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Österreichische
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GUSTAV FRENKEL IN DELMENHORST BEI BREMEN.
Verfahren und Maschine zur Herstellung von durchgemustertem Linoleum.
Die bisher bekannt gewordenen Maschinen zur Herstellung von durchgemustertem Linoleum mittels flacher Schablonen zeigen den Nachteil, dass ein genauer Anschluss des Musters an den Stellen, an welchen die Schablonen angesetzt werden, nicht zu erreichen ist.
Teils wird der Anschluss beeinflusst durch die ungleichmässige Spannung, mit welcher das Gewebe über den Tisch fortbewegt wird, welche dadurch entsteht, dass die dem Gewebe durch einen Kalander oder eine andere Anzugvorrichtung erteilte Vorwärtsbewegung nicht genau mit der Vorwärtsbewegung der das Gewebe zu beiden Seiten führenden Stahlbänder übereinstimmt, eine Folge davon, dass die für den Kalander oder die andere Anzugvorrichtung und für die Stahlbänder getrennt gehaltenen Antriebe nicht genau übereinstimmend regelbar sind.
Das Gewebe eilt dadurch in der Mitte vor oder bleibt zurück, je nachdem die das Gewebe an den Seiten durch Nadeln festhaltenden Führungsbänder eine langsamere oder schnellere Bewegung halten als die dem Gewebe durch den Kalander oder eine andere Anzugvorrichtung erteilte Fortbewegung. Der Unterschied kann so gross werden, dass sich das Gewebe in der Mitte in Falten legt. Die Führungsbänder aber sind erforderlich, um ein Schwanken des Gewebes nach den Seiten zu verhüten.
Teils wird der genaue Anschluss des Musters an dem Ansatzstellen der Schablonen auch dadurch vereitelt, dass die lose aufgeschüttete und wahrend der ganzen oder teilweisen Dauer der Vorwärtsbewegung frei auf dem Gewebe anfliegenden Masse infolge der mit der Vorwärtsbewegung verbundenen Erschütterung nach den freien Seiten hin abfällt und hiedurch eine Verzerrung des Musters eintritt.
Teils bietet bei dem bekannten Verfahren die Niedersetzung der Schablonen genau an den Ansatzstellen Schwierigkeiten, weil für diese Bewegung die nötige zwingende Übereinstimmung mit der Vorwärtsbewegung der die Schablonen fortbewegenden Führungsbänder durch festen Antrieb von gleicher Stelle aus fehlt.
Diese Übelstände verursachen das Entstehen einer erheblichen Menge von Fehlware und haben unter Umständen sogar die Unterbrechung des Arbeitsganges zur Folge. Um daher eine vollständige betriebssichere Maschine zu erhalten, ist es erforderlich, erstens dafür Sorge zu tragen, dass das Gewebe in stets gleichmässiger Spannung über den Tisch fortbewegt wird, zweitens aber die lose aufgeschüttet Masse während der Vorwärtsbewegung vor einer Verzerrung zu sichern und drittens die Niedersetzung der Schablonen an den richtigen Stellen zwangsläufig herbeizuführen. Alles dieses wird durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung erreicht.
Die Herstellung der Schicht wird nämlich hauptsächlich in der Weise bewirkt, dass die gekörnte Deckmasse während der Vorwärtsbewegung des
Gewebes auf dieses aufgetragen wird und dass, nachdem die Vorschubvorrichtung für das
Gewebe mit der bereits darauf befindlichen Deckmasse und gleichzeitig die das Gewebe an den Seiten führenden Stahlbänder dann selbsttätig ausgeschaltet worden sind, die ab- gehobenen Schablonen wieder in ihre Ausgangsstellung zurückgehen.
Die Ubereinstimmung der Vorwärsbewegung zwischen der Vorschubvorrichtung für das Gewebe und den Führungsbänder wird durch eine feste Verbindung zwischen beiden
Teilen der Maschine gesichert. Die Masse findet bei der ersten Vorwärtsbewegung, während welcher ihre Niederlage erfolgt, an den Wandungen der Schablonen, durch welche sie niedergelegt wird, einen hinreichenden Halt, um ein Auseinanderfallen oder eine \'er-
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schiebung zu verhüten. Bei der zweiten Bewegung wird die Masse durch die überstehenden Rinder der Schablonen,zwischen welchen, sie sich hiebei befindet, gesichert, indem diese Ränder mit leichtem Druck auf der klebrigen Masse aufliegen und sie festhalten, wobei die Masse zwischen Rändern und dem Gewebe leicht eingeklemmt vorwärtsgeführt wird.
Bei der dritten Vorwärtsbewegung liegen die nicht ausgesparten Teile in der Mitte der zweiten Schablone auf der Masse auf und sichern diese in gleicher Weise. Bei der vierten Bewegung wiederholt sich das Bild der zweiten u. s. f.
Die Niedersetzung der Schablonen an den richtigen Stellen ist dadurch zwingend gesichert, dass die Fortbewegung des Gewebes und die Zurückführung der Schablonen durch das gleiche, innerhalb zweier fester Punkte vor-und rückwärts arbeitende Getriebe ausgeführt wird. Da bei dieser Arbeitsweise das Gewebe in stets gleichmässiger Spannung erhalten wird und da ferner die aufgetragene Deckmasse vor einem Auseinanderfallen gesichert ist, so ist eine Verschiebung der aufgetragenen Deckmasse ausgeschlossen, es wird hiedurch in Verbindung mit der Niedersetzung der Schablonen an richtiger Stelle ein genauer Anschluss des Musters an den Ansatzstellen der Schablonen erreicht.
Auf der Zeichnung ist eine der vorliegenden Erfindung entsprechend eingerichtete Maschine beispielsweise veranschaulicht, u. zw. bedeutet :
Fig. 1 einen senkrechten Längsschnitt durch die Maschine ;
Fig. 2 eine Oberansicht der Gesamteinrichtung gemäss Fig. 1 ;
Fig. 3 eine Seitenansicht der Ausrückvorrichtung für die Umschaltung.
Fig. 4, 5, 6 zeigen Einzelheiten.
Die von der Antriebswelle a (Fig. 2) durch die konischen Räder b, bl auf die Welle c übertragene Drehung wird durch das konische Rad b2 auf die Räder o , b4 links und rechts übertragen. Diese Räder b3, b4 sind mit konisch ausgedrehten Ansätzen d, dl versehen, in welche das auf der Welle e verschiebbare Kuppelglied f mit einem entsprechenden, auf jeder Seite befindlichen Keil behufs Links- bezw. Rechtsdrebung der Welle e hineingeschoben wird. Um das Gleiten der Kupplung zu vermeiden, sind die beiden konischen Flächen des Gliedes f mit Leder überzogen. Das Umschalten der Welle e wird durch eine Knaggenscheibe 9 (Fig. 2,3), welche auf der Welle c festsitzt, hervorgerufen.
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bezw. Rechtsdrehung der Welle zur Folge.
Diese Drehungen der Welle e werden nun mittels der Sta11lbänder el, e2 (Fig. 1, 2, 5), welche mit einem Ende auf der Trommel k befestigt sind, auf die Vierkantstange I (Fig. 5) übertragen, welche in einem auf jeder Seite des Tisches t (Fig. 1) befindlichen Schlitz'In geführt wird. Das Stahlband el umschlingt hiebei die Führungsrolle it, während sich das Stahlband e2 um das Gehäuse o der Klemmvorrichtung legt, hiebei mit Ansätzen 01 in entsprechende Einkerbungen o2 des Gehäuses o eingreift und dieses in Drehung versetzt.
In Fig. 5 und 6 ist dieses Klemmgesperre näher veranschaulicht. Das Gehäuse o, welches auf der verlängerten Nabe der Bandscheibe c3 angeordnet ist, enthält an der Innenseite eine keilförmig eingedrehte Rille 06, in welche die Klemmbacken Os entsprechend eingreifen.
Diese Klemmbacken sind an den auf der Nabe der Bandscheibe ca angegossenen Mitnehmern o5 drehbar angelenkt und werden durch Federn 04 so gehalten, dass sie nicht zurich-fallen können und einen toten Gang ausschliessen. Die Bandscheibe es sitzt fest auf
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Mit der Welle c2 ist durch Kettentrieb eine das Gewebe vorwärts ziehende Nadelwalze y fest verbunden. Bei einer Drehung der Welle e in der Pfeilrichtung x (Fig. 2) läuft das Stahlband e2 auf der Trommel k auf, während das Stahlband ei von der Trommel abgerollt wird. Dadurch wird die Vierkantstange l in der Pfeilrichtung z um eine Schablonenbreite in dem Schlitz m vorgeschoben, wobei sich die Klemmbacken o gegen das Gehäuse o legen und auch die Bandscheiben es mit den Transportbändern p vorwärtsdrehen. Dreht sich die Welle e entgegengesetzt, so wird das Stahlband el auf-und das Band e2 abgerollt ; die Vierkantstange l wird dadurch wieder um eine Schablonenbreite im Schlitz m zurückgeschoben und die Klemmbacken o3 geben das Gehäuse o dabei frei.
Das hat zur Folge, dass das Gehäuse o und somit auch die Transportbänder p sowie die das Gewebe fortziehende Nadelwalze y während des zurückgehens der Vierkantstange 1 stehen bleiben.
Durch die Führungsstücke (Fig. 5), welche mit vertikalen Schlitzen versehen sind, um ein Auf-und Abwärtsbewegen der Schienen t'zu ermöglichen, wird die Vor-und Rückwärtsbewegung auf diese Schienen t'übertragen. Auf letzteren sind die Rahmen t6 für die Schablonen t4 fest verschraubt. Fig. 4 zeigt die Art der Verbindung der Vierkant-
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der Klemmvorrichtung und gleichzeitig das durch die Nadolwalze y gezogene Gewebe mit derselben Geschwindigkeit vorwärts.
Bei Beendigung der Vorwärtsbewegung werden die Schienen tl mitsamt den Schablonen t4 durch zwei, an jeder Seite des Tisches t befindliche Hobelübortragungen a, a2, a3, die von der Antriebswelle a aus durch Knaggenscheiben a4 (Fig. 1, 2) in Bewegung gesetzt werden, angehoben und die Schienen mit den Schablonen gehen alsdann in die Anfangsstellung zurück Während dieser Zeit bleiben die Transportbänder p und gleichzeitig die das Gewebe vorwärts ziehende Nadelwalze y mit dem Gewebe stehen. Um einen möglichst leichten Gang zu erzielen, sind die Schienen tl auf Rollen t2 gelagert.
Das Füllen der Schablonen t4 geschieht mittels der Füllkästen r (Fig. l), welche das verschieden gefärbte Material während der Vorwärtsbewegung der Schablonen durch diese hindurch auf das Gewebe bringen. Den FüHkästen wird die gekörnte Deckmasse durch Trichter zugeführt, in welche es durch Drehen von zweckmässig angeordneten Transport- bändern gebracht wird, die jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind. Die
Anzahl der Farben ist unbegrenzt und richtet sich nach den herzustellenden Mustern.
Nach Beendigung der Füllung wird das so vorbereitete Linoleum in geeigneter
Weise verdichtet. Bei der Ausführungsform ist hiefür eine Flachpresse A vorgesehen. In der Zeichnung (Fig. I) ist angenommen, dass die Vorwärtsbewegung der Schablonen be- endigt ist und sich die Füllkästen wieder in der Ausgangsstellung befinden. Die Maschine ist im Punkt des Umschaltens ; die Schablonen nebst Füllkästen werden zurückbewegt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von durchgemustertem Linoleum u. dgl. aus gekörnter Deckmasse unter Verwendung hin und her gehender Schablonen, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundgewebe mit den Schablonen (t4) bei gleichzeitig erfolgender Auftragung der Deckmasse um eine Schablonenbreite vorwärts bewegt wird, hierauf die Transportbänder (p) nebst der Nadelwalze für das Grundgewebe selbsttätig stillgesetzt werden und mit dem Gewebe solange stehen bleiben, bis die abgehobenen Schablonen in ihre Anfangsstellung zurückgehen, um die Regelmässigkeit und den genauen Anschluss des Musters an den Ansatzstellen der Schablonen zu sichern.