<Desc/Clms Page number 1>
Besamungspipette
Die Erfindung bezieht sich auf eine Besamungspipette (Uteruskatheder) für die künstliche Besamung, insbesondere von Grosstieren. Den derzeit bei der künstlichen Besamung der Rinder in Österreich, aber auch in anderen Ländern zumeist verwendeten Besamungspipetten aus Glas haftet der grosse Mangel der Zerbrechlichkeit an, so dass die Anwendung dieser Pipetten mit Gefahren für das Tier, aber auch für den Besamer verbunden ist. Die Verwendung leicht zerbrechlicher Glaspipetten stellt daher keine ideale Lösung dar und verstösst ausserdem gegen das medizinische Grundprinzip der Unschädlichkeit und Ungefährlichkeit der Behandlungsmittel für den Patienten.
Bisweilen angewandte Pipetten aus weniger zerbrechlichem Material, wie Hartgummi, Kunststoff u. dgl., befriedigten ebenfalls nicht, weil sie undurchsichtig oder nur mangelhaft durchsichtig sind, so dass deren Füllung und Reinigung nur schwer kontrolliert werden kann. Ausserdem verändern sie beim Sterilisieren oft ihre Form (spiralige Krümmungen usw. ) und können durch ihren Gehalt an Schwefel (Hartgummi) nachteilig auf den Samen einwirken.
Metallpipetten wieder können nicht verwendet werden, da der Samen mit Metall wegen der oligodynamen Wirkung nicht in Berührung kommen soll.
In Erkenntnis der genannten Gefahrenmomente und Mängel der derzeit in Verwendung stehenden Besamungspipetten bildet den Gegenstand der Erfindung eine Pipette, die die Vorzüge des Glases, wie Transparenz, leichte Reinigung und Sterilisierungsmöglichkeit, beibehält und darüber hinaus weitgehend unzerbrechlich und vor allem im Gebrauch völlig ungefährlich ist. Verschiedene Kaliber gestatten die Verwendung bei engen (Kalbinnen usw. ) und weiten (Kühe usw.) Cervikalkanälen.
Die Erfindung bezweckt somit, die Gefahren und Nachteile bisher verwendeter Besamungspipetten, insbesondere solcher aus Glas, auszuschalten.
Die Erfindung besteht darin, dass ein kleinkalibriges Rohr zur Aufnahme des Samens aus einem, diesen chemisch nicht beeinflussenden Material, insbesondere aus Glas, aussen durch eine bruchsichere, genau auf das Rohr passende Schutzhülse, vornehmlich aus vernickelte Metall, umgeben ist, wobei das Rohr an dem Füllende einen Wulstrand zur Abstützung und Fixierung durch ein Schlauchstück auf der Schutzhülse aufweist, während Rohr und Schutzhülse an dem zur Einführung in die Cervix dienenden Ende kegelig ausgebildet sind.
Es sind zwar Besamungspipetten bekannt, deren in die Cervix eingeführter Teil aus Hartgummi durch einen Schutzkorb aus Draht umgeben ist. Auch diese Pipetten weisen die eingangs erwähnten, materialbedingten Nachteile auf.
Die Schutzhülle ist bei der Erfindung ferner mit gegenüberliegenden, schlitzförmigen Fenstern versehen, die so angeordnet sind, dass beim Aufziehen von 1 cm3 Samen derselbe im transparenten Rohr am unteren Rand des Fensters sichtbar wird. Der Samen ist sodann noch leer bis etwa zur Hälfte des Fensters aufzuziehen, so dass er nicht mehr ganz bis zur Spitze der Pipette reicht, um bei der Anwendung der Pipette das Ausfliessen eines Teiles des Samens zu vermeiden. Die Fenster gestatten auch die Verwendung von mit Markierungsringen versehenen transparenten, nicht auf die Schutzhülle abgestimmten Röhren ; in diesem Fall wird der Samen bis zu dem im Fenster sichtbaren Markierungsring aufgezogen.
Die abgerundete Spitze der Schutzhülse ist bis zur Höhe von zirka 10 cm aussen schwarz emailliert, um beim Aufziehen des Samens die Berührung desselben mit Metall (oligodyname Wirkung) zu vermeiden und Entzündungsprodukte, wie Eiterflocken u. dgl., auf dem schwarzen Untergrund besonders deutlich sichtbar werden zu lassen.
Die Pipetten lassen sich durch Abstreifen des Schlauchansatzstückes (am zweckmässigsten mit dem Daumen der rechten Hand) leicht und schnell zerlegen und sind absolut hitzebeständig, so dass sie ohne weiteres ausgekocht oder trocken sterilisiert werden können.
Das Aufziehen des Samens und Einspritzen desselben in den Cervikalkanal erfolgt auf die übliche Art, entweder durch Verwendung einer Injektionsspritze, die am Schlauchansatzstück der Pipette aufgesteckt wird, oder mit Hilfe des Mundes durch einen zirka 30 cm langen Schlauch,
<Desc/Clms Page number 2>
der mittels einer Glasolive mit dem Ansatzstück der Pipette verbunden und durch eine Schlauchklemme gegen das Abfliessen aus der Pipette gesichert wird.
Die Pipetten können je nach Verwendungsart in verschiedenen Grössen hergestellt werden.
Eine weiter vereinfachte und verbilligte Ausführungsform der erfindungsgemässen Pipette besteht aus einer Schutzhülse, die jedoch keine Fenster und keine Emaillierung aufweist. In der Schutzhülse befindet sich ein transparentes Rohr (Glasseele) mit einem 1 cm3-Markierungsring. Zirka 5 cm von der Spitze entfernt, befindet sich an der Schutzhülse eine kugelförmige Aufreibung im Durchmesser von etwa 15 mm, die verhindert, dass die Pipette weiter als diese Strecke in den Cervikalkanal eingeschoben werden kann und der Samen auf diese Weise stets an die richtige Stelle plaziert wird.
Zur Füllung dieser Pipette wird das kurze Schlauchansatzstück mit dem transparenten Rohr unter leicht drehender Bewegung von der Schutzhülse abgestreift und das Rohr aus der Hülse herausgezogen. Nach Aufsetzen der Schlauchklemme oder der Injektionsspritze wird sodann der Samen bis zur 1 cm3-Marke des Glasrohres aufgezogen und dasselbe wieder in die Metallhülse eingeschoben und mit dem Schlauchansatzstück fixiert. Nunmehr kann die Pipette auf die bekannte Art mittels Injektionsspritze oder durch Einblasen mit Zuhilfenahme des Mundes betätigt werden. Da bei dieser Methode, im Gegensatz zu der Anwendung der vorerst genannten Pipetten, die Schutzhülse (Metallhülse) beim Aufziehen des Samens nicht mit diesem in Berührung kommt, konnte von der Emaillierung der Pipettenspitze abgesehen werden.
Was die Auftreibung dieser Pipette am vorderen Ende betrifft, kann dieselbe selbstverständlich auch bei Pipetten der eingangs erwähnten Art in Anwendung gebracht werden.
Durch die erfindungsgemässe Ausbildung der verschiedenen Ausführungsformen der genannten Besamungspipetten ist die Bruchgefahr der Glasseele weitgehendst vermieden. Sollte es jedoch durch Zufälligkeiten ober bei besonders robuster Anwendung der Pipette durch Biegung derselben doch zu einem Bruch der Glasseele kommen, bleibt dieselbe wohlgeschützt in der Schutzhülse, so dass es zu Verletzungen nicht kommen kann.
Eine oligodyname Beeinflussung des Samens wird durch den Emailleüberzug der Schutzhülse und durch geeignetes Material der Pipettenseele vermieden. Die Besamungspipette nach der Erfindung lässt ausserdem eine einfache Handhabung zu und kann zur Reinigung und Sterilisierung in einfacher Weise auseinander genommen werden.
Auf der Zeichnung ist die Besamungspipette nach der Erfindung in vier beispielsweisen Ausführungsformen (Type I, Type II, Type III, Type IV) schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht, Fig. 2 einen Kreuzriss, die Schutzhülse im Längsschnitt, und Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie III-III der Fig. 1 der Type I ; Fig. 4 den unteren Teil der Type II bei geschnittener Schutzhülse ; Fig. 5 die Type III mit geschnittener Schutzhülse und Fig. 6 die Pipettenseele dieser Type ; Fig. 7 den unteren Teil der Type IV.
Die Besamungspipette der Type I (Fig. 1-3) besteht aus einer Schutzhülse 1, zweckmässig in Form eines vernickelten Stahl-oder Messingrohres, und einer Pipettenseele 5. In der Schutzhülse 1 sind einander gegenüberliegend zwei Längsschlitze 2 von etwa 8 cm Länge angeordnet, deren. Kanten a als l OK-Messmarke für die Füllung des transparenten Rohres 5 (Pipettenseele) dienen. In die Schutzhülse 1 ist genau passend ein transparentes Rohr 5, zweckmässig aus Glas, eingeschoben, welches an dem stumpfen Ende einen Wulstrand 6 aufweist, der sich auf dem Ende 3 der Schutzhülse 1 abstützt. Auf den Wulstrand und auf das diesem Rand benachbarte Stück der Schutzhülse ist ein passender Gummischlauch 8 in der Länge von etwa 6 cm aufgeschoben, der ein Herausgleiten der Glasseele nach hinten verhindert.
Das andere Ende 7 des transparenten Rohres 5 ist kegelig ausgebildet, wobei die Schutzhülse 1 einen dieser Kegelform angepassten Teil 4 aufweist. Das Ende 7 des Rohres 5 schneidet genau mit dem kegeligen Ende der Schutzhülse ab. Das Ende 4 der Schutzhülse, welches in den Cervikalkanal eingeführt wird, ist bis zur Höhe von zirka 10 cm aussen mit einer Emailleschicht 9 überzogen, so dass der Samen weder beim Aufziehen noch während des Besamungsvorganges mit dem Metall der Schutzhülse- (sofern diese aus Metall besteht)-in Berührung kommt.
Die Type 11 (Fig. 4) gleicht der Type I, weist jedoch eine ampullen-oder kugelförmige Auftreibung 10 der Schutzhülse etwa 5 cm von der Spitze entfernt auf.
Die Emai1lierung der Schutzhülsenspitze reicht bis zur Basis der Auftreibung. 'Die Type III (Fig. 5 und 6) gleicht im Aufbau der Type I, weist jedoch keine Fenster in der Schutzhülse auf und ist auch nicht emailliert.
Das transparente Rohr (Pipettenseele) ist mit einem oder mehreren Markierungsringen 11 versehen (Fig. 6). Das Samenaufziehen erfolgt nur mit dem transparenten Rohr allein, das zu diesem Zweck aus der Schutzhülse herausgezogen werden muss. Nach der Füllung wird das Rohr wieder in die Schutzhülse geschoben und mit dem Gummischlauchansatzstück 8 fixiert.
Die Type IV (Fig. 7) gleicht der Type III, weist jedoch eine ampullen-oder kugelförmige Auftreibung 10 der Schutzhülse, wie Type II, auf. Diese Ausführungsform weist keine Emaillierung und keine Fenster auf.
Alle vier Grundtypen können in verschiedener Grösse hergestellt werden. Normale Masse : 42 bis 44 cm Länge, 6 bis 9 mm Schutzhülsendurchmesser, entsprechend eingepasstes transparentes Rohr als Pipettenseele. Länge der Fenster etwa 8 bis 10 cm, Durchmesser der ampullenförmigen Auftreibung etwa 14 bis 16 mm.