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Vorrichtung zum Abzapfen sterilisierter Flüssigkeit aus einem Gefäss
Zur Verwendung in Krankenanstalten, wo man bakterienfreies Wasser oder sogenannte physiologische Salzlösungen braucht, sind Vorrichtungen zum Sterilisieren solcher Flüssigkeiten entworfen worden. Das Sterilisieren erfolgt z. B. durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht.
Sei es, dass diese Vorrichtungen zur Behandlung einer abgepassten Flüssigkeitsmenge bestimmt oder dazu eingerichtet sind, in einem beliebigen Augenblick die Flüssigkeit zu liefern, und in einem ununterbrochenen Strom bleibend zu liefern, immer ist ein Gefäss vorhanden, aus dem durch das Öffnen einer Abflussleitung die Flüssigkeit zur Verbrauchsstelle fliesst.
Die Erfindung zielt auf eine Verbesserung einer Vorrichtung ab, um eine sterile Flüssigkeit aus einem Gefäss abzuzapfen, entweder aus einem Behälter, dem die Flüssigkeit aus einem Sterilisator zugeführt wird, oder aus einem die Sterilisiervorrichtung selbst umschliessenden Gefäss.
Der Erfinder hat die Gefahr erkannt, dass unter Umständen die zuerst abgezapfte Flüssigkeit nicht bakterienfrei sein könnte, z. B. infolge in der Abflussleitung befindlicher Verunreinigungen. Aber auch wenn diese Leitung vorher steril gemacht wird, kann die abgezapfte Flüssigkeit Bakterien enthalten, wenn beim Füllen des Gefässes, in dem sterilisiert wird, die Flüssigkeit, welche die Ausflussöffnung zuerst erreicht, der bakterientötenden Wirkung nicht hinreichend lange ausgesetzt gewesen ist. Auch besteht die Möglichkeit, dass die im Sterilisator befindliche Flüssigkeit von ihr angesteckt wird, sobald diese Flüssigkeit der bakterientötenden Wirkung nicht weiter ausgesetzt ist, z. B. weil die Erhitzung oder Ultraviolettbestrahlung unterbrochen wird.
Dieser Sterilisierkesseln anhaftende Nachteil kann in manchen Fällen dadurch vermieden werden, dass das Gefäss langsam gefüllt wird. Verschiedenartige Vorrichtungen sind so gebaut, dass diese Massnahme als zuverlässig zu erachten ist.
Die durch die Erfindung bezweckt Verbesserung ermöglicht es, den Sterilisierkessel schnell zu füllen, ohne dass dabei die Möglichkeit besteht, dass die zuerst abgezapfte Flüssigkeit unzulänglich sterilisiert ist.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Abzapfen von sterilisierter Flüssigkeit aus einem Gefäss ist dadurch gekennzeichnet, dass ein im Gefäss angeordnetes Rohr einen ansteigenden Teil mit einer an seinem unteren Ende vorgesehenen Einflussöffnung für die Flüssigkeit und einen zur Auslauföffnung leitenden Teil aufweist, zwischen denen eine Übergangsstelle für den Zutritt der Flüssigkeit aus dem ansteigenden Teil zu dem zu der Auslauföffnung leitenden Teil vorgesehen ist und der ansteigende Teil derart bemessen ist, dass beim Füllen des Gefässes, wobei der zur Auslauföffnung leitende Teil mit Luft gefüllt ist, und bei geschlossener Auslauföffnung die Flüssigkeit durch den Luftdruck unterhalb der Übergangsstelle bleibt, während sie bei Freigabe der Auslauföffnung diese Stelle überschreitet.
Je grösser das Volumen zwischen dem Steigrohr und dem Hahn ist, desto grösser soll das Volumen des Steigrohres selbst sein. Wenn das erstgenannte Volumen hinreichend klein ist, kann mit einem L-förmigen Rohr ausgekommen werden, dessen einer Arm nach unten gerichtet, während der andere an der Gefässwand befestigt ist.
Wenn bei Verwendung eines L-förmigen Rohres die Ausflussöffnung in der Gefässwand zu hoch oberhalb des Bodens zu liegen käme, kann ein Rohr verwendet werden, das zwischen dem ansteigenden Teil
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und der Ausflussöffnung einen absteigenden Teil hat, so dass der Fiüssigkeitsspiegel bis oberhalb der Ausflussöffnung steigen kann.
Die letztgenannte Form eignet sich auch zur Verwendung bei einem ausschliesslich ab Behälter dienenden Gefäss. Hiedurch entsteht nämlich die Möglichkeit, von aussen her durch den Hahn eine desinfizierende Substanz in das Abzapfrohr einzuführen, so dass die Abflussleitung bakterlenfrei gemacht werden kann, ohne dass das Desinfiziermittel in den gegebenenfalls bereits gefüllten Behälter gelangt. Wenn dieses Mittel eine Flüssigkeit ist, ist es vorteilhaft, den ansteigenden Rohrtell ganz oder teilweise aus durchsichtigem Material herzustellen. Es kann dann durch ein Schauglas in der Gefässwand beobachtet werden, ob eine hinreichende Menge Desinfiziermittel eingeführt worden ist, und dafür gesorgt werden, dass diese Flüssigkeit nicht in das Gefäss selbst überläuft.
Wenn es sich um ein Gefäss handelt, das selbst die Sterilisiervorrichtung umschliesst, empfiehlt es sich, den ansteigenden Rohrteil, insoweit er sich beim Füllen des Gefässes bei geschlossener Abflussleitung mit Flüssigkeit füllt, aus einem Material herzustellen, das für die sterilisierende Strahlung hinreichend durchlässig ist, um diese Flüssigkeit bakterienfrei zu machen.
Bei einer geeigneten Ausbildung besitzt das nach der Erfindung verwendete Rohr einen waagrechten Teil, der am einen Ende zur Ausflussöffnung führt und am andern Ende in einen an der Unterseite offenen U-förmigen Teil übergeht.
Die Erfindung wird an Hand einer Zeichnung beispielsweise näher er cdaunMr, der Fig. l diese Bauart schematisch darstellt. Fig. 2 zeigt eine Ausbildung, die sich insbesondere für ein Abzapfrohr aus glas- ähnlichem Stoff bei einer verhältnismässig langen Abflussleitung eignet.
In Fig. l ist ein Teil der senkrechten Wand des Gefässes mit 1. ein Teil seines Bodens mit 2 bezeichnet, die beiden Teile im Schnitt in einer Ebene senkrecht zur Wand. In einer Öffnung 3 ist ein Hilfsteil 4 in der Wand angeordnet, in den ein Hahn eingeschraubt werden kann. Auf diesem Hilfsteil sitzt ein Rohr 5 aus Quarz oder aus für ultraviolettes Licht durchlässigem Glas. Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, besteht dieses Rohr aus einem ansteigenden Teil 6, einem abfallenden Teil 7 und einem waagrechten Teil.
Im Rohr 5 und gegebenenfalls im Leitungsteil, der sich noch zwischen dem Hilfsteil 4 und dem Hahn befinden sollte, wird beim Füllen des Gefässes die Luft durch die im Ende 6 des Rohres 5 aufsteigende Flüssigkeit zusammengepresst. Der Teil 6 soll eine solche Länge haben, dass, wenn das Gefäss ganz gefüllt ist (wonach ein Überlauf wirksam oder die Zufuhr selbsttätig unterbrochen wird). die Flüssigkeit noch nicht bis zu dem durch die gestrichelte Linie 8 angedeuteten Pegel gestiegen Ist, so dass keine Flüssigkeit in den waagrechten Teil des Rohres überläuft. Der Hahn darf nach einer Zeitspanne, hinreichend um auch die in den ansteigenden Teil 6 eingedrungene Flüssigkeit zu sterilisieren, geöffnet werden.
Wenn das Gefäss leer ist, wenigstens das Rohr 5 noch nicht gefüllt, kann die Abflussleitung dadurch desinfiziert werden, dass von aussen her eine zu diesem Zweck geeignete Flüssigkeit bis in das Rohr 5 eindringt. Dabei wird die Zufuhr unter Beobachtung durch ein in der Wand 1 angeordnetes Schauglas derart geregelt, dass die Flüssigkeit im Teil 7 unterhalb des durch dte gestrichelte Linie 8 angedeuteten Pegels bleibt und deshalb nicht in das Gefäss strömt. Anschliessend kann das Abzapfsystem mit andern Flüssigkeiten gespült werden, wozu keine grossen Mengen nötig sind. An Stelle von Flüssigkeiten können zum Sterilisieren der Abfuhrleitung Gase oder Dämpfe, z. B. Wasserdampf, verwendet werden,
Es leuchtet ein, dass die Vorrichtung nach der Erfindung ausschliesslich für Gefässe bestimmt ist, aus denen die Luft oberhalb der Flüssigkeit beim Füllen entweichen kann.
Je grösser das Volumen der Abflussleitung bis zur Stelle, wo die Leitung geschlossen ist, und je kleiner die Querschnittsfläche des ansteigenden Teiles 6, desto höher steigt beim Füllen des Gefässes die Flüssigkeit in diesem Teil. Um die Steighöhe zu beschränken, kann der Teil 6 beträchtlich weiter als der Rest des Rohres gemacht werden. Handelt es sich um ein Rohr aus glasähnlichem Material (Glas oder Quarz), so entsteht diese Erweiterung am leichtesten dadurch, dass der Teil 6 kugelig ausgestaltet wird.
Diese Form ist in Fig. 2 dargestellt. Im Glaskolben 9, der den ansteigenden Teil bildet, ist bei 10 eine Einlassöffnung vorgesehen. Von oben her ist ein Abflussrohr 11 mit dem Kolben verschmolzen.
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