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Ventilträger für Druckluftbremsanlagen
Die Erfindung betrifft einen Ventilträger für Druckluftbremslagen an Schienenfahrzeugen, welcher Über Rohrleitungen mit einer die Bremsanlagen steuernden Hauptluftleitung, mit Bremszylindern und deren Druckluftversorgung dienenden Bremsluftbehältern und eventuell weiteren Rohrleitungen verbunden ist und an welchen ein von der Hauptluftleitung gesteuertes, die Be- und Entlüftung der Bremszylinder überwachende Bremssteuerventil angeflanscht ist, wobei der Befestigungsflansch gegeneinander und gegen Aussenluft abgedichtete Leitungsverbindungen zwischen dem Ventilträger und dem Bremssteuerventil enthält.
Durch die allmähliche Entwicklung der Druckluftbremseinrichtungen in verschiedenen Herstellerfirmen bedingt, weisen die Bremssteuerventile heutzutage keinen einheitlichen Anschlussflansch auf, mit welchem sie an einem mit dem Fahrzeugrahmen verbundenen Ventilträger befestigt werden könnten. Je nach Herkunftsfirma und Entwicklungsgang sind die Bremssteuerventile mit von einander differierenden Anschlussflanschen versehen, die ihrer Austauschbarkeit, welche, betrachtet man nur ihre Wirkungsweise, ohne weiteres gegeben wäre, sehr erschwerend im Wege stehen.
Sollte an einem Fahrzeug ein Bremssteuerventil gegen ein anderes, beispielsweise von einer andern Herstellerfirma stammendes und mit ge- genüber dem ersteren differierenden Anschlussflansch ausgestattetes Bremssteuerventil ausgewechselt werden, so war es bisher erforderlich, entweder in zeitraubender Arbeit ausser dem Bremssteuerventil auch den am Fahrzeug befestigten, die Rohranschlüsse tragenden Ventilträger unter teilweiser Neuverlegung der Rohre mit auszutauschen oder einen Zwischenträger anzufertigen, der die Anschlüsse beider Flansche ineinander überführt. Beide Möglichkeiten bergen bauliche, bisweilen unüberwindliche Schwierigkeiten in sich und bedingen zeitraubende und kostspielige Arbeiten.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines billig zu erstellenden Ventilträgers der eingangs angeführten Art, der es gestattet, Bremssteuerventile mit unterschiedlichem Anschlussflansch, ohne zusätzliche Massnahmen zu erfordern, wahlweise gegeneinander auszutauschen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass zum Anschluss von in ihren Anschlussflanschen differierenden Bremssteuerventilen der Ventilträger mehrere, voneinander differierende, verschiedenen Ausführungsformen von Bremssteuerventilen angepasste Befestigungsflansche aufweist.
In weiterer Ausbildung der Erfindung erweist es sich als vorteilhaft, die jeweils nicht benötigten Befestigungsflansche mittels eines ein austauschbares, die Rohrstutzen des Befestigungsflansches abdichtendes Einsatzstück aufweisenden Verschlussdeckels zu verschliessen und des weiteren jede der beiden Seiten des Einsatzstückes mit einer Dichtfläche zu versehen, deren jeder der Abdichtung der Rohrstutzen eines der Befestigungsflansche des Ventilträgers zu genügen vermag. Durch diese Massnahme wird erreicht, dass beim Austausch von Steuerventilen keine besonderen Verschlussstücke zum Verschliessen der jeweils freien Befestigungsflansche erforderlich sind, sondern es oftmals genügt, den Verschlussdeckel von dem zu besetzenden Befestigungsflansch abzunehmen und mit umgewendetem Einsatzstück an dem freiwerdenden Befestigungsflansch anzubringen.
Bei Verwendung eines, eine Kammer konstanten Druckes aufweisenden, als Dreidrucksteuerventil ausgebildeten Bremssteuerventils ist es gemäss der weiteren Erfindung vorteilhaft, wenn in an sich bekannter Weise'der Ventilträger einen das Volumen der Kammer konstanten Druckes vergrössernden, mit letzterer in leitender Verbindung stehenden Luftbehälterraum aufweist und wenn, falls die einzelnen, anflanschbaren Dreidrucksteuerventile voneinander differierende Volumina des Luftbehälterraumes er-
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fordern, dieser in mehrere Teilräume aufgegliedert ist, von welchen jeweils einer oder mehrere mit einem zur Kammer konstanten Druckes führenden Rohrstutzen jedes Befestigungsflansches verbunden ist.
Der Vorteil dieser Massnahme besteht darin, dass das Volumen der die Kammer konstanten Druckes vergrössernden Behälterräume nicht durch besondere, durch Leitungen anzuschliessende Luftbehälter erstellt werden muss, sondern immer in für jedes der anzuflanschenden Steuerventile passender Grösse im Ventilträger zur Verfügung steht.
Hiebei ist es erfindungsgemäss weiterhin von Vorteil wenn bei Anschluss mehrerer Luftbehälterräume an einen Rohrstutzen eines Befestigungsflansches diese nach Aufsetzen des die Rohrstutzen abdichtenden Verschlussdeckels gegeneinander abgedichtet sind und wenn, falls der Ventilträger in an sich bekannter Weise mit einer der Auslösung der Bremsen vermittels Entlüftung der Kammer konstanten Druckes dienenden Ventileinrichtung ausgestattet ist, diese Ventileinrichtung an einem mit den Rohrstutzen sämtlicher Befestigungsflansche in Verbindung stehenden Teilraum des Luftbehälterraumes angeschlossen ist.
In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 eine Ansicht, Fig. 2 einen Vertikalschnitt und Fig. 3 eine Aufsicht eines Ventilträgers mit einem angeflanschten Bremssteuerventil sowie Fig. 4 einen Schnitt durch einen an einem Befestigungsflansch des Ventilträgers angebrachten Verschlussdeckel, wobei jeweils gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
In eine die Druckluftbremsanlage steuernde, an einem Fahrzeug angebrachte Hauptluftleitung l ist ein Ventilträger 3 eingeschaltet, der weitere Rohranschltisse aufweist, welche durch RohrleitUngen 5, 7 mit einem Bremsluftbehälter 9 bzw. mit einem Bremszylinder 11 verbunden sind. Oberhalb des die Rohranschlüsse aufweisenden Teiles 13 des Ventilträgers 3 ist an diesem eine Befestigungsplatte 15 angebracht, die Bohrungen 17 aufweist, welche der Befestigung des Ventilträgers an einem nicht gezeigten Rahmen eines Fahrzeuges mittels Schrauben dienen.
Unterhalb des Teiles 13 ist der Ventilträger zu einem luftbehälterartigen Teil 19 ausgebildet, welcher zugleich gemäss den Figuren zwei um 900 ge-
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flansche 21 und 23 sind zum Anflanschen von Bremssteuerventilen mit unterschiedlich ausgebildeten Anschlussflanschen geeignet. Der Befestigungsflansch 23 ist mittels eines Verschlussdeckels 25 verschlossen und an den Anschlussflansch 21 ist ein zu einem Dreidrucksteuerventil ausgebildetes Bremssteuerventil 27 mittels Befestigungsschrauben 29 angeflanscht, wobei das Volumen der Kammer konstanten Druckes des Dreidrucksteuerventils vermittels eines im Teil 19 des Ventilträgers 3 angeordneten Behältervolumens 41, 43 vergrössert ist.
Der Verschlussdeckel 25 ist mittels'Schrauben 31 mit dem Ventilträger 3 lösbar ver- bunden, in ihm ist ein Einsatzstück 33 eingelegt, welches, dem Befestigungsflansch 23 zugekehrt, einen Dichtring 35 und, dem Verschlussdeckel 25 zugekehrt, einen Dichtring 37 trägt. Der Dichtring 35 liegt gemäss Fig. 3 am Befestigungsflansch 23 auf und dichtet in diesem vorgesehene, dem pneumatischen Anschluss eines Bremssteuerventils dienende Rohrstutzen gegeneinander und gegen Aussenluft ab. Der Dichtring 37 ist dem Befestigungsflansch 21 zugeordnet und vermag dessen Rohrstutzen abzudichten.
Das im Teil 19 des Ventilträgers 3 untergebrachte Volumen zur Vei-grosserungderKammerkonstantenDruckes ist, wenn die an die Befestigungsflansche 21 und 23 anflanschbaren Bremssteuerventile unterschiedliche Volumina für die Kammern konstanten Druckes benötigen, durch eine Zwischenwand 45 in zwei Teilvo- lumina 41, 43 aufgeteilt, wobei eines der Teilvolumina 41, mit je einem Rohrstutzen 51 und 53 der Befestigungsflansche 21 und 23 und das andere Teilvolumen 43 nur mit demjenigen 53 eines der beiden Befestigungsflansche in Verbindung steht.
Der Rohrstutzen des eine Verbindung zu beiden Teilvolumina be- sitzenden Anschlussflansches weist dabei eine Trennwand auf, welche bei Aufsetzen des Verschlussdeckels 25 zusammen mit dem Dichtring 35 oder 37 eine Trennung der beiden Teilräume 41 und 43, bei Anflansehen eines Bremssteuerventils dagegen zusammen mit dem in diesem befindlichen Fortsatz des Rohrstutzens eine Verbindung der beiden Teilvolumina 41 und 43 bewirkt. Das mit je einem Rohrstutzen beider Anschlussflansche 21 und 23 in Verbindung stehende Teilvolumen 41 besitzt im Ventilträger 3 ein Entlüftungsventil 47. das im Ruhezustand geschlossen und nur bei Betätigung eines am Ventilträger 3 gelagerten Hebels 39 zwecks Entlüftung der Kammer konstanten Druckes geöffnet ist.
Zum pneumatischen Anschluss der Bremssteuerventile sind im Ventilträger 3 Verbindungskanäle 49 zwischen den Rohrleitungen l, 5, 7 und je einem Rohrstutzen jedes der Befestigungsflansche 21 und 23 vorgesehen.
Beim Austausch des Bremssteuerventiles 27 gegen ein anderes, einen dem Befestigungsflansch 23 entsprechenden Anschlussflansch aufweisendes Bremssteuerventil muss lediglich der Verschlussdeckel 25 durch Lösen der Befestigungsschrauben 31 vom Anschlussflansch 23 und das Bremssteuerventil 27 durch Lösen der Schrauben 29 vom Anschlussflansch 21 abgenommen werden. Der Einsatzteil 33 wird im Verschlussdeckel
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25 gewendet und dieser mittels Schrauben derart am Befestigungsflansch 21 angebracht, dass der Dicht- ring 37 die Rohrstutzen des letzteren abdichtet. Am Befestigungsflansch 23 kann nunmehr das neu zu ver- wendende Bremssteuerventil angeflanscht werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Ventilträger für Druckluftbremsanlagen an Schienenfahrzeugen, welcher über Rohrleitungen mit einer die Bremsanlagen steuernden Hauptluftleitung, mit Bremszylindern und deren Druckluftversorgung dienenden Bremsluftbehältern und eventuell weiteren Rohrleitungen verbunden ist und an welchen ein von der Hauptluftleitung gesteuertes, die Be- und Entlüftung der Bremszylinder überwachendes Brems- steuerventil angeflanscht ist, wobei der Befestigungsflansch gegeneinander und gegen Aussenluft abge- dichtete Leitungsverbindungen zwischen dem Ventilträger und dem Bremssteuerventil enthält, dadurch gekennzeichnet, dass zum Anschluss von in ihren Anschlussflanschen differierenden Bremssteuerventilen der Ventilträger (3) mehrere, voneinander differierende,
verschiedenen Ausführungsformen von Bremssteuerventilen angepasste Befestigungsflansche (21,23) aufweist.