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EDUARD MARX IN LEIPZIG-KLEIN-ZSCHOCHER UND PAUL H. EUER
IN LEIPZIG.
Drehgeschwindigkeitsregler für Werkzeugmaschinen u. dgl.
Bei Drehgeschwindigkeitsreglern für Drehbänke u. a. Maschinen ist es bekannt, ein nach dem Planetensystem angeordnetes Getriebe zu verwenden, welches die Bewegung auf die Arbeitsspindel so überträgt, dass dem die Planotenräder tragenden Gehäuse von einem Schneckengetriebe aus eine regelnde Geschwindigkeit erteilt wird. Durch Veränderung der Geschwindigkeit des Schneckengetriebes wird hiebei auch die Geschwindigkeit der Arbeits- spindel geändert. Dieses Schneckengetriebe wirkt dabei auf das Gehäuse direkt so ein, dass dies sich im entgegengesetzten Sinne als das Arbeitszahnrad bewegt.
Hiebei wird der Zahndruck zwischen dem Antriebszahnrad und den von dem Gehäuse getragenen Planetenrädern verstärkt und deshalb wird auch der auf das Schneckengetriebe wirkende Druck mit zunehmendem Arbeitsdruck gesteigert.
Dieser Übelstand soll nun bei vorliegendem Drehgeschwindigkeitsregler dadurch be- seitigt werden, dass das die Geschwindigkeit regelnde Schneckengetriebe durch Vermittlung der Zwischenräder auf das Gehäuse einwirkt, die von letzterem getragen werden und die
Drehbewegung \on dem Antriebszahnrad auf das Arbeitszahnrad zu übertragen bestimmt sind. Auf diese Weise ist es möglich, dass zur Regelung der Drehgeschwindigkeit das
Gehäuse durch den Unterschied des Zahndruckes zwischen dem Antriebs-und dem Arbeitsrad in dem Drehsinne des Arbeitsrades bewegt wird, so dass die regelnde Arbeit des Schnecken- getriebes ausschliesslich darin besteht, dass dem Bestreben der Schnecke, dem Arbeitsdruck auszuweichen, durch das Reibradgetriebe nach Wunsch stattgegeben werden kann.
In der Zeichnung. ist der Erfindungsgegenstand veranschaulicht, u. zw. zeigt : Fig. 1 einen Längsschnitt, Fig. 2 einen Querschnitt einer Drehbank mit einer Antriebsvorrichtung vorliegender Art, Fig. 3 in grösserem Massstabe die Antriebsvorrichtung im Schnitt, Fig. 4 in der Ansicht.
Die in den Lagern 1 des Spindelstockes 2 gelagerte Arbeitswelle 3 trägt lose eine Zahnradhülse 4, auf welcher ein Schneckenrad 5 aufgekeilt ist, welches mit einer Schnecke 6, die auf einer im Spindelstocke 2 winkelig zur Arbeitswelle 3 gelagerten Welle 36 fest angeordnet ist, im Eingriff steht. Die Wolle 36 trägt auf der Verlängerung am hinteren
Teile des Spindelstocks die Antriebsriemenscheibe 35. Mit den Zähnen der Zahnradhülse 4 steht Zahnrad 7 in Eingriff, welches anderseitig mit den Zähnen des Zahnkranzes 8 für Innenverzahnung kämmt. Dieser Zahnkranz dient bei vorliegender Ausfübrungsform des Drehgesehwindigkeitsreglers als Arbeitsrad. Das Zahnrad 7 läuft lose auf dem Bolzen 9, welcher in dem Gehäuse 10 befestigt ist.
Die Drehbewegung wird von dem Antriebsrad 12 auf das Arbeitsrad 8 vermittels der
Zahnräder 13 und 14 übertragen. Sie geht von der Riemenscheibe 11, auf deren Nabe, welche in das Gehäuse 16 hineinragt, das Antriebsrad 12 aufgekeilt ist. Von den Zahn- rädern 13 und 14 ist das letztere das kleinere. Beide sind zu einem Körper vereinigt und auf dem Bolzen 15 lose drehbar angebracht, der ebenso wie der Bolzen 9 in dem Gehäuse 10 befestigt ist. Von dem Antriebsrad 12, wird die Bewegung zunächst auf das grössere Zahnrad 13 und dann von dem kleineren Zahnrad 14 auf das Arbeitsrad 8 übertragen.
Das Arbeitsrad 8 ist an dem Gehäuse 16 fest angebracht. Damit dient das letztere zur Übertragung der Drehbewegung auf die Arbeitsspindel 3. Ein Deckel 17 verschliesst die offene Seite des Gehäuses 16. Auf der äusseren Nabe der Antriebsriemenscheibe JJ ist die Losscheibe 18 gelagert und das Kettenrad 19 befestigt, während auf der Nabe des Gehäusedeckets die Mitnehmerscheibe 20 mit dem kleinen Vorgelege 21 sitzt. Letztere überträgt die Drehbewegung des Arbeitsrades 8 vermittels eines durch Exzenterwelle ein- geschalteten Vorgeleges 22. 23, auf das Vorgelegerad 24. Bei ausgeschaltetem Vorgelege wird die Drehbewegung der Mitnehmerscheibe, 20 auf das grosse Vorgelegerad 24, sowie auf die Arbeitswello 3 übertragen.
Es wird für diesen Fall der Kupplungsstift 25, den das grosse Vorgelegerad 24 trägt, mit einer Bohrung der Mitnehmerscheibe 20 in Ein- griff gebracht.
Die Riemenscheibe 11 dient als Antrieb, indem der Antriebsriemen von der Los- scheibe 18 vermittels der Riemengabel 26 bei Inbetriebsetzen der Drehbank auf dieselbe geleitet wird. Mit der gleichen Geschwindigkeit, wie die Riemenscheibe 11 rotiert auch das Kettenrad J2 und es wird seine Drehbewegung in bekannter Weise vermittels Kette 27
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auf das Kettenrad 28 und auf die Reibscheibe ; M übertragen.
Das Reibrad 30, welches gegen die Ebene der Reibscheibe, 29 drückt und auf derselben vermittels Schrauben- spindel 3 und G & belmutter M versteht werden kann, überträgt die ihm jeweils mitgeteilte Drehgeschwindigkeit mittels Riemen oder Band 33 von der Riemenscheibe 34 zur Riemenscheibe 35.,. auf die Schnecke 6.
Man lässt die Schnecke 6, wie auch gezeichnet, in einem Ölbade laufen, ebenso das Getriebe.
Um von den Supportschlitten aus eine beliebige Umdrehungsgeschwindigkeit einstellen zu können, ist an ihm ein Handrad 37 angebracht, dessen Drehbewegung mittels der Welle 38, den Kegelrädern 39, 40, der Kettenradwelle 41, der Kette 42 und den Kettenrädern 43, 44 auf die Schraubenspindel 32 übertragen wird. Hiedurch kann das Reibrad 30 von der äusseren Peripherie bis zur Mitte der Reibscheibe 29 oder umgekehrt verstellt werden. Beim Plandrehen wird auf diese Weise, wenn der Selbstgang eingeschaltet wird, zugleich mit diesem die selbsttätige Verstellung des Reibrades eingestellt.
Die Wirkungsweise der Antriebsvorrichtung ist nun die folgende : Wird bei Inbetrieb- setzen der Drehbank der Antriebsriemen vermittels der Ein- bezw. Ausrückstange 45 und
Riemengabel 26 auf die Riemenscheibe 11 geleitet, so dreht sich das Antriebszahnrad 12 mit der gleichbleibenden Geschwindigkeit der Riemenscheibe 11 und ebenso das Ketten- rad 19. Bei Stellung des Reibrades 30 auf Mitte der Reibscheibe 29 wird das Reibrad 30 und somit auch die Schnecke 6, das Schneckenrad 5 und die Zahnrad hülse 4 an einer
Umdrehung nicht teilnehmen.
Bei dieser Stellung des Reibrades 30 macht das Gehäuse 10 die grösste Anzahl von Umdrehungen, weil es durch Vermittlung des Zwischenrades 7, welches sich auf die Verzahnung der Hülse 4 abrollt, gedreht wird.
In dem Masse nun, wie das Reibrad 30 auf der Reibscheibe 25 von der Mitte gegen den Umfang hin verschoben und dadurch zu einer wachsenden Umdrehungsgeschwindigkeit veranlasst wird, nimmt auch die Umdrehungszahl der Hülse 4, damit aber auch die des Gehäuses 10 ab. Das Wesen der vorliegenden Erfindung besteht aber darin, dass das Reibradgetriebe durch Vermittlung des Schneckengetriebes regelnd auf die Umdrehungsgeschwindigkeit des Gehäuses 10 dadurch einwirkt, dass es letzteres durch den Unterschied des Zahndruckes einerseits von dem Antriebsrad 12, anderseits von dem durch den Widerstand des Arbeitsrades 8 wirkenden Zahndruck in dem gleichen Drehsinne mit dem Antriebsrad 8 bewegt.
Es wird also die Schnecke das Bestreben zeigen, dem Arbeitsdruck auszuweichen und diesem Bestreben kann durch das Reibungsgetriebe nach Wunsch stattgegeben werden.
Bei der höchsten Geschwindigkeit des Arbeitsrades 8 besteht die Arbeit des
Schneckengetriebes bezw. des Reibradgetriebes ausschliesslich darin, der Abrollungsbewegung des Zahnrades 7 Widerstand zn leisten und damit die Bewegung des Gehäuses in dem
Drehungssinne des Arbeitsrades 8 freizugeben. Soll die Geschwindigkeit des Arbeitsrades 8 verringert worden, so wird das Reibradgetriebe durch das Schneckengetriebe hindurchindem letzteres dem Arbeitsdruck ausweicht-im gleichen Sinne wie das Arbeitsrad drehend auf das Zahnrad 7 einwirken und dementsprechend die Drehbewegung des Gehäuses 10 eine geringere werden müssen.
Die zusätzliche Geschwindigkeit kommt also bei dieser Einrichtung in dem negativen
Sinne, also als alltägliche Geschwindigkeit zum Ausdruck und Reibradgetriebe und
Schneckengetriebe sind fast vollständig entlastet.