AT214834B - Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents

Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens

Info

Publication number
AT214834B
AT214834B AT671959A AT671959A AT214834B AT 214834 B AT214834 B AT 214834B AT 671959 A AT671959 A AT 671959A AT 671959 A AT671959 A AT 671959A AT 214834 B AT214834 B AT 214834B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
flux
sintering
firing
furnace
carrying
Prior art date
Application number
AT671959A
Other languages
English (en)
Inventor
Martin Dipl Ing Neitzel
Original Assignee
Polysius Gmbh
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Polysius Gmbh filed Critical Polysius Gmbh
Priority to AT671959A priority Critical patent/AT214834B/de
Application granted granted Critical
Publication of AT214834B publication Critical patent/AT214834B/de

Links

Classifications

    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F27FURNACES; KILNS; OVENS; RETORTS
    • F27BFURNACES, KILNS, OVENS OR RETORTS IN GENERAL; OPEN SINTERING OR LIKE APPARATUS
    • F27B9/00Furnaces through which the charge is moved mechanically, e.g. of tunnel type; Similar furnaces in which the charge moves by gravity
    • F27B9/30Details, accessories or equipment specially adapted for furnaces of these types

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Muffle Furnaces And Rotary Kilns (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und
Ofenanlage zur   Durchführung   des Verfahrens 
Das Brennen von feuerfesten Massen, z. B. Magnesit oder Dolomit, bereitet vielfach Schwierigkeiten wegen der erforderlichen hohen Brenntemperatur, der Neigung dieser Massen zum Zerfall in den   verschie-     denen Phasen des Vorwärm- und Brennprozesses   und derGefahr desAnbackens dieser Massen am Ofenfutter des Brennofens. Man hat schon vielfach versucht, die Sintertemperatur durch Zusatz eines Flussmittels, z. B. Eisenchloridlösung, zum Brenngut herabzusetzen. 



   Es ist auch bereits bei einem Verfahren zur Herstellung von elektrisch isolierenden Überzügen aus chemisch reinen Grundstoffen vorgeschlagen worden, als Flussmittel eine chemische Verbindung zu be- nutzen, die nicht in den Grundstoff eindringt, sondern bei geringer Erwärmung lediglich die Oberfläche angreift und bei Sintertemperatur verdampft, so dass sich nur eine an der Oberfläche verschmolzene, als
Isolierung dienende Schutzschicht bildet. Dieses Verfahren eignet sich aber nicht zur Sinterung von feuer- festen Materialien, da es kein Flussmittel für das Kernmaterial bildet und deshalb nicht in das Gut infil- trieren kann, um gleichzeitig die Sintertemperatur des Kernmaterials herabzusetzen. 



   Nach einem weiteren Verfahren zum Herstellen dicht gebrannter keramischer Massen ist es ausserdem bekannt, dem vorgemischten Gut bei Ausschluss von Quarz und Feldspat als Grund- oder Zusatzstoff Sin- termittel zuzuführen, wobei der beigemischte Anteil zwischen   10 - 30   % liegen soll. Dieser allzu grosse
Anteil von 10 bis 30   %   vernichtet die Feuerfestigkeit des Sintergutes. Ausserdem wird mit der Beimischung des Sintermittels kein Schutz der Oberfläche erzielt, weil sie sich nicht auf die Oberfläche als Schutz- schicht legt. 



   Ferner ist ein Verfahren zum Binden und bzw. oder Sintern keramischer Massen bekannt geworden, bei dem Zusätze von   Binde- und Sintermitteln   lose zu dem Gut zugegeben werden. Diese nicht gebun-   denenZusätze anFlussmitteln werden   in das feuerfeste Futter des Ofens infiltriert und setzen dessen Sinter- temperatur und Feuerbeständigkeit herab. Die Lebensdauer des feuerfesten Ofenfutters wird so stark ver- ringert. Darüber hinaus ergibt sich dabei keine Schutzschicht auf dem Gut und es ist auch keine genü- gende Herabsetzung der Temperatur des   Sinterbeginns   an der Oberfläche des Gutes gewährleistet. 



   Nach einem andern bekannten Verfahren wird ein Flussmittel in feinverteilter Form zunächst dem ebenfalls feinverteilten Brenngut zugemischt, dann zu Granalien, Briketts. od. dgl. geformt und anschlie- ssend dem Ofen aufgegeben. Dieses Verfahren hat aber einen sehr erheblichen Nachteil, zumal wenn als
Brenn- oder Sinterofen ein Drehrohrofen verwendet wird. Bei der Behandlung des Gutes im Drehrohrofen zerfallen die Granalien schon in der Anwärmzone und im ersten Teil der Kalzinierzone, d. h. in dem Sta- dium, in dem die Granalien noch nicht eine genügende Festigkeit haben. Es entsteht daher recht viel
Schutt. Dieser feinkörnige Schutt kommt nun in der Sinterzone in innige Berührung mit der Ofenwan- dung, Das in dem Schutt ebenfalls in feinster Form vorhandene Flussmittel greift dann die Ofenwandung an.

   Die Folge ist, dass die Innenseite des Ofenfutters verklebt und es zur Bildung von Ansätzen, zur Ring- bildung usw. kommt. 



   Hier setzt nun die Erfindung ein, die sich zum Ziel gesetzt hat, zu erreichen, dass das Flussmittel nur mit dem Brenngut   inReaktion   tritt, d. h., dass eine gleichzeitige Reaktion des Flussmittels mit dem Ofen- futter des Drehrohrofens als Brennofen vermieden wird. Um dies zu erreichen, schlägt das erfindungsge-   mässe Verfahren vor, das Flussmittel   erst nach der Formgebung des Brenngutes zu Granalien usw. auf dieses 

 <Desc/Clms Page number 2> 

   aufzubringen, d. h. das Brenngut in Form von Schotter, körnigem Granulat, Briketts od. dgl. mit einem Schutzüberzug aus dem Flussmittel zu versehen. Das Flussmittel ist dann zunächst ausschliesslich in dem   von ihm um jede einzelne Granalie gebildeten Schutzüberzug konzentriert.

   Die Konzentrierung und die frühzeitige Erwärmung des   Flussmittels   im Vorglühprozess hat zur Folge, dass die Reaktion zwischen dem Flussmittel und dem übrigen Gut frühzeitiger und auch heftiger eintritt. Der um jede einzelne Granalie gelegte und   im Vorglühprozess   zu einer festen Schale werdende Schutzüberzug unterbindet daher den Zerfall der Granalien. Dies bedeutet gegenüber den bekannten Verfahren einen ganz erheblichen Vorteil. Die Granalien kommen mit dem Ofenfutter der Sinterzone des Drehrohrofens erheblich weniger in innige Berührung, u. zw. schon deswegen, weil sich die Granalien wegen ihrer Grösse nicht in den Fugen der Ausmauerung festsetzen können. Damit wird auch der Angriff des Flussmittels auf die feuerfeste Ausmauerung des Ofens unterbunden und es können keine Anbackungen an der Ausmauerung eintreten. 



   Die Herstellung eines solchen Schutzüberzuges kann z. B. in der Weise erfolgen, dass die Körner des Brenngutes zunächst durch Tauchen,   Wälzen, Besprühen od. dgl. mit dem Flussmittel, z. B.   Eisenstaub, Rotschlamm usw., überzogen werden, dann werden diese Körner getrocknet und so weit vorgekühlt, dass das Flussmittel eine feste Schale um die Brenngutkörner bildet, wobei das Flussmittel bereits zum Teil in diese Körner infiltriert. Bei Rohdolomit und Magnesit wird dieser Vorgang dadurch unterstützt, dass die bei der Entsäuerung des Gutes entstehenden Poren das Einfiltrieren des Flussmittels begünstigen. 



   Der Schutzüberzug zeitigt bei Magnesit und Dolomit noch den weiteren Vorteil, dass die sonst vorhandene Neigung zum Absplittern von feinsten staubförmigen Teilen, die bis zu 40 % der Rohgutmenge betragen können, fast ganz unterbunden wird. 



   Damit der Abrieb   des Flussmittels   vor   dem Vorglühen   verhindert wird, ist es zweckmässig, das Trocknen und Anwärmen des Gutes bis zur Glühtemperatur in ruhendem Zustand   durchzuführen, was z. B.   auf einem gasdurchlässigen Förderband, einem Wanderrost od. dgl. möglich ist, während der eigentliche Brenn-und Sinterprozess in einem nachgeschalteten Drehrohrofen erfolgt. 



   Wie die Versuche ergeben haben, ist bei dem Verglühen bei Temperaturen bis 9000 C bereits eine solche Bindung zwischen der Flussmittelschutzhaut und dem Rohgut eingetreten, dass der Abrieb im nachfolgenden Drehrohrofen-Brennprozess auf ein Mindestmass begrenzt ist, so dass auch kein nennenswerter Übertritt des Flussmittels in das Ofenfutter mehr erfolgen kann. Auch durch den Fortfall von losem feinkörnigem Sintergut wird die Ansatzneigung im Drehrohrofen weiter vermindert. 



   Durch die   gleichmässige Infiltration des Flussmittels   wird der für   die Sinterbarkeit erforderliche   Anteil an diesem Mittel wesentlich herabgesetzt und damit die Qualität des   erbrannten Sintergutes bei gleichzei-     tigerWärmeersparnis   verbessert. Eine weitere Herabsetzung des Wärmebedarfs wird dadurch erreicht, dass der Staubverlust beim Brennprozess vermindert und demnach die aufgewendete Wärme besser ausgenutzt wird. Ausserdem wird die Staubbelästigung durch die Abgase ganz wesentlich vermindert. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen, wie Magnesit, Dolomit   od. ähnl.   



  Stoffen, denen zur Herabsetzung der Sintertemperatur Flussmittel zugefügt werden, unter Verwendung eines Drehrohrofens als Sintereinrichtung, dadurch gekennzeichnet,   dass   die Massen erst in Form von   kör-   nigem Granulat, Briketts oder sonstigen groben Stücken gebracht, dann mit Sintermittel überzogen und zur Bildung eines festen Schutzüberzuges vorgeglüht und darauf zum Sintern in den Fertigbrennofen gegeben werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzilberzug durch Eintauchen, Wälzen, Aufsprühen des Flussmittels auf die fertig geformten Granalien usw. und anschliessendes Vorglühen bei etwa 9000 C hergestellt wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Massen während des Vorglühens in ruhender Lage gehalten werden.
    4. Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch ein gasdurchlässiges Förderband (Wanderrost) für das Vorglühen und einen dahintergeschalteten Drehrohrofen für das Fertigbrennen bzw. Sintern.
AT671959A 1959-09-15 1959-09-15 Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens AT214834B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT671959A AT214834B (de) 1959-09-15 1959-09-15 Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT671959A AT214834B (de) 1959-09-15 1959-09-15 Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT214834B true AT214834B (de) 1961-04-25

Family

ID=3589093

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT671959A AT214834B (de) 1959-09-15 1959-09-15 Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT214834B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2040811B2 (de) Verfahren zum Herstellen von reduzierten Eisenerzpellets
DE2056567B2 (de) Verfahren zur Herstellung eines kohlenstoffhaltigen, feuerfesten Produktes
AT214834B (de) Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen und Ofenanlage zur Durchführung des Verfahrens
DE3049730C1 (de) Selbsthaertender Formstoff zur Herstellung von Giessformen und Giesskernen
DE1078926B (de) Verfahren zum Brennen und Sintern von feuerfesten Massen, z. B. Magnesit, Dolomit oder aehnlichen Stoffen
DE921559C (de) Feuerfester Koerper aus Siliziumcarbid
DE1118084B (de) Verfahren zur Herstellung hydraulischer Bindemittel nach Art der Baukalke aus OElschiefer
DE2205694A1 (de) Verfahren zur Wärmebehandlung von metallischem Flachmaterial sowie Stützwalze hierfür
DE1154753B (de) Verfahren zur Herstellung von poroesen, keramischen, koernigen Stoffen
DE26169C (de) Verfahren zur Herstellung feuerfester glasirter Ueberzüge und Platten für Oefen
DE408115C (de) Verfahren zur Herstellung von hydraulischen Bindemitteln und Schwefelerzeugnissen aus Kalziumsulfat
DE19545188A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Pellets bzw. Formlingen aus Mineralschaum bei Blähtemperaturen im Bereich von 1000 Grad C bis 1300 Grad C
AT154016B (de) Verfahren zur Herstellung von ungebrannten feuerfesten und/oder isolierenden Massen, Steinen, Auskleidungen, Schutzanstrichen u. dgl. aus keramischen Stoffen.
DE2230570C3 (de) Verfahren zum Sintern von Glasgemenge-Pellets
DE938536C (de) Feuerfeste Gegenstaende aus Siliciumcarbid
DE2060699B2 (de) Verfahren zur Verwertung von Schlacke
DE464312C (de) Verfahren zur Herstellung feuerfester Massen, beispielsweise zum Auskleiden von Drehoefen, Schachtoefen, Kesselfeuerungen u. dgl. aus Schmelzzement mit Zusaetzen
DE1471402A1 (de) Feuerfester Stoff und Verfahren zu seiner Herstellung
DE1646496C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Blähton und Blähschiefer
AT123505B (de) Verfahren zum Brennen von Ziegeln hoher Festigkeit.
AT113677B (de) Verfahren zur Herstellung von ungebrannten feuerfesten Formstücken.
DE2709327A1 (de) Gebrannte eisenerz-pellets und verfahren zu deren herstellung
DE2263918A1 (de) Verfahren zur herstellung von formkeramik und formlingen daraus
DE1571356C (de) Feuerfeste Stampf und Schließmasse fur Schmelzkammerkessel
DE1508105C (de) Verfahren zur Herstellung einer kor mgen Beschickung fur Hochofen aus fein gepulverten Rohmaterialien fur Eisenher stellung