AT203608B - Verfahren zur Hemmung der Gerinnung von Blut - Google Patents

Verfahren zur Hemmung der Gerinnung von Blut

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Benckiser Gmbh Joh A
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  Verfahren zur Hemmung der Gerinnung von Blut 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Hemmung der Gerinnung von für technische Zwecke zu ver- wendendem Schlachtblut durch Zusatz von Umwandlungsprodukten von Pflanzen bzw. Pflanzenteilen. 



   Es ist allgemein bekannt, zur Verhinderung der Blutgerinnung dem Blut Polysaccharidschwefelsäure- ester oder auch aus Sulfitablauge gewonnenes ligninsulfosaures Kalzium zuzusetzen. Diese Produkte hahen sich aber in der Praxis nicht durchsetzen können. 



   Es wurde nun gefunden, dass man die Gerinnung von für technische Zwecke zu verwendendem Blut verhindern kann, wenn man dem Blut humathaltige Extrakte zusetzt, die durch wässerige, vorzugsweise alkalische und insbesondere ammoniakalische Behandlung   der Rückstände   einer solchen chemischen, biologischen oder geologischen Einwirkung auf Pflanzen bzw. Teile von Pflanzen gewonnen werden, bei welcher die Celluloseteile ganz oder teilweise entfernt oder umgewandelt werden. Als besonders geeignet hat sich die Verwendung von ammoniakalischen Auszügen aus Lignin, welches bei der Holzzuckergewinnung zurückbleibt, gezeigt. Die Holzzuckergewinnung kann, z. B. nach dem Verfahren von Bergius, mit Salzsäure oder auch nach dem Schwefelsäureverfahren erfolgen. 



   Die Bestandteile des Holzes werden dabei zum Teil in   Huminsäure   umgewandelt, welche bei der alkalischen Extraktion als Humate oder andere Verbindungen löslich sind. Die im Rahmen der Erfindung   mitHuminsäure oderHumaten   bezeichneten Stoffe sind keine einheitlichen chemischen Substanzen, sondern die Produkte der Extraktion, z. B.   Extraktionsprodukte   des als Lignin bekannten Rückstandes der Holzzuckergewinnung. 



   Es wurde ferner gefunden, dass auch andere huminhaltige Pflanzen oder Pflanzenteile oder deren Zersetzungsprodukte für die Gewinnung der blutgerinnungshemmenden Produkte geeignet sind. Ammoniakalisehe Auszüge von Torf oder auch von Pilzen, z. B. Aspergillusarten, die ebenfalls in grosser Menge Humate enthalten, weisen ausgezeichnete   Wirkungen arf.   Aber auch die durch geologische Einwirkung noch weiter fortgeschrittenen Umwandlungsprodukte des Holzes sind brauchbar ; so ergibt z. B. Braunkohle bei der Extraktion mit Basen ebenfalls blutgerinnungshemmende Produkte. 



   Es ist auch möglich, natürliche Holzstreu oder Sägespäne, wenn sie längere Zeit an der Luft gelegen haben oder verwittert sind, mit Alkalien zu extrahieren und die so entstandenen Humate für das Verfahren gemäss der Erfindung zu verwenden. 



   Bevorzugt wird die Extraktion der Humate mit etwa   l-lO%igen ammoniakalischen   Lösungen durchgeführt. Diese Extraktion kann auch bei erhöhter Temperatur im Autoklaven   erfolgen.   



   Das erfindungsgemässe Verfahren kann beispeilsweise zur störungsfreien Entfernung von Schlachttierblut, das nicht der menschlichen Ernährung zugeführt werden soll, aus den Schlachthallen angewendet werden. So wird z. B. nicht in allen Schlachthöfen das anfallende Blut gesammelt und weiter verarbeitet. 



  Ein mehr oder minder grosser Teil wird vielmehr durch die Abwasseranlagen einfach ablaufen gelassen. 



  Hiebei treten infolge der Gerinnung des abfliessenden Blutes häufig Verstopfungen in den Leitungen und Kanälen auf. Polymere Phosphate und andere blutgerinnungshemmende Mittel   können   zur Beseitigung dieses Übelstandes schon aus Gründen der dabei entstehenden Kosten nicht eingesetzt werden, Auch der Versuch, zu diesem Zweck Kochsalz anzuwenden, schlug fehl, da so viel Kochslaz auf den Boden gestreut werden müsste, dass der gesamte Arbeitsbetiieb dadurch behindert würde.   Dies Störungen   können bei An- 

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 wendung des erfindungsgemässen Verfahrens vollständig vermieden werden, da zur Hemmung der Blutgerinnung nur geringe Mengen der humathaltigen Extrakte erforderlich sind. 



   Die eingesetzten Humate, die nicht einmal in reiner Form zur Anwendung gelangen müssen, sind wesentlich billiger als Phosphate. Ausserdem wird durch das erfindungsgemässe Verfahren die Möglichkeit geschaffen,   die Rückstände   des Bergius-Verfahrens, die bisher nur in geringem Masse industriell verwertet wurden, einer nützlichen Verwendung zuzuführen. 



   Das nach dem erfindungsgemässen Verfahren erhaltene, gerinnungs-gehemmte Blut kann nunmehr in den Schlachthöfen ohne weiteres inTanks gesammelt werden. Anschliessend kann man es   durch Versprühen   trocknen und als   sogenanntes "Blutmehl" zu   Düngezwecken verwenden. 



   Es ist jedoch auch   möglich,   das anfallende Blut durch Zentrifugieren in Dickblut und Plasma zu zerlegen, welches   als"Blutleim"in   fast allen Industriezweigen, wie z. B. Textilindustrie, Lederfärberei, Papierherstellung oder Holzverarbeitung, ausgedehnte Verwendung findet. 



     Beispiel l :   Lignin, der Rückstand von Holz, das nach dem Verfahren von Bergius zur Gewinnung von Cellulose bzw. Zucker mit konzentrierter Salzsäure behandelt worden war, wurde zwei Stunden bei etwa 200 C mit 2   tigers   Ammoniak extrahiert. Nach Filtrieren wurde zur Trockne   eingedampft.'nd   anschliessend hieraus ein wasserlöslicher Extrakt hergestellt, der dem Blut entweder in flüssiger Form oder nach der Trocknung zugesetzt wird. 



   Von der trockenen Substanz werden etwa 30 g in 1 Liter Wasser aufgelöst. In dieser Lösung werden 
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 einerSprühtrocknung unterworfen und   zu"Blutmehl"verarbeitet.   



     Beispiel 2 :   Trockentorf wurde   mit 4% item   Ammoniak behandelt. Nach Filtrieren wurde der Extrakt cingedampft, dann mit Wasser aufgenommen. Als Zusatz zum Blut wurde das Filtrat unmittelbar oder nach Trocknung als Pulver verwendet. 



   Von der pulverförmigen Substanz werden 30 g in   l, 5 l   Wasser gelöst und zur Haltbarmachung von 15 l Schlachttierblut verwendet. Das Blut ist längere Zeit haltbar. Es wird zu "Blutleim" verarbeitet. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren   zur Hemmung derGerinnung von Blut in Schlachthöfen für die Blutleimherstellung u. dgl.   technische Zwecke durch Zusatz von Umwandlungsprodukten von Pflanzen und Pflanzenteilen, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Blut humathaltige Extrakte zusetzt, die durch wässerige, vorzugsweise alkalische und insbesondere   ammoniakalische Behandlung der Rückstände   einer solchen   chemischen biolo-   gischen oder geologischen Einwirkung auf Pflanzen bzw. Teile von Pflanzen gewonnen werden, bei welchen die Cellulose teilweise oder ganz entfernt oder umgewandelt wurde.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Auszüge eines Lignins verwendet werden, das z. B. bei der Holzzuckergewinnung mit Salzsäure oder Schwefelsäure zurückbleibt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Auszüge des Torfs oder der Braunkohle verwendet werden.
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Auszüge von frischen oder gelagerten Pilzmycelen, z. B. der Aspergillusarten, verwendet werden.
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass solche Humate verwendet werden, die mittels einer 1 - 10 %igen ammoniakalischen Lösung gewonnen worden sind.
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass solche Auszüge verwendet werden, die bei erhöhter Temperatur im Autoklaven gewonnen wurden.
    7 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem Blut 0, 1 - 0. 5% Humate zugesetzt werden.
AT465156A 1955-08-03 1956-07-31 Verfahren zur Hemmung der Gerinnung von Blut AT203608B (de)

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