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Verfahren zur Herstellung von Offsetdruckfolien
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung kaschierter Offsettdruckfolien.
Die im Offsettdruck bisher allgemein verwendeten Metallplatten haben mit Rücksicht auf ihre mechanische Beanspruchung und die Ausbildung der zu ihrer Verwendung eingerichteten Offsetdruckmaschinen eine gewisse Dicke, welche einmal die notwendige mechanische Festigkeit gewährleistet, anderseits aber die mehrmalige Benutzung einer derartigen Metalloffsetdruckplatte durch Regenerierung der Oberflächenschicht ermöglicht.
Diese durch die Kosten der bisher gebräuchlichen Metalloffsetdruckplatten bedingte mehrmalige Benutzung mit jeweils anschliessender Regenerierung verlangt entweder die Rücksendung der gebrauchten Offsetdruckplatten an eine sich mit derartigen Arbeiten befassende lithographische Anstalt oder zwingt die Offsetdruckerei, eine dem Druckereibetrieb wesensfremde Einrichtung zur Durchführung der Regenerierungsarbeiten anzugliedern.
Diese Notwendigkeit der mehrmaligen Benutzung einer Offsetdruckplatte wird vermieden durch Benutzung einer Folie, welche im Gegensatz zu Ganzmetallplatten aus einem nichtmetallischen Trägerkörper besteht, der nur eine so dünne Metallschicht aufweist, wie sie für eine einmalige Oberflächenaufrauhung und als Druckträger ausreicht.
Es hat sich nun bisher die noch nicht erklärbare Tatsache gezeigt, dass, je dünner die auf die organische Trägerfolie aufkaschierte Aluminiumfolie, desto kürzer bei gleicher Stromstärke die für die Herstellung der Oberflächenaufrauhung erforderliche Zeit ist, so dass also in dem gleichen Zeitraum, welcher bisher für die Herstellung einer druckfähigen Oberflächenschicht auf einer beispielsweise 0, 65 mm starken Aluminiumplatte erforderlich ist, mehrere Dutzend von nur mit einer dünnen Aluminiumfolie kaschierten Druckfolie hergestellt werden können. Die Dicke dieser aufkaschierten Aluminiumfolie kann geringer als 0, 01 mm sein.
In Anwendung dieser Erkenntnis wird beim Erfindungsgegenstand an Stelle der bisher üblichen massiven Aluminiumoffsetdruckplatten oder Folien eine Verbundfolie verwendet, die aus einer nichtmetallischen, die mechanische Festigkeit bestimmenden Trägerfolie und einer auf ihr aufgebrachten dünnen, vorzugsweise aus Aluminium bestehenden, elektrolytisch aufgerauhten Metallschicht besteht. Es ist hiebei gleichgültig, ob die fertige Trägerfolie beispielsweise mittels Klebstoff od. dgl. und/oder durch Hitzeanwendung - z. B. wenn die Trägerfolie aus thermoplastischem Werkstoff besteht-mit der Aluminiumfolie verbunden wird, oder ob die die Trägerfolie bindende Masse durch Aufspritzen oder Aufwalzen auf die dünne Aluminiumfolie oder umgekehrt durch Aufspritzen des Metalles auf die Trägerfolie aufgebracht wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren besteht nun darin, dass die elektrolytische Aufrauhung der Druckfolie an ihrer Oberfläche durch indirekte Stromzuführung mittels Kohlestäben im laufenden Bandverfahren erfolgt.
Die Benutzer der kaschierten, gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellten Offsetdruk- folien brauchen die benutzten Folien nicht mehr zu sammeln und zu einem Spezialwerk für die Neuaufrauhung zu schicken oder vielleicht gar selbst eine diesem Zweck dienende Anlage anzuschaffen, was insbesondere deshalb von besonderem Wert ist, weil die kaschierten Offsetdruk- folien gemäss der vorliegenden Erfindung absolut lagerfähig und darüber hinaus billiger sind als die bisherigen Kosten für die Neuaufrauhung einer zuvor zu einem verhältnismässig hohen Preis gekauften massiven, metallischen Offsetdruckplatte.
Reine Metallplatten, die zur Mehrfachbenutzung bestimmt waren, wurden genau wie anodisch oxydierte Druckplatten durch Abschleifen regeneriert. Dabei verringerte sich die Metallstärke insgesamt etwa von 0, 6 auf 0, 4 mm, was einem Metallverlust von einem Drittel gleichkommt. Auch diese Metallverluste werden durch die auf erfindungsgemässe Arthergestellte Folie vermieden, da die Folien nach Gebrauch eingeschmolzen werden können.
Schliesslich ergeben sich für Lagerhaltung an Druckträgern für wiederkehrende Druckaufträge erhebliche Vorteile, da das Gewicht der auf Lager zu haltenden Druckträger auf ein Zehntel reduziert wird. Dies ist nicht nur für die Druckerei von Bedeutung, sondern auch für die Gesamt-
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wirtschaft, da die der Allgemeinheit vorenthaltene Metallmenge in gleichem Masse herabgesetzt wird.
Während die bisherigen üblichen Gesamtmetalloffsetdruckplatten zwecks Herstellung ihrer anodischen Druckschicht vorher in einem Stromalkalibad längere Zeit entfettet und danach neutralisiert werden mussten und dann ziemlich lang in ein von niedrig gespanntem Wechselstrom grosser Stromstärke beschicktes elektrolytisches Bad eingehängt werden müssen, was ein diskontinuierliches Verfahren bedingt, wird bei der aus einem biegsamen, mit einer dünnen Metallschicht kaschierten Trägerkörper bestehenden Offsetdruckfolie gemäss der Erfindung ein kontinuierliches Behandlungsverfahren angewendet, was nicht zuletzt dadurch ermöglicht wird, dass - wie oben erwähnt-die elektrolytisch aufgerauhte Druckschicht mit einem geringeren Bruchteil des bei massiven Metallplatten erforderlichen Stromaufwandes,
also in einer entsprechend kürzeren Behandlungszeit, hergestellt werden kann.
Es ist zwar in Deutschland unter dem Zwang der Aluminiumknappheit schon vor und während des ersten Weltkrieges für Bürooffsetdruckmaschinen mit Aluminium kaschiertes Papier verwendet worden, wobei die Aluminiumfolie mechanisch aufgerauht wurde. Eine elektrolytische Aufrauhung wurde jedoch nicht angewendet und man ist nach Beendigung des Krieges auch bald wieder zu stärkeren, nicht kaschierten Aluminiumfolien übergegangen. Dagegen wurden für Offset- maschinen bisher nur massive Metallplatten verwendet.
Es ist auf der andern Seite nicht grundsätzlich neu, Offsetdruckplatten aus Zink oder Aluminium elektrolytisch aufzurauhen. Die elektrolytische Aufrauhung von kaschierten Druckfolien, bestehend aus einer nichtmetallischen Trägerfolie und einer darauf aufgebrachten dünnen Metallschicht ist bisher nicht angewendet worden, möglicherweise, da man befürchtete, dass die hauchdünne Metallschicht der Druckfolie für eine elektrolytische Behandlung nicht geeignet sei.
Eingehende Versuche haben jedoch bewiesen, dass kaschierte Offsetdruckfolien nicht nur die erfindungsgemässe elektrolytische Behandlung wider Erwarten gut überstehen, sondern zu Ergebnissen führen, die namentlich hinsichtlich der Druckeigenschaften und Lagerfähigkeit alle bisherigen Offsetdruckplatten und-folien weit in den Schatten stellen.