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Anordnung und Ausbildung eines Rauchkammerrückschlagventils für Lokomotiven
Um das Einsaugen von Gasen und Unreinigkeiten aus der Rauchkammer der Lokomotiven in das Dampfausströmrohr beim Leerlauf der Maschine zu verhindern, wurden bisher Rückschlagklappen am Blasrohr angebaut, die sich aber nicht bewährten, weil sie durch Russ und Flugasche in Kürze untauglich wurden.
Die Erfindung löst die Aufgabe durch Einbau eines Rückschlagventils leichter Konstruktion in das Dampfausströmrohr selbst, u. zw. zwischen Dampfzuströmung und Blasrohrdüse, in einer gehäuseartigen Verbreiterung der Dampfleitung.
Durch diese Verbreiterung bildet sich über dem Ventil ein verhältnismässig ruhiger Dampfpolster, der schon an sich als Schutz gegen Eindringen von Rauchkammerschmutz zum Ventil wirkt. Es ist erstrebenswert, das Ventil in möglichst weiter
Entfernung von der Blasrohrdüse einzubauen, was nur bei neuen Lokomotiven praktisch möglich sein wird. Bei alten Lokomotiven wird das Ventil zwecks Vermeidung von grösseren Änderungen in das sogenannte Standrohr vor der Blasrohrdüse eingebaut. Durch diese Anordnung ist ein leicht bewegliches Rückschlagventil den Rauchgasen und sonstigen Unreinigkeiten entrückt, die daher nicht ihre schädliche Einwirkung auf das Ventil ausüben können.
Das Rückschlagventil besteht in der Hauptsache aus einem oder mehreren lose aufeinanderliegenden dünnen Streifen von vergleichsweise grosser Länge, geringer Breite und kleinem Gewicht, insbesondere aus Stahl, ist an seinem Rand durch Finger geführt und wird durch leichte Federbelastung auf seinen Sitz gedrückt. Die Streifen können durch Ringe ersetzt werden, die an ihrem äusseren Rand durch Finger geführt sind. Bei den bekannten Ventilen, deren Teller z. B. aus mehreren dünnen, jedoch zu einer grö- sseren Masse miteinander fest verbundenen
Stahlplatten bestehen, sind bei Anordnung mehrerer konzentrischer abdeckring diese durch Stege miteinander verbunden, weshalb ein Verdrehen der Ringe vermieden werden muss. Die
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bindung von Nabe und Sitzplatte durch Lenker gestattet wegen deren Beanspruchung auf Biegung, nur geringe Hubhöhe.
Das erfindungsgemässe Ventil ist fast masselos, schliesst sanft, auch bei Ausbildung mit mehreren, lose aufeinanderliegenden Platten, benötigt wegen seiner geringen Breite und grossen Länge nur einen geringen Hub, öffnet sich wegen der leichten Federbelastung sofort, schliesst sogleich bei Aufhören der Dampfströmung, ist wegen der Aussenführung auch gegen Schrägstellung, beispielsweise bei Ansammlung von Ölkruste, unempfindlich und auch für grosse Hubhöhe geeignet. Bei Anordnung mehrerer konzentrischer Abdeckringe s'nd diese nicht miteinander verbunden, sondern bilden getrennte, unabhängige Systeme, die auch gegen Verdrehen unempfindlich sind.
Die Zeichnung zeigt in den Fig. 1 und 2 ein Ausführungsbeispiel in zwei zueinander senkrecht geführten Schnitten und in den Fig. 3 und 4 ein zweites Beispiel im lotrechten Schnitt und im waagrechten Schnitt nach der Linie A-B der Fig. 3.
In das vom Dampfzylinder kommende Ausströmrohr 1, u. zw. vor dessen Mündung in die Blasrohrdüse 2, ist das das Rückschlagventil aufnehmende Gehäuse 9 eingebaut. Das Ventil besteht gemäss den Fig. 1 und 2 aus dem Ventilsitz 3 und den dünnen Ventilstreifen 4, die zweckmässig aus Sägeblattstahl hergestellt sind, eine grosse Länge, geringe Breite und kleines Gewicht haben, an ihrem Rand durch lotrechte Finger 6 geführt sind und durch Federn 7 auf ihren Sitz gedrückt werden. Der obere Teil der
Federn wird von zylindrischen Gehäusen aufgenommen, die an einer gemeinsamen Platte 5 angeordnet sind, welche den Ventilhub bestimmt bzw. als Ventilfänger dient.
Um den Ausbau des Ventils ohne Entfernung des Blasrohres 2 7U ermöglichen, ist ein seitlicher
Deckel 8 vorgesehen.
Bei Leerlauf der Maschine, also ohne Dampf- ausströmung, werden die Ventilstreifen durch die
Federn 7 geschlossen gehalten, wodurch ein Ein- dringen von Gasen und Verunreinigungen in das
Ausströmrohr der Maschine und in diese selbst verhindert wird. Ein Verlegen des Rückschlag- ventils durch Rauchkammerschmuu ! tritt nicht ein, weil es im Ausströmrohr vor der Blasrohr- düse 2 angeordnet ist und sich beim Aufhören der
Dampfströmung sofort schliesst, so dass über dem
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Ventil, in der gehäuseartigen Verbreiterung der Dampfleitung, sich ein ruhender Dampfpolster bildet, welcher das Eindringen von Rauchkammerschmutz verhindert.
Die Ventilstreifen 4 sind sehr leicht und schliessen auch bei geringer Federbelastung rasch und geräuschlos, so dass die Dampfausströmung durch diese Ventilstreifen nicht gedrosselt wird.
Durch die erwähnte Art der Führung der Ventilstreifen ist auch bei grossen Hüben des Ventils ein Ecken ausgeschlossen, weil jede Schiefstellung des Ventilstreifens eine Lockerung des Ventils innerhalb der Führungsfinger 6 bewirkt, also jede Klemmung auch beim Schiefstellen ausgeschlossen ist. Dadurch bleibt der Streifen auch bei grossen Hüben und auch bei Ansammlung von krusten aus dem Dampfzylinder stets frei beweglich, was für seine Tätigkeit als sofort wir- kendes Rückschlagventil von höchster Wichtigkeit ist.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 3 und 4 sind die Ventilstreifen durch Ventilringe 4' ersetzt, die am äusseren Umfang mindestens an drei Stellen durch Führungsfinger 6'geführt und durch Federn 7'geschlossen gehalten werden.
Wie die Zeichnung zeigt, kann das Ventil aus mehreren, z. B. zwei konzentrischen Ringen 4' bestehen (Mehrfachringventil), von denen jeder unabhängig vom andern an seinem Aussenrand durch Finger 6'geführt ist und durch Federn 7' auf seinen Sitz gedrückt wird.
Um die Ventilbewegung weicher zu machen und das harte Aufschlagen zu dämpfen, ist es zweckmässig, das Ventil aus zwei sich deckenden Streifen oder Ringen herzustellen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Anordnung eines Rauchkammerrückschlagventils für Lokomotiven in deren Dampfaus- strömrohr, um das Eindringen von Gasen und Verunreinigungen aus der Rauchkammer in das Dampfausströmrohr zu verhindern, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil zwischen Dampfzuströmung und Blasrohrdüse, in einer gehäuseartigen Verbreiterung der Dampfleitung, in möglichst grosser Entfernung von der Blasrohrdüse eingebaut ist.