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Photographische Kamera mit selbsttätiger Belichtungseinstellung
Die Erfindung bezieht sich auf eine photographische Kamera mit selbsttätiger Belichtungseinstellung, bei welcher mittels einer Nachlaufsteuerung ein Belichtungseinsteller von einem Gleichstrommotor in
Abhängigkeit von der Stellung des beweglichen Kontaktes eines vom Strom eines Photoelementes be- einflussten Drehspulrelais verstellt wird.
Photographische Kameras der oben beschriebenen Art, bei welchen ein Belichtungseinsteller den jeweiligen Lichtverhältnissen entsprechend selbsttätig eingestellt wird, sind in verschiedenen Ausführungen bekannt. Bei einer derselben erfolgt die Einstellung eines Blendeneinstellers in der Weise, dass der von einem Photoelement erzeugte Strom einem Drehspulrelais zugeführt wird, an dem ein beweglicher Schaltkontakt angeordnet ist. Dieser schaltet über mit ihm zusammenarbeitende Gegenkontakte wechselweise zwei Relais ein, die je nach der Intensität des auf das Photoelement auftreffenden Lichtes den Motor auf Vor- oder Rückwärtslauf schalten, wodurch eine grössere bzw. kleinere Öffnung der Blende eingestellt wird.
Bei einer ändern Ausführung ist an Stelle des Motors jedem der beiden im Wechsel schaltbaren Relais ein Elektromagnet zugeordnet, der ein Stossklinken-Schaltwerk betätigt und den Belichtungseinsteller stufenweise vor-oder rückwärts bewegt.
Es hat sich nun gezeigt, dass sämtliche bisher bekannten Ausführungen der genannten Nachlaufsteuerung mit schwerwiegenden Nachteilen behaftet sind. Diese bestehen insbesondere darin, dass die Belastung der Schaltkontakte des Drehspulrelais trotz Einschaltens des Antriebes für den Belichtungseinsteller über elektrische Hilfsrelais so hoch ist, dass an den Kontaktstellen leicht ein Verschweissen und im Laufe einer längeren Betriebsdauer ein Abbrand auftritt. Dies gilt vor allem für raumgedrängt und empfindlich aufgebaute Drehspulrelais, die nur verhältnismässig geringe Stellkräfte besitzen und deren Kontakte klein und leicht ausgebildet sind.
Ein derartiger Kontaktabbrand kann zu einer Abstandsveränderung sowohl zwischen dem drehbeweglichen Kontakt des Drehspulrelais und den Gegenkontakten als auch zwischen den letzteren führen, wodurch die Genauigkeit der Einstellung des Belichtungseinstellers unter Umständen in sehr erheblichem Masse vermindert wird. Das durch zu grosse Stromstärken, besonders beim Einschalten, verursachte Verschweissen äussert sich in einem leichten Kleben des beweglichen Kontaktes an dem betreffenden Gegenkontakt. Dadurch kann ein Trennen der Kontakte erst erfolgen, wenn die Steuerung viel zu weit in Gegenrichtung gelaufen ist und hiedurch an der Drehspule ein Drehmoment solcher Grösse bewirkt wird, dass dieses für ein Lösen der Verschweissung der Kontakte ausreicht.
Die geschilderten Nachteile können sich beispielsweise dahingehend auswirken, dass die Öffnung der Blende gegenüber den tatsächlichen Lichtverhältnissen zu gross oder zu klein eingestellt wird, oder dass das Ansprechen der Steuerung bei einer Änderung der Beleuchtungsstärke nicht mehr hinreichend fein ist.
Ausserdem kann unter Umständen eine dauernde Pendelung der Steuerung eintreten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine photographische Kamera mit selbsttätiger Belich- tungseinstellung der eingangs genannten Art zu schaffen, die von den vorerwähnten Nachteilen frei ist.
Insbesondere soll eine von der Schalthäufigkeit unabhängige, funktionssichere Wirkungsweise sowie eine hohe Einstellgenauigkeit für den Belichtungseinsteller gewährleistet sein.
Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Speisung des einen Belichtungseinsteller verstellenden Motors von den Ausgangskreisen zweier elektronischer Verstärker, vorzugsweise
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Transistoren, erfolgt, die den beiden Drehrichtungen des Motors zugeordnet sind, und dass die Verstärker wechselweise durch den beweglichen Kontakt des Drehspulrelais einschaltbar sind, der zu diesem Zweck mit zwei den Eingangskreisen der beiden Verstärker zugeordneten Gegenkontakten zusammenarbeitet.
Durch die erfindungsgemässe Anordnung von elektronischen Verstärkern, die zwischen dem Dreh- spulrelais und dem Gleichstrommotor eingeschaltet sind, ist eine so geringe Belastung der Schaltkontak- te des Drehspulrelais erreichbar, dass kein Kontaktschweissen und selbst bei grösster Schalthäufigkeit keine
Spur eines Kontaktabbrandes und damit auch keine Änderung der geometrischen Bedingungen bezüglich der Kontakte entsteht. Somit ist durch die Erfindung eine hohe Funktionssicherheit für eine selbsttätige
Einstellvorrichtung für einen Belichtungseinsteller und eine grösstmögliche Einstellgenauigkeit für den- selben erzielt.
Die Erfindung wird nicht davon berührt, dass es an sich bekannt ist, Motoren über elektronische Ver- stärker zu steuern.
Gegenüber diesem Stand der Technik ist die Erfindung darauf gerichtet, für eine Kamera der ein- gangs gekennzeichneten Art eine besonders wirkungsgünstige und funktionssichere Ausbildung zu schaffen.
Die erfindungsgemässe Lösung für diese Aufgabe ist vorstehend im einzelnen beschrieben und beinhaltet insbesondere die Zuordnung von zwei elektronischen Verstärkern zu den beweglichen Kontakten des Drehspulrelais und die Verwendung dieser Verstärker für das Einschalten des Motors für verschiedene Drehrichtungen in Abhängigkeit von der Stellung des beweglichen Kontaktes.
In den Figuren und der nachfolgenden Beschreibung ist die Erfindung an Hand eines eine Kamera mit Objektivverschluss betreffenden Ausführungsbeispieles dargestellt und beschrieben. Hieran sind die vorgenannten und weitere, sich aus der Erfindung ergebende Vorteile näher erläutert. Fig. 1 zeigt schematisch in Frontansicht eine gemäss der Erfindung ausgebildete photographische Kamera mit Objektivverschluss.
Bei dieser sind die am Verschluss angeordneten Einsteller für Zeit und Blende sowie sonstige Bedienungsteile nur soweit dargestellt, wie es für das Verständnis der Erfindung erforderlich ist. Fig. 2 zeigt gleichfalls in schematischer Darstellung eine Draufsicht auf die photographische Kamera gemäss Fig. 1. Fig. 3 zeigt ein Prinzip-Schaltbild der erfindungsgemässen, selbsttätigen Belichtungseinstellvorrichtung, bei welcher die Blende die selbsttätig einstellbare Belichtungsgrösse ist.
In den Fig. 1 und 2 ist mit 1 der Vorderteil einer photographischen Kamera bezeichnet, an dem in an sich bekannter Weise ein ein Gehäuse 2 besitzender Objektivverschluss befestigt ist. In dessen Innenraum 3 ist in an sich ebenfalls bekannter Weise und Anordnung der Antriebsmechanismus für die Verschlussblätter sowie ein Regelmechanismus für die Erzielung verschiedener Belichtungszeiten eingebaut, die aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt sind.
Konzentrisch zur Verschlussachse sind Einstellringe 4 und 5 für Belichtungszeit bzw. Blende angeord- net, von denen der Blenden-Einstellring 5 zwecks selbsttätiger Einstellung auf eine den jeweiligen Be- leuchtungsverhältnissen sowie der eingestellten Belichtungszeit und eventuellen weiteren Belichtungsfaktoren entsprechende Öffnung der Blende mit einem Gleichstrommotor 6 mittels einer Zahnradverbindung verbunden ist. Die wechselweise Einschaltung des Motors auf Vorwärts- bzw. Rückwärtslauf erfolgt durch den beweglichen Kontakt eines Drehspulrelais 8. Dieser Kontakt ist in Fig. 3 mit 7 bezeichnet.
Je nach der Intensität des herrschenden Aufnahmelichtes gibt ein hinter einem Wabenfenster 40 angeordnetes Photoelement 9 einen mehr oder weniger starken Strom an das Drehspulrelais 8 ab, dessen Drehspule 8a (Fig. 3) eine der Grösse dieses Stroms entsprechende Winkellage einzunehmen sucht und hiebei den auf dem Arm 7a befestigten Kontakt 7 an einem der beiden Gegenkontakte 10, 11 (Fig. 3) zur Anlage bringt, sofern die genannte Winkellage nicht der berührungsfreien Stellung des Kontaktes 7 zwischen den Kontakten 10 und 11 entspricht.
Gemäss der Erfindung erfolgt nunmehr die Speisung desMotors 6 von den Ausgangskreisen zweier elektronischer Verstärker, welche im Ausführungsbeispiel als Transistor-Verstärker 12, 13 ausgebildet sind, und die den beiden Drehrichtungen des Motors zugeordnet und wechselweise durch den beweglichen Kontakt 7 des Drehspulrelais 8 einschaltbar sind. Zu diesem Zweck sind die mit dem Kontakt 7 zusammenarbeitenden Gegenkontakte 10, 11 den Eingangskreisen der beiden Verstärker 12, 13 zugeordnet.
Durch die genannte Anordnung von elektronischen Verstärkern ist der gewichtige Vorteil erzielt, dass der Gleichstrommotor von den Kontakten des Drehsspulrelais nahezu unter Belastungsfreiheit derselben steuerbar ist, wodurch eine sichere Wirkungsweise und hohe Genauigkeit der Nachlaufsteuerung gewährleistet ist.
In weiterer Ausbildung der Erfindung ist gemäss Fig. 3 parallel zum Drehspulrelais 8 einlogarithmisch gestufter Widerstand 14 geschaltet, der in Abhängigkeit von der Verstellbewegung des Blendeneinstellringes 5 veränderbar ist und in später noch zu beschreibender Weise die Nachführung dieses Einstellringes bestimmt.
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Die Anordnung dieses Widerstandes erbringt den besonderen Vorzug, dass das Drehspulrelais 8 in bezug auf die Einstellringe 4, 5 in freizügiger Weise an einer beliebigen Stelle der Kamera angeordnet sein kann.
Insbesondere bedarf es keiner mechanischen Verbindung zwischen dem Drehspulrelais und den Einstellem.
An Stelle einer Parallelschaltung des Widerstandes 14 zum Drehspulrelais 8 könnte eine zum gleichen Ergebnis führende Serienschaltung Anwendung finden.
Wie aus den Fig. l und 3 hervorgeht. ist die Wicklung des Regelwiderstandes 14 mit dem Belichtungszeiteinstellring 4 verbunden, während der Schleifkontakt 15 dieses Regelwiderstandes am Blendeneinstellring 5 befestigt ist. Durch diese Anordnung wird in vorteilhafter Weise die Einstellage des nicht automatisch vom Motor 6 betätigten Belichtungszeiteinstellringes 4 bei der selbsttätigen Einstellung des Blenden-
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vorgewählten Zeit, die richtige, den jeweiligen Lichtverhältnissen angepasste Blende selbsttätig zugeordnet wird.
Die Verbindung des Widerstandes 14 mit dem Belichtungszeiteinstellring 4 könnte weiterhin mittels einer lösbaren Kupplung vorgenommen sein. Durch eine hiedurch ermöglichte Relativverstellung von Einstellring und Widerstand ist in einfacher und bedienungsgünstiger Weise eine Berücksichtigung weiterer Belichtungsfaktoren, wie Filter oder Filmempfindlichkeit, erzielbar. An Stelle einer Relativerstellung des Widerstandes 14 gegenüber dem Belichtungszeiteinstellring 4 könnte in entsprechender Weise auch eine Relativverstellung des Schleifkontaktes 15 gegenüber dem Blendeneinstellring 5 vornehmbar sein. In diesem Fall würde eine lösbare Kupplung zwischen den zuletzt genannten Teilen angeordnet sein.
Zur Gewährleistung der vorgenannten Relativverstellbarkeit ist es erforderlich, die Länge des Widerstandes so zu bemessen, dass der ihm zugeordnete Schleifkontakt den Widerstand auch in den extremen Winkellagen, die die beiden zueinander einnehmen können, noch abgreift.
Eine andere Art der Berücksichtigung zusätzlicher Belichtungsfaktoren ist'im Ausführungsbeispiel (Fig. 3) gezeigt. Gemäss der Erfindung sind hier die mit dem beweglichen Kontakt 7 des Drehspulrelais zusammenarbeitenden Gegenkontakte 10, 11 auf einem gegenüber einer ortsfesten Führung 16 und einer Skala 17 verstellbaren Träger 18 angeordnet.
Dieser Anordnung kommt eine besondere Bedeutung vor allem in Fällen zu, In denen für die für eine Relativverstellung erforderliche Ausdehnung des Widerstandes kein Raum zur Verfügung steht, oder in denen die Herstellung eines weit abgestuften logarithmischen Widerstandes zu Schwierigkeiten führt. Ferner kann es aus bedienungstechnischengriinden erwünscht sein, beispielsweise die Filmempfindlichkeit an einer vom Anordnungsort der Einstellringe für Belichtungszeit und Blende einen wesentlichen Abstand besitzenden Stelle durchzuführen.
Eine für manche Fälle besonders günstige Einstellbarkeit zusätzlicher Belichtungsfaktoren lässt sich dadurch erzielen, dass sowohl der Widerstand bzw. sein Schleifkontakt als auch die Gegenkontakte 10, 11 In der vorher genannten Art relativ verstellbar sind. Auf diese Weise ist eine Anordnung geschaffen, die es beispielsweise ermöglicht, durch Verstellen des Trägers 18 mit seinen Gegenkontakten 10. 11 eine für die Dauer des ganzen Filmablaufes gültige und somit während dieser Zeit nicht veränderbare Einstellung der Filmempfindlichkeit vorzunehmen, während eine den einzelnen Bellchtungs-bzw. Aufnahmeverhält- nissen anzupasssende und daher möglicherweise von Aufnahme zu Aufnahme sich ändernde Einstellgrösse, wie z. B.
Verlängerungs- oder Filterfaktoren. durch Ttelativverstellung des Widerstandes bzw. seines Schleifkontaktes gegenüber den Trägern derselben einstellbar ist.
Zur Verstärkung des vom Photoelement 9 erzeugten Stromes kann gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung zwischen dem Drehspulrelais 8 und dem Photoelement ein elektronischer Verstärker 19, vor- zugsweise ein einstufiger Transistorverstärker, geschaltet sein.
Der Vorteil einer solchen Verstärkeranordnung besteht einerseits darin, dass das Drehspulrelais unempfindlicher und damit in herstellungstechnischer Hinsicht günstiger aufgebaut werden kann als im Falle eines direkten Anschlusses an das Photoelement. Anderseits lässt sich durch den Einsatz eines Verstärkers der genannten Art, der einen an sich bekannten Aufbau besitzen kann, ein Fotoelement mit sehr kleiner lichtempfindlicher Fläche verwenden, so dass dieses an der Kamera sehr p1atzgünstig angeordnet werden kann.
Zwischen dem Photoelement 9 und dem Drehspulrelais 8 ist ein Eichwiderstand 41 und ein temperaturabhängiger Widerstand 20 angeordnet, der bei Temperaturschwankungen eine weitgehende Konstanz für den das Drehspulrelais durchfliessenden Strom sichert. Die Wirkungsweise einer derartigen Anordnung ist bekannt, so dass es sich erübrigt, hiezu nähere Ausführungen zu machen.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, sind die Ausgangskreise der beiden Verstärker 12. 13 in Brückenschaltung
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miteinander verbunden. Ferner geht aus dieser Figur hervor, dass der Motor 6 am Brückenzweig ange- schlossen ist, und dass die Stromrichtung in diesem durch wechselweises Einschalten der Verstärker 12, 13 vertauschbar ist.
Diese Brückenschaltung der Ausgangskreise der Transistoren stellt eine besonders günstige Schaltungs- anordnung dar, bei welcher insbesondere ein geringstmöglicher Aufwand an Schaltmaterial bzw. an
Schaltelementen erzielbar ist.
Zu den Verstärkern 12, 13 gehören Batterien 21 und 22, die eine nur geringe Spannung zu besitzen brauchen und in den Emitter-Kollektorkreisen der Transistoren 12, 13 angeordnet sind.
Erfindungsgemäss ist weiterhin zum Antrieb des Blendeneinstellringes 5 der Gleichstrommotor 6 als Kleinstmotor mit hoher Drehzahl ausgebildet und über ein Untersetzungsgetriebe 23 mit dem Blendeneinstellring 5 verbunden. Dadurch ist am Abtrieb des Untersetzungsgetriebes 23 ein so hohes Drehmoment erzielbar, dass damit selbst eine in bekannter Weise aufgebaute, eine nicht unerhebliche Reibung in sich schliessende Mehrlamellenblende sicher verstellbar ist.
Die erfindungsgemässe Kombination eines Kleinstmotors hoher Drehzahl mit einem Untersetzungsgetriebe führt zu dem besonders bedeutsamen Vorteil, dass die selbsttätige Belichtungseinstellvorrichtung und insbesondere die zum Verstellantrieb des jeweiligen Belichtungseinstellers dienenden Bauteile, raumgedrängt und wenig Platz beanspruchend in der Kamera anordenbar sind.
In besonders günstiger Weise kann hiebei der Motor samt. Untersetzungsgetriebe im Innenraum 3 des Objektivverschlusses Anordnung finden. Dies ist im Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 gezeigt, wo das Untersetzungsgetriebe durch Zahnradeingriff mit dem Blendeneinstellring 5 verbunden ist. Letzterer besitzt zu diesem Zweck ein gezahntes Segment 5b. Der Aufbau des den Motor und das Untersetzungsgetriebe umfassenden Antriebsaggregates lässt sich so vornehmen, dass dieses keinen grösseren Raum im Ver- schluss als ein an sich bekanntes Vorlaufwerk oder ein Hemmwerk benötigt.
Durch die vorgenannte Anordnung wird ein höchstmöglicher Wirkungsgrad des Antriebsaggregates und eine grösstmögliche Arbeitsgenauigkeit erzielt, da zusätzliche Übertragungsteile zur Überbrückung eines räumlichenabstandes zwischen dem Untersetzungsgetriebe und dem Belichtungseinsteller in Fortfall kommen. Darüberhinaus erweist es sich auch für einen sicheren und schnellen Kamerazusammenbau von Vorteil, dass die mechanischen Antriebsmittel des zu verstellenden und am Objektivverschluss angeordneten Belichtungseinstellers im Verschluss selbst angeordnet sind.
Die erwähnten kleinen Abmessungen von Kleinstmotor und Untersetzungsgetriebe gestatten es ferner, die Anordnung des Motors mit Untersetzungsgetriebe beispielsweise im Innenraum eines Objektives vorzunehmen. Hiedurch ist auch bei Kameras mit im Objektiv eingebauter Blende, z. B. bei Kameras mit Schlitzverschluss bzw. mit Wechseloptik, der Vorzug einer geschlossenen und besonders funktionsgünstigen Anordnung des mechanischen Antriebsaggregates für selbsttätige Blendenverstellung gewährleistet.
Eine hinsichtlich Raumbedarf und Raumnutzung besonders günstige Anordnung der erfindungsgemässen selbsttätigen Belichtungseinstellvorrichtung ist in den Fig. 1 und 2 gezeigt. wo das Drehspulrelais 8, das Photoelement 9 sowie dieTransistorverstärker 12, 13 in mehreren Baugruppen im Kameragehäuse 1 untergebracht sind. Die Verbindung dieser einzelnen Baugruppen untereinander ist ausschliesslich durch Leitungsdrähte vorgenommen, so dass die Gruppen in beliebigem räumlichen Abstand und in den jeweils zweckgünstigsten, insbesondere bisher noch ungenutzten Räumen des Kameragehäuses Anordnung finden, können.
Im Ausführungsbeispiel ist das Photoelement 9 mit dem Drehspulrelais 8 zu einer Baueinheit zusammengefasst und in einem Raum im Oberteil des Kameragehäuses angeordnet, welcher bei an sich bekannten Kameras zur Unterbringung eines eingebauten Belichtungsmessers dient. Damit wird sowohl für die Unterbringung des Kleinstmotors mit Untersetzungsgetriebe als auch für das Photoelement mit Drehspulrelais nicht mehr Raum beansprucht, als er bei an sich bekannten Kameras bereits belegt ist. Da ferner die Verbindung zum Transistorverstärker 27 nur eine elektrische ist, kann auch dieser in leichter Weise im Kameragehäuse untergebracht werden, vorzugsweise in den bei an sich bekannten Kameras gerade in der Deckkappe noch vorhandenen freien Räumen.
Zwecks Raumnutzung könnten hiebei die Transistor-
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storen 12 und 13 und den Batterien 21 und 22, unterteilt angeordnet sein.
Die Filmempfindlichkeitseinstellung ist im Ausführungsbeispiel durch die bereits erwähnte Relativverstellung der Gegenkontakte 10. 11 gegenüber einer ortsfesten Führung 16 vorgenommen. Zu diesem
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ger derGegenkontakte 10. 11 verbunden. so dass bei einer Drehung derScheibe 24 die Gegenkontakte 10, 11 gemeinsam verstellt werden.
Wie schon erwähnt, ist die Verbindung der einzelnen Baugruppen der selbsttätigen Belichtungsein- stellvorrichtung ausschliesslich durch Leitungsdrähte vorgenommen. Hiebei sind die das Drehspulrelais mit den Verstärkern verbindenden Leitungen mit 28 und 29 bezeichnet, während die Speisung des Mo- tors 6 über die Leitungen 30 und 31 erfolgt. Die Verbindungsleitung des Widerstandes 14 mit dem Pho- toelement ist dagegen mit 42 bezeichnet.
In weiterer vorteilhafter Ausbildung der Erfindung ist der Motor mit dem von ihm verstellten Belich- tungseinsteller mittels einer lösbaren Kupplung verbunden. Hiedurch ist der Vorteil geschaffen, dass bei
Aufnahmen, für welche die Belichtungsautomatik keine Bedeutung besitzt, wie beispielsweise bei Blitz- lichtaufnahmen, in leichter Weise eine Belichtungseinstellung der Kamera in an sich bekannter Weise durchführbar ist.
Im Ausführungsbeispiel ist die lösbare Kupplung erfindungsgemäss als Reibungskupplung 32 ausgebil- det und zwischen dem Untersetzungsgetriebe 23 und dem Blendeneinstellring 5 angeordnet. Diese Aus- bildung der lösbaren Kupplung führt zu einer höchstmöglichen Einfachheit der Kamerabedienung sowie zu einem raumsparenden Aufbau und einer grösstmöglichen Funktionssicherheit der Vorrichtung, da zum einen besondere Betätigungsglieder zum Einrücken der Kupplung entfallen, während zum andern die Ab- messungen einer Reibungskupplung kleingehalten werden können und die beiden Kupplungsteile in jeder Relativlage die gewünschte Verbindung sicherstellen.
Weiterhin wird durch die Anordnung der Kupplung zwischen dem Untersetzungsgetriebe und dem Blendeneinstellring 5 eine leichte Verstellbetätigung der Blende bei Einstellung von Hand erzielt, da ausschliesslich der Blendeneinstellring, nicht jedoch noch Getriebeteile, verstellt werden müssen. Dies ist für eine schnelle Kameraeinstellung gerade bei Blitzlichtaufnahmen, bei denen wechselnde Entfernun- gen vom Aufnahmeobjekt durch meist ausschliessliches Ändern der Blendeneinstellung ausgeglichen werden. von hoher Bedeutung.
Zur Schonung der Spannungsquellen ist es von Vorteil, bei Nichtbenutzung derSteuereinrichtung die Stromkreise durch Schalter 33 und 34 zu unterbrechen. Das Einschalten derselben kann wahlweise von Hand oder durch einen zur Herbeiführung der Aufnahmebereitschaft der Kamera notwendigen Handgriff durchgeführt werden. Beim Schliessen der Schalter 33,34 ist die selbsttätige Belichtungseinstellvorrich- tung sofort betriebsbereit, da die Transistoren nicht geheizt zu werden brauchen und deshalb keine Wartezeit bis zur Herstellung der Betriebsbereitschaft benötigen.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemässen selbsttätigen Belichtungseinstellvorrichtung ist folgende :
Zunächst werden die von Belichtungszeit und Blende verschiedenen Belichtungsfaktoren, wie Filmempfindlichkeit und gegebenenfalls Filter, eingestellt. Dies geschieht im Ausführungsbeispiel in der bereits beschriebenen Weise durch Einstellen der Scheibe 24 gegenüber der Marke 26, wodurch die Gegenkontakte 10,11 gegenüber ihrer Führung 16 in eine bestimmte Relativlage gelangen.
Je nach der Intensität des auf das Photoelement 9 auftreffenden Lichtes kann nun der am Arm 7a angeordnete bewegliche Kontakt 7 des Drehspulrelais eine bestimmte von drei Lagen einnehmen, nämlich entweder in Anlage am Gegenkontakt 10 oder in Anlage am Gegenkontakt 11 sein, oder keine Berührung mit den beidenKontakten besitzen. Befindet sich der Kontakt 7 mit einem der Gegenkontakte 10 oder 11 in Berührung, so führt dies bei geschlossenen Schaltern 33 und 34 dazu, dass in dem dem jeweiligen Gegenkontakt zugeordneten Transistor, also 12 bzw. 13 über den Widerstand 43 bzw. 44, ein Basisstrom fliesst, der dementsprechend in diesem Transistor einen Kollektorstrom auslöst.
Je nachdem, ob der Transistor 12 oder 13 Strom führt, wird der Motor 6 zu Vorwärts-oder Rückwärtslauf veranlasst, wie dies aus der Darstellung der Fig. 3 hervorgeht. Über das Untersetzungsgetriebe 23 und die Reibungskupplung 32 verstellt hiebei der Motor den Blendeneinstellring 5 und damit den mit dem Widerstand 14 zusammenarbeitenden Schleifkontakt 15. Auf Grund der bereits beschriebenen und aus Fig. 3 ersichtlichen Schaltungsanordnung wird durch die Änderung der Grösse des Widerstandes 14 ein mehr oder weniger grosser Nebenschluss zum Drehspulrelais und damit eine Schwächung oder Zunahme des durch dieses fliessenden Stromes bewirkt.
Die Bewegung des Motors 6 und damit die Drehbewegung des Blendeneinstelliinges dauert so lange, bis infolge der Änderung der Grösse des Widerstandes 14 der durch das Drehspulrelais fliessende Strom einen solchen Wert erreicht hat, dass sich der Kontakt 7 berührungsfrei in dem Raum zwischen den Gegenkontakten 10 und 11 befindet. Wird nämlich dieser Zustand erreicht, so wird die Masseverbindung zur Basis des vorher Strom führenden Transistors aufgehoben, wodurch der Kollektorstrom des betreffenden Transistors aussetzt.
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Das Stromloswerden der Transistoren und damit das Ende der Motorbewegung bedeutet nun, dass die
Blende 5 auf eine Öffnung eingestellt ist, die den herrschenden Lichtverhältnissen unter Berücksichtigung der voreingestellten Werte von Belichtungszeit, Filmempfindliphkeit und gegebenenfalls Filter entspricht.
Erreicht der Blendeeinstellring 5 eine seiner Anschlagstellungen, im Ausführungsbeispiel also Blende
2, 8 oder Blende 22, ohne dass der Motor zu laufen aufhört, so muss die Belichtungszeit nach der kürze- ren oder längeren Seite hin verstellt werden, je nach dem, welche Anschlagstellung der Blendeeinstellring erreicht hat.
Für den vorerwähnten Fall kommt der Reibungskupplung 32 zwischen dem Untersetzungsgetriebe und dem Blendeneinstellring ein weiterer Vorteil zu : Infolge des Reibungsschlusses läuft der Motor auch bei gestopptem Einstellring 5 weiter, ohne dass dies zu einer nachteiligen Folge für den Motor führt. Dieses
Weiterlaufen kann gleichzeitig als Hinweis- bzw. Warnzeichen für den Photographierenden dienen, dass die richtige Belichtungseinstellung noch nicht erzielt ist.
Zusätzlich zu diesem Zeichen könnten in Abhängigkeit vom Erreichen der Anschlagstellungen des
Blendeeinstellringes weitere, an sich bekannte Warn-und Sperrzeichen, wie Farbzeichen im Sucher oder eine Verriegelung des Auslösers, in Tätigkeit treten, welche den Bedienenden auf das noch nicht Vor- handensein der richtigen Belichtungseinstellung aufmerksam machen und ihn veranlassen, eine Änderung der zuerst vorgewählten Belichtungszeit vorzunehmen.
Um eine zu lange Laufdauer des Motors und damit eine zu starke Belastung der Stromquellen der elektronischen Verstärker zu verhindern, könnte weiterhin jedem der Verstärker ein Ausschalterzugeordnet sein, der in Abhängigkeit vom Erreichen der Anschlagstellungen des Blendeneinstellringes nach erfolgtem in-Wirkung-bringen der Warn- bzw. Sperrzeichen betätigbar ist.
Im Ausführungsbeispiel ist die Erfindung an Hand einer Kamera mit Objektivverschluss gezeigt. wobei die Blende die selbsttätig einstellbare Belichtungsgrösse ist.
Die Bedeutung der Erfindung erstreckt sich darüberhinaus auf Kameras jeder Art und auf die selbsttätige Einstellung jeder vorkommenden Belichtungsgrösse, wie Blende, Belichtungszeit oder Belichtungswert.
Wie schon erwähnt, könnten zur selbsttätigen Blendeneinstellung bei einer Schlitzverschlusskamera bzw. bei einer Kamera mit Wechseloptik der Motor und das Untersetzungsgetriebe im Objektiv selbst angeordnet sein. und die Verbindung des Motors mit den Ausgangskreisen der elektronischen Verstärker könnte mit Vorteil mittels einer Steckverbindung zwischen Objektiv und Kameragehäuse hergestellt werden.
Wesentlich ist, dass durch die Erfindung bei jeder Kamera der hochbedeutsame Vorzug geschaffen ist, dass die Kontakte des Drehspulrelais, welche zur Einschaltung des Verstellmotors auf Vorwärts-oder Rück- wärtslauf dienen, einer äusserst geringen Belastung unterworfen sind, die auch bei grösster Schalthäufigkeit zu keinen Spuren einer Beschädigung der Kontaktflächen führt. Dieser Vorzug ergibt sich durch elektronische Verstärker jeder Art, also beispielsweise durch solche mit Elektronenröhren und Transistoren, da sämtliche dieser Verstärker mit Steuerströmen äusserst niedriger Grösse steuer- bzw. einschaltbar sind.
In besonderer Weise vorteilhaft ist hiebei die Anwendung von Transistoren, vorzugsweise Schalttransistoren, da sie wegen ihrer geringen Grösse nur einen kleinen Raumbedarf benötigen und keine Heizung erforderlich machen sowie auf Grund ihrer Erschütterungsfestigkeit auch bei extremen Gebrauchsfällen störungsfrei arbeiten.
Ausser der erzielten Minimalbelastung der Schaltkontakte des Drehspulrelais ist durch die Anordnung von elektronischen Verstärkern zwischen dem Drehspulrelais und dem Verstellmotor der weitere Vorteil geschaffen, dass mechanisch bewegte Schaltvorrichtungen, wie sie beispielsweise Relais darstellen, in Fortfall kommen.
Damit ist durch die Erfindung eine Vorrichtung für selbsttätige Belichtungseinstellung erzielt, die sich in jeder Hinsicht durch eine grösstmögliche Funktionssicherheit und Arbeitsgenauigkeit auszeichnet, und welche auf Grund ihrer raumgedrängten Ausbildung und raumnützenden Anordenbarkeit für Kameras jeder Type und Konstruktionsart anwendbar ist.
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