AT214654B - Verfahren zum Beschleunigen der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist - Google Patents

Verfahren zum Beschleunigen der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist

Info

Publication number
AT214654B
AT214654B AT671158A AT671158A AT214654B AT 214654 B AT214654 B AT 214654B AT 671158 A AT671158 A AT 671158A AT 671158 A AT671158 A AT 671158A AT 214654 B AT214654 B AT 214654B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
reaction
compounds
sep
isocyanate
atom
Prior art date
Application number
AT671158A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Union Carbide Corp
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Union Carbide Corp filed Critical Union Carbide Corp
Application granted granted Critical
Publication of AT214654B publication Critical patent/AT214654B/de

Links

Landscapes

  • Polyurethanes Or Polyureas (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Beschleunigen der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist 
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Verfahren zum Beschleunigen von Reaktionen von organischen Verbindungen, welche reaktionsfähige Reste der Formel-NCY besitzen, worin Y Sauerstoff oder Schwefel bedeutet, mit Verbindungen, welche Gruppen aufweisen, die ein aktives Wasserstoffatom oder aktive Wasserstoffatome enthalten. 



   Gemäss der vorliegenden Erfindung besteht ein Verfahren zum Beschleunigen der Reaktionen von organischen Verbindungen darin, dass man eine Verbindung, welche eine   reaktionsfähige-NCY-Gruppe   aufweist, worin Y Sauerstoff oder Schwefel bedeutet, mit einer Verbindung, welche ein aktives Wasserstoffatom oder aktive Wasserstoffatome enthält, in Gegenwart eines Katalysators   reagieren lässt,   der aus einer Verbindung besteht, welche wenigstens eine direkte Bindung zwischen einem Kohlenstoffatom und einem Element der Gruppe V (B)-und ein Molgewicht von über 74 besitzt. 



   Bisher wurden zahlreiche Materialien als Katalysator zum Beschleunigen von Isocyanatreaktionen im allgemeinen und zur Herstellung von Polyurethan im besonderen vorgeschlagen. Es ist ein Nachteil, welchen fast alle dieser bekannten Katalysatoren aufweisen, dass sie die Reaktion nicht hinreichend beschleunigen, um sie in den Bereich der praktischen Verwendbarkeit zu bringen. Ein anderer Nachteil der bekannten Katalysatoren einschliesslich der tertiären Amine besteht darin, dass sie bei Reaktionen, in welchen aromatische Isocyanate eingesetzt werden, erhöhte Temperaturen benötigen und dass sie bei der Beschleunigung von Reaktionen von aliphatischen Isocyanaten   bei vernünftigen Temperaturen   im wesentlichen inaktiv sind. 



   Es wurde nun gefunden, dass organische Verbindungen der drei-und fünfwertigen Elemente der Gruppe V (B) mit Molgewichten von mehr als 74, d. h. Arsen, Antimon und Wismut, im folgenden als Elemenge der Arsengruppe oder noch einfacher als Schlüsselatome oder-elemente bezeichnet, welche wenigstens eine direkte Bindung zwischen Kohlenstoff und einem andern Atom der Arsengruppe aufweisen, sich ideal zum Beschleunigen von Reaktionen von organischen Verbindungen eignen, welche einen oder mehrere   reaktionsfähige-NCY-Reste   enthalten, worin Y Sauerstoff oder Schwefel bedeutet, mit Verbindungen, welche Gruppen besitzen, die aktive Wasserstoffatome aufweisen.

   Die Reaktionsgeschwindigkeiten, welche gemäss dem Verfahren der vorliegenden Erfindung erhalten werden können, sind bis zu mehreren hundert Malen grösser als die Geschwindigkeiten, welche mit den besten bisher vorgeschlagenen Katalysatoren erhalten werden konnten. Diese Katalysatoren sind weiterhin im allgemeinen farblos ; sie können in ausserordentlich geringen Konzentrationen verwendet werden ; sie zeigen keine Tendenz, ein Polymer nach seiner Bildung wieder zu zersetzen ; sie geben im allgemeinen keinen Anlass zu schwierigen Geruchsproblemen ;

   sie gestatten, die Reaktionen mit praktischen und kontrollierbaren Geschwindigkeiten durchzuführen, ohne dass in den meisten Fällen die Reaktionskomponenten erhitzt werden müssen, und sie erweitern die Gruppe von verwendbaren Isocyanaten zur Bildung von Polyurethanen, da nun auch so relativ reaktionsträge Materialien wie aliphatische Isocyanate und Isothiocyanate verwendet werden können. Sie sind besonders wirksam bei der Herstellung von starren Schaumstoffen. Die organischen Verbindungen können ausserdem eine oder mehrere Bindungen von einem Schlüsselatom zu einem Halogen-, Wasserstoff-, Sauerstoff-, Schwefel-, Stickstoff- oder Phosphoratom besitzen.

   Unter den verschiedenen Arten derartiger organischer Verbindungen, welche Arsen, Antimon und Wismut enthalten, wovon typische Verbindungen geprüft wurden und deren Aktivität festgestellt wurde, befinden sich folgende : 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 (A) Verbindungen mit 3 oder 5 Kohlenstoff-Schlüsselatom-Bindungen, wie z. B. Tributylarsin, Trioctylarsin, Tribenzylarsin, Trivinylarsin, Triphenylarsin, Trimethylstibin, Triäthylstibin, Tributylstibin, Trioctylstibin, Trivinylstibin, Triphenylstibin, Pentaphenylantimon, Trimethylbismuthin, Triäthylbismuthin, Tributylbismuthin, Trioctylbismuthin, Trivinylbismuthin oder Triphenylbismuthin. 



   (B) Verbindungen mit wenigstens einer Kohlenstoff-Schlüsselatom-Bindung, worin die restlichen Valenzen der   3- und 5wertigen   Schlüsselatome durch Bindungen zu Halogen- oder Wasserstoffatomen oder Hydroxylgruppen abgesättigt werden, wie z. B. Octylarsin, Octyldichlorarsin,   Phenyldimercaptoarsin,     Phenylarsen-sesquisulfid, Octyldichlorarsin-dichlorid, Phenyldichlorarsin-dichlorid, Methyldichlorstibin,    Butyldichlorstibin, Octyldichlorstibin, Lauryldichlorstibin, Vinyldichlorstibin, Phenyldichlorstibin, Me-   thyldichlorstibin-dichlorid, Octyldichlorstibin-dichlorid, Phenyldichlorstibin-dichlorid,   Methyldichlorbismuthin, Butyldichlorbismuthin,   Octadecyldichlorbismuthin,   Phenyldichlorbismuthin, Dibutylarsin, Dioctylchlorarsin, Diphenylchlorarsin,

     Dibuty1chlorarsin-dichlorid,   Dimethylchlorstibin, Dibutylchlorstibin, Dioctylchlorstibin, Diphenylchlorstibin, Dimethylchlorstibin-dichlorid, Dibutylchlorstibin-dichlorid, Diphenylchlorstibin-dichlorid, Dimethylchlorbismuthin, Dioctylchlorbismuthin, Diphenylchlorbismuthin,   Tributylarsin-dichlorid, Tributylarsin-chlorid-cyanid, Triphenylarsin-dichlorid,   Trimethyl- 
 EMI2.1 
    Tributylstibin-dichlorid, Trioctylstibin-dichlorid, Triphenylstibin-dichlorid,- jodid   und Tetraäthylstibonium-jodid. 



   (C) Verbindungen mit bis zu drei direkten Bindungen zwischen Kohlenstoff und Schlüsselatomen und wenigstens einer Doppelbindung vom Schlüsselatom zu Sauerstoff oder Schwefel, wie z. B. Arsenosooctan, Arsenosobenzol, Thioarsenosododecan, Isoamylarsen-disulfid, Tributylarsin-oxyd, Triphenylarsin-oxyd,   Tributylarsin-sulfid,   Stibosobutan, Stibosooctan, Stibosobenzol, Thiostibosobenzol, Triäthylstibin-oxyd, Tributylstibin-oxyd, Trioctylstibin-oxyd, Triphenylstibin-oxyd, Tributylstibin-sulfid, Octylwismut-oxyd, Phenylwismut-oxyd und Octylwismut-dioxyd. 



   (D) Verbindungen mit wenigstens einer direkten Bindung von Kohlenstoff zu einem Schlüsselatom und sowohl einer Doppelbindung vom Schlüsselatom zu Sauerstoff oder Schwefel als auch wenigstens einer Bindung vom Schlüsselatom zu einem Halogenatom oder einer Hydroxylgruppe, wie z. B. Phenyldichlorarsinoxyd, Octylarsonsäure, Phenylarsonsäure, Dibutylarsinsäure, Diphenylarsinsäure, Methylstibonsäure, Octylstibonsäure, Phenylstibonsäure, Dimethylstibinsäure, Dibutylstibinsäure, Dioctylstibinsäure, Dioctadecylstibinsäure und Diphenylstibinsäure. 



   (E) Verbindungen mit wenigstens einer direkten Bindung von Kohlenstoff zu einem Schlüsselatom, wobei die restlichen Valenzen mit Bindungen abgesättigt sind, die zu Sauerstoff-, Schwefel-, Stickstoffoder Phosphoratomen reichen, die ihrerseits an organische Reste gebunden sind, wie z. B.   Butyldioctoxy-   arsin, Lauryldiphenoxyarsin, Phenylarsen-dilaurat, Octylarsen-dibenzol-sulfonamid, Methyldithiolaurylarsin, Butyldioctoxystibin, Phenyldibutoxystibin, Butyldithiolaurylstibin, Butyldiacetoxystibin, Octyldi- 
 EMI2.2 
 acetoxystibin, Diphenylacetoxystibin,   Dibutylthiolaurylstibin und Dibutylantimon-benzolsulfonamid.   



   (F) Verbindungen mit zwei oder mehreren Schlüsselatomen, welche aneinander gebunden sein können, welche aber wenigstens ein Kohlenstoffatom an jedes Schlüsselatom gebunden aufweisen und auch Bindungen von den Schlüsselatomen zu Wasserstoff, Halogen, Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff oder Phosphor aufweisen können, wie z. B. Arsenopropan, Arsenobenzol, sym. Diphenyldijododiarsin, bis- (Dibu- 
 EMI2.3 
 
Es soll darauf hingewiesen werden, dass die organischen Radikale, die direkt oder über Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff oder Phosphor mit den Schlüsselatomen verbunden sind, in irgendeiner Verbindung nicht gleich sein müssen und dass die Struktur der Verbindung keinesfalls symmetrisch sein muss. 



   Die Fähigkeit von Verbindungen, welche direkte Bindung zwischen Kohlenstoff und einem Arsen-, Antimon- oder Wismutatom aufweisen, die Isocyanatreaktionen zu beschleunigen, wird an Hand der Reaktion von Phenylisocyanat mit Methanol unter praktisch identischen und kontrollierten Bedingungen gezeigt. Diese Reaktion ist wichtig bei Verfahren wie z. B. der Bildung von Polyurethanen durch Reaktion von Isocyanaten mit Polyäthern oder Polyestern. Die Testversuche wurden jeweils durch Mischen von 

 <Desc/Clms Page number 3> 

   äquimolekularen.   Mengen von Phenylisocyanat und Methanol in n-Butyläther als Lösungsmittel durchgeführt, wobei jeweils verschiedene Katalysatoren der Mischung zugefügt wurden und die Reaktionsgeschwindigkeit bei   300C   beobachtet wurde.

   Die Reaktion, die Katalysatoren und die relativen Geschwindigkeiten, bezogen auf ein   Mol-%   Katalysator pro Mol Isocyanat, sind im folgenden zusammengestellt : 
 EMI3.1 
 
 EMI3.2 
 
<tb> 
<tb> Katalysator <SEP> Relative <SEP> Geschwindigkeit
<tb> keiner <SEP> 1
<tb> p- <SEP> Toluolsulfonsäure <SEP> 2
<tb> Essigsäure <SEP> 3
<tb> N- <SEP> Methylmorpholin <SEP> 3
<tb> Triäthylamin <SEP> 11
<tb> Triphenylamin <SEP> 1,

   <SEP> 5 <SEP> 
<tb> Kobaltnaphthenat <SEP> 23
<tb> Natriumethoxyd <SEP> 140
<tb> Ferrichlorid <SEP> 180
<tb> Tn-n-butylarsin <SEP> 500
<tb> Triäthylstibin <SEP> 930
<tb> Tri-n-batylstibin <SEP> 200
<tb> Tri-n-octylstibin <SEP> 830
<tb> Triäthylbismuthin <SEP> 710
<tb> Triphenylbismuthin <SEP> 23
<tb> Phenyldichlorstibin <SEP> 120
<tb> Tri-n-butylarsinoxyd <SEP> 100
<tb> Triäthylstibinoxyd <SEP> 1600
<tb> Tri-n <SEP> -butylstibinoxyd <SEP> 110 <SEP> 
<tb> Tri-n-octylstibmoxyd <SEP> 600
<tb> Triphenylstibinoxyd <SEP> 80
<tb> 
 
Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, dass Triphenylbismuthin, einer der am wenigsten aktiven angeführten Katalysatoren, welche direkte Bindungen von Kohlenstoff zum Schlüsselatom aufweisen, mehr als doppelt so aktiv ist wie Triäthylamin, das wirksamste von zahlreichen geprüften tertiären Aminen. 



  Andere, wie Tributylarsin, Triäthylstibinoxyd und Triäthylbismuthinoxyd, zeigen eine katalytische Aktivität, welche wesentlich grösser ist als die von Triäthylamin. Kobaltnaphthenat, welches bei einigen Isocyanatreaktionen verwendet wurde, welches aber den Nachteil aufweist, dass es das Reaktionsprodukt verfärbt, ist ungefähr doppelt so wirksam wie   Triäthylamin ;   Natriummethoxyd ist mässig aktiv, wesentlich besser als die Amine, erreicht aber keinesfalls die Aktivität der besseren angeführten organischen Arsen-, Antimon- und Wismutverbindungen und ist ungeeignet, da es vorzeitiges Gelieren der Reaktionskomponenten verursacht. 



   Wird die gleiche Reaktion in Dioxan als Lösungsmittel durchgeführt, werden folgende Resultate erhalten. 
 EMI3.3 
 
 EMI3.4 
 
<tb> 
<tb> 



  Katalysator <SEP> Relative <SEP> Geschwindigkeit
<tb> keiner <SEP> 1
<tb> Triäthylamin <SEP> 100
<tb> Phenyldichlorstibin <SEP> 1400
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, dass die katalytische Aktivität von typischen As-,   Sb-und Bi-Ver-   bindungen auch dann sehr wirksam ist, wenn die Reaktion unter sonst analogen Bedingungen in Dioxan durchgeführt wird. 



   Die vorhergehenden Zahlen illustrieren die bemerkenswert hohe katalytische Aktivität von organischen Verbindungen der Arsengruppe, welche wenigstens eine direkte Bindung zwischen Kohlenstoff und einem SchlUsselatom (Arsen, Antimon oder Wismut) besitzen. Die beschleunigte Reaktion wurde ausgewählt, um einen genauen Vergleich der Reaktionsgeschwindigkeiten unter sorgfältig kontrollierten Bedin- 
 EMI4.1 
 lytischen Mengen" zu erhalten; sie soll keineswegs den Gegenstand der vorliegenden Erfindung irgendwie beschränken. 



   Das folgende Beispiel soll weiterhin eine der   praktischeren Anwendungen   des erfindungsgemässen katalytischen Verfahrens illustrieren und dessen Nützlichkeit bei der Bildung von Polyurethanschaumstoffen darlegen. 



   Ausführungsbeispiel :
Teil A : 100 g eines Polyesters von Adipinsäure und   1, 2, 6-Hexantriol   mit einer Hydroxylzahl von 285 und einer Carboxylzahl von 0, 33. wurden bei Raumtemperatur mit 72 g einer Mischung im Verhältnis von 80 : 20 von 2, 4- und   2, 6-Tolyldiisocyanat, 2, 5   g Wasser,   0, 5   g eines nichtionischen aliphatischen Polyglykolester-äther-Emulgiermittels und 0, 3 g Tri-n-butylstibinoxyd als Katalysator gut gemischt. 



   Sobald die Mischung zu schäumen begann, wurde sie in eine offene Form überführt und ausdehnen gelassen. Der Schaum erreichte in ungefähr einer Minute seine volle Höhe und war nach fünf Minuten hinreichend gut durchgehärtet, dass er aus der Form entfernt werden konnte. Der erhaltene Schaum war steif, hatte eine sehr geringe   Zellengrösse   und besass eine Dichte von   0, 0416 g/cm3.   



   Teil B : Das Verfahren gemäss Teil A wurde wiederholt, wobei aber der Antimonkatalysator durch 0, 3 g Tri-n-butylarsinoxyd ersetzt wurde. 



   Der entstehende Schaum erreichte seine volle Höhe nach ungefähr zwei Minuten und war innerhalb ungefähr 20 Minuten voll ausgehärtet. Er war steif, hatte eine gleichmässige Zellstruktur und besass eine Dichte von 0,072 g/cms. 



   Teil C : Das Verfahren gemäss Teil A wurde wiederholt, diesmal aber mit   1, O.   g N-Methylmorpholin als Katalysator. 



   Der entstehende Schaum dehnte sich langsam aus und es vergingen mehrere Stunden, bis eine zufriedenstellende Härtung erhalten werden konnte. Er hatte eine Dichte von   0, 048 g ! cm3.   



   Die Resultate dieser Versuche, welche in den Teilen A, B und C dieses Beispiels beschrieben wurden, zeigen die grössere Wirksamkeit der in dem erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Katalysatoren mit einem der am meisten verwendeten Katalysatoren, nämlich N-Methylmorpholin. Sie zeigen auch den Zusammenhang der im vorhergehenden angeführten Versuchsresultate der Reaktion von Phenylisocyanat mit Methanol mit den ausgezeichneten Resultaten, welche bei der Reaktion von verschiedenen Isocyanaten und Isothiocyanaten mit verschiedenen Polyestern, Polyäthern, Präpolymeren u. dgl., welche durch die Methode von Zerewitinoff bestimmbaren aktiven Wasserstoff enthalten, erwartet werden können. 



   Die   Ausdrücke"Isocyanat"und"Isothiocyanate"werden hierin   in bezug auf Mono- und Polyisocyanate verwendet und schliessen vor allem Diisocyanate und   Diisothiocyanate   mit ein. Während die Erfindung insbesondere mit Bezug auf die Reaktion von bestimmten Monoisocyanaten, Diisocyanaten und Monoisothiocyanate beschrieben wurde, ist sie ganz allgemein anwendbar auf die Reaktion irgendeiner Verbindung, welche eine oder mehrere   N =C=Y-Gruppén enthält,   worin Y Sauerstoff oder Schwefel bedeutet. Verbindungen dieser allgemeinen Definition sind z. B. Monoisocyanate und Monoisothiocyanate der allgemeinen Formel
RNCY worin R ein Kohlenwasserstoffrest oder ein substituierter Kohlenwasserstoffrest, wie z. B.

   Alkyl,   Cyclo-   
 EMI4.2 
 le derartiger Verbindungen sind Methylisocyanat, Äthylisocyanat, Butylisocyanat, Octylisocyanat, Octadecylisocyanat, Vinylisocyanat, Isopropenylisocyanat, Äthinylisocyanat, Benzylisocyanat, Phenylisocyanat, Vinylphenylisocyanat, Tolylisocyanat, Äthylisothiocyanat und Phenylisothiocyanat. Weiterhin fallen darunter Polyisocyanate und Polyisothiocyanate der allgemeinen Formel 
R(NCY)X worin x zwei oder mehr bedeutet, und R steht für Alkylen, substituiertes Alkylen, Arylen, substituiertes 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 
 EMI5.1 
 



   Ebenfalls mit umfasst werden Dimere und Trimere von Isocyanaten und Diisocyanaten und polymeren Diisocyanaten der allgemeinen Formeln   (RNCY) und [R(NCY)x]y    in welchen x und y zwei oder mehr bedeutet, und auch Verbindungen der allgemeinen Formel   M (NCY) x    worin x eins oder mehr bedeutet und M ein ein-oder mehrwertiges Atom oder eine ein-oder mehrwerti- 
 EMI5.2 
 gen, welche eine Metall-NCY-Bindung enthalten, wie z. B. Tributylzinnisocyanat. 



   Es soll auch darauf hingewiesen werden, dass die Verbindungen, welche aktiven Wasserstoff enthalten und nach dem erfindungsgemässen Verfahren mit Isocyanaten in Reaktion gebracht werden können, keinesfalls auf Verbindungen beschränkt sind, welche Hydroxyl- und Aminogruppen enthalten, sondern ganz allgemein alle Verbindungen umfassen, welche gemäss der Bestimmung nach Zerewitinoff auf aktiven Wasserstoff ein positives Resultat ergeben. Typische Vertreter der Verbindungen, welche aktiven Wasserstoff enthalten und deren Reaktion mit Isocyanaten und Isothiocyanaten beschleunigt und in einigen Fällen überhaupt erst ermöglicht werden kann, sind Verbindungen, welche eine Sauerstoff-Wasserstoff-Bindung enthalten, wie z. B.

   Wasser, Wasserstoffperoxyd, Alkohole, Hydroperoxyde, Phenole, Borsäuren, Carbonsäuren, Percarbonsäuren und   Sulfonsäuren ;   Verbindungen, welche eine Stickstoff-Wasserstoff-Bindung enthalten, wie   z. B. Ammoniak,   Amine, Amide, Lactame, Harnstoff, Urethane, Allophanate, Biurete, Acylharnstoffe, Thioharnstoffe, Hydrazine, Oxime, Hydrazine, Amidin, Hydroxylamine, Hydrazone, Hydroxamsäuren, Nitramine, Diazoaminoverbindungen und Sulfonamide ; Verbindungen, welche eine Schwefel-Wasserstoff-Bindung enthalten, wie z. B. Mercaptane, Thiophenol und   Thiosäuren ; Halogensäuren ;   Verbindungen, die aktive Methylengruppen enthalten, und Verbindungen, welche Enole bilden können, wie z. B.

   Aceton, Malonester, Acetessigester, Acetylaceton und Nitromethan ; und verschiedene Verbindungen, welche aktiven Wasserstoff enthalten, wie z. B. Acetylenverbindungen und Dialkylphosphonate. Ebenfalls unter den anwendbaren, aktiven Wasserstoff enthaltenden Verbindungen befinden sich Verbindungen, welche'zwei oder mehr irgendwelcher aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppen, wie sie bereits beschrieben wurden, oder eine Kombination hievon enthalten. Beispiele hievon sind Äthylenglykol, Diäthylenglykol, Hexamethylenglykol, Glycerin,   1, 2, 6-Hexantriol,   Sorbit, Dextrin, Stärke, Zellulose, Polyvinylalkohol, Äthylen-vinylalkohol-copolymere, Zelluloseacetat.

   Schellack, Rizinusöl, Polyester, Alkydharze, Polyvinylacetale, Polyvinylketale, Polyäther, Polyätherester, Polyacrylsäuren, Äthylendiamin, Hexamethylendiamin, Äthanolamine, Polyesteramide, Poly- (hexamethylen-adipamid), Wolle und Proteine. Materialien, wie z. B. Glas und Metall, welche zur Zeit der Reaktion mit einem Isocyanat oder einem Isothiocyanat dünne Feuchtigkeitsfilme auf ihrer Oberfläche aufweisen, fallen ebenfalls darunter. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist besonders geeignet für die Reaktion von organischen Polyisocyanaten mit hochmolekularen Polymeren, welche wenigstens zwei Endgruppen aufweisen, die aktiven Wasserstoff enthalten. Eine vorzugsweise verwendete Klasse derartiger Polymeren sind Polyoxyalkylen- -polyole. Dies sind langkettige Polyole, welche eine oder mehrere Ketten von zusammenhängenden Oxyalkylengruppen enthalten. Diese Polyoxyalkylen-polyole sind vorzugsweise Flüssigkeiten mit einem mittleren Molgewicht von 500 bis   5000.   



   Beispiele dieser Polyoxyalkylen-polyole sind Polypropylenglykole mit mittleren Molgewichten von 500 bis 5000 und Reaktionsprodukte von Propylenoxyd mit linearen Diolen und höheren Polyolen, wobei diese höheren Polyole, wenn sie als Reaktionskomponenten eingesetzt werden, verzweigtkettige Poly- 

 <Desc/Clms Page number 6> 

 oxyalkylen-polyole ergeben ; und   Äthylenoxyd-Propylenoxyd-Heterocopolymeren   mit mittleren Molgewichten von 500 bis 5000 und worin das Gewichtsverhältnis von   Äthylenoxyd : Propylenoxyd   zwischen 10 : 90 und 90 : 10 schwanken kann, einschliesslich von Reaktionsprodukten von Mischungen von Äthylenoxyd und Propylenoxyd in den erwähnten Verhältnissen mit linearen Diolen und höheren Polyolen. 



   Beispiele von linearen Diolen, welche als Reaktionskomponenten mit einem oder mehreren Alkylenoxyden in Betracht kommen, sind Äthylenglykol, Propylenglykol,   2-ÄthyIhexandiol-l, 3   und Beispiele von höheren Polyolen, wie z. B. Glyzerin, Trimethylolpropan,   1, 2, 6-Hexantriol,   Pentaerythrit und Sorbit. 



   Eine andere Klasse von Polyoxyalkylen-polyolen sind die sogenannten Block-copolymeren mit einer kontinuierlichen Kette einer Art von Oxyalkylenbindungen, welche mit Blöcken einer andern Art von Oxyalkylenbindungen verbunden sind. Beispiele derartiger Block-copolymeren sind Reaktionsprodukte von Polypropylenglykolen mit mittleren Molgewichten von 500 bis 5000. mit einer Menge von Äthylenoxyd, welche   5 -25 Gew.- b   des Ausgangs-Polypropylenglykols entspricht. Einer andern Klasse derartiger Block-copolymerer gehören beispielsweise die entsprechenden Reaktionsprodukte von Propylenoxyd mit Polyäthylenglykolen an. 



   Weitere Beispiele der Klasse von Polyoxyalkylen-polyolen sind   Polyäthylenglykole,   Polybutylenglykole und Copolymere, wie Polyoxyäthylenoxybutylenglykole und Polyoxypropylenoxybutylenglykole. 



  Eingeschlossen in den   Ausdruck"Polybutylenglykole"sind   Polymeren von   1, 2-Butylenoxyd, 2, 3-Butylen-   oxyd und   1, 4- Butylenoxyd.   



   Unter den Polyestern, welche geeignete Reaktionskomponenten für Isocyanate darstellen, befinden sind solche, welche aktiven Wasserstoff enthaltende Endgruppen besitzen, vorzugsweise hauptsächlich Hydroxylgruppen. Polyester sind Reaktionsprodukte von Polyolen, wie der vorerwähnten aliphatischen Polyole und insbesondere der Klasse von aliphatischen Polyolen, welche   2 - 10   Kohlenstoffatome enthalten, mit Polycarbonsäuren mit 2-36 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Oxalsäure, Bernsteinsäure, Malein- 
 EMI6.1 
 welche durch Vereinigung von zwei Molekülen Linolsäure erhalten werden. 



   Eine andere vorzugsweise verwendete Klasse von Polymeren, welche Endgruppen mit aktivem Wasserstoff enthalten und sich für die Reaktion von Polyisocyanaten eignen, sind die Lactonpolymeren, vorzugsweise solche, welche Molgewichte von 500 bis   10 000   aufweisen. Es sind dies z. B. Polymeren, welche durch die Reaktion von polyfunktionellen Initiatoren mit aktiven Wasserstoffatomen mit einem oder mehreren Lactonen gebildet werden, wobei die Lactonringe nacheinander geöffnet und als Lactonreste unter Bildung von langen Ketten aneinandergefügt werden und auch Heterocopolymeren, in welchen sich die geöffneten Lactonreste und Alkylenoxydgruppen in der Kette unregelmässig oder regelmässig verteilt befinden, sowie auch Block-copolymeren hievon.

   Die Lactone, welche besonders für Polymeren und Copolymeren dieser Art geeignet sind, sind e-Caprolactone, vorzugsweise die unsubstituierten Caprolactone und Caprolactone mit bis zu 3 Alkylsubstituenten im Ring. Die Lactonreste in Hetero- und Block-copolymeren können durch Oxyalkylenketten verbunden sein, welche sich von Äthylenoxyd, Propylenoxyd oder Butylenoxyd ableiten, sowie durch Polyoxyalkylenketten, beispielsweise Polypropylen-, Polyoxypropylen-, Polyoxybutylenketten, oder Mischungen oder Copolymeren hievon. 



   Es soll noch darauf hingewiesen werden, dass auch eine Verbindung, welche   reaktive-NCY-Gruppen   und aktiven Wasserstoff enthält, wie z. B. ein   präpolymeres   Reaktionsprodukt irgendeines der vorhergehenden Polymeren mit einem Isocyanat, mit sich selbst oder mit einer Verbindung, welche aktiven Wasserstoff enthält, wie z. B. Wasser, einem Polyol, oder einem Aminoalkohol zur Reaktion gebracht werden kann. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Beschleunigung der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist in Gegenwart eines Katalysators, dadurch gekennzeichnet, dass der Katalysator aus einer Verbindung besteht, welche wenigstens eine direkte Bindung zwischen einem Kohlenstoffatom und einem Atom eines Elementes der Gruppe V (B) aufweist und ein Molgewicht von mehr als 74 besitzt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Katalysatorverbindung zwei oder mehr Atome von Elementen der Gruppe V (B) aufweist und ein Molgewicht von über 74 hat.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Verbindungen verwendet werden, bei welchen die Atome der Gruppe V (B) aneinander gebunden sind. <Desc/Clms Page number 7>
    4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Verbindungen verwendet werden, bei welchen ein Atom der Gruppe V (B) wenigstens eine direkte Bindung zu einem Halogen-, Wasserstoff-, Sauerstoff-, Schwefel-, Stickstoff- oder Phosphoratom zusätzlich zur Kohlenstoffbindung aufweist.
    5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Atom der Gruppe V (B) Arsen verwendet wird.
    6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Atom der Gruppe V (B) Antimon verwendet wird.
    7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Atom der Gruppe V (B) Wismut verwendet wird.
    8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator Tri-n-butylarsinoxyd verwendet wird.
    9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator Tri-n-butylstibinoxyd verwendet wird.
AT671158A 1957-09-25 1958-09-24 Verfahren zum Beschleunigen der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist AT214654B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US214654XA 1957-09-25 1957-09-25

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT214654B true AT214654B (de) 1961-04-25

Family

ID=21804395

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT671158A AT214654B (de) 1957-09-25 1958-09-24 Verfahren zum Beschleunigen der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT214654B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2019432C3 (de) Verfahren zur Herstellung von endständige Aminogruppen aufweisenden organischen Verbindungen und deren Verwendung zur Herstellung von Kunststoffen
DE1520737B1 (de) Verfahren zur einstufigen Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
DE1241972B (de) Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
DE1720843B2 (de) Fuer den spritzguss geeignete polyurethane
DE2237872A1 (de) Polyoxycaproylpolyurethanprodukte
EP0010087B1 (de) Verfahren zur katalytischen Aushärtung von Polyurethanformmassen
DE2753458C2 (de)
DE1926661A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Polyurethan-Kunststoffen
DE1057334B (de) Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen polymeren Verbindungen
DE69010982T2 (de) Polyurethan-Weichschaumstoffe sowie Verfahren zu deren Herstellung.
DE1078322B (de) Verfahren zur Herstellung von Urethangruppen enthaltenden Schaumstoffen
DE2314865A1 (de) Verfahren zur umsetzung einer verbindung mit mindestens einer isocyanatgruppe mit einer verbindung, die mindestens ein reaktionsfaehiges wasserstoffatom aufweist, zur herstellung eines urethans oder isocyanurats
AT214654B (de) Verfahren zum Beschleunigen der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist
US3235518A (en) Method of reacting a reactive hydrogen compound and an isocyanate in the presence of an organic antimony, arsenic or bismuth catalyst
DE2139317C3 (de) Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls verschäumten Polyurethanen
DE2207142A1 (de) Polyurethane und ein Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1495937A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Polyaetherurethanvorpolymerisaten
DE1130448B (de) Verfahren zur Beschleunigung der Reaktion zwischen einer wenigstens einen Isocyanat- oder Isothiocyanatrest enthaltenden organischen Verbindung und einer reaktionsfaehigen Wasserstoff enthaltenden organischen Verbindung
DE2657413A1 (de) Verfahren zur herstellung eines polyurethanschaumstoffs mit hoher elastizitaet
DE1248931B (de) Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
DE1068461B (de)
DE1161686B (de) Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
AT219282B (de) Verfahren zur Beschleunigung der Reaktion eines Isocyanates mit einer Verbindung, die aktiven Wasserstoff aufweist
DE1168069B (de) Verfahren zur Herstellung von, gegebenenfalls verschaeumten, Polyurethanen
DE2040697A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Polyurethanelastomeren