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Die Erfindung betrifft eine Dauerlichtkerze aus einem Brennkörper von festem, schmelzbarem Brennstoff oder flüssigem, in nicht brennbaren Ma- terialien absorbiertem Brennstoff und einem Docht sowie einem durch einen Deckel verschliessbaren Verbrennungsgefäss mit zwischen Brennstoff und Verbrennungsgefäss wirksamer Wärmeisolierung zum Selbstanfertigen.
Es sind Vorschläge für Dauerliehtkerzen be- @ kanntgeworden, die festen, schmelzbaren Brennstoff verwenden und vorwiegend liturgischen Zwecken dienen. Die Herstellung solcher Kerzen verlangt Erfahrung und kostspielige Vorrichtungen, so dass sie für eine Sdbst1herstel1ung nicht in Frage kommen. Bekanntgewordene Vorrichtungen für die Selbst : herstellung gewöhnlicher Kerzen können zur Herstellung von Dauerlichtkerzen nicht verwendet werden, da es für den Laien nicht leicht möglich ist, den in solchen Kerzen zur Verwen- , dung, kommenden Brennstoff selbst herzustellen oder in die vorgesehenen Formen einzubringen.
Es'sind Vorschläge bekanntgeworden, Kerzen aus fertig gegossenen, entsprechend geformten Elementen zusammenzusetzen, wobei die Einzelelemente beliebige Grosse aufweisen können. Wenn auch solcherart hergestellte Kerzen den Vorteil von Luftkanälen aufweisen, wodurch eine'günstigere Verbrennung bewirkt wird, ist es wegen der verschiedenen Formen, die vom Publikum gewünscht werden, nötig, auch ein grosses Lager verschiedener Einzelelemente zu halten, was diese Kerzen unökonomisch und kostspielig macht.
Die gegenständliche Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, eine Dauerlichtkerze zur Selbstherstellung zu schaffen und erreicht dies dadurch, dass pulverisierte, gemahlene oder gekörnte Materialien in losem oder gepresstem Zustand als Brennstoffe Verwendung finden und die Wärmeisolierung aus einer zur Aufnahme der'brennbaren Materialien ausgebildeten Röhre mit einer Bodenplatte gebildet wird, in deren Mitte eine Dochthaltevorrichtung angeordnet ist. Die Einbringung der ernndungsgemässen Brennmaterialien in die wärmeisolierende Rohre ist auch dem Nichtfachmann leicht möglich, der es überdies in der Hand hat, durch mehr oder weniger grosse Dichte des Brennmaterials die Brenndauer im gewünschten Masse zu beeinflussen.
Die Ersparnis nach der emndiungsgemässèn An- lage ist bedeutend, da die zur Herstellung von ge zogenen oder gegossenen Kerzen notwendigen kostspieligen Schmelzkessel und Formen oder die teueren Zugmaschinen wegfallen und lediglich eine Zerbröselungs- oder Pulverisierungsmaschine nötig ist, um die Rohstoffe in den nach der Erfindung gewünschten Materialzustand zu bringen. So ist die Anschaffung einer solchen, die Zerklei-
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des Rohmaterialsderen Kosten einen verschwindenden Bruchteil der
Kosten der oben angeführten, in der Kerzenerzeu- gungsindustrie zur Verwendung kommenden Ma- schinen betragen, für jeden kleinen und mittel- grossen Verbraucher wie z. B.
Kirchen oder Klöster leicht möglich ; darüber hinaus ist eine Selbstherstellung der erfindungsgemässen Dauerlichtkerze auch durch Fertigkauf des schon zugerichteten Brennstoffes denkbar, da eine derart selbstgefertigte Kerze immerhin noch wesentlich billiger kommt, als ihr Fertigkauf, dabei aber noch die oben genannten Vorteile einer Beeinflussung ihrer Brenndauer durch starkes oder weniger starkes Zusammendrücken des Brennmaterials im Verbrennungsraum bietet.
Trotz dieser grossen Ersparnis weist die nach der Erfindung selbst hergestellte Dauerlichtkerze alle Vorzüge hinsichtlich Brenndauer und Frostsicherheit : auf, wie die Dauerlichtkerze nach der österr.
Patentschrift Nr. 193520. Sie, kann somit an warmen Tagen ohne Verbrennungsgefäss aber mit einem wärmerückstrahlenden und wärmespeichernden Deckel und schliesslich bei sehr tiefen Tem-
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ist vorzugsweise aus Glas oder Kunststoff gefertigt und kann passend in das Gefäss 6 eingeführt werden. An seinem oberen Ende ist ein wäI1I11erück- strahlender und wärmespeichemder Deckel 7 vor-
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durchführt.
Zur erfindungsgemässen Selbstherstellung der Dauerlichtkerze wird der in der dochthaltevorrichtung 4 verankerte Docht 5 bei abgenommenem Deckel 7 im Zylinder 3 zentriert festgehalten und das Brennmaterial eingeschüttet. Praktische Versuche haben dabei ergeben, dass die zwischen den einzelnen Körnern des Brennmaterials 1 liegenden Lufteinschlüsse 9 einen entscheidenden Einfluss auf die Verbrennung der. Kerze ausüben. Die beim Brennen der Kerze unter dem Einfluss der aufsteigenden Warmluft nach oben geführten Luftteilchen führen der Flamme den nötigen Sauerstoff zu, so dass sie schön und gross brennt. Dabei hat man es in der Hand, durch Eindrücken oder gar Einpressen des Brennstoffs die darin enthaltene Luft in ihrer Menge zu regeln und auf die Brennstoffmenge nach Wunsch abzustimmen.
In dieser Weise ist auch die Brenndauer der Kerze regelbar.
Der Deckel 7, der nur an kalten Tagen aufgesetzt wird, hat die Aufgabe, die beim Verbrennen der Kerze entstehende Wärme auf das Brennma- terial 1 rnckzustrahlen und es in den für die Ver- trennung der Kerze nötigen geschmolzenen Zustand zu versetzen. Gleichzeitig verhindert dieser Deckel 7 das zu rasche Auskühlen der flüssigen Brennmasse und damit das Erlöschen der Kerze.
Ist die Aussentemperatur entsprechend hoch, so
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kalten Tagen kann die Kerze überhaupt nur dann in Brand gehalten werden, wenn sie in das Gefäss 6 eingesetzt ist.
In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der
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zeigt mit dem passend eingeführten Behälter 3'für das Brennmaterial im Schnitt die Form eines Blu-
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für die Halterung des Dochtes 5 bestimmte angeformte Öffnung 10. Der Deckel 7'ist hier gleich wie im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ausgebildet. Die Lösbarkeit des Bodens 2'vom Behälter 3', die hier durch Abschrauben bewerkstelligt wird, hat den Vorteil, dass vor der Füllung des Behälters 3'mit dem Brennmaterial 1 der Docht 5 in der Öffnung 10 leichter verändert werden kann, ausserdem die Zugänglichkeit zum Brennraum beim Reinigen wesentlich besser ist.
Fig. 3 zeigt in einem Teilschnitt eine brennende Kerze, bei der die Dochthaltevorrichtung 11 als Schwimmer ausgebildet ist. Der am Boden des Zylinders 3 wie nach Fig. I verankerte Docht 5 ist durch die Öffnmnig 12, des Schwimmers II,
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Brennmaterials 1Docht 5 in Distanz von der Wand des Zylinders 3.
Damit wird verhindert, dass der eventuell umkippende Docht 5 im verflüssigten Teil des Brennmaterials 1 ertrinkt und die Kerze verlöscht.
Als Brennmaterial 1 ist jede für die Herstellung von Kerzen vorgesehene Masse verwendbar, doch wird sich für die Herstellung der erfinddungsgemä- ssen Dauerlichtkerze vorzugsweise eine Mischung von Paraffin und Trockenöl (ein durch Beimengungen gehärtetes öl), die in den gemäss der Erfindung vorgesehenen pulverisierten, gemahlenen oder gekörnten Zustand gebracht ist, eignen. Eine Möglichkeit, die gleichfalls im Rahmen der Erfin-
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oder gemahlenem Zustand das flüssig gemachte Brennmaterial 1 aufsaugt und dieses mit dem Brennstoff getränkte Material in das Brenngefäss eingebracht wird, wo es bei Erwärmung durch die brennende Kerze herausgeschmolzen wird.
Eine besonders günstige Möglichkeit der Ausführung des erfinderischen Gedankens liegt darin, dass der pulverisierte, gemahlene oder gekörnte Brennstoff in bestimmte Formen gepresst wird.
Diese können dann so gewählt werden, dass sie in bestimmte Gefässe genau passen und den zur Verfügung stehenden Raum gut ausnutzen. Hiebei ist hervorzuheben, dass die starke Durchsetzung des Brennstoffes mit Luft ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemässen Brennstoffes darstellt.
Dem wird bei einer in Form gepressten Ausführung da- durch Rechnung getragen, dass die vorwiegend als Tabletten, Scheiben oder Zylinder ausgebildeten
Brennmaterialien mit Ausnehmungen und Kanälen versehen sind, die beim bausteinartigen Übereinanderlegen nicht nur viel Luft enthalten, sondern kaminartige Führungen bilden, die der brennenden Flamme den Sauerstoff zuführen.
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Eine günstige Möglichkeit liegt auch in der Ausbildung des Brennstoffes in Kugelform, da Kugeln in den Zylinder 3 leicht einzuführen sind und die nach der Erfindung gewünschten Luftzwischenräume ergeben.
In Fig. 4 ist eine Brennstofftablette gezeigt, die lih Grunde würfelförmig ist, wobei in sechs Flächen Vertiefungen 13 angeordnet sind, um beim Zusammenlegen dieser Würfel mit ihren Flächen 15 Hohlräume mit Lufteinschlüssen zu gewinnen. Dem gleichen Zweck dient die Abschrägung der Würfe1eÅaen bei Fig. 14. In Fig. 5 ist eine Ausführung im Schaubild gezeigt, bei dem nur die Würfelecken abgeschnitten sind. Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 und 5 könnte
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Fig. 6 der Zeichnung zeigt eine zum Einsatz in einen Zylinder 3 vorgesehene Ausbildung des Brennstoffes, bei der der Docht durch den Kanal 18
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hindurchgesteckt wird, so dass der scheibenförmig ausgebildete Brennstoff konzentrisch um den Docht 5 liegt und im Zylinder 3 passend gleitet.
Bei dieser Ausbildung ist ohne besondere Halterung des Dochtes 5 eine genau zentrierte Führung gewährleistet. Die Kanäle 16 und die abgerundeten Kanten 17 sorgen wieder für die gewünschten Lufteinschlüsse und Luftführungen.
In Fig. 7 ist die Anwendung dieses Ausführung- beispieles im Schnitt dargetellt.
Fig. 8 zeigt einen mit tablettenartig ausgebildetem Brennstoff gefüllten Zylinder 3 im Schnitt, dessen Tabletten die Form nach Fig. 4 haben, die aber, da es sich um ein zylindrisches Gefäss handelt, an der an der Wand anliegenden Seite passend abgerundet sind.
Es ist leicht ersichtlich, dass sich, immer im Rahmen der Erfindung bleibend, eine grosse Anzahl von Ausführungsmöglichkeiten bieten, weshalb sich der Schutzumfang keineswegs auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränken soll.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Dauerlichtkerze aus einem Brennkörper von festem, schmelzbarem Brennstoff oder flüssigem, in nicht brennbaren Materialien absorbiertem Brennstoff und einem Docht, sowie einem durch einen Deckel verschliessbarem Verbrenmungsgefäss mit zwischen Brennstoff und Verbrennungsgefäss wirksamer Wärmeisolierung zum Selbstanfertigen, dadurch gekennzeichnet, dass pulverisierte, gemah- lene oder gekörnte Materialien in losem oder gepresstem Zustand als Brennstoffe Verwendung finden und die Wärmeisolierung aus einer zur Aufnahme der brennbaren Materialien ausgebildeten Röhre mit einer Bodenplatte (2,2') gebildet wird, in deren Mitte eine Dochthaltevorrichtung angeordnet ist.