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Vorrichtung zum Abdichten von Getriebe- und Lagergehäusen, insbesondere bei Walzwerken
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdichten von Getriebe-und Lagergehäusen, insbeson- dere bei Walzwerken oder ähnlichen Maschinen, wie Stossbänken u. dgl.
Bekanntlich werden die verschiedenen Teile von Walzwerkständern während des Betriebes ständig
Temperaturänderungen unterworfen, weil das zu bearbeitende Werkstück eine sehr hohe Temperatur hat, die bei Stahl bis auf 1250 C ansteigt und beim Durchlauf zwischen den Ständern an diese Wärme abgibt, während anderseits die Walzen durch kräftige Wasserstrahlen gekühlt werden, welche den Ständern die erhaltene Wärme wieder entziehen, solange kein erhitztes Werkstück zwischen den Ständern hindurch- läuft.
SolchewiederholtenErwärmungs-und Abkühlungsvorgänge bewirken auch eine Ausdehnung bzw. ein
Zusammenziehen der in den Gehäusen der Getriebe bzw. Lager der Ständer vorhandenen Luft. Daher ist es möglich, dass auch bei Anwendung von an sich wirksamen Abdichtungen der Gehäusewandungen an den Stellen, wo die Maschinen wellen diese Wandungen durchsetzen, in die Gehäuse hinein Kühlwasser angesaugt wird, welches sich mit dem Schmieröl vermischt und dessen Schmiereigenschaften nachteilig beeinflusst, wonach erst durch ein zeitraubendes Zerlegen der Ständer das eingedrungene Wasser wieder aus den Gehäusen entfernt werden kann.
Die Vorrichtung nach der Erfindung ermöglicht eine stets wirksame Abdichtung von Getriebe- und
Lagergehäusen, insbesondere bei Walzwerken, gegen Eintritt von Wasser od. dgl., so dass Übelstände der geschilderten Art mit Sicherheit vermieden werden.
Zu diesem Zweck umfasst die Vorrichtung gemäss der Erfindung eine Anordnung für die Druckluftspeisung dieser Gehäuse in Form eines Leitungssystems, mittels dessen den von den Gehäusen umschlossenen Räumen Druckluft, gegebenenfalls mit einem Ölnebel versetzt, zuleitbar ist.
Infolge dieser Anordnung kann bei einer fehlerhaften Abdichtung der Gehäuse lediglich Druckluft aus diesen austreten, ohne dass jedoch Wasser in die Gehäuse eindringen kann.
Es sei erwähnt, dass es bereits bekannt ist, den einzelnen Lagerstellen einer Maschine zwecks Zentralschmierung über Leitungen und Kanäle im Lagerkörper mit einem Ölnebel versetzte Druckluft zuzuführen. Demgegenüber werden bei der Erfindung Getriebe oder Lagerstellen vorausgesetzt, die von einem besonderen Gehäuse umschlossen sind, dessen unvermeidliche Spalte abgedichtet werden sollen. Die in die Gehäuse eingeleitete Druckluft gewährleistet eine solche Abdichtung unabhängig von dem jeweils angewandten Schmiersystem.
Wenn die Druckluft mit einem Ölnebel versetzt ist, kann sie zusätzlich auch zur Schmierung der im Gehäuse befindlichen Maschinenteile verwendet werden, wobei die Gehäuse vorteilhaft je ein selbsttätitiges Auslassventil aufweisen, welches die mit dem Schmierölnebel versetzte Luft bei einem den Raumluftdruck übersteigenden vorbestimmten Zuleitungsdruck ablässt. Bei geeigneter Anordnung dieses Ventils wird die mit dem Schmierölnebel versetzte Luft derart vom Einlass der Zuleitung zum Auslassventil hin geleitet, dass sie dabei zur Schmierung und Ölbedeckung an den Zahnrädern der Getriebe entlang und durch die Lager hindurchströmt.
Wie es dem Fachmann ohne weiteres verständlich ist, ermöglicht die Vorrichtung nach der Erfindung auch die Verwendung von solchen Ständern aller Art, bei welchen aus den unterschiedlichsten Gründen,
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wie z. B. Verschleiss infolge längeren Gebrauchs, wiederholter Zusammen-bzw. Ausbau, bauliche Ungenauigkeiten usw., keine absolute Abdichtung der genannten Gehäuse mehr gewährleistet ist. Bei derartig unvollkommen abgedichteten Gehäusen tritt lediglich eine gegenüber dem Normalzustand grössere Luftmenge aus als bei abgedichteten Gehäusen, was jedoch keinen Nachteil darstellt.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. In diesen Zeichnungen zeigen die Fig. 1 und 2 zwei Ausführungsformen der Erfindung bei derenAnwendung an einem Rohrwalzwerk. Selbstverständlich kann die Erfindung auch bei einem Walzwerkständer sonstiger beliebiger Art bzw. bei ähnlichen Maschinen angewendet werden.
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welle 5 verkeilt, während die Walzen 2 und 3 auf den Wellen 6 bzw. 7 befestigt sind und über Kegelrad- paare 8,9 bzw. 10, 11 von der Welle 5 aus angetrieben werden.
Die Zahnräder 8 und 9 sind gemeinsam mit je einem Lager 13 für die Wellen 5 und 6 in einem Gehäuse 12 untergebracht, während die Zahnräder 10 und 11 gemeinsam mit je einem Lager 15 für die Wellen 5 und 7 in einem Gehäuse 14 untergebracht sind. Die Welle 6 wird anderseits durch ein in einem Gehäuse 17 angeordnetes Lager 16 und die Welle 7 anderseits durch ein in einem Gehäuse 19 angeordnetes Lager 18 abgestützt.
Den vorgenannten Gehäusen für die Zahnräder und die Wellenlager wird das Druckmittel aus einer nicht dargestellten Druckmittelquelle zugeleitet, u. zw. durch eine Hauptleitung 20, von welcher Abzweigleitungen 21,22, 23 bzw. 24 zur Speisung der Gehäuse 14,19, 17 bzw. 12 ausgehen.
Die Abzweigleitungen 21 - 24 sind mittels nicht dargestellter Rohrverbindungen an Bohrungen 25,26, 27 und 28 angeschlossen, die am feststehenden Ständelgerüst vorgesehen sind.
Gemäss der in Fig. 2 dargestellten abgeändertenAusführungsform wird über die Leitung 20 das Druckmittel nur einem einzigen Gehäuse, z. B. dem Gehäuse 14, zugeleitet, welches mittels in den Kegelrädern bzw. in den zugeordneten Antriebswellen selbst vorgesehenen Leitungsbohrungen 29,30 mit den übrigen Gehäusen in Verbindung steht.
Bei dieser Ausführungsform ist daher eine einzige Hauptspeiseleitung 20 für das Gehäuse 14 ausreichend, um auch sämtliche übrigen Gehäuse mit Druckmittel zu versorgen.
Das Druckmittel besteht zweckmässig aus reiner Druckluft. Gegebenenfalls kann jedoch auch Schmieröl für die Getriebe und Lager in der Druckluft zerstäubt vorhanden sein. Die verschiedenen Gehäuse werden dann je mit einem selbsttätigen Auslassventil 31 ausgerüstet, welches die dem Schmierölnebel enthaltende Druckluft aus dem jeweiligen Gehäuse entweichen lässt, wenn der Druck in diesem einen den atmosphärischen Druck übersteigenden vorbestimmten Wert erreicht hat.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Abdichten von Getriebe- und Lagergehäusen, insbesondere bei Walzwerken, gekennzeichnet durch eine Anordnung für die Druckluftspeisung dieser Gehäuse (12, 14, 17,19) in Form eines Leitungssystems (20-24 bzw. 29,30) mittels dessen den von den Gehäusen umschlossenen Räumen Druckluft, gegebenenfalls mit einem Ölnebel versetzt, zuleitbar ist.