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Österreichische
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FRITZ GROSZ IN SCHÖNEBERG BEI BERLIN.
Geschwindigkeitsstufenturbine für Dampf oder Gas.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung, welche eine Änderung der Tourenzahl ermöglicht, ohne dass z. B. mit deren Verminderung eine Erhöhung des Dampfverbrauches verbunden wäre, und besteht im wesentlichen darin, dass ein oder mehrere Laufräder ausschaltbar angeordnet sind, derart, dass nach Wunsch mehr oder weniger Laufradkränze zwecks stufenweiser Ausnützung der Geschwindigkeit des Betriebsmittels zur Wirkung kommen können. Die Einrichtung kann ausgeführt werden, indem man entweder die Leit-
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anordnet.
Der erste Gedanke ist in Fig. 1, der zweite in Fig. 2 der Zeichnung zum Ausdruck gebracht.
Fig. 1 ist ein Schnitt durch einen Teil einer Turbine für mehrstufige Ausnutzung von Dampf, der beim Einströmen bis auf Konensator- oder Auspuffspannung expandiert und dessen Spannung also in Geschwindigkeit umgewandelt wird. Auf der Türbinenwelle sitzen drei Laufräder, von denen das mittlere b einen Kranz c trägt. in welchem die bekannten Doppeltaschen nach Art des Peltonsystems angeordnet sind. Die beiden seitlichen
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tretenden Dampfstrahlen werden von den Doppeltaschen in zwei Teilstrahlen zerlegt. Diese durchlaufen die Schaufeln und treten in die Leitschaufelkränze g1, g2 ein, wo ihre Bewegung umgekehrt wird, so dass sie in die ersten Taschenreihen der Kränze d1, d2 eintreten.
Hierauf wird die Richtung der Strahlen in den Leitkränzen h1, h2 wieder umgekehrt, so dass der
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stangen m1, m2 ist über den Umfang des betreffenden Kranzes gleichmässig verteilt und wird z. B. durch eine gemeinsame hebelanordnung gleichmässig bewegt. Auch für den
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ebenso wie die äusseren, auch die inneren Kränze einzeln oder eventuell beide verschiebbar eingerichtet worden können.
Beträgt nun beispielsweise die Tourenzahl bei der dargestellten Anzahl der Lauf-
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der Dampfeinströmung zu gelegenen Loitschaufelkränzo zurück, so dass z. B. der Dampf unmittelbar aus dem ersten Laufrad b frei austritt, so erhöht sich die Tourenzah ! wieder bei annähernd gleichem Dampfverbrauch auf 2000. Für die angegebenen Verhältnisse gestattet demnach die erläuterte Einrichtung eine Veränderung der Tourenzahl von 600 auf 1000 und von 1000 auf 2000. Es ist aber auch möglich, durch weitere Ausbildung der dargestellten Ausführungsform noch mehr Zwischenstufen zu schaffen.
Die erläuterte Einrichtung ist nicht nur bei Turbinen, die mit Doppelschaufeln nacb dem Pelton'schen System ausgestattet sind, sondern auch bei jenen Turbinen verwendbar, bei welchen der den Düsen zugeführte Strahl nicht geteilt wird. Dasselbe Prinzip kann ferner bei partiell beaufschlagten Turbinen durchgeführt werden, bei welchen der Dampf nach dem Austritt aus den Laufradschaufeln durch einen Umkehrapparat in denselben Laufkranz wieder zurückgeführt wird. Wenn man den Umkehrapparat ausschaltet, wäre die Tourenzahl gegen- über jener beim eingeschalteten Umkehrapparat zu verdoppeln, um annähernd denselben
Dampfverbrauch zu erhalten.
In Fig. 2 ist als zweite Ausführungsform ein verschiebbares Laufrad mit zwei Schaufelkränzen schematisch dargestellt. Die Einrichtung zur Verschiebung kann beliebig sein und besteht nach dem in der Zeichnung dargestellten Beispiele darin, dass ein um 5 drehbar gelagerter Hebel 6, dessen Handgriff 7 im Sinne der Pfeile verschiebbar ist, mittels einer Manschette 8 die Welle 9, auf welcher das Laufrad 10 aufgekeilt ist, verschiebt. In der gezeichneten Stellung strömt der Dampf aus den bei 1 angedeuteten Düsen durch den ersten Schaufelkranz 2, von wo er nach Umkehrung im Leitkranz 3, in den Schaufelkranz 4 und von diesem zum Auspuff gelangt. Bei dieser Arbeitsweise möge die Tourenzahl der
Turbine mit 1500 angenommen werden.
Wenn man das Rad in die punktierte Stellung verschiebt, strömt der Dampf aus der Düse 1 nur durch den Schaufelkranz 2 direkt zum Auspuff. In diesem Falle würde die Tourenzahl 3000 pro Minute betragen.
Der Vorgang zur Änderung der Geschwindigkeit kann folgender sein : Entweder man schaltet die einzelnen Leitschaufelkränze der Reihe nach vom äussersten gegen die Stelle der Dampfeinströmung hin aus, oder man verschiebt die Laufräder oder beides. Wird beispielsweise durch Verschieben des Leitschaufelkranzes us Rad b2 allein ausgerückt, so sind auch sämtliche Räder vom äussersten Leitrade bis zum Rade b2 (dieses inbegriffen) nicht tätig, obwohl der Leitapparat h2 in seiner Stellung verblieben ist.
PATENT-ANSPRÜCHE : ]. Geschwindigkeitsstufenturbine für Dampf oder Gas, d. i. mit mehrstufiger Aus- nutzung des beim Einströmen auf Kondensator-bezw. Auspuffspannung gebrachten Betriebs- mittels, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der einzelnen Leitapparate für sich derart verschiebbar angeordnet ist.
dass er ohne Zwischenstellung entweder nur gänzlich eingerückt oder nur gänzlich ausgeschaltet werden kann, wobei dann nur jene Laufkränze, welche zwischen dem ausgeschalteten Leitapparat und der Stelle der Dampfeinströmung gelegen sind, arbeiten, während die übrigen Laufkränze, ohne dass die Stellung ihrer zugehörigen
Leitapparat verändert zu werden braucht, ausser Betrieb bleiben, zu dem Zwecke, bei annähernd gleicher Danlpfaubnutzung die Umdrehungszahl verändern zu können.