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Österreichische PATENTSCHRIFT Nus 20177. MANOMETERFABRIK MAX SCHUBERT IN CHEMNITZ.
Zugmesser.
Die bisherigen Zugmesser geben kein Mass für die wirkliche Luftmenge, welche die Feuerung passiert, sondern messen lediglich die statischen Verhältnisse des Druckes an der Messstelle gegenüber dem Atmosphärendruck. Es ist hienach denkbar, dass bei grösserer Unterdruckanzeige über dem Rost eine kleinere Luftmenge durch den Rost tritt, wie dies z. B. der Fall sein dürfte, sobald der Rost so hoch beschüttet wird, dass nur wenig odt'r gar keine atmosphärische Luft durch die Kohleschicht treten kann. Hingegen wird bei vollständig geöffneter Feuerungstür ein entsprechend geringerer Unterdruck angezeigt. trotzdem jetzt das denkbar grösste Luftquantum über den Rost hinweg durch die liesse züge fliesst.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Differenzzuggeschwindigkeitsmesser. d. h. eine Vorrichtung, welche in erster Linie gestattet, das wirkliche Druckgefälle in den Feuerungszügen zu messen, aber auch, falls es notwendig erscheinen sollte, ermöglicht, die Druckunterschiede gegenüber dem Atmosphärendruck sowohl in dem Raum oberhalb de : - Rostes, als auch vor dem Essonschieber zu bestimmen.
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der bei Überdruck-und Unterdruckmessern üblichen Mittel durch die statischen Druck- verhältnisse der einen und durch diejenigen der anderen Druckstellen sowohl gleichzeitig als auch einzeln beeinflusst werden kann.
Es genügt zu diesem Zweck z. B. einfach die Zeigerwellon zweier Druckmesser mit gleicher Skalenteilung und desselben Systems, von denen der eine mittels seines Stutzens mit der einen, der andere mit der anderen Mess-
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Im folgenden mögen zwei Ausführungsformen beschrieben werden, welche sich zur Messung des Druckgefälles besonders gut eignen dürften und der soeben beschriebenen Anordnung gegenüber den Vorzug aufweisen, dass nur ein Druckmessergehause zur Verwendung gelangt.
Diese beiden Ausführungsformen sind in den Fig. 1 und 2 bezw. 7 veranschaulicht, während die Fig. 3---6 diejenigen Mittel erkennen lassen, durch welche die Verbindung zwischen den beiden Messstellen, deren Druckdifferenz bestimmt werden soll, hergestellt oder unterbrochen werden kann.
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich, besteht die erste Ausführungsform aus einem Vakuummeter 1 von bekannter Konstruktion, bei welchem der durch den Zugmesser zu bestimmende Unterdruck durch Stutzen 2 auf die Plattenfeder 4 wirkt, deren Ausschlag unter Benutzung geeigneter Hebel auf die Welle 5 des Zeigers 6 (Fig. 1) übertragen wird.
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platte 7 bei 8 zusammengelötet, so dass durch genannte Stützplatte und durch die Plattenfeder ein Hohlraum 12 gebildet wird, welcher durch die ringförmige Öffnung 11 mit dem Kanal 2 in Verbindung steht.
Sowohl der Hohlraum 12 des Zugmessers 1 als auch der auf der anderen Seite der Membran 4 befindliche Raum ist mit je einer Messstelle in Verbindung gesetzt, zu welchem Zweck die Stutzen 2 und 3 vorgesehen sind. Auf diese Weise können die statischen Ver- hältnisse der einen Messstelle 1 gegenüber der anderen gemessen, d. h. das Druckgefälle zwischenjenenbeidenMessstellenbestimmtwerden
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Handelt es sich z. B. darum, das Druckgefälle zwischen dem über dem Rost befindlichen Raum und dem Kanal vor dem Essenschieber zu bestimmen, so hat man nur nötig, den Stutzen 8 mit der erstgenannten, den Stutzen, 3 dagegen mit der letztgenannten Messstelle in Verbindung zu setzen. Wünscht man jedoch, wie bisher, nur die statischen Verhältnisse an einer Messstelle, z.
B. nur über dem Rost zu messen, so genügt es, den Stutzen 2 von dem Kanal vor dem Essenschieber abzusperren und dann denselben mit, der äusseren Atmosphäre in Verbindung zu setzen.
In den Fig. 1 und 2 sind deshalb die Stutzen 2, 3 mit dem vierweghahn J3 in Verbindung gesetzt, dessen Gehäuse durch Stutzen 15, 16 mit den beiden oben erwähnten Messstellen in Verbindung steht. Der Hahnkegel 17 des Vierweghahnes ist als Hohlkörper gestattet, welcher, wie die punktierten Linien in Fig. 2 erkennen lassen, bei 31 mit der äusseren Atmosphäre in Verbindung steht und wie aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich ist, . durch Öffnung 30 mit dem Stutzen 2 bezw. Stutzen 3 in Verbindung gesetzt werden kann.
Bei der Einstellung des Habnkegels 17 nach Fig. 1 ist die Verbindung zwischen den Stutzen 2 und 15 einerseits, ferner 3 und 16 andererseits hergestellt. In diesem Falle wird also die Druckdifferenz zwischen den beiden Messstellen bestimmt.
In Fig. 3 bezw. 4 hat der Hahnkegel 17 eine Stellung erhalten, in welcher er die
Verbindung zwischen den Stutzen 15 und 2 unterbricht, dagegen die Verbindung zwischen 2 und der äusseren Atmosphäre durch seinen Hohlraum und die Verbindung zwischen den
Stutzen 3 und 16 herstellt (Fig. 3) bezw. die Verbindung zwischen 16 und 3 unterbricht, dagegen die Verbindung zwischen 3'und der äusseren Atmosphäre und die Verbindung zwischen 2 und 15 herstellt (Fig. 4). Es werden also bei der Hahnstellung nach Fig. 3 nur die statischen Verhältnisse über dem Rost gegenüber dem atmosphärischen Druck gemessen.
Selbstverständlich kann man statt des Vierweghahnes 13 auch jede beliebige andere gleichwertige Absperrvorrichtung verwenden, um entweder beide Stutzen 2, 3 mit den entsprechenden Messstellen oder einen mit dazugehöriger Messstelle, den anderen mit der äusseren Atmosphäre in Verbindung zu setzen.
Bei der Anordnung gemäss Fig. & und 6 sind an Stelle des Vierweghahnes 13 (Fig. 1) zwei voneinander unabhängige Dreiweghähne 18, 19 zwischen den Stutzen 2,3 und den zu den Messstellen hinführenden Leitungen eingeschaltet, wodurch eine Einrichtung erhalten wird, welche sich durch besondere Einfachheit auszeichnet.
Da bei der Stellung der Dreiweghähne gemäss Fig. 6 die Verbindung des Stutzens 2 mit der zur Messstelle führenden Leitung 15 hergestellt, der in die äussere Atmosphäre ausmündende Stutzen 32 jedoch abgesperrt ist, ferner der Stutzen 3 gegen die zur anderen Messstelle führende Leitung 16 abgeschlossen, dagegen durch Stutzen 33 mit der äusseren Atmosphäre in Verbindung steht, so werden infolge dieser Hahnstellungen nur die statischen Verhältnisse im Kanal vor dem Mssenschieber gegenüber dem atmosphärischen Druck gemessen und muss zur Bestimmung des wirklichen Druckgefälles zwischen den beiden oben genannten Messstellen auch der Ilahnkegel 19 die entsprechende Stellung wie 18 erhalten.
Bei der ersten Ausführungsform gemäss Fig. 1 und 2 befinden sich die Werkteile des Differenzzugmessers in einem Raum, in welchem ein Unterdruck vorhanden ist. Es kann hier unter Umständen der Fall eintreten, dass Luftstösse von aussen die in der
Zugluft enthaltenen Verunreinigungen, wie Flugasche, Russ u. dgl. in. den Raum des
Werkes führen.
Um letzteres zu vermeiden, empfiehlt es sich, statt einer zwei Membranfedern anzuwenden und dieselben so anzuordnen, dass die eine Membranfeder durch die Zugleitung der einen, die andere Membranfeder durch die Zuleitung der anderen Messstelle be-
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Die hierauf bezügliche zweite Ausführungsform, deren Einrichtung aus Fig. 7 zu ersehen ist, besteht aus den im Gehäuse 26 angeordneten Membranfedern 20, 22, welche mit deu zugehörigen Stützplatten 21 bezw. 23 zwei von dem Gehäuseraum 26 abgeschlossene Räume 27 bezw. 28 bilden. In letztere münden die beiden Stutzen 2 bezw. 3 und setzen diese Räume mit den entsprechenden Messstellen vor dem Essenschieber bezw. über dem Rost in Verbindung.
Es wird demnach die Zugwirkung vor dem Essenschieber die Membranfeder 20 der Stützplatte 21 und die Zugwirkung über dem Rost die Membranfeder 22 der Stützplatte 23 nähern, so dass beiden Membranfedern, welche durch Teil 24 miteinander verkuppelt sind, ein Ausschlag nach entgegengesetzter Richtung erteilt wird und demnach auch hier nur die Differenz der Zugwirkung an den betreffenden Messstellen, d. h. das wirkliche Druckgefälle auf den bei 26 drehbar gelagerten Hebel 25 bezw. durch weiter bekannte Mittel auf die Zeigerwelle 29 übertragen werden kann.