<Desc/Clms Page number 1>
Österreichische PATENTSCHRIFT ? 21013.
PA UL MEURISSE IN LILLE.
Dampfkessel.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Dampfkessel, der sich dadurch, dass er im Vergleich mit seiner grossen Verdampfungsfähigkeit einen sehr kleinen Raum einnimmt, sowie durch seine eigenartige Konstruktion auszeichnet. Der Dampfkessel besteht aus einem rohrförmigen oberen Querkörper (Dampfsammler), einem in demselben angeordneten Rauch- röhrenbtindel, einer vertikalen und einer fast horizontalen Wasserkammer, welche beide in den obenerwähnten, rohrförmigen Querkörper (Dampfsammler) münden, einen spitzen Winkel miteinander einschliessen und durch ein Dampfröhrenbündel verbunden sind.
Durch einen aus Wasserzirkulationsröhren mit zwischen denselben angeordneten Stäben bestehenden Rost wird die vertikale Wasserkammer mit einem genügenden Sammler verbunden, welcher seinerseits durch ein vertikales Rohrbündel mit der horizontalen Wasserkammerkommuniziert.
In der Zeichnung zeigt : Fig. l einen vertikalen Längsschnitt durch den Kessel Fig. 2 die Vorderansicht, Fig. 3 einen vertikalen Querschnitt, Fig. 4-8 Einzelheiten.
Der Kessel besteht aus einem oberen Querkörper (Dampfsammler), welcher zwei fibenc Dächen A, e aufwoist, die als Rohrplatten dienen und gegen die Horizontale schwach geneigt sind, um zu verhindern, dass sich an der unteren Rohrplatte Schlamm al) lagert.
IndieseRohrplattensindversetztangeordneteRauchröhrendeingewalzt.
Der obere Querkörper a bildet einen Wasser- und Dampfbehälter und besitzt zwei Wasserkammern c, f, von denen die eine e von seinem unteren Teile ausgeht und für den Rücklauf des Wassers bestimmt ist, während die audere f fast in der Horizontalachse des dampfsammler a in denselben mündet und zur Dampfaufnahme dient. Die Achse der letzteren Wasserkammer ist schwach gegen die Horizontale geneigt und bildet mit der Achse der vertikalen Wasserkammer ein Winkel, der kleiner als 900 ist.
Die beiden Wasserkammern sind miteinander durch ein Bündel von Röhren 9 verbunden ; dieselben besitzen die Form eines Kreisbogens, dessen Mittelpunkt im Schnitt der beiden Wasserkammerachsen liegt. Die Röhren 9 sind versetzt angeordnet und derart ein- gebaut, dass sie leicht auswechselbar und zugänglich sind, wie Fig. 4 und 5 zeigen. Die
Rohrenden besitzen an ihrer Unterseite unterhalb der Wasserkammer e Öffnungen zu dem
Zwecke, die Wasserzirkulation in den Röhren zu sichern und gleichzeitig die Ablagerung von Schlamm in denselben zu verhindern. Innerhalb der anderen Wasserkammer sind auf dem ganzen Umfange der Röhren Löcher vorgesehen.
Die Wasserrückkehrkammer ist bis zum Hoden des Kessels verlängert und vom tiefsten Punkte derselben geht eine Reihe von Röhren A aus, die in einen querliegenden Sammler i münden. Zwei oder mehrere
Reihen vertikaler, versetzt angeordneter Röhren j verbinden diesen Sammler i mit der oberen, als Dampfsammler dienenden Wasserkammer. Die Röhren h lassen zwischen sich genügend Zwischenraum, um Roststäbe k anzuordnen, deren besondere Ausgestaltung die
Fig. ( !, 7 und 8 klar veranschaulichen ; die Röhren h bilden mit den Roststäben den lleizrost des Kessels.
Die Kesseispoisung und Entleerung findet an der tiefsten Stelle der Wasserrückkehr- kammer statt, woselbst auch der Schlamm sich ablagert. Um den Weg der Heizgase zu
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Die beschriebene Anordnung ermöglicht die Anordnung eines grossen Verbrennungsraumes bei geringer Höhe des Kessels. Die Gase steigen vom Roste auf, bestreichen die Unterfläche des Verdampfröhrenbündels, sowie die vertikalen, eine Wand bildenden Röhren j, gehen sodann längs der Vordampfröhren g wieder nach abwärts, um schliesslich die Rauchröhren d des oberen Dampfsammlers a zu durchströmen und in den Schlot zu gelangen.
Der Weg der Gase und die Richtung der Wasserzirkulation ist in der Zeichnung durch Pfeile angedeutet.
Die Wasserzirkulation ist sehr lebhaft und verhindert, dass sich Schlamm in dem Verdampfungsröhrenbündel g ablagert ; dieser sammelt sich vielmehr in dem unteren Teil der vertikalen Wasserkammer e und kann von hier leicht beseitigt werden.
Der Kesselstein hingegen setzt sich in den Röhren h und j, welche am meisten erhitzt werden, nieder und diese können infolge ihrer Anordnung und weil sie gerade sind, leicht gereinigt werden. Im oberen Querkörper geht die Wasserabscheidung vor sich. Der Dampf welcher gezwungen ist, den oberen Teil der Rauchrohren zu bestreichen, überhitzt sich leicht, bevor er den Kessel verlässt, da ihn das Führungsblech veranlasst, zweimal um die Rauchrohren herum zu strömen.