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Hartkern für Panzergeschosse
Die Erfindung betrifft einenHartkern für Panzergeschosse mit einem rotationskörperförmigen Spitzen- körper, dessen Grundfläche kleiner als die Querschnittsfläche des Kernkörpers ist, so dass zwischen Spitze und Kernkörper mindestens eine Stufe mit einer scharfen Aussenkante vorhanden ist.
Panzerbrechende Geschosse mit einem Kern aus Hartmetall, der eine meist ogivale Spitze aufweist, durchschlagen Panzerplatten erfahrungsgemäss nur, wenn sie senkrecht oder unter einem verhältnismässig grossen Winkel auf diese auftreffen. Steht die Panzerplatte jedoch schräg zur Schussrichtung, so prallt der Kern ohne weitere Wirkung von ihr ab.
Solche Hattkerne sind bereits mehrfach bekannt geworden. Die scharfe Aussenkante soll beim Schräg- aufschlag in die Panzerplatte einhaken und ein Abprallen des Hartkerns von dieser verhindern. Es hat sich jedoch gezeigt, dass scharfe Aussenkanten an Hartkernen beim Schrägaufschlag leicht abgestossen werden ; wenn der Winkel zwischen einer Mantellinie des Kernkörpers und der horizontalen Fläche der Stufe 900 beträgt. Die Kanten können dadurch ihre Aufgabe nicht erfüllen. Zudem ist die Höhe des aufgesetzten Spitzenkegels für die Wirkung des Geschosskerns von Bedeutung, da beim Schräg aufschlag unterhalb eines gewissen Winkels zuerst die scharfe Aussenkante mit der Panzerplatte in Berührung kommen soll, oberhalb dieses Winkels jedoch die Geschossspitze.
Beim Hartkern nach der Erfindung ist der erwähnte Nachteil behoben. Erfindungsgemäss mündet die Mantelfäche des Kernkörpers konisch in die Stufe mit der scharfen Aussenkante ein, und die Höhe des Spitzenkörpers weist höchstens den 0, 35 fachen Wert des Kernkörperdurchmessers auf.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in verschiedenen Ausführungsformen dargestellt.
Es zeigen :
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein einen Hartkern enthaltendes Geschoss, Fig. 2 und 3 verschiedene Ausführungsformen von Geschosskernen.
Das Panzergeschoss nach Fig. 1 besteht aus einem beispielsweise aus Leichtmetall hergestellten Mantel 2. Dieser umschliesst den Geschosskern 1, der beispielsweise aus Wolframkarbid oder einer gesinterten Mischung von Metallpulvern mit einem spezifischen Gewicht von über 10 g/cm 3 hergestellt wird.
Der Kern ist vom Heck des Geschosses her in den Mantel 2 eingeschoben. Der Verschlussstopfen 3 ist in den Mantel 2 eingeschraubt und presst den Kern 1 gegen eine von einer Stufe 6 des Mantels abgestützte, federnde, beispielsweise aus Kunststoff bestehende Scheibe 4. Der Führungsring 5 aus weichem Eisen ist auf den Mantel 2 aufgepresst.
Der Hartkern nach Fig. 2 ist ein aus einem Stück hergestellter Rotationskörper, der aus einem zylindrischen, vorn konisch auslaufenden Hauptkörper la und einem darauf koaxial aufgesetzten Kreiskegel lb als Spitzenkörper besteht. Die Grundfläche des Spitzenkörpers ist kleiner als die Querschnittsfläche des Hauptkörpers, so dass eine Schulter 12 entsteht, die mit der Mantelfläche des Hauptkörpers eine scharfe Kante 13 bildet. Die konische Anschrägung 16 verleiht der Kante 13 eine erhöhte Festigkeit bei Schrägaufschlag auf Panzerplatten. Es hat sich gezeigt, dass bei Kernen ohne konische Anschrägung 16 die Kante 13 beim Schräg aufschlag leicht abgestossen wird, so dass sich der Kern nicht in die Platte einhakt, sondern abprallt.
Der Winkel et zwischen der Mantellinie des Hauptkörpers la und der konischen Mantelfläche 16 wird zweckmässig zwischen 10 und 20 Grad gewählt. Es hat sich ferner gezeigt, dass die Wirkung dieses
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Geschosskerns am besten ist, wenn der Öffnungswinkel des Kegels Ib zwischen 80 und 100 Grad liegt.
Die Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes. Es unterscheidet sich vom Geschosskern nach Fig. 2 durch eine mit gleichbleibendem Abstand von der Kante 13 in die Mantel- fläche des Hauptkörpers la eingeschnittene keilförmige Kerbe 11, deren hintere Schnittfläche 15 eine . Verlängerung der Mantelfläche des Spitzenkörpers 1b darstellt.
An Stelle eines kegelförmigen Spitzenkörpers kann auch ein solcher mit gewölbter oder gebrochener
Mantellinie, wie sie der Kern 1 in Fig. 1 zeigt, verwendet werden. Wesentlich ist nur, dass die Höhe h des Spitzenkörpers den 0, 35-fachen Wert des Durchmessers des Kerns nicht überschreitet, damit beim
Schrägaufschlag auf eine Panzerplatte unter einem Winkel von weniger als etwa 50 Grad die Kante 13 und nicht die Spitze zuerst in die Platte eindringt.
Die beschriebenen Geschosskerne wirken wie folgt Wenn das einen Kern 1 enthaltende Geschoss auf seinem Fluge auf ein festes Ziel, beispielsweise eine Panzerplatte, auftrifft, wird der Mantel 2 mehr oder weniger stark durch diese aufgehalten, während der Kern 1 den Mantel 2 durchdringt und die Panzerplatte durchschlägt.
Die praktische Erprobung von erfindungsgemäss ausgebildeten Geschosskernen hat bewiesen, dass die- se bei allen Auftreffwinkeln bis hinunter zu 20 Grad ein ausserordentlich guies. Durchschlagsvermögen auf- weisen. Dieses Ergebnis ist auf folgende Vorgänge zurückzuführen. Beim Auftreffen der Geschosskerne un- ter kleinen Winkeln auf einepanzerplatte berührt zufolge der verhältnismässig geringen Höhe des Spitzen- körpers zuerst die Aussenkante 13 der Schulter 12 die Platte, und hakt sich in diese ein. Durch dieses Ein- haken wird einmal das Abprallen durch eine der Ablenktendenz entgegenwirkende Aufstellbewegung des
Kerns um die eingehakte Schulterkante 13 vermieden und damit das eigentliche Eindringen desselben in das Ziel ermöglicht.
Die erwähnte Schulter 12 der vorderen Endfläche des Hauptkörpers wird nach erfolg-
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abgeschert, u. zw. entlang einer nach hinten gerichteten Bruchfläche 14, welche die Fortsetzung des Mantels des auf den Hauptkörper aufgesetzten Spitzenkörpers bildet. Der Geschosskern. dessen kegelförmige Spitze durch das Abscheren der Schulter 12 nach hinten verlängert wurde, dringt dann infolge dieser neuen, günstigen Spitzenform leichter durch die Platte, woraus sich seine gute Durchschlagleistung erklärt.
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durch das Abgleiten verhindern. Beim weiteren Eindringen des Kerns wird, wie vorstehend beschrieben, die Schulter abgeschert und so durch die verlängerte, kegelförmige Spitze die Voraussetzung für ein gu-
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Durch die Kerbe 11 wird das Abscheren der Schulter erleichtert und der Verlauf der ScherfIäche 14. die damit zur Sollbruchfläche wird, vorbestimmt.
PATENTANSPRÜCHE :
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che kleiner als die Querschnittsfläche des Spitzenkörpers ist, so dass zwischen Spitze und Kernkörper mindestens eine Stufe mit einer scharfen Aussenkante vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelfläche des Kernkörpers konisch in die Stufe mit der scharfen Aussenkante einmündet, und dass die Höhe (h) des Spitzenkörpers höchstens den 0, 35 -fachen Wert des Kernkörperdurchmessers aufweist.