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Apparat zum Umwandeln von Abfallstoffen in Kunstdünger.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Apparat zum Entfetten und Umwandeln von Abfallstoffen in Kunstdünger, der sich von den bekannten, gleichen Zwecken dienenden Apparaten dadurch sehr wesentlich unterscheidet, dass die verschiedenen Rohprodukte gesondert einer getrennten Dämpfung unterworfen werden können und man so imstande ist, einen Kunstdünger von bestimmtem Dungwcrt im kontinuierlichen Betriebe mit leichter Mühe, unter Verwendung geringer Dampf- und Siiuremengen zu erhalten.
Bisher wurden die zur Herstellung des künstlichen Düngers verwendeten Rohprodukte, wie Fleisch, Leder, filzabfälle, Knochen usw. in einem gemeinsamen Raum ge- dampft und dann mit Säure behandelt, wobei das Dämpfen den Zweck hat, die Einwirkung der Saure zu erleichtern und zu beschleunigen.
Die erforderliche Dämpfungsdauer richtet sich nun aber nach der Art des Stoffes ;
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Es liegt demnach ein unnötiger Zeit- und Dampfverbrauch vor, wenn man Fleisch und Leder in einem gemeinsamen Raum dämpft, bis auch das Leder für die spätere Be- handlung mit Säure die richtige Beschaffenheit hat. Andererseits wird wieder Zeit und
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und muss wieder entsäuert werden.
Für die Verwertbarkeit des aus Abfallstoffen hergestellten Kunstdüngers spielen aber die Herstellungskosten die lIauptfrage, damit er mit dem natürlichen und dem Mineraldünger konkurrieren kann.
Dann ist es weiter von wesentlicher Bedeutung, dass nach dem vorliegenden Verfahren der Stickstoffgehalt der verwendeten Rohprodukte möglichst vollstandig erhalten bleibt und man demnach durch Auswahl der Rohstoffe den Gehalt des Kunstdüngers an Stickstoff gleich bei seiner Herstellung bestimmen kann.
Ebenso hat man es in der Hand, einen Kunstdünger herzustellen, der ausser einem bestimmten Stickstoffgehalt einen bestimmten Prozentsatz an phosphorsaurem Kalk besitzt, da man hiezu nur den einen der getrennten Räume in dem geforderten Verhältnis mit Knochen zu beschicken braucht.
Diese Bedingungen werden von den bekannten Apparaten nicht in ausreichender Weise, von dem Erfindungsgegenstand dagegen in einfachster und dennoch wirksamster Weise erfüllt.
Auf beiliegender Zeichnung ist der neue Apparat in einer Ausführungsform im senk-
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welche durch oben aufgelegte, vorteilhaft durch in einen Wasser- oder Sandverschluss eingelegte Deckel gl, dz 93 abgeschlossen werden.
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den Schacht b, Düsen t, t..., durch welche eine entsprechende Säure, wie zum Beispiel Schwefel-, Salpeter- und Salzsäure oder auch verschiedene dieser Säuren eingespritzt werden.
Schacht b ist nach unten wiederum durch einen Schieber k abgeschlossen und geht tn einen Trichter über, der in den eventuell beheizten Mischraum 1 führt, in dem, wenn gewünscht, die ihn anfüllende Masse noch der Wirkung eines Rührwerkes unterworfen werden kann, bevor sie durch Ausflussöffnung m zum Austritt gelangt.
Angenommen, Schacht al diene zur Aufnahme der Lederabfälle, a2 der Filz- und
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Gehalt an Stickstoff, Phosphorsäuresalzen und anderen den Wert des Düngers bestimmenden Salzen erhalten soll.
Ist die Beschickung beendet, so werden die Klappen c1, c2, c3 nach dem Schliessen der Schächte durch Auflegen ihrer Deckel geöffnet. Die Rohmaterialien werden nun in den Dämpfräumen h1, h2, h3 der Einwirkung von Dämpfen unterworfen, deren Spannung man durch richtige Einstellung der Dampfzulasshähne n (Fig 2) für jeden der Schächte so regeln kann, dass die Materialien in den verschiedenen Dämpfräumen annähernd zu gleicher Zeit erweicht werden, wobei natürlich die Knochen ausgenommen sind.
Durch diese Dämpfung scheidet sich das Fett mit dem Kondenswasser oberhalb der den Boden
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der Rohmaterialien durch Öffnen der Zähne o in eine gemeinsame Rinne abgelassen und fliesst mit dem Kondenswasser aus der gemeinsamen Auffangrinne p ab, worauf das Fett und Öl von dem Kondenswasser getrennt und der weiteren Verarbeitung übergeben wird.
Sobald Dampf aus den Ablasshähnen o austritt, werden die Dampfzuströmungen d geschlossen und die gedämpften Rohstoffe sind nun nicht nur zur raschen und verhältnismässig gleichmässigen Säureaufnahme vorbereitet, sondern auch von überschüssiger Feuchtig- keit befreit, so dass die nunmehr auf sie einwirkenden Säuren trotz geringer Verwendung- mengen auch annähernd in der gewilnschten Konzentration auf die erweichten Rohprodukte einwirken können.
Nach dem Öffnen der Schieber el, e2, e3 gleiten dann die gedämpften, durchweichten
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ihn an, während hiebei durch Düsen i Säure von der erforderlichen Konzentration, und zwar vorteilhaft mit Hilfe von Injektoren, deren Dampf dem Dampfrohre d entnommen wird, auf die niedersinkenden Massen gespritzt wird.
Diese Säure wird dabei sprühregenartig verteilt und da, wie bereits erwähnt, die gedämpften Rohprodukte von allem überschüssigen Wasser befreit sind, so erzielt man mit einer wesentlich geringeren Säuremenge wie bisher ein rascheres Aufschliessen der Stoffe, da diese infolge ihrer vorhergegangenen Durchweichung die Säure rasch aufnehmen und daher auch rasch zersetzt werden. Der Injektordampf wirkt hiebei gleichlösend auf die sich bildenden neuen Verbindungen, ohne jedoch einen so flüssigen Brei herzustellen, dass dieser noch einer starken Abdampfung bedürfte, wie dies bei den bekannten Kunstdünger- apparaten erforderlich ist.
Dieses Eindampfen der hergestellten Kunstdüngermassen, um ihnen eine leicht transportfähige Beschaffenheit in Gestalt eines trockenen Pulvers zu geben, ist eine sehr wesentliche Fehlerquelle, da hiebei die Düngermasse an Stickstoff durch entweichenden Ammoniak um sn mehr verliert, je energischer dies Eindampfen und Trocknen er-
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Bei dem neuen Apparat wird diese Fehlerquelle ganz vermieden oder doch auf ein geringes Mass herabgesetzt.
Der mit feinen Säureteilchen durchsetzte Dampf führt diese rasch an alle Flächen der erweichten Rohprodukte und dringt in diese nur wenig über den geforderten Grad verdünnt ein, zersetzt diese also auch rasch, so dass sie unter Berücksichtigung der erforderlichen Temperatur im Aufschliessraume warm gelöst sind, erkaltet aber ein festes oder doch leicht zu trocknendes Produkt geben.
Ist die in dem Räume b angesäuerte Masse gelöst und hiedurch in eine dicke, brei- artige Masse verwandelt, so wird Schieber er k ganz oder so weit geöffnet, dass sie nunmehr durch den Trichter q in den Mischraum l langsam abfliesst. Während dieses Vorganges
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und werden hiebei von dem feinen Säureregen überschüttet, so dass bei richtiger Bemessung der Austrittsöffnung des Trichters q, welche durch entsprechende Einstellung des Schiebers k leicht geregelt werden kann, das Aufschliessen der nachrückenden bereits gedämpften Rohprodukte in kontinuierlicher Folge vor sich geht.
Mittlerweile hat man die Füllräume , /s, j wieder mit den passenden Rohmaterialien beschickt und die Schächte al, a2, a3 mit ihren Deckeln verschlossen. Die Klappen cl, c2, c3 sind vorteilhaft mit Öffnungen versehen,. die Dampf aus den unter ihnen liegfnden Dämpfräumen in die Füllräuine eintreten lassen, aber auch wenn diese Öffnungen nicht vorgesehen sind, so pflegen Klappen doch nicht so dicht zu schliessen, dass nicht doch Dampf seitlich hindurchtritt, die die
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dass nach dem Entleeren der Dämpfränme hot 3 und Wiederfüllen derselben nach dem Schliessen der Schieber el, e2, et es nur kurzer Zeit bedarf, um in genannten Räumen die volle Dämpfung durchzuführen.
Die Trennung der Füllräume von den Dämpfräumen hat den Zweck, die Beschickung des Apparates unbelästigt von entwickelnden Dämpfen vornehmen zu können, denn wenn Dampf auch aus dem Dämpf-in den Füllraum treten kann, so wirkt er doch nur zu r Vorwärmung und wird ganz oder zum grössten Teil an den kühleren Rohstoffen kondensiert.
Die in dem Raume b aufgeschlossene und in einen Brei verwandelte Masse mischt sich niedersinkend immer mehr und mehr und endlich beim Ausfluss durch die Öffnung des Trichters und die Ablauföffnung des Mischraumes l derart, dass eine weitere Mischung unnötig ist, jedoch kann in diesem Mischraum l auch noch eine Mischvorrichtung r, r vorgesehen werden. Schaulöcher in den Dämpfräumen und in dem Aufschlussraum gestatten eine Beobachtung des richtigen Arbeitsganges. Beweist eine Probe des fertigen Kunstdüngers, dass er nicht den gewünschten Stickstoff-, Phosphorsäuregehalt usw. besitzt, so verstärkt man einfach die Beschickung des Schachtes, der das entsprechende Material führt.
Natürlich ist es nicht nötig, sämtliche Schächte al, a2, a3 nur als Dämpfräume für die Rohmaterialien zu benutzen, sondern es kann sich auch empfehlen, den einen oder den anderen gleichzeitig oder auch nur als Aufschliessraum zu benutzen. Dies wird beispielsweise notwendig, wenn es sich um die Verarbeitung von grösseren Knochenmengen neben anderen Abfallstoffen handelt.
In diesem Falle wird man beispielsweise Schacht a3 nur mit Knochen beschicken und statt des Dampfes verbättuissmässig starke Säure in den Raum h3 spritzen, hier die Lösung des phosphorsauren Kalkes und Leimes ausführen und diese Lösung dann durch entsprechende Öffnung des Schiebers e3 in den Aufschliess- raum b zu den diesen anfüllenden gedämpften Rohmaterialien abfliessen lassen. Ja man kann dem Apparate noch einen vierten Schacht anfügen und diesen beispielsweise mit pulverisierter Thomassclllacke oder Superphosphat anfüllen und nun diese Körper dem Aufschliessraume zuführen, wenn die zur Verfügung stehenden Rohmaterialien nicht den geforderten Prozentsatz an Pflanzennährstoffen enthalten.
Der Apparat wird hiedurch in seiner Konstruktion nicht geändert, denn ob er wie in der Zeichnung drei oder mehrere sich in einem gemeinsamen Aufschliessraum vereinigende Schächte besitzt, ist für die
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