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Schreibtelegraphengeber.
Die bisher bekannten Schreibtelegraphengeber mit Zerlegung der Schreibstiftbewegung in rechtwinklige Koordinaten durch mit dem Schreibstift verbundene, über Widerstände schleifende Hebel (oder durch mit dem Schreibstift verbundene, drehbare Kontakte oder Widerstände bewegende Zugmittel) bewirken keine genaue, sondern nur eine annähernd richtige Zerlegung der Schreibstiftbewegung. Die Ungenauigkeit rührt daher, dass bei der Bewegung des Schreibstiftes längs der einen Koordinatenachse eine Schwingung des der anderen Koordinatenachse zugehörigen Hebels oder Zugmittels erfolgt, welche wegen der Abweichung zwischen Kreisbogen und Sehne eine Verschiebung des Hebeldrehpunktes bezw. eine Längenänderung des Zugmittels zur Folge hat.
Während also bei der Bewegung des Schreibstiftes parallel zur einen Achse der Widerstand in dem der zweiten Achse zugehörigen System nicht verändert werden sollte, da doch die gedachte Bewegung des Schreibstiftes im Sinne der zweiten Achse gleich Null ist, findet dennoch eine fehlerhafte Veränderung des Widerstandes im letzteren System statt, wodurch natürlich die Wiedergabe der Schreibstiftbewegung auch bei jeder anderen Bewegungsrichtung entstellt wird. Die Grösse des Fehlers wächst mit dem Ausschlag des Hebels (oder Zugmittels).
Wollte man aber den Ausschlag so klein machen, dass der Fehler unmerkbar wird, so würde man zn unzweckmässigen, unhandlichen Abmessungen gelangen.
Es ist der Zweck vorliegender Erfindung, die gedachte fehlerhafte Veränderung des Widerstandes auszuschalten, und zwar geschieht dies dadurch, dass auf einem längs der Bewegungsbahn des Hebeldrehpunktes angeordneten Widerstand ein mit dem Hebel ver- bundenes, bogenförmiges Kontaktstück von solcher Krümmung schleift, dass die beim Mitschwingen des Hebels unvermeidliche Verschiebung des Kontaktbogens eine Verschiebung des Berührungspunktes auf dem Widerstand nicht zur Folge hat. Die Form des Kontaktbogens ist also eine solche, dass der Berührungspunkt um so viel, als er durch die Verschiebung des Hebels auf dem Widerstand vorgehen würde, durch die gleichzeitige Schwingung vermöge der zurückgehenden Krümmung des Kontaktbogens zurück verlegt wird, so dass er sich in Wirklichkeit nicht von der Stelle bewegt.
Aus der Beseitigung des Fehlers folgt nun, dass in jedem der beiden Systeme der Berührungspunkt nur genau diejenige Verschiebung auf dem Widerstand erfährt, welche ihm im Sinne der betreffenden Koordinatenhewegung zukommt.
Die Erfindung ist auf der zugehörigen Zeichnung in zwei Ausführungsformen dar-
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der Deutlichkeit halber die Geradführung des einen Hebels fortgelassen ist. Hiezu gehört Fig. 3 als Seitenansicht, welche aber nur das eine System darstellt. Fig. 2 ist ein Teil- Grundriss der zweiten Ausführungsform.
Es bezeichnet 1 den Schreibstift, mit welchem die Hebel 2 und 2 verbunden sind.
Ihre Drehbolzen 3 und boa sind in den rechtwinklig zueinander liegenden Goradführungen 4
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Fig. 1 und 2 lehrt, liegt der Kontaktbogen vom Schreibstift aus bei der ersten Ausführungsform diesseits, bei der zweiten Ausführungsform jenseits des Drehbolzens 3 (brzw. 8a). Die Kontaktbogen schleifen auf den unterhalb der Geradführungen liegenden Widerständen C und 6a. Die Schaltung ist die bei Schreibtelegraphen dieser Gattung ge- bräuchliche ; durch die Veränderung der Widerstände 6 und 6a wird der elektrische Zustand in den zum Empfänger führenden Zweig-Fernleitungen verändert.
Im folgenden soll die den Kontaktbogen zu gebende Form näher bestimmt worden.
Es handelt sich nach den vorstehenden Ausführungen darum, die Verschiebungsgrösse ues Berührungspunktes zwischen Kontaktbogen 5 bezw. 511 und Widerstand 6 bezw. 6a genau gleich derjenigen Bewegung zu machen, welche die Schreibstiftspitze im Sinne der ent-
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liebige Kurve q zeichnet, soll der Berührungspunkt v des Kontakbogens 5 bezw. 50. mit dem Widerstand ss bezw. ss eine Strecke b = r q zurücklegen. Bewegt sich aber der Stift von oil nach dem Mittelpunkt in der Schreibfläche, so soll der Berührungspunkt v an seiner Stelle stehen bleiben.
Letzter Fall soll zunächst analytisch verfolgt werden :
Bewegt sich der Schreibstift in gerader Linie von p nach m, so verschiebt sich der Drehpunkt 3 des Hebels 2 nach dem Punkt t, also um die Strecke y. Der Berührungs-
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punkt f des Kontaktbogens. 5 mit dem Widerstand 6 soll dann mit dem Scheitelpunkt M zusammenfallen. Der Kontaktbogen muss demnach eine ganz bestimmte Krümmung aufweisen, damit der Berührungspunkt sich nicht verschiebt.
Die Krümmung soll durch eine Gleichung untenstehend ausgedrückt werden :
Die Kurve des Bügels 5 ist eine Funktion des Winkels a. Ist die Länge des Hebel- armes === und die Strecke 3 u-a, so ist :
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Ist die Strecke x der mit dem Winkel oc veränderliche Radius des Kontaktbogens, so ist
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Um zu ermitteln, welche Strecke der Punkt v zurücklegt, wenn der Stift den Weg p q beschreibt, denke man sich, der Stift bewege sich geradlinig von p nach r und dann von t nach q. Während des Weges p t. bleibt Punkt v stehen gemäss obiger Gleichung. Während des Weges r q verändert sich der Winkel αnicht und der Punkt v legt die Strecke b zurück, welche, wie leicht einzusehen, gleich der Strecke r q ist, was noch zu beweisen war.
Liegt der Kontaktbogen jenseits vom Drehpunkt 3 (Fig. 2), so hat er eine andere Krümmung und es gilt nun die Gleichung
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Hinsichtlich der allgemeinen, aber nicht zum Gegenstand der beanspruchten Erfindung gehörigen Anordnung des Schreibtelegraphen, bei welchem die beschriebene Erfindung verwendet werden soll, ist noch folgendes zu erwähnen.
Die in Fig. 1 angedeutete lokale Batterie B speist zwei Teil-Stromkreise I und II, in welche die Widerstände 6 und 6a. eingeschaltet sind. Mit den auf diesen Widerständen beweglichen Kontaktbügeln sind zwei Fernleitungen 1a. und 110. verbunden, durch welche je nach der Stellung der Kontaktbügel zu den Widerstandskörpern ein grösserer oder kleinerer Teil des Stromes nach dem Empfänger geleitet wird. Als gemeinsame Rückleitung dient ein Draht oder-wie in Fig. 1 angenommen-die Erde, an welche die Platten P und P'gelegt sind.
Denkt man sich die Kontaktbügel entfernt, so muss der Strom der Ortsbatterie lediglich durch die beiden örtlichen Teil-Stromkreise 1 und Il unter Überwindung des verhältnismässig grossen Widerstandes der Widerstandskörper 6 strömen.
Legen sich aber die Kontaktbügel an die Widerstandskörper an, so geht ein Teil des Stromes in die Forn-Teilkreise über, und zwar ein nm so grösserer Teil des Stromes, jp k) eincr der in die Fern-Teilkreise einhezogene Teil der Widerstandskörper ist. Durch die bei der Verschiebung der Kontaktbügel auftretenden Stromschwankungen werden zwei an der Empfangsstation in die Fern-Teilkreise eingeschaltete Elektromagnete in ihrer Anziehungskraft verändert, so dass ihre Anker stärker oder schwächer angezogen werden.
Durch die Schwingungen der Anker werden beispielsweise zwei Spiegel oder ein gleichzeitig in zwei verschiedenen Ebenen schwingende !' Spiegel derart gesteuert, dass sie einen Lichtstrahl die ursprüngliche Bewegung des Geber-Schreibstiftes aus den Koordinaten wieder herstellon lassen. Der Lichtstrahl gibt dann auf einem Blatt lichtempfindlichen Papieres die Züge des Geber-Schreibstiftes photographisch wieder und es bedarf nur noch der Entwicklung und Fixierung des lichtempfindlichen Papieres, um eine getreue Kopie der Depeschenniederschrift zu erhalten.
'Diese Anordnung des Empfängers ist beispielsweise angegeben, um das Gesamtbild eines die beanspruchte Erfindung enthaltenden Schreibtelegraphen zu skizzieren. Der Empfänger kann aber auch von anderer Art sein und auch die Schaltung kann von der
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