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Hagelbrecherkopf
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Ha- gellbrecherkopf mit einem Gehalt an kondensationskernbildenden Stoffen.
Es ist bekannt, dass durch Einbringen von kondensationskernlbildenden Stoffen in Hagelwolken die Bildung von Hagelkörnern aus solchen Wolken vermieden werden kann. Das Einbringen der kondensationskernblldenden Stoffe (Wirkstoffe) in die Hagelwolken erfolgt zumeist durch Verschiessen dieser Stoffe in Granaten, Minenwerfern, Raketen od. dgl., wobei bei den letzteren der Explosivstoff und der Wirkstoff im Kopf der Rakete (Hagelbrecheikopf) untergebracht ist.
Der zur Herbeiführung einer Kondensation dienende Wirkstoff wurde bei Verwendung von Raketen bisher, vor allem wegen der Billigkeit des
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eine geschossförmige Hülse, meist aus Pappe, eingefüllt. Derartige Mischungen haben aber erhebliche Nachteile ; beispielsweise ist der mit dem Sprengstoff vermischte Wirkstoff unmittelbar der hohen Temperatur der Detonationsgase ausge- setzt, so dass nur Sprengstoffe mit verhältnismässig niedriger Explosionstemperatur und somit mit geringerer Leistung und Brisanz verwendet werden können, anderfalls der Wirkstoff verändert werden würde. Durch die Verdünnung des an sich schon schwachen Sprengstoffes mit dem Wirkstoff wird die Brisanz des Sprengstoffes noch weiter verringert und seine Initiierung und vollkräftige Detonation erschwert.
Eine verringerte Brisanz und Leistung des Sprengstoffes ist aber für die gewünschte und für ein erfolgreiches Wetterschiessen wesentliche feinste Zerkleinerung des Wirkstoffes und Zerstäubung desselben über einen weiten Bereich nicht förderlich, so dass die mit derartigen Hagelgeschossen bzw.-raketen erzielten Effekte denn auch nur gering sind.
Die Erfindung vermeidet diese Nachteile. Es wurde gefunden, dass durch eine wirksame Trennung von Sprengstoff und Wirkstoff in Hagelbrecherköpfen eine ausserordentlich feine Zer- stäubung der Wirkstoffe erreicht werden kann und dass durch diese Massnahme eine volle Freizügigkeit in der Wahl des Sprengstoffes gewährleistet ist.
Der Hagelbrecherkopf gemäss der Erfindung ist dadurch charakterisiert, dass die kondensa- tionsikernliefernden Stoffe, wie z. B. Sillberjodid, Bleijodid od. dgl., und die Sprengladung in getrennten Zonen des Hagelbrecherkopfes angeordnet sind. Nach einer besonderen Ausführungsform sind in den Hagdbirecherköpfen nach der Erfindung die getrennt vom Sprengstoff angeordneten kondensationskernliefernden Stoffe mit einem Inertstoff, der unter Umständen auch selbst wieder Konden- sation9keme liefern kann, wie z. B. Gur, kolloidale Kieselsäure, Betonstaub u. dgl., innig vermischt, wodurch eine bessere Ausnützung und Verteilung des Wirkstoffes bei der Detonation des Sprengstoffes erreicht werden kann.
Als kon- densationskernbildender Stoff hat sich Silberiodid besonders bewährt. Nach der Erfindung kann aber beispielsweise auch Kochsalz mit Vorteil als Kondensationskernbildner angewendet werden, ohne dass dessen Hygroskopizität schadet und eine Beeinträchtigung der Sprengstoffeigenschaf- ten der brisanten Ladung nach sich ziehen würde. Besonders wirksame kondensationskernliefernde Produkte können gemäss der Erfindung erhal- ten werden, indem, die Silherjodidbi1dung auf einem Inertstoff durch doppelten Umsatz von wasserlöslichen Jodiden mit Silbersalzen vollzogen wird, wobei ein Si1berjodid-hältiges Präparat mit ausserordentlich hohem Verteilungsgrad der Wirk- stoffkomponente erzielbar ist.
Die neuen Hagel- brecherköpfe können'beispielsweise, gegebenenfalls auch neben dem Inertstoff und dem kondensationskernliefernden Produkt, einen porösen Formkörper, durch welchen der Sprengstoff gleichzeitig verdämmt wird und daher bessere Leistung gibt, enthalten. Der Formkörper kann aus einer porösen Masse, wie z. B. Schaumbeton, Kunstharzschaummasse od. dgl. gefertigt sein, wobei bei seiner Herstellung Wirkstoffe mitverwendet werden können, indem z. B. der Zementmischung Silberjodid zugemischt wird. Es können aber auch poröse Formkörper ohne Mitverwendung von Wirkstoffen hergestellt und die fertigen Formkörper können dann mit einer Lösung der Wirkstoffe getränkt und schliesslich getrocknet werden.
Ebenso wie bereits oben für die Herstellung der Inertstoffe mit fein verteilter Wirkstoffkomponente angegeben worden ist, können auch die porösen Formkörper aufeinan-
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Komponenten unter Bildung der Wirkstoffe reagieren. Die Anwendung von Formkörpern, die einen zur Aufnahme des Sprengstoffes geeigneten Hohlraum aufweisen, gestattet es, normalgefertigte Sprengpatronen bei der Herstellung der Hagelbrecherköpfe zu verwenden. Dadurch wird das Herstellungsverfahren für die erfindungsgemässen Hage1brecherköpfe nicht nur wesentlich vereinfacht, sondern auch die Handhabungssicherheit bedeutend erhöht, da die normal verpackten und in den üblichen Schachteln befindlichen Sprengstoffpatronen erst kurz vor dem Gebrauch bzw. der Auslieferung eingeführt werden können.
Es kann so jeder fertige Sicherheitsprengstoff verwendet werden.
Die Fig. 1-4 zeigen Beispiele von Hagelbre- cherköpfen gemäss der Erfindung. Der in Fig. 1 dargestellte Hagelbrecherkopf besteht aus einer zweiteiligen Papphülse 1, welche an ihrer Innenseite mit einer Mischung 2 aus Gur und Sitberjo- did als kondensationsikernliefernder Substanz : ausgekleidet ist. In dieser Mischung ist eine Pappkartusche 3 eingesetzt, die mit einem geeigneten Sprengstoff oder Sprengstoffpatrone 4, z. B. aus Trinhrotoluolstaub oder Wetternobelit B usw. gefüllt ist. Am unteren Ende der Sprengstoffladung 4 ist eine Sprengkapsel oder Sprengschnur 5 angeordnet, die bei 6 in üblicher Weise durch eine Zündschnur od. dgl. zur Detonation gebracht werden kann.
Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform eines Hagelbrecherkopfes nach der Erfindung, in welchem die Hülse 10, die an der Innenwand des geschossförmigen Abschnittes gegebenenfalls einen Formkörper 15, z. B. aus Schaumbeton, aufweisen kann, mit einer Sprengstoffladung 11 gefüllt ist. Im Innern der Sprengstoffladung 11 befindet sich eine in eine Pappekartusche 12 eingeschlossene Mischung 13 aus Silberjodid und Gur. Am Ende der Sprengstoffladung ist wieder eine Sprengkapsel oder Sprengschnur 14 zur Initiierung des Sprengstoffes vorgesehen. In Fig. 3 ist eine besonders einfache und wirksame Ausführungsform eines erfindungsgemässen Hagelbrecherkopfes gezeigt.
Der obere Teil 20 der Papphülse ist mit einer erhärteten Mischung 23 aus Silberjodid, Gur und Zement in der Weise ausgekleidet, dass eine feste Hülle mit einem zentralen Hohlraum 27 entsteht, welcher, wie der untere Hüllenteil 21 mit einem geeigne-
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gefülltist das Papperöhrchen 24 eingeführt, das zur besseren Initiierung eine durch Sprengkapsel zur Detonation zu bringende Sprengschnur (Nitropenta usw. ) 22 aufnehmen kann. Fig. 4 zeigt einen Hagelbrecherkopf, in welchem ein zylindrischer Form- bzw. Hohlkörper 30 vorgesehen ist, der aus porösem Leichtbeton besteht. In den Poren des Leichtbetonkörpers ist Silberjodid abgeschieden. Der Innenraum des zylindrischen Leichtbetonkörpers dient zur Aufnahme des Sprengstoffes 31, der entweder lose oder in Form fertiger Patronen eingebracht werden kann.
Das in die Sprengstoffladung eingeführte Papperöhrchen 32 ist mit der üblichen Art der Initiierung (Sprengkapsel-Sprengschnur) versehen. Der zylindrische Körper aus Leichtbeton bewirkt eine Verdämmung des Sprengstoffes, der deshalb vollkräftig detoniert und so eine überaus feine Zerteilung und Verstäubung der im Leichtbeton abgeschiedenen kondensationskernbildenden Stoffe erreicht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hagelbrecherkopf mit einem Gehalt an kondensationskernliefernden Stoffen, dadurch gekennzeichnet, dass die kondensationskernliefernden Stoffe, wie Silberjodid u. dgl., und die Sprengladung in getrennten Zonen des Hagelbrecherkopfes angeordnet sind.