<Desc/Clms Page number 1>
Entladeverschluss für Silos
Die Erfindung betrifft einen Entladeverschluss für Silos, unter Verwendung von zwei oder mehreren, im Verschlusszustand einander überdecken- den Schieberplatten und besteht im wesentlichen darin, dass die Schieberplatten dachförmig geneigt in den Silo ragen, wobei eine Platte die andere am Dachfirst überdeckt.
Bei den bekannten Entladeverschlüssen für Silos für körniges Material wie Schotter, Sand, Kohle, Getreide od. dgl. werden entweder eine Bodenschieberplatte oder aber zwei gegeneinander maulförmig verschliessbare, mit ihren Verschlusskanten aneinander liegende Schieberkalotten verwendet, wodurch der Nachteil entsteht, dass einerseits hoher Druck auf den Verschlussplatten auftritt und anderseits unmittelbar vor dem Lippenverschluss der Schieberplatten körniges Material zwischen den Lippen (oder bei der Verwendung nur einer Schieberplatte zwischen deren Verschlusskante und der Silowand) eingeklemmt wird, wodurch auch bei höchster Druckanwendung ein vollkommen dichter Siloverschluss praktisch ausgeschlossen ist und aus dem verbleibenden Spalt der Siloinhalt auch in der Verschlussstellung durchrieselt.
Es ist ferner ein Schieber mit horizontalen Platten bekannt, bei welchem sich die Spitzen der Schieber ineinander legen. Dem gegenüber besteht der Vorteil des Erfindungsgegenstandes darin, dass durch die dachförmige Anordnung der Schieberplatten einerseits der statische Druck auf die Schieberplatten verringert wird und anderseits der dadurch entstehende Hohlraum die sich schlie- ssenden Schieberlippen vor dem Zutritt von Klemmstücken bewahrt, so dass immer ein klemmfreier Verschluss der beiden Lippen gesichert ist.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Schnitt durch den Entladestutzen des Silos, Fig. 2 eine Vorderansicht desselben und Fig. 3 einen Grundrissschnitt nach der Linie A-A der Fig. 2.
Am unteren Ende des Entladestutzens S sind im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei Schieberplatten 1 und 2 vorgesehen, welche, in Gleitschienen 3 geführt, dachförmig in den Entladestutzen des Silos ragen. Hiebei ist die Schieberplatte 1 breiter als jene 2, so dass sie im verschlossenen Zustand die Schieberplatte 2 am Dachfirst überdeckt und so ein Hohlraum H zwischen den Verschlussenden der beiden Platten
1 und 2 verbleibt, der auch bei gefülltem Silo durch das rieselnde Material nicht ganz ausgefüllt wird.
Zum öffnen des Verschlusses wird zunächst die Schieberplatte 1 voreilend geöffnet, bis ihr Verschlussende la oberhalb des Verschlussendes 2a der Platte 2 zu liegen kommt, worauf dann die Schieberplatten 1 und 2 gemeinsam in an sich bekannter Weise weiterhin bis zur vollen Freigabe der lichten Entladungsweite des Silos herausgezogen werden.
Zum Verschluss der Entladeöffnung wird zunächst die Schieberplatte 1 vorauseilend geschlossen und nacheilend erst die Schieberplatte 2, so dass die Schieberplatte 1 im gezeichneten Ausführungsbeispiel mit ihrer Verschlusskante la die Mitte des Entladesturzens erreicht hat, bevor die Schieberkante 2a an diesem Punkte angelangt ist. Durch die überdeckung der Kante 2a durch die Kante la wird verhindert, dass an die eigentliche Verschlussstelle der beiden Schieberplatten körniges Material gelangt, das zwischen den beiden Platten eingeklemmt werden könnte, so dass der Verschluss der beiden Platten gegeneinander in jedem Fall satt und ohne Zwischenklemmung von Silo-Inhalt erfolgen muss, wodurch ein dichter Verschluss in jedem Fall unabhängig vom SiloInhalt gewährleistet wird.
Durch die dachförmige Anordnung der beiden Platten wird ausserdem der Druck auf die Platten vermindert und ihre Gleitbewegung zum Verschluss des Silos erleichtert.
Zur Steuerung dieser vorauseilenden Bewegung der einen Schieberplatte 1 gegenüber der andern Schieberplatte 2 gibt es eine grosse Zahl von Möglichkeiten. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird zur Betätigung des Verschlusses im angegebenen Sinn ein Lenkhebel 4 verwendet, der um die Achse 5 drehbar gelagert ist und an seinem freien Ende 6 einen Lenker 7 trägt, der auf die Achse 8 einer Gelenksplatte 9 wirkt, die die beiden Lenker 10 und 11 für die Betätigung der beiden Schieberplatten 1 und 2 trägt. In eine Ausnehmung dieser Gelenksplatte 9 ragt eine Nocke 12, welche gegenüber der Ausnehmung der Platte 9 Spiel besitzt.
Die Nocke 12 ist auf einer Platte 13 befestigt, welche in lotrechten Führungen 14 des Silo-Entladestutzens im Sinne des Pfeils p der Fig. 2 lotrecht gleitbar gelagert ist.
Wird nun der Lenkhebel 4 von unten aus hochgehoben und er dadurch um die Achse 5 gedreht,
<Desc/Clms Page number 2>
so drückt sein Bolzen 6 den Lenker 7 nach abwärts, wodurch sich die Gelenksplatte 9 bis zum Anschlag an die Nocke 12 im Sinne des Pfeiles Pt um einige Grade verdrehen kann, bis sie an die starre Nocke 12 anschlägt, wodurch ihre Drehbewegung auf etwa 5 bis 10 Winkelgrade beschränkt bleibt. Gleichzeitig wird der Schieber 13 in den Führungen 14 im Sinne des Pfeiles p der Fig. 2 nach abwärts gedrückt. Durch die Verdrehung der Gelenksplatte 9 im Sinne des Pfeiles Pt wird zunächst nur das Lenkgestänge 10 nach abwärts gedrückt und dadurch nur die Schieberplatte 1 aus dem Stutzen S herausgezogen.
Ist die Drehbewegung der Gelenksplatte 9 durch Anschlag an die Nocke 12 abgeschlossen, dann wird bei weiterem Anheben des Lenkhebels 4 die Gelenksplatte 9 in ihrer schrägen Lage in den Führungen 14 im Sinne des Pfeiles p lotrecht nach abwärts gedrückt, wodurch beide Lenker 10 und 11 gleichzeitig die beiden Schieberplatten 1 und 2 öffnen und der Silo-Inhalt aus dem Stutzen S ausfliessen kann.
Nach Beendigung der Entladung wird der Lenkhebel 4 wieder nach abwärts gezogen, wodurch der Lenker 7 die Gelenksplatte 9 wieder in die horizontale Stellung zurückdreht (Gegensinn des Pfeiles p,), wodurch wieder nur die Schieberplatte 1 vorauseilend ihre Schliessbewegung beginnt. Erst wenn die Gelenksplatte 9 horizontal gestellt ist, wird bei weiterem Ziehen am Lenkhebel 4 die Gelenksplatte in den Führungen 14 wieder hochgezogen (Gegensinn des Pfeiles p), wodurch wieder beide Lenker 10 und 11 die beiden Platten 1 und 2 gemeinsam weiterhin verschliessen.
Da aber durch die Vorauseilung der Platte 1 und ihre grössere Breite wie jene der Platte 2 die vordere Verschlusskante 2a der Platte 2 durch die überdeckende Kante la der Schieberplatte 1 gegenüber dem Silo-Inhalt bereits abgedeckt ist (Hohlraum H), kann sich in der Verschlussstellung der beiden Platten kein körniges Material des Silo-Inhalts an dieser Stelle verklem- men, wodurch in allen Fällen im Hohlraum H ein exakter Verschluss der Verschlusskante 2a der Schieberplatte 2 gegen die Unterfläche der vorauseilenden Deckplatte 1 gewährleistet ist. Ausserdem ist im Gegensatz zu den bekannten Verschlüh- sen die untere Schieberplatte 2 durch die überdekkende Platte 1 gegenüber dem Silo-Inhalt teilweise entlastet, so dass eine besondere Kaftanstrengung zur Erzielung des exakten Verschlusses nicht erforderlich ist.
Die bauliche bzw. mechanische Anordnung der Triebwerksteile zur Erzeugung der Schieberplattensteuerung zwecks Vorauseilung der Platte 1 ist eine beliebige. Bei grösseren Silo-Entladeöffnungen können an Stelle der beiden beschriebenen Platten 1 und 2 auch 4 oder 6 einander überdekkende Schieberplattenpaare verwendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Entladeverschluss für Silos unter Verwendung von zwei oder mehreren, im Verschlusszustand einander überdeckenden Schieberplatten, dadurch gekennzeichnet, dass die Schieberplatten dachförmig geneigt in den Silo ragen, wobei eine Platte die andere am Dachfirst überdeckt.