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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 17112.
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wärtig übliche Verfahren besteht darin, dass die im Stärkezucker enthaltenen Unreinlichkeiten in flüssiger oder feuchter Form entfernt werden, wobei einzelne Unreinlichkeiten durch die Feuchtigkeit in Form von Lösungen getragen werden. Das vollkommenste bisher bekannte Verfahren besteht darin, dass der endgiltig zerteilte Zucker angefeuchtet und sodann nach einer Zentrifugaimaschine gebracht wird, zum Zwecke, um Staub und andere Unreinlichkeiten, die von den sirupösen Bestandteilen getragen werden, zu entfernen. Dieses Verfahren bringt aber nur einen Teil der Unreinlichkeiten heraus, erfordert viel Zeit und
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Allen diesen Übelständen soll durch das vorliegend ? Verfahren begegnet werden.
Ganz allgemein gesprochen, hesteht das neue Verfahren darin, dass der Stärkezueker in hartem und nicht teigigem Zustande hohem Druck unterworfen wird, wobei die sirupösen
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getrieben werden, indem sie die in ihnen gehaltenen Unreinlichkeiten mitnehmen.
Wie nämlich Erfinderin auf Grund eingehender Versuche festgestellt hat, steht die in der einschlägigen Literatur (vgl. Wagner: #Die Stärkefabrikation", Braunschweig 1886, Seite 550) vertretene Anschauung, es sei eine erfolgreiche Darstellung hartkristallisierten reinen Zuckers durch Abpressen harter Kristallmassen nicht möglich, mit den Tatsachen in direktem Widersprnch und erscheint vielmehr durch das den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende Reinigungsverfahren, vorausgesetzt, dass dasselbe unter Anwendung genügend hoher und durch einen entsprechenden Zeitraum zur Einwirkung gelangender Drucke ausgeführt wird, in vollem Masse die Möglichkeit gegeben, die im rohen,
harten Stärkezucker vorhandene Feuchtigkeit nebst den in letzterer in Lösung befindlichen fremden Bestandteilen und Verunreinigungen durch Pressen des harten Stärkerohzuckers als solchen herauszudrücken und demgemäss dass gewünschte reine harte Produkt auf dem denkbar ein- fuchsten und kürzesten Wege darzustellen.
Es hat sich ergeben, dass ein Druck von etwa 175-420 kg oder mehr per cm2 die besten Resultate ergibt. Der erforderliche Druck hängt im allgemeinen von der Temperatur des Raumes ab ; je niedriger die Temperatur, um so höher ist der erforderliche Druck.
Eine Ausführungsform des Verfahrens besteht darin, dass der harte nicht teigige Zucker in Form von festen Kuchen oder besser im zerkleinerten Zustande in eine Hülle aus Spgeltuch oder entsprechendem anderen Material getan und sodann unter die Presse
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Zustande befindet, weil er dann unter dem hohen Druck fliesst und die Hülle sprengt, weshalb auch das in der Fachliteratur (vgl. Wagner; #Die Stärkefabrikation", Seite 550 und das D. R.
P. Nr. 17520) angegebene Pressen von mehr oder weniger breiförmigen Zuckermassen zum Zwecke der Erzielung möglichst reiner Produkte praktisch unbrauchbar erscheint.
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andererseits die Nachteile der teigigen Masse aufzuweisen.
In der beigegebenen Zeichnung ist eine Ausführungsform der Vorrichtung dargestellt, die zur Durchführung des Verfahrens geeignet ist.
Fig. 1 ist ein Querschnitt durch ein Drehmesser, das zur Zerteilung des Zuckers dient. Fig. 2 veranschaulicht die Unterbringung des geschnittenen Zuckers in einen Former ; Fig. 3 ist die über den Zucker gepresste Hülle ; Fig. 4 eine Seitenansicht der Formpresse, in welcher die Hülle in eine entsprechende Form für die Hauptpresse gebracht wird. Fig. 5 ist die Hauptpresse, in welcher mehrere, Kuchen zu gleicher Zeit gepresst werden können.
Fig. 6 zeigt eine Platte, auf die der Zuckerkuchen aufgebracht wird. Fig. 7 ist ein Schnitt nach 7-7 von Fig. 6 und Fig. 8 ein ähnlicher Schnitt durch eine geänderte Ausführungsform.
Der mit Messern 2 ausgerüstete Drehzylinder 1 (Fig. 1) rotiert über einem Trichter 3 am Ende eines Tisches 4, auf welchen ein Kuchen 5 von hartem, nicht teigigem, rohem Stärkezucker aufliegt und dauernd gegen die durch die Welle 8 angetriebene Schraube 6 gedrückt wird, indem die Schraube 6 in einer festen Mutter 9 läuft und gegen die Platte 10 stösst.
Die durch die Messer abgetrennten Zuckerteile fallen durch den Trichter 3 auf ein Gewebe 11 (Segeltuch oder Kanevas), welches auf einem Formbrett 12 liegt, das mit nach innen abgeschrägten Leisten 13 versehen ist, wobei das Gewebe genügend gross ist, dass dessen Kanten J ! 4 über die Seitenleisten 13 des Formers (Fig. 2) reichen. Der Länge nach
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zielung der hesten Form für die Einwirkung der Hauptpresse (Fig. 5) unterworfen. In dieser Formpresso 15 nimmt der Kuchen die Gestalt des Formers an : die Seitenteile 14 der Hülle werden zusammengedrückt und zwischen den Seitenleisten 13 des Formers und der oberen Platte der Presse gehalten, wobei noch Führungsleisten 16 vorgesehen sein können.
Nachdem der Zucker in der Formpresse in die Form von kompakten Kuchen gebracht worden ist, wird er nach der Hauptpresse geführt, die zweckmässig eine hydraulische Presse ist. Mehrere Kuchen können in die Hauptpresse zugleich eingeführt werden, wobei sich starke Platten (aus Stahl) 18 zweckmässig zwischen den Kuchen befinden. Diese Platten sind mit abgeschrägten Leisten 19 versehen, an den Enden jedoch offen (Fig. 6). Die Seitenleisten 19 endigen zweckmässig in eine nach oben abstehende Rippe 20 aus nachgiebigem Material, wie Gummi oder Filz, welche durch Falze 21 in ihrer Lage erhalten werden. Die Seitenleisten 19 und Falze 2J können aus besonderen Stücken (Fig. 6 und 7) oder aus einem Stück (Fig. 8) bestehen, zwischen ihnen wird jedenfalls die Rippe 20 eingesetzt.
Nach der in den Fig. 6 und 7 gezeigten Ausführungsform liegt die Rippe 20 auf einem Längsbett 22, welches auf der oberen Seite der Platte 18 angeordnet ist und dem auf der entgegengesetzten Seite der Platte eine ähnliche Anordnung 23 entspricht.
Die Zuckerkuchen werden mit ihren Hüllen 11 auf die Platte 18 gebracht, u. zw. mit den geschlossenen Enden gegen die offenen Enden der Platte gerichtet, während die Kanten 14 über die Rippen 20 (Fig. 5) reichen und die Leisten 23 auf dem Gewebe aufruhen.
Oberhalb der Rippe 20 ist eine genügende Anzahl Kuchen mit den Zwischenplatten 18 in der Presse 17 untergebracht ; nun wird der Druck allmählich zur Wirkung gebracht, so dass die Kanten 14 der HÜlle dicht zwischen den Rippen 20 und den Leisten 23 festgeklemmt werden, wodurch ein Ausspritzen des Materiales vollkommen ausgeschlossen wird.
Durch eine fortgesetzte Erhöhung des Druckes worden die sirupösen Bestandteile ausgetrieben, wobei sie die in ihnen enthaltenen Unreinlichkeiten mitnehmen, indem dieselben an den Enden der Platte 18 austreten können, während der Zucker durch die Hülle sicher zurückgehalten wird, u. zw. in einer sehr gereinigten Form. Ist der Zucker dem erforderlichen Druck so lange ausgesetzt worden, bis die Unreinlicbkeiten entfernt sind, so wird mit dem Druck nachgelassen, der Zucker aus den Hüllen entfernt und durch irgendeine beliebige Brech-
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Praktische Versuche haben dargetan, dass bei der Anwendung dieses Verfahrens Stärkezucker direkt aus dem rohen, kristallisierten und verhältnismässig harten Zustande in marktfähige, gereinigte und pulverisierte Form gebracht werden kann, u. zw. auf einem
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viel kürzeren Wego, als dies bisher durch Zentrifugalmaschinen möglich war, weil bei dieser letzteren Methode der Zucker in sehr feuchtem Zustande behandelt werden muss, so dass infolgedessen eine grössere Menge von fremden Stoffen zu entfernen ist. Die Zeitersparnis kann zahlenmässig in der Weise ausgedruckt werden, dass einer in Zentrifugalmaschinen erforderlichen Zeit von 48 Stunden eine solche von vier Stunden nach dem neuen Vorfahren entspricht, abgesehen davon, dass bei diesem letzteren das erzielte Resultat unvergleichlich besser ist.
Während der Ausübung des Verfahrens empfiehlt es sich, in den Räumen eine Temperatur zwischen 20-300 C zu erhalten.
Es ist überflüssig hervorzuheben, dass das Verfahren auch in der Weise ausgeübt werden kann, dass der rohe, in Hüllen eingeschlagene Zucker direkt in die Hauptpresse gebracht wird, um die Unreinlichkeiten und die Feuchtigkeit aus demselben zu entfernen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Reinigung von rohem Stärkezucker, dadurch gekennzeichnet, dass der harte, nicht teigige Zucker, sei es in Form von festen Kuchen-oder besser in zer- kleinertem Zustande, in eine Hülle eingeschlossen und sodann in einer Presse einem all- mählich bis zu einem Maximum von 175-420 Atmosphären und mehr aufsteigenden Druck ausgesetzt wird, so dass die im Zucker vorhandene Feuchtigkeit nebst den in ihr in Lösung befindlichen fremden Bestandteilen und Verunreinigungen herausgedrückt wird und eine an-
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