AT165311B - Verfahren zur Herstellung eines Glühstoffes - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Glühstoffes

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Arnold Ing Huebler
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Arnold Ing Huebler
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  Verfahren zur Herstellung eines Glühstoffes 
Das erfindungsgemässe Verfahren betrifft die Erzeugung eines flammenlos verbrennenden Zündund Heizstoffes aus Baumwoll-, Zellwoll-, Flachsund Hanfabfällen sowie allen sonstigen Stoffen, die hauptsächlich pflanzlicher Herkunft sind, gleichgültig ob sie Flocken-, Garn-oder Gewebeform besitzen, welcher auch in kleinen Mengen verbrannt durch verhältnismässig lange Zeit glüht und als Zündmittel verwendet werden kann oder als Heizmittel intensive Wärme erzeugt. Dieser Glühstoff kann mittels Pyrophorzündung oder Flamme unbegrenzt oft zum Glühen, bei Sauerstoffentzug in kürzester Zeit zum Erlöschen gebracht werden. 



   Die genannten Abfälle werden von andersgearteten Beimengungen befreit, entsprechend gereinigt, zerfasert, wenn nötig einige Tage in schwacher Ätzlauge entfettet, gewässert, getrocknet, zu Garn versponnen und daraus ein möglichst dickes und dichtes Gewebe gewebt, welches in beliebig vielen neben-oder übereinandergestapelten Lagen miteinander fest zusammengepresst und mechanisch verheftet wird. 



  Aus diesen Stapeln werden Stangen oder Scheibchen beliebiger Form gestanzt, welche beispielsweise zu Rollen oder Prismen aneinandergereiht und dauernd aneinandergepresst in hiezu geeigneten gegen Luftzutritt abgeschlossenen Retorten der trockenen Destillation so lange unterzogen werden, bis alle sich dabei entwickelnden brennbaren Gase entweichen und die geformten Körper entsprechend verkohlt sind.

   Die Retorte besteht beispielsweise im wesentlichen aus einer entsprechend der Stangen-oder
Scheibchenform kalibrierten, in der Mantelfläche siebartig durchlöcherten Röhre, welche am einen
Ende eine mittels Bajonettverschluss zu be- festigende Abschlusskappe besitzt und sich vom anderen Ende ins Innere dieser Röhre ein passender Kolben schieben lässt, dessen Kolben- stange in abgedichteter Führung durch die von aussen heizbare, das beschriebene Rohr luftdicht umschliessende   Metall-oder Chamottehülle   nach aussen tritt, damit die Textilkörper beim Ver- kohlen unter stetigem Druck gehalten werden können. 



   Die Ableitung der sich bei der trockenen
Destillation bildenden Gase erfolgt durch ein an die   Metall- oder Chamottehülle angeschlossent ! s  
Rohr. Dieses Ableitungsrohr kann mittels eines Ventils abgeschlossen werden, um während des Abkühlens den Zutritt der Luft in die Retorte zu verhindern. 



   Die in der Retorte bei Aufrechterhaltung der Pressung ohne Zutritt von Luft erkalteten Rollen oder Prismen behalten ihre Form ohne in Staub zu verfallen. Solche Glühkörper lassen sich mittels Funken überraschend leicht zünden und bei Sauerstoffentzug durch Einschluss in Behälter oder Zusammenpressen derselben zwischen zwei anderen Körpern bequem löschen. Durch den elastischen Zusammenhalt des Gefüges eigne sie sich trotz Erschütterungen besondere t Feuerzeuge. Derartige Körperformen   werck   vor der trockenen Destillation aus Garnen auch dadurch gebildet, dass dichte Zöpfe verschiedener Stärke geflochten werden, welche dann in die gewünschte Form gerollt oder gewickelt und zwecks Beibehaltung dieser Formen mechanisch verheftet werden. 



   Die trockene Destillation der genannten Körper kann auch in einfachster Weise dadurch erfolgen, dass zwischen zwei geheizten Platten aus Eisen,
Chamotte u. dgl. die geformten Körper verkohlt werden. Da es sich hiebei um dünne Körper handelt, sind die Platten nur durch einen schmalen
Spalt voneinander entfernt, durch den wohl die unverbrannten Gase entströmen, nicht aber der
Aussenluft den Zutritt gestattet. 



   Desgleichen können derartige Körper in teil- weise offenen von aussen geheizten Retorten ge- röstet werden. 



   Eine andere Ausführungsform des Verfahrens zur Erzeugung desselben Glühstoffes, welcher aber bei Erschütterungen infolge Neigung zum
Zerfallen an der Zündfläche Staubteilchen des
Brennstoffes ausscheidet, wodurch die pyrophore
Eigenschaft herabgemindert wird, weshalb er sich vorwiegend für Heizzwecke eignet, besteht darin, dass die genannten Stoffe wie beschrieben aufbereitet, anschliessend aber nicht geformt und der trockenen Destillation unterzogen, sondern nach gleichmässiger Auflockerung ihres Gefüges,
Trocknen und Vorwärmen in offenen Behältern in Brand gesetzt werden. Während der anfänglich starken Flammenbildung wird mittels eiserner
Gabeln die brennende Masse umgewendet, damit möglichst gleichzeitig alle Teile mit gleicher
Intensität brennen.

   Sobald alle sich dabei ent- wickelnden   gasförmigen   Brennstoffe verbrannt 

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 sind, erlöschen die Flammen und es bleibt eine verkohlte, an der Oberfläche glühende Masse übrig. Wenn sich trotz weiterem Umwenden dieser Masse keine weiteren Flammen bilden, wird der Verbrennungsprozess durch Luftentzug möglichst rasch entweder dadurch unterbrochen, dass der Behälter mittels eines Verschlussdeckels abgeschlossen oder die glühende Masse zwischen zwei geeigneten Gegenständen zusammengepresst wird. Der auf diese Weise erhaltene Brennstoff ist schwammig elastisch, lässt noch sein ehemaliges Gefüge erkennen und kann mittels Funken oder Flamme zum Glühen gebracht werden.

   Da er aber leicht zerfällt und sich infolge seiner Beschaffenheit nicht wie andere Stoffe in eine haltbare Form pressen lässt ohne seine leichte Entzündlichkeit einzubüssen, wird der Glühstoff in beliebig langes, dünnes Papier gerollt oder in Papierhülsen gestopft. Am besten eignet sich hiezu Zigarettenpapier. Der Durchmesser dieser 
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 überschreiten, damit ein fester Zusammenhalt des Gefüges erreicht wird, so dass Erschütterungen den Zerfall des Brennstoffes innerhalb der Papierhülsen nicht herbeiführen. Beliebig viele Brennstoffzylinder werden dann zu zylindrischen Brennstoffstangen zusammengepresst und es wird die so erhaltene Form durch Einhüllen in schwer brennbares Papier oder papierdünnes Metall gegen Auseinanderfallen gesichert. Der kreisförmige Querschnitt garantiert den besten Zusammenhalt dieses Brennstoffes.

   Es können auch Brennstoffstangen mit anderen Querschnitten erzeugt werden, doch muss in diesen Fällen die Mantelumhüllung aus starkem unnachgiebigem Material bestehen, um Ausbauchungen, insbesondere der langen Mantelflächen und damit eine unerwünschte Auflockerung des Brennstoffgefüges, zu vermeiden. Derartige Stangen können an den
Stirnflächen mittels Funken oder Flamme zum
Glühen gebracht werden. Um ein gleichmässiges
Abbrennen der Ränder der Stirnflächen zu er- reichen, werden diese Stangen in passende Metall- hülsen gesteckt und entsprechend dem Fort- schreiten der Glut in axialer Richtung aus der
Hülse geschoben. Die Brennstoffstangen können auch senkrecht zur Längsachse in beliebig starke
Scheibchen zerschnitten werden. 



   Der nicht flammende feste Brennstoff eignet sich wegen seines   spezifisch nohen   Heizwertes und seines geringen Gewichtes mit Vorteil auch für Kleinstheizvorrichtungen, die in kalten Jahreszeiten stets am Körper getragen werden können. 



   Weiters können Handwärmer-und Kleinstkochgeräte, in denen der erfindungsgemässe Brenn- stoff verwendet wird, mit Blasbälgen ausgestattet werden, welche an die Heizkammer oder Luftkanäle dieser Vorrichtungen angeschlossen werden. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Herstellung eines   Glühstaffes   für Feuerzeuge, Handwärmer. heizbare Schuhe, Touristenkocher u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass Spinnstoffe aller Art, Textilabfälle u. dgl., insbesondere Faserstoffe pflanzlicher Herkunft, nach Zerfaserung versponnen, das erzeugte Garn durch Weben, Wirken oder Flechten zu einem möglichst dicken und dichten Stoff verarbeitet, dieser Stoff nötigenfalls in mehrfachen Lagen gestapelt und unter Luftabschluss oder unter zur vollständigen Verbrennung nicht ausreichenden Zufuhr von Luft verkohlt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch ge- kennzeichnet, dass die Verkohlung in einer ge- schlossenen Retorte erfolgt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, dass das Verkohlen der Textil- abfälle in offenen Behältern durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass während der Verkohlung und dem folgenden Abkühlen, zwecks Verdichtung des Gefüges, die Masse unter mechanischen Druck gesetzt wird.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen l bis 4, da- durch gekennzeichnet, dass die nebeneinander oder übereinander gestapelten Gewebe, Gewirke, Geflechte, Garngewirre u. dgl. vor der Verkohlung miteinander verheftet werden.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, da- durch gekennzeichnet, dass alle Textilabfälle vor der Verarbeitung mechanisch und chemisch ge- reinigt, insbesondere in schwacher Ätzlauge ent- fettet werden.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, da- durch gekennzeichnet, dass aus den noch nicht verkohlten Stapeln, Stangen und blättchen- förmige Körper geformt, vorzugsweise gestanzt und diese dann erst verkohlt werden.
    8. Verfahren nach den Ansprüchen I bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung, z. B. durch Stanzen, nach dem Verkohlen erfolgt.
    9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch ge- kennzeichnet, dass die verkohlte Masse durch Ein- rollen und Pressen in dünnes Papier, vorzugsweise Zigarettenpapier, in Stangen geformt wird, diese Stangen auch durch Stapelung verstärkt und davon nötigenfalls beliebig dicke Scheibchen ab- geschnitten werden.
AT165311D 1949-02-09 1949-02-09 Verfahren zur Herstellung eines Glühstoffes AT165311B (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1178765B (de) * 1959-07-02 1964-09-24 Atomic Energy Authority Uk Kohlenstoff-Material
DE1246510B (de) * 1962-12-21 1967-08-03 Agency Ind Science Techn Verfahren zur Herstellung von kohlenstoffhaltigen Substanzen oder Kohlenstoffprodukten durch Verkokung organischer Materialien
DE1286952B (de) * 1960-09-07 1969-01-09 Union Carbide Corp Verwendung eines Schichtstoffes aus Graphit

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