AT165885B - - Google Patents
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung von Formstücken aus Abfallstoffen Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, an Stelle der bisher verwendeten gebrannten oder mit hydraulischen Bindemitteln hergestellten Formsteine od. dgl. einen vollwertigen Ersatzbaustoff aus derzeit in grossen Mengen verfügbaren industriellen Abfallstoffen zu schaffen. Zu diesem Zwecke wird von einem an sich bekannten Gemenge von Sulfitablauge mit industriellen oder anderen Abfallstoffen bzw. porösen Füllstoffen, wie Schlacken jeglicher Art, z. B. granulierte oder zerkleinerte Hochofen-, Kesseloder Generatorenschlacke, zerkleinertem Bauschutt, Schlacken-bzw. Flusssand, Schiefersplitt u. dgl. ausgegangen. Die Bestandteile werden innig vermengt, sodann das fertige Gemisch in Formen gefüllt, je nach dem gewünschten Raumgewicht der Formlinge gepresst und anschliessend bei etwa 120 C getrocknet. Bei einem Raumgewicht von 1. 4 bis 2-2 hat sich ein Druck von 30 bis 200 /CM"als zweckmässig erwiesen. Die auf diese Weise erhaltenen Formlinge zeigen zwar äusserlich ein gutes Aussehen, entsprechen aber noch nicht den Anforderungen an einen guten Baustoff, da sie nicht wetterfest sind und nach kurzer Lagerung in Wasser vollständig zerfallen. Erfindungsgemäss werden die in einem ersten Arbeitsgang m an sich bekannter Weise durch Pressen verdichteten und bei einer Temperatur von etwa 120 C getrockneten Formkörper durch eine zweite Wärmebehandlung in vollwertige Enderzeugnisse übergeführt. Der zweite Arbeitsgang besteht in einer kurzzeitigen Erhitzung (Stosserhitzung), vorzugsweise bei einer Tem- peratur von 350 bis 400" C, die beispielsweise mit Rauchgasen oder durch Einwirkung anderer Wärmequellen erzielt werden kann. Die nach dem vorliegenden Verfahren her- gestellten Formkörper weisen die Eigenschaften eines guten Bausteines auf : Die Druckfestigkeit erreicht e nach der angewandten Mischung und dem Pressdruck Werte von 140 bis 278 /c und darüber. Die Formlinge sind vollständig korrosionsfest, d. h. nach vierwöchiger Lagerung in Wasser besitzen sie dieselbe Druckfestigkeit wie vorher und auch die Form bleibt vollständig gewahrt. Das dichte Gefüge gewährleistet eine ausgezeichnete Kältebeständigkeit des Steines. Die Steine weisen ferner eine sehr gute Feuer- festigkeit auf. Da die erfindungsgemässen Produkte praktisch zur Gänze aus leicht beschaffbaren und in grossen Mengen verfügbaren Abfallstoffen aus Industrieanlagen, Lokomotivheizhäusern u. dgl. herstellbar sind, sind die gewonnenen Steine besonders billig. Im Vergleich zur Erzeugung von Zementsteinen, Tonziegeln od. dgl. ist die Fabrikation der neuen Steine in nur geringem Masse von Kohle abhängig. Ausserdem ist die Fabrikationsdauer der Steine bis zu deren Verwendungsfähigkeit nur kurz, sie erfordert beispielsweise nur 6-8 Stunden gegen 14-21 Tage bei Betonsteinen und ergibt daher eine grosse Ersparnis an Fabrikations-und Lagerraum. Die Umsetzungen, die sich während der ersten und der zweiten Wärmebehandlung der Masse abspielen, werden etwa durch die nachstehenden chemischen Vorgänge veranschaulicht : 1. Während der Erwärmung auf 120 C entweichen das überschüssige Wasser und der bis zu dieser Temperatur siedende Anteil der organischen Verbindungen der Sulfitablauge. Dabei beginnt eine Umsetzung der Kalziumsalze der Lignosulfosaure nut der aus S03 und Wasser gebildeten Schwefelsaure. 2. Bei der Stosserhitzung auf 350 5 C oder hoher erfolgt eine vollkommene Umsetzung der Ligninsulfosäuren, u. zw. einerseits durch eine weitere Aufspaltung eines Teiles der Kalziumsalze der Ligninsulfosäuren mittels der aus SOg und Wasser gebildeten Schwefelsäure und anderseits durch Eindicken, Verpechen und Verkoken unter gleichzeitiger Aufspaltung jenes Teiles der Ligninsulfosäuren bzw. deren Kaliumsalze, die von der Umsetzung mit Schwefelsäure bisher verschont geblieben waren und den Träger der Klebekraft darstellen. Diese Aufspaltung ist an der starken Entwicklung von S02 bei einer Temperatur von 300 C zu erkennen, wofür auch die nach dem Erhitzen eintretende Erhärtung sowie die Wasser- beständigkeit der Formlinge spricht. Nicht bei dieser Temperatur gehärtete Sulfitablauge ist im Gegensatz hiezu wasserlöslich. Im Gefügeaufbau der erfindungsgemässen Körper sind die Zucchlagstoffe durch das Gemisch von gehärteter und verkokter Sulfitablauge um- hüllt. Die Stosserhitzung ergibt gegenüber der bekannten einmaligen Wärmebehandlung bei Temperaturen bis 150 C den wesentlichen <Desc/Clms Page number 2> Effekt, dass der Formstcin gehärtet und wasserfest wird, während er bei einer Erhitzung bis 150 C immer wasserlöslich bleibt. Der verfahrensgemäss erhaltene Stein kann ohne weiteres mit Mörtel vermauert werden und ist gut nagelbar. Ausführungsbeispiel : Ein Gemisch von 82 bis 86 Gew.-Teilen granulierter Schlacke (z. B. Hochofenschlacke) mit 8-10 Gew.-Teilen Sulfitablauge von EMI2.1 Holzmehl wird nach inniger Vermengung in Formen gefüllt, auf einem Rütteltisch oder unter Pressdruck von 50 /cM verdichtet und nach Vornahme einer Trocknungsbehandlung bei 120 C einer kurzzeitigen Erhitzung von etwa l Stunde Dauer in einem Tunnelofen bei einer Temperatur von 360'ausgesetzt. Auf diese Weise hergestellte Formhohlsteine weisen eine Druckfestigkeit von 150 /cm2, vollkommene Witterungsbeständigkeit und Feuerfestigkeit auf und besitzen infolge der Hohlform ein besonders gutes Wärmeisolationsvermögen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Formstücken aus Abfallstoffen, wie Schlacken, Bauschutt, Sand oder Schiefersplitt, Kalk und Sulfitablauge durch Pressen in Formen und anschliessendes Trocknen der Formlinge bei Temperaturen von etwa 120 , dadurch gekennzeichnet, dass die Formlinge danach kurzzeitig, z. B. ¸ Stunde, auf 360--400'erhitzt werden.
Publications (1)
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