AT208331B - Verfahren zum Färben von Polyolefin- oder Polyvinyliden-chlorid-Fäden - Google Patents

Verfahren zum Färben von Polyolefin- oder Polyvinyliden-chlorid-Fäden

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AT208331B
AT208331B AT577358A AT577358A AT208331B AT 208331 B AT208331 B AT 208331B AT 577358 A AT577358 A AT 577358A AT 577358 A AT577358 A AT 577358A AT 208331 B AT208331 B AT 208331B
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polyvinylidene chloride
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Wolfgang Dr Jurgeleit
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Glanzstoff Ag
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  Verfahren zum Färben von Polyolefin- oder Polyvinyliden-chlorid-Fäden 
Das Färben von Fäden aus Polyolefinen, insbesondere Polyäthylen und Polyvinylidenchlorid, bereitet wegen der geringen Farbaffinität der Polymeren erhebliche Schwierigkeiten. Es wurden Verfahren entwickelt, nach denen mit bestimmten Celliton-Farbstoffen in Gegenwart von Xylol oder mit öllöslichen Farbstoffen in Gegenwart von Paraffinöl oder organischen Lösungsmitteln thermoplastische Fäden u.   dgl.,   insbesondere solche aus Polyolefinen, gefärbt werden. Die Ergebnisse, die auf diese Weise erzielt werden können, sind, was den Farbton usw. betrifft, zufriedenstellend, doch sind die Färbeverfahren nicht ganz einfach, weil die Lösungsmittel in jedem Fall entfernt werden müssen.

   Aus technischen wie auch wirtschaftlichen Überlegungen heraus besteht grosses Interesse an weiteren Verbesserungen. 



   Es wurde gefunden, dass man Polyolefin- und Polyvinylidenchlorid-Fäden in einfacher Weise, ohne den Zusatz von Lösungsmitteln oder Ölen, färben kann, wenn man bestimmte Farbstoffe verwendet, die auf die Polyolefin-Fäden aus heisser wässeriger Dispersion direkt aufziehen. 



  Derartige Farbstoffe sind Abkömmlinge des Benzols bzw. seiner höheren Homologen (Naphthalin, Anthrazen usw. ), die die bekannten Chromophoren enthalten, wie z. B. Azogruppe, Nitrogruppe usw., sowie zur Erzielung des erforderlichen Aufziehvermögens verzweigte oder unverzweigte aliphatische Seitenketten mit wenigstens 7 C-Atomen an den aromatischen Kernen. 



  Unter den Farbstoffen, die den genannten Anforderungen genügen, sind besonders die Azofarbstoffe leicht zugänglich. Bei diesen kann entweder das diazotierte Anilin oder die Kupplungskomponente (Phenol oder Amin) durch eine aliphatische Seitenkette substituiert sein. Noch grössere Vorteile werden erzielt, wenn beide Komponenten durch eine oder mehrere aliphatische Seitenketten substituiert sind. 



   Es ist von grosser Wichtigkeit, dass die erfin-   dungsgemäss anzuwendenden Farbstoffe in heisser wässeriger Suspension in flüssigem Zustand vor-   liegen. Die wässerigen Suspensionen können somit ohne besondere Massnahmen als Farbflotten eingesetzt werden. 



   Ein weiterer besonderer Vorteil der beschriebenen Farbstoffe ist darin zu sehen, dass man die einzelnen Kupplungskomponenten selbst getrennt auf die Faser aufbringen kann, wie das sonst bei Azofarbstoffen bekanntlich weitgehend üblich ist. 



  Durch die am aromatischen Kern sitzenden aliphatischen Seitenketten wird das Aufziehvermögen sowohl des zu diazotierenden Anilins als auch der Kupplungskomponente stark verbessert. 



  So kann man z. B. ein Alkylphenol zunächst mit Hilfe eines geeigneten Emulgators zu einer etwa 
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 igenbehandeln. Anschliessend wird das Färbegut in eine schwach alkalische, wässerige Diazolösung eines alkylierten Anilins gebracht, wobei durch Kupplung der Farbstoff auf der Faser entsteht. Gegebenenfalls kann man hiebei schwach erwärmen. 



  Auch der umgekehrte Weg, nämlich die Behandlung der Fäden zuerst mit einem diazotierten Alkylanilin und das anschliessende Kuppeln mit einem Phenol oder Alkylphenol ist durchführbar. An Hand von Beispielen wird das Verfahren näher erläutert. 



   Beispiel   1 : 4 g   p-Nonylphenol werden mit Hilfe von 2 g Emulphor ELN (Additionsprodukt aus Alkylphenol und Äthylenoxyd) in 100 cm3 Wasser emulgiert. In die etwa   80-900 C warme   Emulsion wird ein Garn aus Niederdruck-Poly- äthylen von MG 150. 000 gebracht, welches aus 30 Einzelfäden von 1, 5 den. besteht. Das Flottenverhältnis beträgt 50 : 1. Die Behandlung dauert etwa      Stunde. Anschliessend werden die Fäden mit Wasser oberflächlich gespült und in eine wässerige, schwach alkalische Lösung von diazotiertem p-Cetyl-anilin gebracht. Die Fäden werden tief goldbraun gefärbt. Es wird anschliessend mit Seifenlösung gekocht und mit kaltem Wasser gespült.

   Die goldbraune Färbung der Fäden zeigt eine gute Echtheit gegenüber Waschflotten und Lösungsmitteln. 

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    2: Es wird nach bekannten Verfahrenss-Naphthol   hergestellt. Der so erhaltene Farbstoff hat folgende Formel : 
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 Mit diesem Farbstoff werden Fäden aus Polypropylen vom MG 90. 000 in einer Farbflotte gefärbt, die in 100 cm3 Wasser 3 g Farbstoff, 2 g Emulphor ELN und 0, 5 g Marseiller Seife enthält. Das Flottenverhältnis beträgt 50 : 1 ; es wird etwa   zo   Stunde bei   80-900   C gefärbt. 



  Man erhält eine leuchtende Gold-Orange-Färbung von guter Echtheit. 



   Beispiel 3 : Nach bekannten Verfahren wird ein Farbstoff durch Kupplung von diazotiertem p-Cetylanilin mit p-Cetylphenol hergestellt. Der Schmelzpunkt liegt bei   50-52   C.   



   Polyäthylen-Fäden vom MG 250. 000 wurden bei   80-90   C   in einer Farbflotte gefärbt, die auf 
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 hältnis 50 : 1. Man erhält eine leuchtende Dunkelorange-Färbung von guter Echtheit. 



   Beispiel 4 : Aus p-Stearylanilin und ss-Naphthol wird ; wie in Beispiel 3 beschrieben, ein Azofarbstoff vom Schmelzpunkt   91"C   hergestellt, der die folgende Formel hat : 
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 Polyäthylen-Fäden von MG 100. 000 werden in einer Farbflotte gefärbt, die auf 100 g Wasser 4 g dieses Farbstoffes, 2 g Emulphor ELN und 1 g Marseiller Seife enthält. Es wird etwa Stunde bei   95 0   C gefärbt. Man erhält eine leuchtende, gelblich-rote Färbung von guter Echtheit gegenüber Waschflotten und Lösungsmitteln. 



   Das   erfindungsgemässe   Verfahren ist nicht auf das Färben von   Polyolefinfäden   allein beschränkt. 



  Auch andere   Textilfäden,   z. B. solche aus Polyvinylidenchlorid, zeigen gute Ausfärbungen der Farbstoffe, die aus dem nachfolgenden Beispiel ersichtlich ist. 



   Beispiel 5 : Monofil aus Polyvinylidenchlorid 
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 octylbenzol und ss-Naphthol gefärbt. Das Färbebad setzt sich aus 0, 5 Teilen Farbstoff,   0, 5   Teilen Hostapal W hochkonzentriert,   0, 4   Teilen Marseiller Seife und 100 Teilen Wasser zusammen. 



  Es wird, bei einer Temperatur von 90 bis 95   C 
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 lang gefärbt. Anschliessend wird mit heisser Seifenlösung ausgekocht, mit kaltem Wasser gespült und nach dem Trocknen kurz mit kaltem Petroläther nachbehandelt. Die Fäden sind tieforange gefärbt und der mikroskopische Querschnitt zeigt, dass 2/3 der Querschnittsfläche angefärbt sind. 



   Die Echtheit der Färbungen gegenüber Lösungsmittel und Waschflotten ist gut. So zeigt z. B. eine Echtheitsprüfung nach der Vorschrift   der britischen Echtheitskommission ("B 1810", veröffentlicht im Albert Schäfer, Handbuch der   Färberei, Band 3, experimenteller Teil, Stuttgart 1950, Seite 198), hinsichtlich der Einwirkung von Lösungsmitteln, dass die Färbung in bezug auf Farbtonänderung der Norm V, hinsichtlich des Ausblutens Norm III entspricht. 



   Eine Prüfung der Waschechtheit nach der Vorschrift der britischen Echtheitskommission ("B 1210", Schäfer, Seite 175), ergab, dass die Färbung in bezug auf die Farbtonänderung der Norm IV (unverändert), in bezug auf das Ausbluten der Norm III entspricht. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zum Färben von Polyolefinoder Polyvinylidenchlorid-Fäden, dadurch gekennzeichnet, dass man als Farbstoffe Abkömmlinge des Benzols, Naphthalins oder Anthrazens verwendet, die neben chromophoren Gruppen durch geradkettige oder verzweigte aliphatische Seitenketten mit wenigstens 7 C-Atomen substituiert sind.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Azofarbstoffe verwendet, deren Kupplungskomponente mit einer oder mehreren geradkettigen oder verzweigten aliphatischen Seitenketten mit wenigstens 7 C-Atomen substituiert sind.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Azofarbstoffe verwendet, deren beide Komponenten mit wenigstens je einer geradkettigen oder verzweigten aliphatischen Seitenkette mit wenigstens 7 C-Atomen substituiert sind, und dass man diese beiden Komponenten nacheinander getrennt auf die Faser aufbringt und auf der Faser kuppelt.
AT577358A 1957-09-25 1958-08-18 Verfahren zum Färben von Polyolefin- oder Polyvinyliden-chlorid-Fäden AT208331B (de)

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