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Österreichische
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KARL SCHNETZER IN AUSSIG A0 E0
Verfahren zum Giessen von Seife.
Vorliegende Erfindung hat ein Verfahren zum Giessen von Seife zum Gegenstande, wobei glatte, feste Formstücke aus der heissen flüssigen Seife durch Einbringen in glatte Metallformen erhalten werden, die jede beliebige Querschnittsform aufweisen und sofort die übliche handliche Länge besitzen können. Das Verfahren ist in verhältnismässig sehr kurzer Zeit auszuführen und vermeidet die bisher unvermeidlichen grossen Prozentsätze an Abfall. Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass mit Hilfe von bekannten Einrichtungen (vgl. die englische Patentschrift Nr. 4581/1893) die Seifenriegel beliebigen Querschnittes durch Einbringen der flüssigen Seifenmasse in geglättete Metallformen und Erstarrenlassen hergestellt werden.
Das vorliegende Verfahren unterscheidet sich von der bei der bekannten Einrichtung beobachteten Arbeitsweise zumal dadurch, dass die in den Formen beweglichen Stempel beim Beginn des giessverfahren sich nicht am Boden der Formenräume, sondern im Gegenteil in ihrer obersten Lage, also direkt unter-dem die flüssige Seifenmasse enthaltenden Füllbehälter befinden. Es wird alsdann die Seife nicht, wie bisher allgemein üblich, direkt in die Formenräume gegossen. sondern vielmehr dieses Giessen, das grosse Nachteile mit sich bringt, vollständig vermieden und die flüssige Seife aus dem Füllbehälter durch den darunter befindlichen Stempel direkt in die Formenräume abgezogen.
Auf dies !' Weise bilden sich die inneren Formenräume erst während des Giessverfahrpns sellhst und vergrössern sich nur in dem Masse, wie die Seifenmasse in die Formen geführt wird. Die Formen werden in bekannter Weise von aussen durch Wasser gekühlt, um ein weiteres Erstarren des Inhaltes herbeizuführen.
Es war bisher nicht möglich, durch Giessen in tiefe Formen glatte, zusammenhängende Seifenriegel zu erhalten. Es kommt dies daher, dass die nüssige Seife die Konsistenz eines dünnen Breies besitzt und die Eigenschaft hat, sich an der Luft sofort mit einem dünnen Häutchen erstarrter Seife zu überziehen. Diese Häutchen verhindern aber das Ineinanderfliessen der einzelnen herabfliessenden Tropfen, so dass keine homogenen Seifenstücke, sondern schlierenförmige, unvollkommen aneinander haftende Gebilde erbalten worden.
Dieser Ubelstand wird noch dadurch vergrössert, dass bei einem solchen Giessverfahren die Luft erst durch die herabfliessende Seife aus den leeren Formen verdrängt werden muss und infolgedessen noch grössere Luftblasen von der dickflüssigen Seife darin eingeschlossen werden, die nicht mehr entweichen können.
Das voriipgendo Verfahren vermeidet nun die geschilderten Übelstände vollkommen und er- möglicht die sichere Herstellung fehlerfrpipr, homogener, glatter Seifenriegel aus der heissen flüssigen Seife, ohne dass hiebei ein nennenswerter Abfall an Material entsteht.
Die Ausführung des Verfahrens kann auf einer Vorrichtung erfolgen, von der ein Ausführungsbeispiel in der beiliegpnden Zeichnung dargestellt ist.
A ist ein allseitig geschlossener Behälter, auf dem der offene Behälter B, der die flüssige Seifenmasse enthält und als Füllvorrichtung dient, ruht. Durch den Behälter A
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Behälters B ist mit den Dampf-oder Wasserheizrohren R versehen und besitzt die Öffnungen 0, die als Al) hschlul3vorrichtungen die Schieber S aufweisen, die das gleichzeitige Öffnen einer ganzen Reihe der Öffnungen O ermöglichen. Der Füllbehälter B kann mit Rädern und mit einer Anhebvorriehtung versehen sein, so dass er angehoben und auf dem Behälter A beliebig verschoben werden kann. Bei Beginn des Giessverfahrens befinden sich die Stempel in der obersten Lage.
Die mit der heissen Seife stets gefüllt gehaltene Füll-
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Stempel nach unten bewegt, wodurch der flssigen Seife das Nachdringen ermöglicht wird, ohne dass sie in Strahlen oder Tropfen zerteilt wird oder mit der äusseren Luft in Bo. rührung kommt. Der Inhalt des FJ1llkastens wird vielmehr auf diese Weise einfach von unten her in dem Masse, wie sich die Formenräumo durch das Bewegen der Stempel nach unten bilden, ohne dass Luft dazwischen tritt, angesaugt und abgezogen und somit, da der Zusammenhang der Seifenmasse nicht gestört wird, die Form gleichmässig ausgefüllt.
Sind die Stempel auf diese Weise in ihre Endstellung bis nahe an das untere Ende der Formen nach unten bewegt worden, so ist es zweckmässig, die Füllvorrichtung noch einige Zeit ge- öffnet zu erhalten, um während des Erstarrens der Seifenmasse, das am besten dadurch bewirkt wird, dass die Metallformen in einem gemeinsamen Kühlwasserbehälter dicht schliessend eingesetzt werden, das Nachdringen flüssiger Seife zu gestatten. Ist etwa ein Drittel oder die Hälfte jener Zeit, die zum vollständigen, unter dem Einflusse des Kühlwassers erfolgenden Erstarren der Seife erforderlich ist, verstrichen, so wird die Füllvorrichtung zweckmässig durch Schieber geschlossen, der Füllbehälter dann angelüftet und entfernt.
Nach Verlauf der ganzen Kühlung werden die erstarrten Seifen stücke mitte1st der Stempel nach oben hinausgeschoben und entfernt, worauf der ganze Vorgang von neuem wiederholt werden kann. Das Verbleiben des Füllbehälters auf den Formen zu Beginn der Abkühlung, das ein Nachdringen von Seife während des Erstarrens ermöglicht, verhindert es, dass der obere Teil des erstarrten Seifenstückes eine Höhlung erhält.
Die Herstellung der Seifenriegel direkt aus der flüssigen Seifenmasse nach dem vorliegenden Verfahren bietet gegenüber dem alten Verfahren bedeutende Vorteile, die im Besonderen in einer grossen Ersparnis an Arbeit und Zeit, in der Vermeidung grosser Vorräte und Vorratsräume, die die Produktion von zirka zwei Wochen aufnehmen müssen und in der Erzielung einer helleren, bedeutend festeren und weniger schwindenden Seife liegen. Ferner können bei dem vorliegenden Verfahren auch solche Rohstoffe zur Seifenerzeugung verwendet werden, die nach dem alten Verfahren keine genügend festen Seifen ergeben. Endlich werden weniger Abfälle als nach anderen Verfahren erhalten. Arbeitet man mit einer gewöhnlichen, fest angeordneten Füll- oder Eingiessvorrichtung, wie sie z.
B. in der britischen Patentschrift 4581/1893 angebracht ist, so hat man nach vollendetem Giessen die überstehende erstarrte Seifenmasse durch Aushacken zu entfernen. Um die damit bedingten
Verluste an Material zu vermeiden, wird bei dem vorliegenden Verfahren zweckmässig eine am besten heizbare Füllvorrichtung verwendet, die abnehmbar oder verschiebbar ist und deren am Boden angebrachte, mit den Formenmündungen korrespondierende Öffnungen mit geeigneten Abschlussvorrichtungen derart versehen sind, dass durch Schliessen der Schieber oder sonstigen Abschlussvorrichtung der in die Formen eingezogene Seifenstrang unmittelbar über der Formen- mündung abgeschnitten wird.
Durch eine solche Vorrichtung kann das Verfahren auch kontinuierlich ausgeführt werden, da während der zweiten Hälfte der Kühlung der ab- gezogenen Seifenstränge die Füllvorrichtung zum weiteren Giessen verwendet werden kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
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von aussen gekühlter und mit beweglichen, den Formenquerschnitt ausfüllenden Stempeln versehener Formen, aus denen die Seife, nachdem sie erstarrt ist, von unten nach oben herausgehoben wird, dadurch gekennzeichnet, dass erst durch das allmähliche Zurückziehen der Stempel von oben nach unten die Formräume gebildet werden, in die die flüssige Seifenmasse aus dem Füllbehälter beständig nachfliesst.