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Uhrwerk mit aus Kunststoffmassen gebildeten Gehäuse-und Triebwerkteilen
Es ist bekannt, Lagerplatinen und Zahnräder aus einer plastisch verformbaren und sich zu einem starren Körper verfestigenden Press-oder Spritzmasse herzustellen und damit Laufwerke nach dem normalen Bauprinzip zu schaffen.
Es ist aber auch bei Spielzeugen bekannt, die Radachsen der Laufräder des Fahrzeuges zwischen dem aus einer Platte gebildeten Chassis und der Karosserie in Rillen der Platte so zu lagern, dass bei der Trennung der Karosserie vom Chassis die Radachsen selbsttätig aus den Lagerrillen heraussteigen.
Der Erfindung liegt nun der Gedanke zugrunde, ein Uhrwerk im wesentlichen aus Pressstoffteilen so auszubilden, dass das Lagergehäuse in zwei Teile leicht zerlegbar ist und die Radachsen aller Getrieberäder trotz der Trennung der beiden Gehäuseteile voneinander in ihren Lagern leicht aushebbar ruhen. Der Zweck, der durch diese Konstruktion erreicht werden soll, liegt vor allem in der Verwendung der Uhr als Lehrmittel oder Spielzeug, das jedem
Kinde oder Laien die Vergegenwärtigung der mechanischen Elemente der Uhr und ihr Zu- sammenwirken plastisch vermittelt.
Der Gedanke wird dadurch verwirklicht, dass die beiden Lagerplatinen des Werkes nach einer die Lagerstellen sämtlicher Zahnräderachsen und die Achsen des Gangreglers sowie der Aufzug- feder schneidenden ebenen oder zylindermantel- artig gekrümmten Trennfläche geteilt und auf jeder Lagerhälfte paarweise zu je einem einheit- lichen, aus einer Kunststoffmasse gebildeten
Lagerblock zusammengeschlossen sind, von denen der eine Platinenlagerblock die Werkachsen in entsprechenden Ausnehmungen auch bei ab- genommenem zweiten Platinenblock im betriebs- bereiten Zustand leicht aushebbar hält.
Die Radachsen können hiebei je nach Erforder- nis in einer ebenen, zickzack-oder kurvenförmig verlaufenden Fläche im Eingriffsabstand ihrer
Zahnräder nebeneinander angeordnet sein und die Stossfugen der beiden Gehäuseblöcke einen der Achsenanordnung entsprechenden Verlauf aufweisen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Platinenblöcke mit dem Uhrgehäuse aus einem Stück gebildet, so dass beim. Zusammen- fügen der Platinenblöcke gleichzei-g auch das Gehäuse in seinen Teilen zusammengesetzt wird. Die Glasscheibe und ein Zifferblattring zur Deckung des Zeigerraumes können in entsprechende Rillen von beiden Gehäuseteilen gefasst stehen.
Es ist in den Fällen, in welchen für die Radachsen ein Metallager erwünscht ist, gemäss der Erfindung auch möglich, zwischen den beiden Platinenblöcken einen sämtliche Lagerbohrungen aufweisenden Metallstreifen in Nuten der Stossfugen der Platinenblöcke leicht aushebbar einzubauen und festzuhalten. Diese Metall- streifen weisen den Verlauf der Platinenstoss- fugen auf und besitzen Warzen oder federnde
Zungen, mit welchen sie sich in den Nuten der Platinenköpfe mit elastischem Druck fest- halten. Die Metallstreifen können auch im Platinenunterteil festsitzen, gegen den freien Rand zu offene Lagerbohrungen aufweisen und in Nuten des Platinenoberteiles eingreifen.
Für den Fall der unmittelbaren Lagerung der Zahnräderachsen in den Platinenblöcken sind die Zahnräderachsen entweder mit Kugelzapfen oder mit kugeligen Laufflächen versehen, mit denen sie in kugelpfannenartigen Ausnehmungen der Platinenteile des einen oder anderen Platinenblockes drehbar lagern.
In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen der erfindungsgemäss ausgebildeten Uhr veranschaulicht, u. zw. zeigen die Fig. 1 und 2 im Aufriss und Kreuzriss ein Ausführungsbeispiel einer Pendeluhr, deren beide Lagerplatinen nach einer ebenen, die Radachsen tangierenden Ebene geteilt sind und zwei zusammenschraubbare Platinenblöcke bilden. Das zweite Ausführungsbeispiel zeigt eine Uhr, deren
Platinenblöcke mit dem Gehäuse aus einem
Stücke Pressstoff gebildet sind. Dieses Ausführungsbeispiel ist in den Fig. 3 und 4 in Frontansicht und in Draufsicht veranschaulicht. Die
Fig. 5 stellt die in Fig. 3 dargestellte Uhr ohne
Gehäuseunterteil dar, wogegen die Fig. 6 den oberen Platinenblock mit dem Uhrgehäuse vereint in Ansicht von unten zeigt.
Die Fig. 7 und 8 stellen den unteren Platinenblock mit den frei liegenden Zahnräderachsen im Aufriss und Grund- riss dar. Die Fig. 9 zeigt einen Lagerstreifen
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aus Metall im Schaubild und die Fig. 10 stellt eine Ausführungsform der Zahnradachse sowie deren Lagerung dar.
Nach dem Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 1 und 2 sind die beiden Lagerplatinen des Uhrwerkes nach einer sämtliche Radachsen tangierenden Trennfläche 10 geteilt, so dass die eine Platine in die Teile 1 und 2 und die andere Platine in die Teile 3 und 4 zerlegt erscheint, welche an der Schnittebene stumpf aneinanderstossen. Der Teil 1 der einen Platine und der Teil 3 der anderen Platine sind durch zwei Stege 5 und 6 oben und unten miteinander zu einem einheitlichen, aus Pressstoff hergestellten Platinenblock vereint. Ebenso sind die Platinenteile 2 und 4 durch die Stege 7 und 8 miteinander zu einem gleichfalls aus Pressstoff hergestellten Platinenblock verbunden.
Beide Platinenblöcke 1, 3 sowie 2,4 sind durch Schrauben 9 miteinander zusammenschliessbar, so dass sie mit ihren Stossflächen in der Trennfläche 10 dicht aneinander anschliessen und ein einheitliches Platinengehäuse bilden. In den Stossflächen des einen Platinenblockes, z. B. 1, 3, sind mehrere lagerartige Ausnehmungen 11-16 für die Federachse 23, die Radwellen 17-20 und die Achse 21 des Ankers 22 vorgesehen. Alle Ausnehmungen 11 bis 16 liegen bei abgenommenem Platinenblock 2,4 völlig frei, so dass die Aufziehfeder 33 samt allen Getriebezahnrädern 24-32 und dem Anker 22 unabhängig voneinander frei einsetzbar sind. Durch diese Anordnung der Lagerung sämtlicher Getriebeelemente der Uhr ist es moglich, diese unabhängig voneinander bereit zum Ausheben in Eingriffsstellung miteinander zu erhalten.
Die Radachsen können, wie die Fig. 1 zeigt, mit zylindrischen Zapfen in passenden Aus- nehmungen des einen Platinenblockes aushebbar lagern oder. wie die Fig. 10 zeigt, mit kugeligen
Zapfen in z. B. halbkugelförmigen Pfannen beider
Platinenteile drehbar sitzen. Letztere Ausbildung ist für aus Pressstoff hergestellte Platinenlager besonders vorteilhaft, weil sie Laufflächen schaffen, die eine längere Lebensdauer aufweisen als die zylindrischen Zapfenlager.
Der Platinenblock 2,4 hat glatte Stossflächen, welche lediglich die Aufgabe haben, die Zapfen der Radachsen 17-20 in den Ausnehmungen 11 bis 16 des anderen Platinenblockes mit geringem
Spiel zu erhalten. Wenn daher der Platinenblock 2,
4 an den Platinenblock 1, 3 angesetzt und mit diesem mittels der Schrauben 9 fest verbunden wird, ist das Uhrwerk betriebsbereit. An dem
Platinenblockteil 1 ist frontseitig noch ein Achs- zapfen 34 parallel zur Zeigerspindel 17 fest angebracht. Auf diesem Achszapfen sitzen zwei Übersetzungszahnräder 35, 36 frei drehbar.
Das eine Zahnrad Si greift in ein Zahnrad 37 der Zeigerspindel des Minutenzeigers 38 ein, wogegen aas andere Zahnrad 36 mit dem Zahn- rad 39 des Stundenzeigers 40 in Eingriff steht.
Diese Zahnräder sorgen dafür, dass die Bewegung der Zeigerspinde !'m Ausmass t'60 auf den Stundenzeiger 40 übertragen wird. Da die Zeigerspindel 17 durch die bekannte Federreibungskupplung 41 mit den Zahnrädern 25, 26 des Uhrwerkes in Verbindung steht, wird in der bekannten Weise die vom Uhrwerk unabhängige Zeigerverstellung ermöglicht. Die Uhrwerksfeder 33 ist in einem eigenen Gehäuse 42 gekapselt, das samt der Federachse 23 und dem Sperrgetriebe 43 auszuheben ist. Das Federgehäuse 42 wird durch Anschläge 44 des ei 1 Platinenteiles 2 oder 4 in geeigneter Weise gegen Eigendrehung festgehalten und damit auch das eine Federende fixiert. Die durch die Uhrwerksfeder 33 angetriebene Uhr wird im Takte des Pendels 45 gesteuert, das mit der Ankerachse 21 leicht lösbar verbunden ist.
Auf beide Platinenblöcke 1-4 kann ein in Fig. 1 mit voll ausgezogenen Linien und in Fig. 2 mit strichpunktierten Linien dargestelltes Gehäuse 46 mit Zifferblatt aufgesteckt und mit einer oder mehreren Schrauben 47 am Platinenblock befestigt werden. Auch dieses Gehäuse ist aus Pressstoff gebildet. Es kann hinten eine Schutzkappe 48 erhalten, die aufsteckbar ist und dem Pendel 45 Bewegungsfreiheit lässt.
Das Gehäuse 46 kann mit einer Öse 49 versehen sein, in der ein Aufhängering 50 schwenkbar steckt, mit dem die Uhr an der Wand angebracht werden kann.
Die im zweiten Ausführungsbeispiel dargestellte Uhr enthält ebenfalls ein Federwerk, welches jedoch nicht durch ein Pendel, sondern durch eine Unruh im Zeittakte gesteuert wird. Dieses Ausführungsbeispiel, welches in den Fig. 3-8 dargestellt ist, zeigt ein weckerförmiges Gehäuse, in welchem die beiden Platinenblöcke 1, 3 und 2, 4 übereinander lagern. Die beide Platinenblöcke scheidende Trennfläche 10 stellt einen Teil eines Zylindermantels dar. In den Stossfugen beider Platinenblöcke sind Nuten 51 vorgesehen, in welche metallene Lagerstreifen 52 einsetzbar sind. Diese Lagerstreifen 52 können ausser den
Bohrungen für die Radachsen, wie Fig. 9 zeigt,
Warzen 53 oder federnde Zungen besitzen, mit welchen sie unter Reibung in die Nuten 51 der Stossflächen der beiden Platinenblöcke ein- schiebbar sind.
Diese Lagerstreifen 52 können aber auch im Platinenblock 1, 3 festsitzen, gegen den oberen Rand zu offene Lagerbohrungen für die Radachsen aufweisen und in die Nuten 51 des Platinenblockes 2,4 eingreifen. Für jede
Lagerseite kommt ein metallener Lagerstreifen in Frage, der Halbkreisform besitzt und zum
Teil in den unteren und zum Teil in den oberen
Platinenblock hineinragt. Der untere Platinen- block 1, 3 hat ausser den Ausnehmungen 11, 12,
13, 14, 15 und 16 für die versenkt sitzenden
Wellen 23, 17-21 noch zwei Lagerschrauben 54 zur Lagerung der Unruh 55. Der obere Platinen- block 2,4 besitzt glatte Stossflächen, die allerdings die Nut 51 für den Eingriff des Lagerstreifens 52 aufweisen.
Das ganze Uhrwerk kann in den
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werden die Radachsen in die entsprechenden Bohrungen der metallischen Lagerstreifen 52 eingesteckt und samt diesen auf den unteren Platinenblock 1, 3 in der in Fig. 7 dargestellten Lage aufgebracht. Die metallischen Lagerstreifen 52 werden hiebei von oben in die Nuten 51 fest hineingedrückt, so dass sie in diesen unbeweglich, jedoch wieder aushebbar sitzen und in diesen vibrationsfrei festgehalten werden. Die Ausnehmungen im unteren Platinenblock 1, 3 sind dementsprechend mit nach aufwärts gerichteten Flanken versehen, so dass beim Einschieben der Achsen in die Ausnehmungen keinerlei Schwierigkeiten auftreten. Das Federgehäuse 42 wird z. B. durch einen Anschlag 44 örtlich gegen Drehung gesichert.
Die Feder der Unruh kann mit ihrem Ende bei 56 durch einen Stift in bekannter Weise festgehalten werden.
Der Platinenblock 2,4 ist, wie die Fig. 5 und 6 zeigen, mit dem äusseren Uhrgehäuseoberteil 46 aus einem Stück Pressstoff hergestellt. Nach fertiger Lagerung sämtlicher Räderwerksbestandteile wird der Platinenblock 2,4 unmittelbar auf den Platinenblock 1, 3 aufgesetzt, wobei die Stege 5, 6 mit den Stegen 7, 8 zusammenkommen und durch Schrauben 9 miteinander fest verbunden werden. In diesem Zustand ist das Uhrwerk selbst betriebsbereit und kann infolge des noch frei zugänglichen Platinenblockes 1, 3 überwacht bzw. beobachtet werden.
Die Stege 5, 6 des Platinenblockes 1, 3 sind nach unten fussartig verlängert und bilden die Auflager für das ganze Uhrgehäuse. Zur Fertigstellung der Uhr wird ein lediglich die äussere Umhüllung bildender Gehäuseunterteil 48 von unten auf- gesteckt, wobei ein den Zeigerraum abschliessendes
Deckglas 57 und ein Zeigerblattring 60 durch eine Ringnut 58 beider Gehäuseteile 46, 48 rundherum am Rande gefasst wird. Der Gehäuse- unterteil 48 wird mit einer oder zwei Schrauben 59 an den Stegen 5, 6 oder 7, 8 befestigt, wodurch das ganze Gehäuse zu einer Einheit zusammen- geschlossen ist. Aus der Gehäuserückwand schauen lediglich die Aufzugspindel 23 und der
Knopf 61 der Zeigerspindel 17 heraus.
Die dargestellten Ausführungsformen sind nicht die einzigen, durch welche die Erfindung aus- führbar ist. Die Stossfuge, 0 der bei den Platinen- blöcke kann in beliebig vielen Varianten aus- geführt werden, je nachdem, welche Form das
Gehäuse erhalten soll und in welcher Art der
Zusammenschluss gewünscht wird. Es ist auch möglich, auf dem oberen Platinenblock 2,4 noch einen weiteren Platinenblock aufzusetzen und in der Trennfuge zwischen diesen beiden
Platinenblöcken die Achsen eines Weckerwerkes in gleicher Weise unterzubringen wie das Uhr- werk, das selbstverständlich mit dem Weckerwerk gekuppelt ist. Durch die Zweiteilung des
Gehäuses ist es auch möglich, verschiedenfarbige
Pressstoffmaterialien zur Herstellung beider Gehäuseteile zu verwenden und Ober-und Unterteil verschiedenfarbig, u pressen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Uhrwerk mit aus Kunststoffmassen gebildeten Gehäuse-und Triebwerkteilen, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Lagerplatinen (1, 2 und 3, 4) des Werkes nach einer die Lagerstellen sämtlicher Zahnräderachsen und die Achsen des Gangreglers sowie der Aufzugfe... i schneidenden ebenen oder zylindermantelartig gekrümmten Trennfläche geteilt und auf jeder Lagerhälfte paarweise zu je einem einheitlichen, aus einer Kunststoffmasse gebildeten Lagerblock zusammengeschlossen sind, von denen der eine Platmenlagerblock die Werkachjen in entsprechenden Ausnehmungen auch bei abgenommenem zweiten Platinenblock im betriebsbereiten Zustand leicht aushebbar hält.