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PATENTSCHRIFT ? 18314. ADOLF WENGRITZKI iN SALZBURG.
Entfernungsmesser.
Das vom Objektiv eines einfachen astronomischen Fernrohres erzeugte Bild bewegt sich, wie in Fig. 1 der beiliegenden Zeichnung der Deutlichkeit halber in sehr verzerrtem Massstabo dargestellt, wenn sich der zur Betrachtung gelangende Gegenstand von 1-1 in die Lage 1'-1'bewegt, von 2-2 nach 2'-2'; diese Bewegung muss auch das Okular macnen, damit das Bild des Gegenstandes 3'-3'wieder in die deutliche Sehweite kommt ; diese Okularbewegung wurde mit A bezeichnet. Der Strahlengang ist für die Stellung des Gegenstandes 1-1 voll schwarz, für die Stellung 1'-1' strichliert schwarz eingezeichnet.
Obige Okularbewegung ist sehr gering. Wäre z. B. die Brennweite des Objektes P=25 cm, die Gegenstandsweite für die Lage 1-1 1000 n== 100000 cm, die Gegenstandsweite für die Lage 1'-1/= D'= 900 m, resp. D"==600 m, so ergeben sich die bezüglichen Bildweiten nach der Formel :
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sonach :
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Dio in der Zeichnung schematisch dargestellte Bildbewegnng von 2--2 nach 2'-2' beträgt also bei den berechneten Bildweiten :
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welche Bewegung wie eingangs erläutert, gleich der Okularbewegung ist.
Nach Versuchen zur Bestimmung der Grenzen, innerhalb welcher die Einstellung des
Okulars bei Betrachtung eines und desselben Gegenstandes schwankt, welche Versuche derart gemacht wurden, dass ein Fernrohr wiederholt auf einen zirka 1500 m entfernten Kirchturm eingestellt wurde, ergaben sich Schwankungen in der Okulareinstellung im
Umfange von 0'2 mm ;
diese Bewegung müsste also das im Fernrohr vor dem Okular erzeugte Bild machen, damit eine Bildbewegung wahrgenommen werden kann, welcher Wert nach der Individualität des Beobachters allerdings etwas schwankt Die im vorstehenden theoretisch abgeleiteten Oku ! arbewegungen (GL 2) treten also in Wirklichkeit in diesem Falle gar nicht ein, da Vas Auge des Beobachters nicht so empfindlich ist, um eine Ver- schiebung-des Okulars anlässlich dieser geringen Verschiebung der im Fernrohre vor dem Okulare entstehenden Bilder notwendig zu machen.
Es sollen daher zwischen Objektiv und Okular Linsen eingeschaltet werden, welche diese BIldbewegung vergrössers, um sie messbar zu machen. Bei vielen Fernrohren bestehen
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die Okularbewegung möglichst vermieden wird (d=2 p). Hier sollen jedoch eine Linso, rosp. mehrere Linsen mit kleiner Brennweite in fixer Entfernung vom Objektiv zur Erreichung einer grösseren Okularbewegung angebracht werden.
In Fig. 2 ist gegenüber Fig, 1 der Strahlengang bei einem Fernrohr mit einer in
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eines Gegenstandes in der Lage 1-1 gegenüber dem Objektiv zur grösseren Deutlichkeit wieder verzerrt voll schwarz eingezeichnet. Rückt dieser Gegenstand in die Lage -J', so bewegt sich das vom Objektiv erzeugte Bild von 2-2 auf 2'-2' ; das von der Zwischenlinse erzeugte Bild von 3-3 auf. !'-3' und diese Bewegung muss auch das Okular machen, damit das Bild 4'-4'wieder in die deutliche Sehweite kommt. Diese Bewegung ist mit A beschrieben, der Strahlengang und die Linsenstellung ist für die Lage des Gegenstandes 1'-1'strichliert eingezeichnet.
Die im vorstehenden gerechnete Bewegung des Objektivbildes, welche in diesem speziellen Falle 0'06 mm beträgt (Gl. 2) wurde z. B. durch eine Zwischenlinse von p = 5 mm Brennweite vergrössert ; analog wie früher seien d die Gegenstandsweite, 'die Bildweite.
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Diese Bewegung ist hinreichend gross, um sich bemerkbar zu machen und ist nach dem früher Gesagten eine Okularverschiebung notwendig, um das vom Okular erzeugte Bild in die deutliche Sehweite zu bekommen.
Durch Einschaltung einer weiteren Zwischenlinse in entsprechender fixer Entfernung von der ersten L.-L., wird es möglich, den Effekt noch zu vergrössern.
In der Zeichnung wurde der Deutlichkeit halber bloss der Grundgedanke unter Anwendung einfacher Okulare dargestellt. Bei der Ausführung würde das Okular in der Okuiarröhro beweglich gemacht, um die Verschiedenheit der Sehweiten der Beobachtet < 'timinieren zu können. Die Distanzen wurden dann direkt auf der Teilung einer Mikro- mctorschraube abgelesen, welche Teilung entweder empirisch oder rechnerisch bestimmt werden kaun.
Das Instrument soll nicht für geodätische Zwecke verwendet werden, wozu es immerhin eine zu geringe Genauigkeit hat, sondern zur Bestimmung der Gewehrschussdistanzen etc.