AT203453B - Verfahren zur Verhütung der elektrostatischen Aufladung von Textilmaterial - Google Patents

Verfahren zur Verhütung der elektrostatischen Aufladung von Textilmaterial

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  Verfahren zur Verhütung der elektrostatischen Aufladung von Textilmaterial 
Zur Verhinderung der elektrostatischen Aufladung von Fasern, Flocken, Fäden, Strängen, gewirkten und gewebten Flächengebilden sowie Folien und andern geformten Gebilden aus Polyamiden, Polyestern, Polyvinylverbindungen oder Celluloseacetat sowie natürlichen oder synthetischen Eiweissstoffen sind schon die verschiedensten Mittel vorgeschlagen worden. Die Mittel zeigen unterschiedliche Wirkungen, besitzen aber vielfach den Nachteil, dass sie auf die damit auszurüstenden Materialien nicht waschbeständig aufgebracht werden können, was besonders für Textilien, die ständigen Waschprozessen unterworfen sind, sehr ungünstig ist.

   Es wurde nun gefunden, dass man ausgezeichnete antistatische Imprägnierungen von hoher Waschbeständigkeit erhält, wenn man als Imprägnierungsmittel wässerige Lösungen von härtbaren Kondensationsprodukten aus Aminotriazinen bzw. deren Derivaten, Oxoverbindungen und Polyalkylenoxyden verwendet. 



   Die Herstellung derartiger Kondensationsprodukte ist bekannt bzw. kann nach üblichen Verfahren durchgeführt werden. Als kondensationsfähige Aminotriazine wird vor allem Melamin verwendet, aber auch Aminotriazinderivate, wie z. B. Oxydiaminotriazin oder bimolekulare Kondensationsprodukte, z. B. Melam, können verwendet werden. Verwendbare Oxoverbindungen sind in erster Linie Formaldehyd und Formaldehyd abgebende Verbindungen, wie Paraformaldehyd, Trioxymethylen, Hexamethylentetramin, Methylal usw. Daneben kommen Acetaldehyd, Crotonaldehyd, Benzaldehyd, Aceton, Acetophenon, Cyclohexanon in Betracht. Unter Polyalkylenoxyden werden in erster Linie Polyäthylenglykole mit einem Molekulargewicht von wenigstens 300 verstanden, wobei solche mit einem Molekulargewicht von 600 bis 2000 besonderes praktisches Interesse besitzen.

   Es können aber auch entsprechende Polymerisationsprodukte anderer Alkylenoxyde, wie beispiels- weise Propylenoxyd, Epichlorhydrin u. dgl. verwendet werden, ebenso Mischpolymerisate von verschiedenen Alkylenoxyden untereinander. 



   Die Mengenverhältnisse, in denen die vorgenannten Ausgangskomponenten zur Reaktion gelangen, sind abhängig von den gewünschten
Eigenschaften der Kondensationsprodukte. Man erhält z. B. ein gut geeignetes härtbares Kondensationsprodukt, wenn man auf 1 Mol Melamin wenigstens 3 Mol, vorzugsweise 5-6 Mol, Formaldehyd und 1-3 Mol, vorzugsweise 2 Mol., eines Polyalkylenoxydes zur Anwendung bringt. Es ist auch möglich, einen Teil der Aminotriazinmenge, welche zur Reaktion kommt, durch Amino- bzw. Iminogruppen enthaltende Verbindungen zu ersetzen, die die Aminogruppe an eine CO-, CS-, C (NH)- oder CN-Gruppe gebunden enthalten.

   Als solche sind zu nennen Harnstoff, Thioharnstoff, Urethan, Guanidin, Cyanamid, Dicyandiamid, Dicyandiamidin.
Die Herstellung der wasserlöslichen Vorkondensate kann in der Weise erfolgen, dass man die Ausgangskomponenten gemeinsam unter Rühren auf Temperaturen von 70 bis   900 C   erwärmt, bis ein homogenes Reaktionsgemisch entsteht. Dieses wird sodann unter Austreibung des   Lösungs- und   Reaktionswassers so lange zum Sieden erhitzt, bis die Innentemperatur auf   110-150   C   gestiegen ist. Unter Umständen kann auch Arbeiten unter vermindertem Druck von Vorteil sein. Es ist anzunehmen, dass die Polyalkylenoxyde zu einem wesentlichen Teil ätherartig an die Melaminformaldehydkondensate gebunden sind.

   Es ist möglich, auch in der Art zu arbeiten, dass man zunächst ein Vorkondensat aus dem Aminotriazin bzw. einer ähnlichen Aminokomponente und einer Oxoverbindung bildet und dann das Polyalkylenoxyd einmischt und einkondensiert. 



   Die erhaltenen Kondensate werden in Wasser gelöst, und es werden zur Lösung übliche Kondensationskatalysatoren zugegeben. Die Lösungen sollen etwa 20-300 g/l, vorzugsweise 50-200   g/l   an Kondensat enthalten. Die zu behandelnden Materialien, insbesondere Textilien, werden mit der Lösung behandelt, z. B. durch Tauchen, Besprühen, Bestreichen usw. Anschliessend wird das Gewebe abgequetscht oder geschleudert, worauf bei Temperaturen von zirka 60 bis   1500 C   getrocknet wird. 



   Eine andere Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens kann darin bestehen, dass die Flotte neben dem Vorkondensat aus dem Aminotriazin und einer Oxoverbindung entsprechende Anteile an Polyalkylenoxyden unkondensiert enthält. Nach dem Imprägnieren kondensiert auf 

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 der Faser beim Erwärmen das Polyalkylenoxyd in das gebildete Harz ein. 



   Beispiel   1 : 1   Mol Melamin, 6 Mol 30%iger Formaldehyd und 2 Mol Polyäthylenoxyd vom Molekulargewicht 1000 werden unter Rühren 10 Minuten auf 85  C erwärmt. Anschliessend wird das Reaktionsgemisch unter weiterem Rühren und Abdestillieren des Wassers so lange zum Sieden erhitzt, bis die Temperatur im Inneren der Flüssigkeit auf   130  C   gestiegen ist. Dann wird die Reaktion abgebrochen. 



   150 g des erhaltenen Vorkondensates werden in   l     l   Wasser unter Zusatz von 4 g Ammoniumnitrat gelöst. Mit dieser Flotte wird Taft aus Polyamid (Perlon) in üblicher Weise, z. B. auf dem Foulard, getränkt, abgequetscht und bei 80-1000 C gut getrocknet. 



   Während der unbehandelte Perlontaft beim Messen der Feldstärke am stetig umlaufenden Gewebe mit dem Statometer an Glas, Stahl oder Kupfer als Reibfläche eine Aufladung von 500 bis 5000 Volt/cm zeigt, weist das nach Beispiel   l   imprägnierte Gewebe nur eine Aufladung von höchstens 5   Volt/cm   auf. Dieser antistatische Effekt bleibt nach einer 20maligen Wäsche mit 2   g/l   Feinwaschmittel, z. B. Alkylsulfat oder Alkylbenzolsulfonat bei   40  C   und auch nach einer 10maligen Wäsche bei 60  C mit einem handelsüblichen Schnellwaschmittel erhalten. 



   Beispiel 2 : Mit einer Flotte, welche 80   g/l   eines gemäss Beispiel 1 hergestellten Kondensationsproduktes aus 0, 75 Mol Melamin,   0, 25   Mol Harnstoff, 5 Mol Formaldehyd und 1, 5 Mol Polyäthylenoxyd vom Molekulargewicht 1500 und 2 g Essigsäure enthält, wird ein Polyacrylnitrilgewebe in der beschriebenen Weise behandelt. Auch nach mehrmaligem Waschen zeigt das behandelte Gewebe nach der obigen Methode gemessen keine elektrostatische Aufladung. 



   Beispiel 3 : 35   g eines zirka 50%igen   wässerigen Vorkondensates aus 1 Mol Melamin und 6 Mol Formaldehyd sowie 180 g Polypropylenoxyd vom Molekulargewicht 1200 werden unter Zusatz von 2 g   AlCI3, krist.   in 1 1 Wasser gelöst. In dieser Flotte wird ein Gewebe aus Polyglykolterephthalat gemäss Beispiel   l   getränkt, getrocknet und 5-10 Minuten bei   120-130  C   nachbehandelt. Es resultiert ein Textilgewebe, welches waschbeständig antistatisch ausgerüstet ist. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Verhütung der elektrostatischen Aufladung von Textilmaterialien oder sonstigen geformten Gebilden aus Polyamiden, Polyestern, Polyvinylverbindungen oder Celluloseacetat sowie aus natürlichen oder synthetischen Eiweissfasern, dadurch gekennzeichnet, dass diese Materialien in wässeriger Lösung mit wasserlöslichen bzw. in Wasser dispergierbaren Kondensationsprodukten aus Aminotriazinen bzw. dessen Derivaten, Oxoverbindungen und Polyalkylenoxyden, sowie gegebenenfalls gebräuchlichen Härtungskatalysatoren, imprägniert und anschliessend bei Temperaturen von 60 bis 150   C, vorzugsweise bei Temperaturen über   800 C,   getrocknet werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass härtbare Kondensationsprodukte aus 1 Mol Melamin, 3-6 Mol, vorzugsweise 5-6 Mol, Formaldehyd und 1-3 Mol Polyäthylenoxyd mit einem Molekulargewicht von mindestens 300, vorzugsweise 600-2000, verwendet werden.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass härtbare Kondensationsprodukte aus Melamin und Formaldehyd in Verbindung mit einem Polyalkylenoxyd auf die Faser gebracht und auf der Faser weiterkondensiert werden.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen l bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass neben den Aminotriazinen kondensationsfähige Amino- bzw. Iminogruppen enthaltende Verbindungen, bei denen die Amino bzw. Iminogruppe an eine CO-, CS-, C (NH)- oder CN-Gruppe gebunden ist, verwendet werden.
AT408758A 1957-08-29 1958-06-11 Verfahren zur Verhütung der elektrostatischen Aufladung von Textilmaterial AT203453B (de)

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