AT18880B - Verfahren zur Behandlung von Stärke bezw. stärkehaltigen Stoffen. - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Stärke bezw. stärkehaltigen Stoffen.

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  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

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  Österreichische 
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   Mit der vorliegenden Erfindung wird bezweckt, auf trockenem Wege Stärke und   stärkehaltige   Stoffe aufzuquellen oder aufzulockern, so dass dieselben porös werden, um ihren Nährwert zu steigern und sie besser und vollständiger verdaulich zu machen sowie die Verwendung derselben für andere Zwecke, z.

   B. zur   Herstellung von Klebstoff   zu erleichtern.   Die Erfindung beruht auf dem Vorgange,   dass die in den Zellen der stärkehaltigen Stoffe enthaltene Flüssigkeit, welche nachstehend als Körnerfüssigkeit bezeichnet werden soll, benutzt werden kann, die   Stärkezellou   in wirklich trockenem Zustande aufzutreiben oder zu quellen,   und zwr gleichmässig nach   allen Richtungen, wobei die Stärke   gelockert   und äusserst porös gemacht wird, so dass sie vollständig verdaut und von Flüssigkeiten aufgenommen wird.

   Ein solcher Vorgang findet statt, wenn die Körnerflüssigkeit veranlasst wird, plötzlich in den dampfförmigen Zustand überzugehen oder mit anderen Worten mit solcher Geschwindigkeit zu explodieren, dass sie nicht unter Diffusion durch die   Ilülle   der Zellen treten kann. 



   Zur Ausführung der Erfindung wird Stärkematerial, worunter Stärke aller Art und alle stärkehaltigen Stoffe und Produkte, wie z. B. jede Art Getreide und   stärkehaltige   Samen oder Kerne zu vrstehen sind, unter erhöhtem Druck. z. B. unter Anwendung komprimierter Luft, über den Siedepunkt der Körnerflüssigkeit bei normalem Luftdruck bezw. was praktisch dasselbe ist, über den Siedepunkt des Wassers bei normalem Luftdruck. 
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 masse auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Volumens eintritt und das Stärkematerial gleichmässig zu einer sehr porösen Masse aufschwillt.

   Die Aufschwellung ist derart, dass   () ie   aus zahlreichen Zellen bestehenden Körner oder dgl. ihre   ursprüngliche   Form beibehalten und eine viel   vergrösserte   Kopie des ursprünglichen Körpers darstellen, voraus-   gesetzt, dass die angewandte Hitze genügend   ist,   um   dem   Körnermaterial   nach der Explosion 
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 ist unten angegeben und es ist   wahrscheinlich,   dass dieselbe die Stärkezellen genügend erweicht, so dass sie klebrig werden.

   Für die Aufschwellung der Stärkestoffe ist es nicht erforderlich, den ganzen, auf das Stärkematerial während seiner Erhitzung wirkenden Druck völlig   auizuheben,   sondern es kann auch bei einer Erniedrigung des Druckes die Körnerflüssigkeit genügend zur Expansion gelangen,   um   das Aufschwellen zu veranlassen. 



   Das Verfahren kann beispielsweise   folgendermassen   ausgeführt werden : Das Stärkematerial wird in ein Gefäss gebracht, welches hierauf luftdicht verschlossen wird. Das 
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 Punkt zu bringen, z.   H.   125  bis 300  C, welche Temperatur nur kurze Zeit, z.   H.   nicht über 45 Minuten aufrecht erhalten wird. Die Erhitzung des Gefässes bewirkt naturgemäss   eine Erhöhung   des   Druckes der   in den) Gefässe eingeschlossenen Luft.

   In diesem erhitzten   Zustande wird das Gefäss plötzlich geöffnet,   wodurch der Druck in demselben schnell auf 
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 ist es von Wichtigkeit, ein Gefäss anzuwenden, dessen   Rauminhalt   genügend gross ist, das angeschwollene Material aufzunehmen oder das Gefäss in der Weise auszugestalten, dass eine   schnelle Entleerung desselben beim   Öffnen stattfindet. Wenn gewünscht, können 

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 auch besondere   Mitte ! angewandt werden, um   das Stärkematerial unter hohem Druck zu halten und den Siedepunkt* derselben zu erhöhen ; z.

   B. kann während der Erhitzung Luft in das mit dem Stärkematerial gefüllte Gefäss eingepresst werden ; in diesem Falle ist der luftdichte Abschluss nicht von Wichtigkeit, vorausgesetzt, dass der   Luftver ! nst   nicht grösser ist, als der Ersatz, den der Luftdruckapparat zur Aufrechterhaltung des gewünschten Druckes leisten kann. Der Druck im   Gefässe   soll etwa 7-8 Atm., jedoch nicht unter 5 Atm. betragen. Bei der Ausführung des Verfahrens darf das   Stärkematerial   nicht zu lange auf der höchsten Temperatur erhalten werden, da es sonst anbrennen könnte, wodurch die   plötzliche Expansion   der gebildeten Gase beeinträchtigt würde. Andererseits darf das Material auch nicht zu kurze Zeit auf der höchsten Temperatur erhalten werden.

   Die oben angegebenen Grenzen betreffs Zeit und Temperatur haben sich zur Erzielung bester Resultate als die geeignetsten ergeben. Wenn die Temperatur, auf welche das Material gebracht wird, zu niedrig ist, so wird die Körnerflüssigkeit nicht zum Sieden gebracht und dann bei der Verminderung des Druckes nicht in Dampf übergehen. Wird bei der Ausführung des Verfahrens der Druck nicht mit genügender Geschwindigkeit vermindert, so wird zwar die Köruerfltissigkeit in Dampf oder Dunst verwandelt werden, jedoch so langsam, dass ein Aufschwellen nicht hervorgerufen wird. Für das erhitzte Stärkematerial muss genügend Raum vorhanden sein, in dem es sich frei ausdehnen kann. da sonst das Aufquellen behindert wird.

   Jedoch soll auch ein nicht   zu grosser Raum über   dem Material frei sein, da sonst eine zu starke Diffusion zwischen   der Körnernüssigkeit   und dem im genannten   Räume   enthaltenen Gas eintreten könnte. Die besten Resultate werden bei   Fütiung   des   Gefässes zu Höhe   erhalten ; jedoch muss beim Aufheben des Druckes eine grosse Öffnung zum Entweichen des aufschwellenden Materials vorhanden sein. 



   Das Verfahren unterscheidet sich von bisher bekannten Methoden zur Behandlung von   Stärkematerialien   dadurch, dass letztere einem Druck in trockenem Zustande unterworfen werden und dass der Druck am Ende des Prozesses   plötzlich anfgehoben   wird. Diese   beiden Merkmale   sind für das Gelingen des Verfahrens von   Wichtigkeit.   Ist das Material feucht oder wird der Druck nicht   plötzlich   aufgehoben, so werden ganz andere Ergebnisse erzielt. Während die besten Ergebnisse erzielt werden. wenn das zu behandelnde Material lufttrocken ist, so können in dieser Hinsicht doch beträchtliche   Abweichungen stattfinden.   



  Ist aus dem Stärkematerial, z. B. durch Dörren, ein Teil der Körnerflüssigkeit entfernt, so wird das Verfahren dennoch Erfolg haben, jedoch ist die   AufschweHung keine rosse.   



  Andererseits wird eine geringe Menge Feuchtigkeit ausser der   Körnerflüssigkeit entweder   im Material selbst oder in dem im Gefässe enthaltenen (rase den Prozess nicht beeinträchtigen. 



     Das durch das vorliegende Verfahren erhabene   Produkt ist ein sehr poröses Stärkematerial, welches genau Gestalt und Erscheinung des ursprünglichen Produktes bewahrt hat,   jedoch bedeutend grösser   ist. Es wird in dieser aufgelockerten Form vom Speichel   und Magensaft völlig aufgelöst   und bildet'ein fertiges Nahrungsmittel, welches tatsächlich   trocken     gekocht   ist. Es kann leicht zur Emulsion gebracht werden, indem man einfach Wasser oder eine andere Flüssigkeit zusetzt, so dass die so erhaltene Masse zum Kleben benutzt worden   kann.

   Im Falle   es sich darum handelt, reine Stärke oder wesentlich reine
Stärke, wie Sago oder Tapioka in ein Produkt zu verwandeln, welches mit Wasser an- gerührt einen Klebstoff bildet, kann die Temperatur des Materiales über den oben angegebenen Punkt his zu 2000 C erhöht werden. Bei dieser Temperatur steigt der Druck bis auf 14   Atm.   und es findet eine teilweise Umwandlung in Dextrin statt, wodurch die klebende Eigenschaft des Produktes wesentlich erhöht wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :   L   Verfahren zum   Aufschliessen   von Stärke bezw. von stärkehaltigen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, dass diese Stoffe unter Ausschluss von Feuchtigkeit und bei erhöhtem Druck über den Siedepunkt der in den   Stärkekörnern   enthaltenen wässrigen Flüssigkeit erhitzt werden und dann der Druck rasch so weit vermindert bezw. aufgehoben wird, dass die Stärkekörner durch eine plötzliche Dampfbildung in ihrem Inneren zu einer sehr   porösen   Masse aufgebläht werden.

Claims (1)

  1. 2 : Für das Verfahren nach Anspruch 1 die Verwendung von trockener, gesättigter bezw. annähernd gesättigter Luft oder eines anderen Gases zur Erzeugung des Druckes im Erhitzungsgefässe.
    3. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 die Anwendung eines Druckes von : i-t2 Atm. und eine Erhitzung der stärkehaltigen Stoffe auf eine Temperatur von 150-1800 C, wobei die Druckverminderung nach Erreichung der höchsten Temperatur herbeigeführt wird und die Dauer der Erhitzung in verkehrtem Verhältnis zur Temperatur steht.
AT18880D 1902-06-07 1902-06-07 Verfahren zur Behandlung von Stärke bezw. stärkehaltigen Stoffen. AT18880B (de)

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