlich war, und dann die Essigsäure unter Rühren kontinuierlich zugesetzt.
In einen andern Behälter wurde"Triton X 100","Catanac SP", DiäthylhexylphthalatundIsopropyl- alkohol eingebracht. Es wurde gerührt, bis die Lösung klar war und dann die Lösung" A" langsam unter starkem Rühren hinzugesetzt. Sobald die ganze Lösung "A" eingebracht war, wurde"Geon 151"langsam hinzugefügt.
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Es wurde eine Dispersion erhalten, die sich zur Verwendung in Cordtauchvorrichtungen besonders gut eignet.
Ein Stück eines Reifencords wurde in diese Dispersion versetzt und 90 Sekunden auf 220QC erhitzt, wobei es zwecks Verhiltung einer Schrumpfung unter Zugbeanspruchung gehalten wurde. Der Cord wurde dann in eine Dispersion von"Gen-Tac"-Resorcinformaldehyd versetzt und 20 Minutenbei 1500C getrocknet.
Der behandelte Cord wurde mit einer Carcassenmasse aus natürlichem Kautschuk vulkanisiert, die Haftfestigkeit an dem Kautschuk war grösser als die 13, 61 betragende Bruchfestigkeit des Cords.
Beispiel 10 : Es wurde eine Emulsion hergestellt, indem100 g einer 3e Lösung Polyvinylalkohol in Wasser zu 10 g"Versamid 125", das 0, 2 g des Netzmittels "Tween 60" enthielt, zugesetzt. wurden.
20 Teile dieser Emulsion wurden langsam zu 40 Teilen eines emulgiertenPolyvinylchlorids (25% Feststoff) unter kräftigem Rühren langsam zugesetzt. 6 Teile Diäthylhexylphthalat wurden in der Emulsion dispergiert, wobei das Rühren fortgesetzt wurde.
EinReifencord, der dem-in obigen Beispielen verwendeten ähnlich war, wurde in diese Emulsion versetzt und nach Trocknung zwecks Entfernung des Wassers 30 Sekunden auf 2000C erhitzt.
Der Cord wurde dann mit einer wässerigen Dispersion eines Mischpolymerisats von Vinylpyridin-Latex und Resorcin-Formaldehyd beschichtet und 20 Sekunden bei 1750C getrocknet.
Nach Vulkanisieren mit Kautschuk brach die Bindung nach einem Test gemäss Beispiel 6 bei einer Belastung von 10, 89 kg.
Beispiel 11: EinStück eines 11000 DenierPolyäthylenterephthalat-Cords,der zurVerstärkung von V-Bändern bestimmt war, wurde in die Zusammensetzung gemäss Beispiel 9 versetzt. Der Cord wurde 2 Minuten auf 220 C erhitzt, wobei derselbe gleichzeitig 3% längsgestreckt wurde. Hierauf wurde der Cord in eine Dispersion von "Gen-Tac" -Res9rcin-Formaldehyd versetzt, 30 Sekunden bei 1500C getrock- net und in der Mitte eines 12, 7 mm Würfels aus einer Riemenmasse aus natürlichem Kautschuk vulkansiert.
Um den Cord von dem Kautschuk zu entfernen, war eine Belastung von 31, 3 kg erforderlich, wogegen ein ähnlicher Cord, der nur mit der Dispersion des"Gen-Tac"-Resorcin-Formaldehyds behandelt worden war, von dem Kautschuk bei einer Belastung mit 13, 6 kg abgezogen wurde.
Die in den Beispielen verwendete Dispersion eines Mischpolymerisats von Vinylpyridin-Latex und
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<tb>
<tb> :Wasser <SEP> 56 <SEP> Teile
<tb> Resorcin <SEP> 2, <SEP> 2 <SEP> Teile
<tb> Formaldehyd <SEP> (37%) <SEP> 3, <SEP> 5 <SEP> Teile
<tb>
hinzugefügt. Das PH der Mischung wurde mit einer lolo Natriumhydroxydlösung auf 9, 0 eingestellt. Vor
Verwendung wurde die Dispersion 24 Stunden altern gelassen.
Lj jedem der angeführten Beispiele kann der G. R. S. Kautschuk durch natürlichen Kautschuk oder durch Kautschuk, wie z. B. Chloropren, der in der üblichen Weise mit Materialien der Reyon- oder Nylon- art verbunden ist, ersetzt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verstärkung von Kautschukartikeln mit aus hochpolymeren Polymethylenterephthalaten gebildetem Fasermaterial, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Fasermaterial zwei Schichten aufgetragen werden, von denen die erste aus einer Zusammensetzung besteht, die eine aus den Gruppen der
Homopolymere und Copolymere von Vinylhalogeniden oder Vinylidenhalogeniden ausgewählte Verbindung enthält, und die zweite aus einer Latex-Dispersion besteht, wobei die erste Schicht vor Auftragung der zweiten erhitzt, die zweite Schicht getrocknet und das so behandelte Fasermaterial an den Kautschuk gebunden wird.